NS-Raubkunst + China

Über die Rückgabe von Kunst, die in der NS-Zeit geraubt wurde: https://www.tagesschau.de/ausland/raubkunst-polen-101.html

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China wird wieder einmal symbolisch abgerissen – von der Regierung, die andere nicht neben sich duldet. Freie Meinungsäußerungen leiden – darunter die Kunst, die Religionen, Philosophie und Literatur… Wenn die Kultur leidet, sollte die Wirtschaft blühen können? Wenn dieses neomarxistische/neokapitalistische/marxistischkapitalistisches Projekt der chinesischen Regierung gelingt, wird es weltweit viele Nachahmer finden. Davor wird wohl allen, die die Freiheit und die Menschenwürde lieben, grauen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/china-studio-von-regierungskritischem-kuenstler-ai-weiwei-zerstoert-a-1221721.html

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Zureisende + Über Spanien + Sozialwohnungen

Ein sonderbares Bild zum Thema Ankerzentren in Bayern: Sieben AfrikanerInnen sind zu erkennen, davon sind wohl 5 Frauen und drei haben Kinderwagen vor sich: https://www.tagesschau.de/inland/ankerzentren-105.html

Oder diese Reportage: Der Vater schickt seinen sechsjährigen Sohn nach Deutschland – nun will er ihn endlich wiedersehen – nicht, indem er ihn zu sich holt, sondern nach Deutschland nachziehen will: https://www.tagesschau.de/ausland/familiennachzug-libanon-101.html

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Über Spanien nach Deutschland? Ist die Regierung inzwischen gerüstet – oder wird sie wieder überrascht sein? https://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-2059.html

Die EU hat noch nicht gelernt.

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Sozialwohnungen wurden abgebaut: https://www.tagesschau.de/inland/sozialwohnungen-107.html

Spätestens seit 2015 weiß man, dass massenhaft Sozialwohnungen nötig sind. Wenn man an dieser Stelle nicht schleunigst nachbessert, wird der Kampf massiv und die Wahlergebnisse für manche sozial Blinde erstaunlich. Falsche Politik erzeugt Extremisten.

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Studien hinterfragen + Links wie rechts + Wenn die Falschen wählen

Ich hinterfrage doch keine Studien. Sie sind die Glaubwürdigsten aller Glaubwürdigen. Ich will auch nicht widersprechen, dass es möglicherweise rassistische Lehrer gibt. Aber: Ich fühlte mich in der Schule auch oft benachteiligt durch dumme Sprüche von irgendwelchen Lehrern. Wer von denen, die die Schule durchlaufen haben, kann nicht ein Lied von irgendwelchen Sprüchen von Lehrern berichten, die am Selbstwert gekratzt haben. Das muss kein Rassismus sein. Integriert bzw. Integration ist erst vollzogen, wenn man das annehmen lernt, wie es ist: als blöde Sprüche. http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/metwo-in-der-schule-wenn-lehrer-zu-rassisten-werden-a-1220852.html

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Interessant ist, dass manche nicht merken, dass es auch auf sie zutrifft. Wenn eine kleine Gruppe immer dasselbe behauptet, dann wird sie wahrgenommen und gewinnt Anhänger. Aber das trifft nicht nur auf Rechte zu – sondern auch auf Linke. War ja mal Projekt. Von daher wundert mich manchmal das Klagen. In einer demokratie versuchen sich alle irgendwie durchzusetzen – das ist eben: Demokratie: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fluechtlingsdebatte-das-geheimnis-der-schreienden-zwerge-a-1221567.html

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Die Polizei muss sich wohl überall den Vorwurf gefallen lassen, die falsche Seite zu unterstützen oder die eigene Seite nicht gewähren zu lassen, aber die andere usw. usw. usw. Die USA wird das sicher aufarbeiten: https://www.tagesschau.de/ausland/portland-krawalle-101.html

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Auch dieser Beitrag hinterlässt den Eindruck: Die Falschen – also die, die anders denken als ich – bekommen durch Wahlen und Politik zu viel Macht: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/landflucht-die-abwanderung-schadet-der-demokratie-a-1221687.html

Demokratie ist für so manchen doch etwas fremd, wenn es nicht so läuft, wie man selbst es will.

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Mesut Özil + Dazu gehören

Özil – seit einer Woche läuft die Diskussion, die sich erst wunderte, dass Özil angesichts seines Erdogan-Besuches auf das Thema Rassismus zu sprechen kam – und nun so hingedreht wurde, dass eben Rassismus überall zu finden ist. Das läuft hin zu diesem sonderbaren Beitrag von Augstein, der nicht in der Lage ist, Rassismus von Fremdenfeindlichkeit zu trennen. Nun denn, diese Trennung ist ja auch bei manchen nicht erwünscht. Beides ist nicht gut – aber ist nicht identisch. Platituden helfen nicht weiter. Von daher stellt sich manchmal die Frage, ob solchen Menschen wirklich an einer Lösung des Problems gelegen ist – oder an einer Einheizung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mesut-oezil-rassismus-debatte-und-metwo-mimimi-muslime-kolumne-a-1220813.html

Allerdings ist es gut, dass das diskutiert wird – die Leserbriefe, so ich sie wahrgenommen haben, sind allerdings hilfreicher als der sonderbare Beitrag.

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Vor einer Woche (Dienstag 24.7.) schrieb ich zu dem ganzen Thema… (Ich bringe es, auch wenn es veraltet ist, weil es zeigt, wie der Diskussionsgang lief):

Muss man was zum Thema Özil sagen? Die Menschen in den Kommentaren schätzen das überwiegend richtig ein: http://www.tagesschau.de/inland/oezil-erdogan-101.html

Interessant ist, wie mit der Deutung der Lage durch Özil, die jeweiligen umgehen: Manche fühlen sich sofort schuldig, übernehmen die Deutung Özils, andere übernehmen sie nicht, und beklagen, dass er sich als Opfer sieht, alle anderen als Täter.

Hart mit der Selbstdeutung geht ins Gericht: https://www.bild.de/sport/fussball/nationalmannschaft/oezil-analyse-julian-reichelt-56397550.bild.html

Dagegen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mesut-oezil-und-die-bild-ein-jammer-aber-echt-kommentar-a-1219814.html

Der DFB sollte Herrn Özil einen guten Berater sponsern, der ihn von dem unsäglichen Erdogan-Bild abgeraten hätte und ebenso von einer solchen Veröffentlichung.

Viele Türkischstämmige, so darf man inzwischen nach den Erdoganwahlen und den Studien (http://www.tagesschau.de/inland/studie-tuerkisch-deutsch-101.html) und dem Verhalten gegenüber Özil sagen, treiben ein gefährliches Spiel, weil sie Extremisten darin unterstützen, dass sie zeigen: In unserem Land kann man sich auf viele Türken nicht verlassen. Das war immer der Vorwurf. Dieser wird bestätigt. Und da müssen viele Türkischstämmige noch einiges lernen. Man kann nicht beklagen, nicht dazu zu gehören, wenn man nicht dazu gehören will oder signalisiert: Wir gehören nicht ganz dazu. Damit verhindern sie übrigens auch den Türkischstämmigen, die ganz dazu gehören wollen, dass ihnen das ermöglicht wird.

Dass man zwei Herzen in der Brust schlagen hat, das ist ganz normal. Die Frage ist nur: Welches Herz lässt man den Vortritt. Und am Beispiel der Unterstützung Erdogans sieht man, dass politisch etwas falsch läuft. Dass man die Sprache, die Familie, die Atmosphäre seines Landes  – in dem Sinn: das Land meiner Vorfahren… – für etwas ganz Besonderes hält – das ist normal, darf niemand nehmen und kann niemand nehmen. Die Frage ist nur: Was bedeutet das für das zweite Herz, das Land, in dem man selbst und die Kinder Fuß fassen wollen.

Aber was heißt eigentlich dazu gehören? Auch Münchener in Hamburg und Hamburger in München dürften sich vielfach beklagen, dass sie einfach nicht dazu gehören – nach so vielen Jahren. Dazu gehören ist soziopsychologisch bedingt. Das ist wie mit Cliquen: Man gehört oft nicht dazu, wenn man nicht von Anfang an mitgemacht hat. Warum? Man hat miteinander Erfahrungen gemacht, man muss andeuten – alle lachen. Später hinzu gekommene wissen nicht, und können nicht mitlachen (außer krampfhaft) – sie fühlen sich somit ausgeschlossen. Man darf seinen Gefühlen nicht trauen – denn in einem Land leben – muss das mit dem Gefühl verbunden sein? Kann doch auch eine ganz rationale Angelegenheit sein. Anders ist es selbstverständlich, wenn man keinen Job bei gleicher Qualifikation oder gar besserer bekommt. Oder andere Zurückweisungen dazu dienen, dass man sich als Mensch zweiter Klasse fühlt. An dieser Stelle müssen sich zum Beispiel die Inländer massivst an die eigene Nase packen.

Was das Dazugehören betrifft: Im Blick auf die Türkei gibt es noch massive religiöse Barrieren, die Türken selbst, so sie nicht liberaler und assimiliert sind, errichten können.

Die Diskussion darf nicht dazu führen, dass man keine Kritik an wen auch immer äußert. Denn wie man sieht: Wenn Kritik unterdrückt wird, dann bricht sie auf einmal hervor.

Was ich mich auch immer frage: In der Türkei gehören die Kurden und Armenier noch nach 700 Jahren (seit der vollständigen Eroberung durch die Osmanen) nicht dazu.

Zu sagen, die Debatte werfe uns zurück, ist nicht sinnvoll. Integrationsfragen sind keine Frage der Stringenz. Es geht um ein lebendiges Verhältnis, das immer wieder austariert und diskutiert werden muss. Wer ist „wir“? : http://www.tagesschau.de/inland/oezil-debatte-101.html

Schlusswort soll Somuncu haben:  http://www.tagesschau.de/inland/somuncu-oezil-101.html

Soweit habe ich vor ca. einer Woche die Lage zusammengefasst. Heute kann man noch hinzufügen: So ergeht es einem, wenn man manchen Leuten nicht nach dem Mund redet: http://www.bento.de/politik/manuel-neuer-und-thomas-mueller-was-sie-zur-debatte-um-mesut-oezil-sagen-ist-einfach-nur-noch-peinlich-2706481/#ref=ressortbox

Insofern begibt sich Lindner auf dünnes Eis. Manche Medien könnten ihn ans Schienbein treten, obwohl er so moderat spricht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-chef-christian-lindner-kritisiert-die-metwo-debatte-als-einseitig-a-1221713.html

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Europa-Pensionsfonds + Soros

Wer die Finanzpolitik unserer EZB unterstützt, muss sich doch nicht wundern, dass die gefüllten Näpfe der Vergangenheit inzwischen leergefuttert sind. Ich wundere mich sowieso schon ständig, dass sich die EU-Einwohner so einfach schröpfen lassen. Ohne aufzumucken. Ob die EU-Parlamentarier endlich aufwachen? Kaum. Irgendwelche Näpfchenfüller werden ihre Näpfchen füllen – was bei Otto und Ottilie  Normalmensch nicht so ist. Bin einmal gespannt, wie es weiter geht. http://www.spiegel.de/plus/eu-pensionsfonds-vor-dem-kollaps-wie-ein-schock-a-00000000-0002-0001-0000-000158616259

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Ich frage mich manchmal: Würden Medien Soros eigentlich auch tragen, wenn er nicht von Orban angegriffen werden würde? Anders gefragt: Wie hätten linke Blätter Soros vor 30 Jahren beurteilt? http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-stiftung-von-george-soros-zieht-sich-aus-budapest-zurueck-a-1216653.html

Sie haben ihn auch schon wohlwollend behandelt: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8756708.html

Hier sehen wir auch etwas zu der Frage: https://www.sueddeutsche.de/politik/george-soros-und-die-euro-krise-die-letzte-wette-des-alten-herrn-1.1908760

Zudem ist er sowas wie der personifizierte reiche Anti-Trump-Onkel in Amerika: https://www.businessinsider.de/george-soros-spekuliert-auf-amtsaustritt-trumps-2017-5

Was auch noch passt: Er ist ein Anti-Putin… – er passt wunderschön in das Wunschbild vieler medialer Stimmführer. Jede Gruppe braucht so ihre Gönner – und freut sich, wenn er auch noch so reich ist, sich vieles Kaufen zu können.

Und hat auch noch andere Interessen, die manchen gefallen: https://www.handelsblatt.com/politik/international/george-soros-18-milliarden-dollar-fuer-die-offene-gesellschaft/20469656.html

Und so ist interessant das zu erfahren: https://www.vorwaerts.de/artikel/george-soros-rechtspopulisten-ideale-suendenbock

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Pakistan: Gefolterte Blogger + Iran-Truppen in Syrien + Ost-Kongo + Äthiopien

Im Zusammenhang der Wahlen wurden in Pakistan Blogger gefoltert, Menschen durch Anschläge ermordet – Wahlen sind eine gefährliche Angelegenheit, vor allem auch in Pakistan: freie Meinung zu sagen. Nicht nur der Staat ist da sensibel – sensibler ist ein großer Teil der extremistischen Bevölkerung: http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan-wahl-journalisten-101.html

Was wird Imran Khan erreichen? Vor allem, weil er wohl nicht allein regieren kann: https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/pakistan-wahlen-parlament-imran-khan-tehreek-e-insaf

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Dass in Syrien iranische Truppen stehen, suggeriert die Überschrift:

Der russische Außenminister Lawrow und Israels Ministerpräsident Netanyahu haben sich getroffen, um über die Lage in Syrien zu sprechen. Ein russisches Angebot zur Kontrolle iranischer Truppen lehnte Netanyahu ab.

Der Beitrag http://www.tagesschau.de/ausland/lawrow-netanyahu-101.html selbst spricht nur von Kräften, die vom Iran unterstützt werden (wahrscheinlich die Hizbollah). Das ist schon schlimm genug. Aber Truppen – wenn dem so ist, wäre was anderes.

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Menschen im Ost-Kongo leiden nun auch noch unter Ebola: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-im-kongo-ausbruch-im-krisengebiet-a-1221599.html

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Massive Auseinandersetzungen in Äthiopien. Ich denke, da wird auch aus religiösen Gründen massiv was auf uns zukommen, da die muslimischen Stämme sich weiter in den Westen ausbreiten. Schon 2015 wurden Christen, die sich gegen muslimische Übergriffe wehrten, inhaftiert. Und 2011 schrieb ich: https://blog.wolfgangfenske.de/2011/10/12/athiopien/

Ich habe lange mit einer Süd-Äthiopierin gesprochen. Sie ist orthodoxe Christin, die aber zu bestimmten Strömungen in ihrer Kirche ein sehr distanziertes Verhältnis hat. Sie erzählte mir, dass sie nach längerer Zeit wieder in Äthiopien gewesen sei. Und das Folgende wird die muslimischen Leser meines Blogs möglicherweise freuen – sie berichtete, dass sie ihre Heimat kaum mehr wieder erkannt hat: In jedem Dorf stand mindestens eine Moschee. In manchen sogar vier. Und wenn sie mit manchen konvertierten Bekannten gesprochen habe, seien sie ihr gegenüber so aggressiv geworden, dass sie keine Lust mehr gehabt habe, mit ihnen zu sprechen. Sie fragt sich: Woher haben die Menschen dort auf einmal so viel Geld, dass sie sich Moscheen leisten können? Warum bauen sie von dem Geld nicht Krankenhäuser, Sozialstationen, Schulen, echte Schulen?

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Nahtod-Erfahrung und Welt-Interpretation

Nahtoderfahrung – Körper eigene Drogen werden ausgeschüttet. Soweit meines Wissens der Stand der Forschung.

Aber wer bin ich, dass ich Menschen, die diese Erfahrung gemacht haben, absprechen möchte, sie gemacht zu haben? Ich denke da an den Psychologen, der vor einer solchen Erfahrung Nahtod-Fragen rational interpretiert hat – und nach einer solchen Erfahrung ein völlig anderer Mensch war. Ich habe leider seinen Namen vergessen. Er war irgendwann mal Thema im Blog.

Vielleicht handelt ja Gott gnädig durch diese Erfahrungen, er als derjenige, der seiner Kreatur diese Möglichkeiten gegeben hat, das Sterben zu ertragen, es anders zu sehen. Sicher, manche haben auch schlimme Erfahrungen und Kämpfe in dieser Vortodesphase; zudem: Die Erfahrungen innerhalb der Religionen unterscheiden sich. Warum Letztgenanntes auch nicht? Das gehört mit zur Schöpfergüte Gottes. Wie die negativen Erfahrungen zu deuten sind, als Grundlage der Fegefeuer/Höllenangst – wer weiß das alles schon.

Wenn wir beginnen, solche Erfahrungen zu negieren, die ein Teil der Menschen geworden sind, können wir anfangen, sämtliche Erfahrungen als subjektiv, als irreal zu interpretieren. Es gibt dann keine handfesten Erfahrungen mehr, weil der Mensch sich nie sicher sein kann, ob das nun eine Hirnkapriole ist oder Realität. Damit haben wir ja grundsätzlich zu kämpfen, weil wir inzwischen wissen, dass Welt-Interpretation eben Interpretation ist. Die Kommunikation ermöglicht dann eine gewisse gemeinsame Basis der Welt-Interpretation zu schaffen – und das nennt man dann Kultur. Andere Kulturen haben eine andere Welt-Interpretation – die in manchen Bereichen mit der anderen eng zusammenpasst, in manchen eben nicht. Weil Welt interpretiert wird durch viele einzelne subjektive Hirne, kann man sich in gewisser Weise sicher sein, wie die Welt tickt. Zumindest in dem jeweils kulturellen Rahmen. In diesem Zusammenhang muss man dann sagen, dass religiöse Menschen eine andere Sicht auf die Welt haben als areligiöse Menschen. Von daher ist die Kommunikation mit Menschen aus anderen Religionen oft einfacher als mit Atheisten, weil man eine gemeinsame Basis hat.

Zurück zum Thema: Ich denke da an das, was mit einem Menschen beim Aufwachen aus einer Narkose passieren kann: Er ist in einer anderen Welt – vielleicht auch in einer Welt, die er einmal erlebte, vielleicht auch eine ganz neue Welt, die auf einmal wieder so real wird, eine wunderschöne Welt, aus der man gar nicht mehr erwachen möchte und wenn man dann aus ihr erwacht, den Eindruck hat, dass die reale Welt eine irreale Welt ist, eine grausame. Zumindest grau neben der bunten Erfahrung dieser Welt in der Narkose. Menschen haben dann die Schwierigkeit, langsam wieder zu erarbeiten, was auf einer anderen Ebene real ist – die graue Welt des Krankenhauses – nicht die Welt, die man im Kontext der Narkose erfahren hat. Erfahren hat! Diese Erfahrung wird Teil des Lebens. Warum sollte man sein Hirn, das einem diese Erfahrungen ermöglicht, bekämpfen? Diese Erfahrung wird Teil des Menschen, auch dann, wenn er sie säkular-wissenschaftlich richtig einordnen kann.

Und dieses flexible Hirn verwendet Gott, um sich selbst bemerkbar zu machen. Man kann sagen: Papperlapapp – eine irreale Welt, Vorspiegelungen eines erregten Hirnlappens, ein von Drogen aufgepumptes Hirn, man kann es deuten, muss es sogar säkular deuten bzw. säkular zu deuten versuchen – als Forscher. Aber: Diese säkulare Deutung ist nur eine der Möglichkeiten – und für das Individuum vielleicht sogar eine irrelevante Möglichkeit, weil sie sein eigenes Leben in einer Dimension prägte, die es vorher nicht gekannt hat. Das Hirn ist so flexibel, vielleicht darum, weil der Schöpfer ihm diese Flexibilität gegeben hat, damit es so flexibel ist, auch seine Anrede, Ansprüche und Einsprüche wahrnehmen zu können – die man dann Glauben nennt.

Ich lerne als Glaubender, die Welt nicht eindimensional zu interpretieren.

Aber das ist auch außerhalb des Glaubens möglich, von daher macht der Glaube hier keine Ausnahme. Zum Beispiel: Welche Hormone werden ausgeschüttet, wenn man einen Menschen liebt. Liebe – einfach nur ein bestimmter Hormoncocktail. Dann macht man die Erfahrung der Liebe – sie ist real. Hormone hin, Hormone her. Diese Welt ist real, sie bereichert das Leben ungemein, sie bereichert das Leben so sehr, dass sie bedichtet und besungen wird. Dabei ist sie für die Zeugung von Nachkommen nicht einmal wichtig. Sex funktioniert auch ohne Liebe. Nachkommen können auch ohne Liebe aufgezogen werden usw. usw. Wir haben hier eine ungemein wichtige Parallelwelt – die pragmatisch gesehen völlig unwichtig ist. Die Tiere zeigen das. Aus dieser Perspektive ist die Welt auch nicht einseitig säkular-wissenschaftlich zu interpretieren. Erfahrungen dieser Art heben die Hormon-Welt auf eine andere Ebene.

Manche Menschen machen diese Erfahrungen nicht. Säkular gesprochen: Weil hormonell manches außer Gleichgewicht geraten ist. Was ist nun natürlich? Was ist normal? Und das auf den Glauben bezogen – warum will man dem Glauben absprechen, Teil des normalen Lebens zu sein? Es gibt Normalität auf einer breiten Ebene. Warum versucht man ihn psychisch, hormonell usw. zu erklären? Nicht zu glauben ist ebenso psychisch, hormonell usw. zu erklären. Dimensionen des Lebens anerkennen – auch wenn man bestimmte Erfahrungen nicht gemacht hat, das ist eine Errungenschaft, die man nicht aufs Spiel setzen sollte durch Engstirnigkeit und Rechthaberei, die übrigens auch psychisch, hormonell, kulturell bestimmt sind.

Zuletzt: Und wenn man dann die Liebe auch noch mit dem Glauben verbindet! Es tun sich neue Dimensionen auf, auch des Verstehens Gottes, der Liebe ist und Menschen mit Glauben beschenken möchte.

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