Haben Tiere Würde?

Der Begriff „Würde“ setzt den Menschen voraus. Der Mensch hat Würde. Er hat „Würde“, weil er sich vom Tier unterscheidet: Er ist ein handelndes Wesen, das bewusst handelt, dass sein Handeln moralisch einordnen kann, das sich in Zeit (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und Raum verorten kann, Verstand und Vernunft hat… Das kann ein Tier nicht – ohne Menschen als bewusst verantwortlich handelndes Wesen gäbe es im Tierreich den Begriff und die Vorstellung von Würde nicht. Das können auch Ungeborene, Säuglinge und andere nicht. Aber sie haben Würde, weil sie der Gattung Mensch zugehören. Aus christlicher Sicht: Der Mensch ist Ebenbild Gottes als Mensch – Gott wurde in Jesus Christus Mensch. Damit hat jeder Mensch Würde.

Beim Tier sind weder die säkularen noch die religiösen Begründungen gegeben. Von daher ist der Umgang mit Tieren nicht davon geprägt, dass das Tier Würde hat – Würde, wie sie der Mensch hat – sondern die Sicht des Menschen ist auch hier dominant: Ein Mensch, der mit dem Tier nicht als Mitgeschöpf umgeht, es also quält, handelt selbst unwürdig. An ihm wird deutlich, dass er die Würde, die ihm gegeben ist, nicht verantwortlich umsetzt, seine Würde ist durch die Sünde verzerrt. Er verletzt seine eigene Würde, indem er Mitgeschöpfe misshandelt.

Diese Sicht ist wichtig, weil wir Menschen wohl Tiere züchten könnten, die keine Schmerzen verspüren – von daher könnten wir mit ihnen machen, was wir wollen. Aber: Dieses Argument zählt dann nicht mehr, wenn wie oben geschrieben, der Mensch darin seine Selbstentwürdigung zur Schau stellt, wenn er Tiere als Mitgeschöpfe misshandelt. Und das tun wir im Augenblick als Gattung wohl mehr – zumindest von der Quantität her – mehr als jemals zuvor.

Das Tier bleibt Tier. Wir Menschen benutzen Tiere. Wenn wir Menschen kein Eigennutz an Tieren hätten, gäbe es auch kaum noch welche (zumindest von der größeren Art – Insekten und Ratten… ausgenommen) – außer in ein paar Reservaten: Rinder, Pferde, Schweine, Katzen, Hunde… Indem wir sie züchten und verwenden, geben wir ihnen erst Lebensmöglichkeit. Wenn wir nicht würdelos handeln wollen bzw. selbstentwürdigend, dann muss den Tieren auch ein angemessener Lebensraum zur Verfügung gestellt werden. Als Mensch – als Gattung – kann man nicht akzeptieren, wenn Individuen unangemessen mit Tieren umgehen. Religiös gesprochen: Sie sind wie der Mensch Teil der Schöpfung – und er hat so gut er kann, gut mit der Schöpfung umzugehen. Was das allerdings heißt, muss in den Gesellschaften immer wieder neu ausgehandelt werden.

Das Tier bleibt Tier – und der Mensch kann von ihm sehr viel lernen – aber erst, wenn er es auch auf seine Weise geachtet wird. Wie in allen Fragen (Frieden, Opfer, Menschenrechte…) stehen wir Menschen in einem Prozess, der nicht zuletzt mit dem Apostel Paulus erkennen lernt: Alle Kreatur, alle Schöpfung ängstigt sich, wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem Gott sich durchsetzen wird (Römer 8,22). es ist also mehr im Tier als einfach nur sein Tiersein. Es ist Geschöpf Gottes. Hat wie der Mensch aus Gott heraus seinen Ursprung. Entsprechend hat der mensch auch sorgsam mit ihm umzugehen.

Statt von Tier-Würde sollte man also eher von Tier-Wohl sprechen: Tiere haben keine Würde – es geht um das Tier-Wohl, für das der Mensch verantwortlich ist, wenn er Tiere unter seiner Obhut hat.

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Leuten weh tun

Im Zusammenhang mit der Klimapolitik sagte ein junger Politiker – ich erwähne keinen Namen und auch keine Partei:

Man müsste sich auch mal trauen, Politik zu machen, die Leuten weh tut.

Ich empfinde eine solche Aussage als ideologische Arroganz. Man muss die Leute zu ihrem Glück zwingen. Und wenn sie nicht erkannt haben, dass es ihr Glück ist – ich weiß es…

Solche Menschen kann man doch nur wählen, wenn man äußerst masochistisch veranlagt ist.

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Kritik an Justiz + Kritik an Berliner Verwaltung + Kritik an Kritik

Die Justiz hat sich an Gesetze zu halten. Aber Kritik an ihr darf nicht verboten werden. Empörung, an der Kritik, wie man lesen kann, ist selbst empörend. Justiz ist genau so wenig sakrosankt in einer demokratischen Gesellschaft wie alle anderen Institutionen. Die Politik ist dafür verantwortlich, wenn Gesetze von den Menschen im Land nicht mehr akzeptiert werden, da nachzujustieren. Das kann die Justiz und darf sie nicht leisten. Aber auch Gerichtsurteile müssen diskutiert werden dürfen. Übrigens. Wer fragt in einer Demokratie danach, ob man etwas kritisieren „darf“? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fall-sami-a-cdu-und-fdp-in-nrw-und-horst-seehofer-unter-druck-a-1223437.html

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Berliner Venezuela Luft: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/berlin-das-venezuela-deutschlands-kolumne-a-1223458.html

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Warum sollte man Kritik nicht kritisieren dürfen? Wenn sie undifferenziert ist? Man muss nicht alles auf sich sitzen lassen. Und wenn jemand einem anderen oder der Gesellschaft vorwirft, rassistisch zu sein, dann muss dieser Vorwurf überprüft und Konsequenzen müssen gezogen werden – aber auch die Kritik kritisiert werden, wenn sie undifferenziert daher kommt bzw. auch nicht richtig ist. Das gilt vor allem dann, wenn undifferenzierte Kritik dazu führen kann, wie ein solcher Vorwurf, Rassist zu sein, dass ein Mensch sozial zerstört wird: http://www.spiegel.de/sport/fussball/rassismus-keule-und-andere-sprechverbote-toni-kroos-und-mesut-oezil-a-1223549.html

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