Paul Gerhardt: O Haupt voll Blut und Wunden

Ich habe bislang zur Erinnerung an Paul Gerhardt, der vor 350 Jahren gestorben ist, ein paar Lieder angedacht: https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/09/albern/ („Ich hab oft bei mir selbst gedacht“ und „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“); https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/08/ich-singe-dir/ („Ich singe dir mit Herz und Mund“); https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/07/befiehl-du-deine-wege/ („Befiehl du deine Wege“). https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/10/geh-aus-mein-herz-und-suche-freud-2/ („Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ – EG 503).

Das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden (EG 85) beginnt:

O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret:
gegrüßet seist du mir!

Mit diesem Lied überträgt Paul Gerhardt ein Lied aus dem 13. Jahrhundert. Arnulf von Löwen hat es vermutlich gedichtet. Im Mittelalter haben glaubende Mystiker ein Bild des gekreuzigten Jesus vor Augen gehabt und darüber meditiert, darüber nachgedacht, sich in das Leiden hineingefühlt. In der ersten Strophe wird geschildert, wie der Glaubende zu dem gekreuzigten Jesus kommt und ihn anspricht, ihn grüßt. Der Mensch Gottes, Gott selbst, der König der Welt, wurde an das Kreuz gehängt und gefoltert. Dass Jesus Christus der Herr der Welt ist, wird in der 2. Strophe vertieft – gleichzeitig wird sein Leiden als Kontrast dazu geschildert. Die Beschreibung geht in der Strophe 3 weiter. Ab der 4. Strophe wird das Sterben Jesu mit dem Leben des Dichters verbunden. Warum leidet Jesus, der mir so viel gegeben hat? Um meinetwillen. Ein wunderbarer Tausch: Christus nimmt die Strafe auf sich, die mich treffen müsste. Am liebsten würde der Dichter jedoch an der Stelle Jesu für seine eigenen Sünden sterben.

Es dient zu meinen Freuden
und tut mir herzlich wohl,
wenn ich in deinem Leiden,
mein Heil, mich finden soll.
Ach möcht ich, o mein Leben,
an deinem Kreuze hier
mein Leben von mir geben,
wie wohl geschähe mir!

Damit greift der Dichter etwas auf, was bis heute die Gemüter erregt, weil der Ansatz fremd erscheint: Ich möchte nicht, dass ein anderer für mich stirbt. Ich stehe für mich selbst ein. Ich benötige kein stellvertretendes Opfer. Ich bin stark genug, den Tod selbst zu ertragen. Ich stehe im Mittelpunkt. Das Sterben eines anderen für mich wird als Demütigung erfahren. Der Dichter hat aber eine andere Intention: Er hat Mitleid mit Jesus. Es tut ihm Leid, dass Jesus an seiner Stelle so sehr leiden muss – am liebsten würde er selbst dort mit Christus hängen. Während der moderne Mensch den stellvertretenden Kreuzestod ablehnt, weil er autonom sein will, und meint, stark zu sein, spielt in der christlichen Tradition das Mitleid mit Jesus eine große Rolle. Und aus dem Mitleid erwächst Hingabe: Ich gebe mich Jesus Christus hin. Weil Jesus mir so viel gegeben hat, möchte ich auch in seinem Sterben bei ihm sein, möchte ihn nach seinem Sterben umarmen. Aber wichtiger ist nun die Treue zu Jesus. Eine so große Treue, die dazu führt im Tod in Christus eingebettet zu sein.

Die beiden letzten Strophen gehen auf das eigene Sterben ein. Sie sprechen den auferstandenen Jesus Christus an, den Lebendigen, den, der durch den Tod wieder seine Stelle als liebender Herrscher eingenommen hat:

Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

In meiner Todesnot auf den leidenden und sterbenden Jesus Christus blicken, hat zweierlei Folgen: Er reißt mich aus meiner Angst und Pein – und: ich will ihn glaubensvoll an mein Herz drücken.

Das Lied spricht ein ganz inniges Verhältnis Glaubender zu dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus aus. Ich möchte den gestorbenen Gekreuzigten an mein Herz drücken – aber ich werde den auferstandenen Jesus Christus an mein Herz drücken. Ich kann das, weil mich durch das Sterben Jesu nicht mehr ein Gericht erwartet, sondern die Liebe Gottes. Dieses Wissen erleichtert mein Sterben. Ich werde erwartet von dem, den ich erwarte.

*

Wenn wir nun daran denken, dass die Eltern von Paul Gerhardt gestorben sind, als er Jugendlicher war, dass seine Kinder und seine Frau gestorben sind, bekommt das Lied noch einmal eine ganz andere Intention. Zudem sah er durch den Dreißigjährigen Krieg qualvolles Sterben und Tod vieler Menschen. Mit dem Krieg gingen Hungersnöte, Seuchen, Plünderungen und kriminelle Handlungen einher. Verwahrloste Menschen waren an der Tagesordnung, die anderen das Leben zur Hölle machten. Todesangst war für ihn und seine Zeitgenossen nichts Theoretisches. Und so hat er sich und seine Zeit in dem Gedicht von Arnulf von Löwen wiedergefunden. Diesen Text hat er dann ins Deutsche übertragen, damit die Menschen einen Halt bekommen. Es ist Überlebenslyrik. Es ist ein Lied über das Sterben, damit das Leben getrost gelebt werden kann.

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Provokation zum Tag + Duelle, Prügeleien – heute: Messerstecherei + Nordirland + „Geduld am Ende“ + Autogrammkarte statt Entschuldigung / Grüne Klohäuschen + RassismusKarte + Reformtreffen + Migrationspolitik / Wirtschaftspolitik + Niedersachsen: 10 Millionen + Infos aus Israel + Asoziale Energiewende + Poschardt: Bückbürgertum

Provokation zum Tag

Duelle, Prügeleien, heute: Messerstechereien

Das Studentenleben hat schon viele Zeiten durchgemacht. Ein großes Lotterleben mit Saufereien, Prügeleien – nun denn. Und heute schienen Messerstecher auch unter Studenten zu sein. Bei Messerstecherei ist freilich etwas verschoben: Einer wird mit einer Waffe angegriffen und ist wehrlos.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.n-tv.de/regionales/nordrhein-westfalen/Messerstecherei-unter-Studenten-26-Jaehriger-schwer-verletzt-id30947295.html

Nordirland

Viele Iren lassen sich nicht alles gefallen. Und so ist das passiert, vor dem seit Jahren in Europa gewarnt wird: Eine falsche Migrationspolitik führt dazu, dass auch unschuldige Migranten in den Fokus von Mob-Gewalttätern geraten können. Das kommt wie nach Sonnenschein der Regen. Das ist soziopsychologisch einfach klar. Warum? Weil das Papierchen zwischen menschlich zivilisiertem und dem archaisch unkontrolliertem Verhalten sehr dünn ist. Aber dennoch haben die Regierungen in Europa so getan, als würden die alten psychischen Strukturen durch ihre propagandistisch-ideologische Verhaltensweise außer Kraft gesetzt werden. Das funktioniert nicht. In manchen Ländern kippt es früher, in manchen später. Vor allem auch dann, wenn Verarmung und Arbeitslosigkeit / Langeweile vorangeht. Die Politiker, die für die kolossale falsche Migrationspolitik verantwortlich sind, die müssten auch zur Rechenschaft gezogen werden wegen Schädigung des Zusammenlebens, der Förderung von Hass und Hetze (eine beliebte Alliteration, die Menschen eher verstehen, die propagandistisch weichgespült wurden). Immer wieder wurde davor gewarnt. Aber ideologische Hirne sind verblöendet.

Eine vernünftige Migrationspolitik bietet auch Migranten Sicherheit – auf allen Gebieten: Pfercht sie nicht in Migrantenheime ein, schiebt sie nicht in Migrantenstadtteile ab, sondern fördert die Integration, schützt auch Migranten vor Migranten.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.spiegel.de/ausland/belfast-nach-messer-angriff-eskalieren-rassistische-ausschreitungen-a-5d5928c2-beaa-4c89-b26f-f52ac6b2fdd1

„Geduld am Ende“

Merz meint, seine Geduld mit den SPDlern sei am Ende. Tja, das mag er sagen, aber die sitzen dennoch am längeren Hebel, weil er sich selbst durch die dämliche Brandmauer in deren Hände begeben hat.

Übrigens geht es ihm wie der Bevölkerung. deren Geduld mit der Regierung ist auch am Ende. Aber sie können im Grunde nichts machen, außer reden – wie Merz.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a2835b72f1d399245058174/vor-koalitionsgipfel-meine-geduld-mit-den-sozialdemokraten-ist-am-ende-merz-erhoeht-druck-auf-spd.html

Autogrammkarte statt Entschuldigung / Grüne Klohäuschen

Das sagt so viel aus über diese Regierung. Da bekommt eine Frau, die vom BuKa angeblafft wurde, weil sie richtig geredet hat, keine Entschuldigung von ihm, sondern eine Autogrammkarte. Wo kämen wir denn dahin, wenn ein BuKa sich entschuldigen würde. Dafür soll sie doch zufrieden und dankbar sein, dass sie eine Autogrammkarte bekommen hat. Wer verschickt Autogrammkarten normalerweise?

Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/nachrichten/friedrich-merz-schickt-autogrammkarte-statt-entschuldigung-an-krebspatientin

Es geht um Baerbocks Klohäuschen, die sie in Nigeria errichten wollte (- sag ich mal so keck. Aber ich denke, jeder weiß, worum es geht.) Und auch das ist kennzeichnend für diese Regierenden, ob sie nun in der Opposition sind oder nicht: Sie kapieren einfach nicht – oder wollen es nicht öffentlich zugeben, wenn sie vollkommen daneben liegen mit ihrer Arroganz. Ich denke, daran krankt es den Hochwohlgewählten unserer Zeit: an Demut.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/ist-doch-nicht-unser-ernst-als-der-grnen-fraktionsvize-baerbocks-feministische-auenpolitik-verteidigt-reagiert-lanz-emprt/

RassismusKarte

Wenn die RassismusKrate gezogen wird, um einen, der eine kriminelle Handlung begangen hat, wird das äußerst schlimme Verhalten des Rassismus missbraucht, instrumentalisiert, um Menschen, die sich unmenschlich verhalten haben, freizupressen. Freipressen darum, weil im Gegenüber ein schlechtes Gewissen hervorgerufen werden soll.

Leider kann Kriminellen und ihren Anhängern nicht verboten werden, die RassismusKarte zu ziehen. Aber Menschen können auf der Hut sein, um nicht hereinzufallen bzw. sich deswegen ein schlechtes Gewissen machen lassen.

Was ich durch diese Instrumentalisierung und Missbrauch des Rassismusvorwurfs vor allem ärgert: Wenn jemand wirklich rassistisch beleidigt, beurteilt wurde, er dann klagt, wird erst einmal nachgedacht: Ist da wirklich was dran? Und das ist die Folge solchen Missbrauchs und der Instrumentalisierung.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/18-jaehriger-afroamerikaner-der-weissen-erstochen-hatte-zu-35-jahren-haft-verurteilt-fall-loeste-rassismus-debatte-aus/

Reformtreffen

Aber das war schon vor Tagen klar: Das Treffen dient dazu, zu sagen: Wir haben uns getroffen, wir haben mit den betroffenen diskutiert – und entschieden wird, was schon längst von der SPD mit zögernder Zustimmung der CDU beschlossen wurde.

Es wäre wirklich hervorragend, wenn dem nicht so wäre.

Wer hat eigentlich die Fragen gestellt? Waren es Experten – waren es gutmeinende Laien?

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=buDqWXfwZwA

Migrationspolitik / Wirtschaftspolitik

Nena Brockhaus gibt eine wichtige Vorlage über die Probleme, die die Migrationspolitik mit sich bringt – und Kinder können das nicht auffangen. Sie sind Verlierer der Zukunft. Dann wird über Kids und Digitales gesprochen, über Föderalismus – alles wichtige Themen, vor allem aus meiner Sicht fehlt jedoch: Schulen müssen umstrukturiert werden, damit die Willigen nicht runtergezogen werden. Ich befürchte jedoch, wenn man an den Föderalismus geht, keinem Kind geholfen wird, weil es Jahrhunderte dauert, bis man zu einem Ergebnis gekommen ist.

Natürlich geht es mit Blick auf den Föderalismus um Machtfragen und Postengeschacher. Aber: Ich denke, wir sollten froh sein über den Föderalismus – wenn er wirklich frei ist. Wenn die Regierung in Berlin einfach so durchregieren könnte, würde das leicht zu einem Unheil führen – da hat eine Mitsprecherin vollkommen Recht. Aber inzwischen ist nicht mehr die Regierung die, die ihre Finger unerlaubt überall reinsteckt, sondern die EU kommt noch dazu, weil sie von den Berliner Regierenden nicht auf die Finger geklopft bekommt. Ob Bildung nicht föderal gestaltet werden muss, ist freilich eine andere Sache. Aber es sind die Nachteile zu bedenken.

Zurück zum Migrationsthema: Es fehlt Personalausstattung und Ausstattung der Schulen, die selbstverantwortlich schauen sollen, wie sie das Problem in den Griff bekommen. Das wird kurz angesprochen – und zack kommt wieder ein Einwand, das nächste Thema: Finanzierung der Kommunen. Und weiter geht´s zum Thema Sommerpause der Regierung und der Parlamente. Das denke ich auch, dass Merz weiß, was richtig wäre, es aber mit der SPD nicht umsetzen kann. Aber mein Problem mit Merz: Warum fesselt er sich selbst mit der Brandmauer.

Der Sternmensch ist sonderbar, weil er dann auf grüne Energie beharrt und auf Trump und die Sozialreformen nicht für sinnvoll hält. Und dann kommt wieder der Grün-Linke heraus. Er boykottiert das Thema durch links-grüne Allgemeinplätze, wie er das Thema Migrationspolitik boykottierte. Dass wir mehr arbeiten müssen, wie die Chinesen, dass Sozialreformen unbedingt notwendig sind, damit Menschen in Arbeit gehen.

Ich finde das Thema spannend. Vor allem darum, was leider wegen eines Feueralarms im Studio nicht angesprochen werden konnte:

Wir in Deutschland haben hart gearbeitet. Dann wurden die Maschinen erfunden, die Geld verdienten – und das harte Arbeiten auf vielen Ebenen nicht mehr priorisieren ließ. Geld floss. Inzwischen gibt es andere Staaten: die arbeiten hart und haben die Maschinen. Das bedeutet für unser Land, dass die anderen uns überholen können. Und wenn die anderen uns überholen, sinken wir immer weiter herab bis dahin, dass wir auch politisch weltweit nichts mehr zu sagen haben. Was für die Menschenrechte nicht unbedingt von Vorteil ist.

Und da setzt aus meiner Sicht wieder die Bildung an. Wir haben nicht so viel Arbeitsplätze für Ungebildete. Wir benötigen unbedingt umfassend gebildete Menschen, damit diese auch in Bereichen arbeiten können, in denen Bildung unser Land weiterbringt. Polit(N)GOs sind es nicht, die das Land weiterbringen. An dieser Stelle wird die Migrationspolitik wieder wichtig. Wenn diejenigen, die zu uns gekommen sind, nicht integriert sind und fleißig mitarbeiten können, dann wird es nichts. Es ist rühmend hervorzuheben, dass wir Zugereiste haben, die unser Land mit voranbringen. Aber es sind zu viele, die gepampert werden. Die sind nicht unbedingt daran Schuld – es sind die politischen Rahmenbedingungen.

*

Alter schützt vor Beschränktheit nicht.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=buDqWXfwZwA

Niedersachsen: 10 Millionen

Niedersachsen: Das ist groß. Bayern muss nicht für sich werben. Lustig. Die Länder setzen eben Prioritäten, wenn es ums Geld ausgeben geht. Was sind schon 10 Millionen – ist ja eh Steuergeld (wahrscheinlich kommt, wie bei Hessen bald wieder ein 10 Millionen plus…).

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=L-rq5yoMbws

Infos aus Israel

Hier: https://www.youtube.com/watch?v=9y6KvyXkhz8 (Auch das Thema Iran: Ich finde es so krass, wie schamlos der Iran verkündet, den Libanon zu beherrschen, wenn er auf Israel Raketen schießt, weil die Hisbollah angegriffen wird. Aber damit lassen sie die Katze aus dem sack – eigentlich müsste jeder Hisbollah Fan erkennen, was da passiert. Aber Ideologen sind eben verblendet.) Als Info auch ein Terrorakt in Israel und dass Frankreich Israel von der Waffenmesse ausschließt. Aber ich vermute, Israel braucht das nicht, um den Waffenexport zu forcieren. Das heißt aber nicht, dass das gut ist, im Gegenteil, es beschwingt die Israelhasser.

Asoziale Energiewende

Über die Energiewende – Steuer- und anderes Geld verwirbelt im Wind – zum Schornstein rausgepustet kann man ja nicht mehr sagen: https://www.youtube.com/watch?v=zSkRdR0WaqI

Poschardt: Bückbürgertum

Zu seinem Buch: https://www.youtube.com/watch?v=HwHa6WSRS3c

Jetzt lassen sich Bückbürger von einer Minderheit am Ring durch die Manege führen, so eine Gesprächsteilnehmerin, Janna Ensthaler. Wir können nicht mehr auf die Politik warten. Sie hat recht. Das schrieb ich auch: Sein Ding durchziehen – wie auch immer die Politik agiert und agitiert. Aber das Problem: Die überziehen alles mit so heftigen Sanktionen, sie werfen Knüppel zwischen die Beine, sie fesseln mit ihrem Bürokratismus. Sodass es großen Mut aller erfordert, sich, was auch immer diese Politiker aushandeln, eigenverantwortlich und selbständig zu handeln. In der Diskussion spricht Philipp Jessen von einem SocialMedia Mob, der versucht, Unternehmen und andere einzuschüchtern, die gar nichts mit den Firmen zu tun haben – einfach, um es mit eigenen Aussagen zu sagen: Lust am Herummobben und Einschüchtern hatten. Manche ließen sich davon wirklich beeindrucken. Poschardt weist darauf hin, dass es auch immer hellsichtige Mahner gab. Genau, das finde ich auch: Kein Bückbürger ist zurzeit Manuel Ostermann.

Ich könnte noch eine Menge dazuzählen. Auf TikTok finde ich viele mutige Personen, so Deniz Karabag, Osus TV (André Mörker), mit Blick auf Politik, viele Menschen, die bestimmte Themen ansprechen, die als Christen aus Ländern mit islamisch(tisch)en Druck kamen und hier Tacheles reden. Ich freue mich über jede neue Entdeckung – auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was und wie sie es sagen. Aber das sind keine Bückbürger, sondern Menschen, die verantwortlich und mit Rückgrat ihre Meinung kundtun. Immer wieder tauchen auch einzelne Namen mutiger Personen auf aus Parteien – auch aus den Parteien, die man im Grunde als Sammlung von Bückbürgern abgeschrieben hat. Wie steht es um die Kirchen, Christen, die eigentlich als durch Christus befreite Menschen vom Bückbürgertum nichts an sich haben sollten? „Ich frag ja nur!“

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Maler 59/60: Nathalie Picoulet und Vittorio Dangelico (Vidan)

Mir wurden folgende Malerin und folgender Maler vom Youtube-Algorithmus empfohlen: Nathalie Picoulet und Vittorio Dangelico. Ich nehme sie auf, nachdem ich mich in den letzten Tagen eher mit „schwerer“ Kunst beschäftigt habe: Daumier, Rouault, Sickert.

Ich frage in meinen Darlegungen, warum malt der Künstler gerade das, was er malt, was kann das mit seiner Zeit zu tun haben? Was setzt er ins rechte Licht, was hebt er hervor?

Spannende Fragen, die auch diese Malerin betrifft oder den Maler. Was sagt das über unsere Zeit aus, dass sie das malen, was sie malen, und dass sie es auf diese Weise malen? Es könnte an dieser Stelle auch über diese Kunstwerke im Vergleich zur abstrakten Kunst nachgedacht werden, was ich aber nicht tun möchte.

Ich will nicht viel zu den Gemälden schreiben, nur auf ein paar Aspekte hinweisen: Von manchen Bildern, gerade denen von Picoulet, geht eine große Ruhe aus – eine Ruhe, die aus Einfachheit und Würde erwächst. Anders die Bilder von Vidan, die eher südliche Sommerlust – nicht nur bloße Leichtigkeit – triggern.

Hervorzuheben sind beide, Künstlerin und Künstler, weil diese Bilder Schönheit feiern, was heute bekanntlich nicht unbedingt überall selbstverständlich ist. Schönheit als Schönheit stehen lassen, auch schöne Gefühle zulassen, anerkennen: Das strahlen für mich diese Bilder aus. In diesem Sinn scheinen mir die Bilder gegen einen bestimmten elitären Strom unserer Zeit zu schwimmen.

Aber gleichzeitig scheint mir die Schönheit auch verletzlich zu sein. Schönheit wird auch in unserer Zeit dadurch verletzt, indem sie negiert, geringgeschätzt, pauschal als Kitsch bzw. banal abgewertet. Schönheit in der Kunst darzustellen ist keineswegs banal: Menschen reagieren auf Schönheit ganz natürlich. Durch das Betrachten von Schönheit werden Dopamin, Endorphine, Oxytocin freigesetzt – oder wie auch immer man den Hormoncocktail bezeichnen möchte. Irgendwo habe ich mal das Wort Neuroästhetik gelesen. Mal nachsehen, was Wikipedia dazu schreibt: Ich weise hier lediglich darauf hin: https://de.wikipedia.org/wiki/Neuro%C3%A4sthetik

Ein Kampf gegen das natürliche Schönheitsempfinden ist im Grunde ein ideologischer Kampf gegen das, was „bio-psychologisch“ ganz normal ist. Von daher ist sich vergleichender Neid unangebracht, weil jeder „bio-psychologisch“ von der Schönheit anderer profitiert.

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Paul Gerhardt: Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Ich habe bislang zur Erinnerung an Paul Gerhardt, der vor 350 Jahren gestorben ist, ein paar Lieder angedacht: https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/09/albern/ („Ich hab oft bei mir selbst gedacht“ und „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“); https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/08/ich-singe-dir/ („Ich singe dir mit Herz und Mund“); https://blog.wolfgangfenske.de/2026/06/07/befiehl-du-deine-wege/ („Befiehl du deine Wege“). Heute möchte ich das Lied andenken: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (EG 503).

Dieses wunderbare Lied, „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, dessen Text und Melodie wunderbar zusammen gehören, beginnt mit der Strophe (zitiert nach Wikipedia):

1. Geh aus / mein hertz / und suche freud
In dieser lieben sommerzeit
An deines Gottes gaben:
Schau an der schönen gärten zier
Und siehe / wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben.

Paul Gerhardt lebte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Auch nach dem Krieg war das Leben in Dörfern und Städten vielfach zerstört. Marodierende Banden, Hunger, Seuchen, Verwahrlosungen haben die Blicke der Menschen gefesselt. Mit der ersten Strophe fordert Paul Gerhardt sein Herz auf, nicht an diesen und anderen Übeln hängen zu bleiben, sondern hinauszugehen, die Schönheit anzusehen. Die Gärten, die gesamte Natur hat sich nach dem Winter geschmückt. In den Strophen 2-7 beschreibt er seinem Herzen die rauschende, klingende, summende – und auch des Menschen jauchzende Welt. Die Schöpfung wird hier zum Animateur, zum Anstifter der Freude.

All das, was er wahrnimmt, animiert ihn selbst zu singen:

8. Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

Weil alles klingt, summt, singt, beginnt nun nach dem Beschreiben des Gesehenen und Gehörten, das Herz selbst zu singen. Das alles, was da klingt, summt, singt, entspringt Gottes großem Tun. Es klingt, summt, singt nicht aus sich heraus, sondern weil Gott dahintersteht. Und weil Gott dahintersteht, werden alle Sinne wach: die Augen, das Gehör, der Mund – aber auch die Nase, das Fühlen. Alles bringt mich in Bewegung, das überschäumende Leben lässt mich sozusagen mitvibrieren. So macht mein Herz mit – und ich unterdrücke das nicht. Ich lasse meinem fröhlichen Herzen einfach freien Lauf.

Die Strophen 9-11 weisen darauf hin, dass es im Garten Gottes, dem Paradies noch viel, viel schöner sein wird. Aber noch bin ich nicht da, sondern auf der Erde. Und so schreibt er in der 12. Strophe, dass er auch hier auf der Erde singen, Gott loben möchte, auch wenn das Leben schwerfällt:

12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
hier trage dieses Leibes Joch,
auch nicht gar stille schweigen;
mein Herze soll sich fort und fort
an diesem und an allem Ort
zu deinem Lobe neigen.

Aber das geht nur mit Gottes Hilfe. Und so bittet er in der 13. Strophe um Gottes Geist, dass er helfe, in meinem Lebensgarten gute Früchte zu bringen, das heißt, gute Werke zu tun, dem anderen Menschen zu helfen. Er führt das nicht aus, weil er weiß: Im Grunde des Herzens wissen alle, was das bedeutet, gute Glaubensfrüchte zu bringen.

Die Bitte geht in Strophe 14 weiter:

14. Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Er bittet darum, ein guter Baum zu werden – aber bis es so weit ist, möchte er in Gottes Garten eine schöne Blume bleiben, und zwar zu Gottes Ruhm. Er bittet nicht darum, Gottes schöne Blume zu werden – denn die ist er schon. Bis er, so schließt er in der 15. Strophe, von Gott in das Paradies geholt wird, um Gott ewig zu rühmen, ihm zu dienen.

*

Wir können sehen lernen. In allem Leiden, in allen Sorgen, angesichts aller Schmerzen können wir sehen lernen. Gott gibt so viel Schönes. Der Verstand muss jedoch das Gesehene dem Gefühl, der Seele, dem Herzen vermitteln: „Schau, mein Herz, lass dich von den Sorgen, Schmerzen, den Leiden nicht fesseln. Geh aus deiner Verkrümmung im Negativen, im Traurigen hinaus und sieh, wie wunderbar alles ist.“ Wenn wir dem Herzen das vermitteln, dann beginnt es ganz von selbst Gott zu loben, weil es erkennt: Die Welt besteht nicht nur aus Leiden, Sorgen, Schmerzen.

Paul Gerhardt lässt den Blick aber noch weiterschweifen. Nicht die Erde ist es, auch nicht die Schönheit der Erde ist es, die uns fesseln soll. Wir sollen nicht an der Erde kleben, sondern auf das schauen, was Gott uns Wunderbares auch nach diesem Leben bereitet. Wir selbst können es jedoch nicht aus eigener Kraft. Die Fesseln der Sorgen, des Leidens, des Schmerzes sind oft zu groß. So müssen wir Gott selbst bitten unser Herz – aber auch unseren Verstand, unseren Geist – zu öffnen.

Mir hat es das Bild von der Blume angetan: Paul Gerhardt bittet Gott nicht, wie wir sahen, eine schöne Blume in Gottes Garten zu werden, sondern zu bleiben. Wir haben hier eine Formulierung vor uns, die erstaunlich modern klingt: Ich bin ich – ich bin nicht nur verletzt, zerstört, verängstigt, ich bin schön. Warum bin ich schön? Weil ich Gottes Blume bin. Und solange ich Gottes Blume bin, weiß ich, dass ich schön und wertvoll bin!

Und so dürfen wir überlegen und fragen: Als welche schöne Blume sehe ich mich in Gottes Garten?

Provokation zum Tag + Britischer Polizist + 100e Christen in Nigeria befreit + EU und Gas / E-Autos + ElternPrügeleien + Lehrer + Niederlande auch im ideologischen Sumpf + KI Analphabet + Mutige Menschen hindern Enthaupter + DeutschlandFlagge + SPD/DGB: Scheitern? + §188 + Parteien und AfD + Politik und Bafög + Klimawissenschaftler und Klimatisten + Grüne Elite und Parteiregeln + Linke Unis gegen rechts + Hambacher Forst

Provokation zum Tag

Britischer Polizist

Was ein britischer Polizist erleben musste ist krass. Er hatte eine Fortbildung als Indoktrination für den Islam bezeichnet, weil externe Trainer durch den Raum liefen und die Friedlichkeit des Islam skandierten. Zwei Kollegen haben in seinem Spind ein Buch gefunden, das von einem zum christlichen Glauben konvertierten Muslim geschrieben worden war. Daraufhin wurde er von den Vorgesetzten geschasst. Er wurde in einem Disziplinarausschuss wegen schweren Fehlverhaltens auf die Liste gesperrter Beamter gesetzt. Dagegen hat er geklagt. Der Fall wurde nun außergerichtlich beigelegt. Spannend finde ich auch, dass als grobes Fehlverhalten bezeichnet wurde, dass er durch seinen Widerspruch die Kollegen unwohl fühlen ließ und sie verunsichert habe.

Wenn die Polizei ideologisch zerstört wird, dann muss sich keiner wundern, dass auch diese Institution an Vertrauen verliert. Für mich wirft dieser Fall auch noch einmal ein Licht auf das schreckliche Fehlverhalten der Polizisten im Fall Nowak. Es sieht so aus, als seien nicht die Polizisten schuld, sondern das Indoktrinationssystem. Wenngleich auch Polizisten den Menschenrechten eher dienen sollten als irgendwelchen Indoktrinateuren.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.christianpost.com/news/christian-officer-suspended-for-questioning-islam-wins-appeal.html

100e Christen in Nigeria befreit

Hunderte Christen, die entführt worden waren, sind befreit worden. https://persecution.org/2026/06/08/hundreds-freed-from-boko-haram-captivity-after-months-in-mountain-hideout/

EU und Gas

Die EUler lernen es wohl nicht. Sie sind weiter auf Wirtschafts-Zerstörungstripp, auf Bürger Verarmungstripp. Und das ohne Notwendigkeit, nur wegen ihrer verrückten Klima-Ideologie. Verzweifelte Wirtschaftler und Bürger können nur hoffen, dass bald Hirn vom Himmel in deren Köpfe hineinregnet. Aber die Hoffnung wird wohl nicht Realität werden, solange die an der Macht sind, die es sind. Diese mächtigen Ideologen haben die Ämter und Büros durchsetzt mit ihren Gesinnungsgenossen. Da müsste also mächtig viel Hirn vom Himmel regnen.

Und der Unsinn geht weiter: Die EU will vorschreiben wie viel E-Autos Firmen einsetzen sollen. Aiwanger sieht es auch als wirtschaftsschädlichen Unsinn an. Es ist wirklich krass, was dieser Polit-Verein sich an Übergriffen erlaubt. Voll die Grünisierten – obgleich von der Leyen zumindest dem Papier nach keine Grüne – aber dem Geiste nach eine Grüne ist. Gut: Regierung und Parlament sollen, bevor sie Unsinn produzieren, in den Urlaub fahren. Ansonsten sollen sie arbeiten.

Ansichtssache – zu dem Thema: EU-Kommission plant stärkere Besteuerung von Gas – Apollo News und: https://www.youtube.com/watch?v=Df9JOIrQhOc

ElternPrügeleien

Was sind das für Eltern! Vorbilder sind sie hoffentlich ihren Kids nicht. Darf man raten? Verwahrlosung der Gesellschaft?

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.zeit.de/news/2026-06/08/polizei-ermittelt-nach-gruppenschlaegerei-zwischen-eltern

Lehrer

Das Politikversagen wird auch daran deutlich, dass Lehrer nicht bereit sind, ihr Leben zu verheizen, nur weil die Politik der letzten Jahre versagt hat. Das dürfte für so manche Großstadt gelten. Hier am Beispiel Berlin. Es sei aber den Lehrern geraten: Schaut mal in andere Bundesländer, ob die Lage in dem einen oder anderen nicht besser ist, bevor ihr den schönen, guten, wichtigen Beruf aufgebt.

Insgesamt muss jedoch die Struktur verändert werden, damit Klassen nicht überlastet werden, damit Lernwillige nicht durch Störende am Lernen gehindert werden. Störer in besondere kleine Klassen gebracht und besonders durch für solche Klientel geschulte Lehrkräfte beschult werden. Die Lage im Land hat sich geändert – und nun muss auch die Politik schnellstens auf die neue Lage umstellen.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.zeit.de/news/2026-06/08/lehrermangel-in-berlin-viele-kuendigen-freiwillig und: https://www.ruhr24.de/nrw/nrw-schule-lehrer-mangel-dorothee-feller-cdu-ministerium-bildung-ausbildung-quereinstieg-94341472.html

Niederlande ist auch im ideologischen Sumpf

Nachdem eine Jugendliche totgefahren war, sagte die Polizei den Eltern, ein Deutscher sei es gewesen. Dabei waren es Iraker, die das Mädchen noch von der Straße zerrten, liegen ließen und fortfuhren. Warum das? Die Polizei wollte nicht Wilders, der sich gegen die Ausländerpolitik wandte, fördern. Der Fahrer hatte dann eine Strafe von 1500 € zahlen müssen, wegen des Schauens auf das Handy. Die Geldforderung konnte aber nicht zugestellt werden, da er untergetaucht war. Seit März diesen Jahres wird er nun strafrechtlich verfolgt. https://x.com/P0eMPieDinges/status/2063807942504116736

KI Analphabet

Nicht jeder ist fähig, die KI richtig zu benutzen. Aber für öffentliche Reden und Zeitungsartikel sollte sie überhaupt nicht benutzt werden – es sei denn in kontrollierbaren korrigierenden Dosen. Aber im Umkreis dieses Politikers scheint das Vertrauen in die KI grenzenlos zu sein. Das zeugt aber auch davon, dass die KI nicht begriffen wurde, dennoch verwendet wird.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/mario-voigt-liess-weitere-offizielle-texte-mit-ki-verfassen-selbst-eine-holocaust-gedenkrede-2/

Mutige Menschen hindern Enthaupter

Ein Westafrikaner wollte in Belfast einen Mann enthaupten. Mutige Menschen griffen ein und verhinderten es: https://apollo-news.net/messerangriff-in-belfast-tatverdaechtiger-ist-somalier-opfer-nach-versuchter-enthauptung-in-kritischem-zustand/ und: https://apollo-news.net/enthauptungsversuch-in-belfast-farage-spricht-von-entsetzlicher-tat-sein-rivale-fordert-die-todesstrafe/

DeutschlandFlagge

Polizei darf nicht ideologisch sein. Es kann doch nicht ihre Aufgabe sein, gegen DeutschlandFlaggen einzuschreiten. Es langt schon, wenn linke Extremisten und Aktivisten gegen die DeutschlandFlagge agitieren. Da sollten Staatsorgane sich nicht als Handlanger solcher Gruppen machen. Ich komme auf die Aussage, weil die Polizei aufgrund eines Verdachtes, es könne gegen die Hausordnung verstoßen, gegen diese vorgeht. Bevor man das tut, so denke ich als normaler Mensch, sollte man sich erkundigen, ob das gegen die Hausordnung verstößt. Ich würde freilich auch fragen, wenn die Hausordnung sagt, dass eine Deutschlandflagge nicht geschwenkt werden darf, ob nicht die Hausordnung gegen das Gesetz verstößt. Aber ich bin ja kein Jurist.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/koennte-gegen-die-hausordnung-verstossen-polizei-besuch-bei-afd-politikern-weil-sie-deutschlandfahne-schwenkten/ Dazu auch https://www.youtube.com/watch?v=uxOVlCy5OHc und: https://www.youtube.com/watch?v=UffKJu-t4B4

Aber ich denke auch mit Blick auf den letzten Link: Die Macht derer, die unser Land, die Bürger und die Symbole des Landes verachten, ist so groß, dass die Verachtung in irgendeiner Färbung auf Behörden überschwappt. Ich denke – sorry, das kommt einem unvermittelt in den Sinn – bei sowas auch immer an das Gesicht von Merkel, als sie das Deutschlandsfähnchen aus der Hand von Gröhe „nahm“ und an irgendjemanden abgegeben hat.

Lustig auch das Trommelverbot am Beginn des DemoZuges, weil das militärischen Charakter habe. Was habe ich schon herumtrommeln hören auf Demos. Aber das waren dann die richtigen, wahrscheinlich, die getrommelt haben und nicht die mit Deutschlandfahne, oder so.

SPD / DGB: scheitern?

Ich glaube eher nicht. Das zeigt mir im grunde, dass sie damit Merz auffordern, schon mal gedanklich ins Fahrwasser der SPD / des DGB einzuscheren.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/zum-scheitern-verurteilt-schon-vor-dem-groen-gipfel-machen-spd-und-gewerkschaften-sinnvolle-einigungen-unmglich/

§188

Krass – was soll das denn? Anzeige gegen einen, weil er sagte, etwas habe ein „Geschmäckle von Postenschacherei“. Es gingen Gerüchte um, dass zwar eine Stelle der Verwaltung ausgeschrieben worden sei, ob im Grunde schon vorher klar sei, wer den Posten bekomme. Dann begann die Staatsanwaltschaft zu ermitteln, nicht, weil das eine Beleidigung sei, sondern Verleumdung.

Alles was im Link dazu gesagt wird: finde ich gut – habe es zum Teil in anderen Fällen auch schon geschrieben. Ich würde zwar nicht vom „vernünftigen Staat“ sprechen, sondern von vernünftigen Institutionen, die auch nur das verfolgen, was wirklich schlimm ist (Mord- und Gewaltdrohungen) aber nicht sowas https://www.youtube.com/watch?v=GEnA4A5yrmI

Parteien und AfD

Dieses Erstaunen betrifft nicht nur die Journalistin über diese Parteien: https://www.youtube.com/watch?v=3qACcOzUOPw

*

Und manche Journalisten sind – sehr interessant. Journalisten oder Aktivisten? Dazu gehört: https://www.youtube.com/watch?v=1TzlViz5BcI

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Und: Wie auch immer das Wahlergebnis, dieser CDUler will an der Macht bleiben. Da muss man doch als normaler Wähler sagen: Wow, was für ein spannender Demokrat. Er widerspricht zwar sämtlichen demokratischen Vorstellungen – auch wenn man Stuhlkleber sehr gut kennt – aber wow! Der regiert, bis man ihn nach der Wahl mit seinem Klebestuhl hinausträgt, oder wie ist das zu verstehen. Und das könnte auch wahrscheinlich sein. Denn wer unter den Gnaden der Linken regieren will, könnte bei manchen in Sachsen-Anhalt im Vorfeld volles Grausen auslösen! Von daher – auch am Stuhlkleber sollen im Wahlkampf vorsichtiger sein.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=SGJB61bS2d8

Politik und Bafög

Gespräch mit Julia Ruhs: https://www.youtube.com/watch?v=9WEumyAWsHs

Klimawissenschaftler und Klimatisten

Zu dem Thema: https://nius.de/energie/klimawandel-ipcc-kritik-konsens-klima

Grüne Elite und Parteiregeln

Das wäre ein großes Problem, wenn bei den grünen die Elite mehr Macht bekommt – dabei sind untere Ebenen vermutlich nicht selten klüger. Manche wollten die Urabstimmung auch verhindern – aber das Gericht sagte, die sollen erst die Urabstimmung abwarten.

Es war klug, es im Vorfeld verhindern zu wollen, da die Tricksereien politischer Eliten und ihrer Bubble in der Vergangenheit nicht dazu führten, dass normale Menschen ihnen vertrauen können.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/politik/gruene-umstrittene-parteireform-funktionaere

Linke Unis gegen rechts

Wenn Universitäten statt Wissenschaft zu treiben PolitAktivisten erzeugt bzw. PolitAktivismus betreibt. Es gibt sie wahrscheinlich dennoch, die Wissenschaftler, die ihrer Wissenschaft nachgehen, anstatt im Namen der Wissenschaft irgendwelchen PolitAktivismus betreibt.

Wissenschaftler, die der Wissenschaft nachgehen, tun der Menschheit etwas Gutes mit ihrer Forschung. Die anderen sind eher PolitEintagsfliegen mit elitärem, arroganten Geschwafel. Da elitäres Gehabe nicht gerne gesehen wird in der Normalbevölkerung, könnten sie erreichen, dass die Menschen gerade ihretwegen wach werden und AfD wählen.

Ansichtssache – zu dem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=-ivMtOy8HpM

Hambacher Forst / Geld für Tübingen

Tagesschau jubelt, dass die Umweltbewegung den Hambacher Forst vor den Kohlebaggern geschützt hat. Mein Tipp: Jetzt Windräder darein bauen – das wäre doch ganz im Sinne der Klimatisten.

Und: Tübingen bekommt, wie wir in der Tagesschau vom 9.6. erfahren konnten 42 Millionen. Sie brauche zwar 100 Millionen, um den reformstau bewältigen zu können, sind aber über die 42 Millionen schon zufrieden. Und wofür wird ein Teil des Geldes ausgegeben? Für Sonnenkollektoren. Dabei wurde auch genannt, wofür Geld notwendig wäre: Wohnungen, Infrastruktur. Nun denn. Man muss Prioritäten setzen: Sonnenkollektoren.

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Maler 58; Honore Daumier

Dieser bewundernswerte Maler, Honoré Daumier (1808-1879), war auch Karikaturist. Leider verstehe ich viele Karikaturen nicht so gut, da sie wohl Zeitgenossen wiedergeben, herrschende Zeitgenossen, die nicht gerade in positivem Licht gezeichnet werden. Großkopferte – möchte ich sie nennen. Die Köpfe ganz groß, der Körper klein. Oder die arrogante Justiz ist auch im „Blick“ seiner bissigen Feder. Das eine oder andere Bild weckt Erinnerungen an unsere Gegenwart. Dass er ein mutiger Karikaturist war, das hatte ich schon einmal kurz im Blog beschrieben, einzureihen in die, die wegen ihres Werkes verurteilt wurden. Mit 24 Jahren wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt. Das könnte so manches Bild beeinflusst haben.

Wegen Gargantua: https://blog.wolfgangfenske.de/2026/05/16/provokation-zum-tag-taeter-rief-rassismus-opfer-verblutete-politiker-reden-nicht-mit-kritikern-banaszaks-soldaten-merz-ausgelacht-ausgebuht-fake-news-sind-nur-rechts-un-uebergriffe-f/

Ich möchte mich auf den Eindruck konzentrieren, den die Gemälde hinterlassen. Er malt zahlreiche Bilder, die den Alltag widerspiegeln in starkem Hell-Dunkel-Kontrast. Zum Teil sind die Menschen ausdrucksstark dargestellt worden: Badende, Theaterbesucher und Schauspieler, Arbeiter, Straßenmusikanten, Ringkämpfer, sich Prügelnde, Studierende, geifernde Mengen, Menschen im Waggon. Er malt nicht nur Menschen negativ, sondern auch als Menge positiv. Auffällig sind die Bilder, die Menschen auf der Flucht zeigen, vor allem Mütter mit Kind, ein Bild zeigt, wie Eltern ein totes Kind tragen. Die Eltern sind dunkel gemalt, aber die Umgebung, vor allem der Hintergrund ist hell. Die Lichtführung ist manchmal spannend. So ist zu sehen, wie Licht in das Abteil eines Zuges fällt, in dem im Vordergrund eine Familie sitzt, hell beleuchtet, aber ein schlafender Junge sitzt im Schatten seines Vaters, die Mutter hat einen schlafenden Säugling auf dem Schoß. Der Vater scheint ein einfacher Mann zu sein, er hat eine traditionelle Kopfbedeckung auf, während im Hintergrund mehrere Männer mit Zylinder sitzen. Der Zug, der Klassen zusammenführt? Indem sie nicht zusammengeführt werden? Sie sitzen in einem Abteil – aber ohne miteinander Kontakt zu haben. Übrigens sieht die Familie recht zufrieden aus. Zusammenfassend: Daumier war ein Menschenbeobachter, der viel Mitgefühl mit dem einfachen Volk zeigte. Vielfach werden eher warme Farben verwendet, was auf Sympathie mit den Menschen schließen lassen dürfte. Sie sind häufig nicht als verwaschene, groteske Gesichter dargestellt, sondern der Eindruck entsteht, dass der Maler sie ernst genommen hat. In der Youtube-Zusammenstellung finden wir auch viele Bilder, die Don Quichotte und Sancho Pansa wiedergeben. Er der Ritter, belächelt von anderen, kämpft gegen Windmühlen?

Unter diesen Bildern finden wir auch Bilder, in denen Menschen nach oben schauen, was sehen sie da? Wir sehen Menschen, die zurückschauen – auf der Flucht? Vor wem? Also auch hier: Es werden Momente dargestellt aus einem Zusammenhang gerissen, der gerne wissen lässt: Was sehen sie? Oder: Warum prügeln sich die Männer? Oder: Vor wem sind die Menschen auf der Flucht?

*

Im Folgenden mache ich etwas, was ich im Zusammenhang anderer Maler nicht gemacht habe. Ich bespreche einige Gemälde intensiver.

Die Unterdrückung dürfte auch Thema seiner Bilder sein, nicht nur der Karikaturen. So auch sein Bild Ecce Homo: Jesus Christus steht in einem gleißenden Licht erhöht, mit Dornenkrone und gefesselt., ein Mann zeigt auf sein Antlitz mit spitzem Finger, die Menge steht im Dunkeln aber einzelne Gesichter sind erkennbar. Auffallend sind zwei helle Körper in der dunklen anklagenden Masse. Kinder – angestiftet von Erwachsenen zum Bösen? Jesus ist hier derjenige, der von einer aufgestachelten Masse und einer (korrupten) Justiz als Unschuldiger und Machtloser vorgeführt und vernichtet wird.

Und auch in einem Gerichtssaal der Zeit befindet sich ein Kruzifix an der Wand, ziemlich im Dunkeln. Im Grunde eine Mahnung. Christus wurde durch ein Fehlurteil hingerichtet. Unschuldig. Und im Vordergrund die Justiz – einer der beteiligten theatralisch, zeigend auf das Kruzifix? Der Gekreuzigte mit beiden ausgestreckten Armen – der Anwalt mit pathetisch erhobenem Arm. Der Gekreuzigte mit gesenktem Kopf, der Anwalt mit hoch erhobenem Kopf. Ein Kreuz hängt im Gerichtsraum, um vor Fehlurteilen zu warnen, um die Justiz daran zu erinnern, dass Recht und Gesetz unseres Kulturkreises nicht ohne die grundlegende Basis des christlichen Glaubens zu denken ist; und: Auch ihr Richter und Ankläger werdet durch Gott gerichtet werden, sie unterliegen einer höheren moralischen Verantwortung. Er geht also an gegen Hochmut und Selbstherrlichkeit. So würde ich das sagen. Ein Gericht schmückt sich also mit diesem Symbol der Gerechtigkeit, für Verantwortung. Aber die Realität: Standesdünkel, Eitelkeit, Gewinn. Hier sind, anders als in den Karikaturen, die Gesichter nicht deutlich erkennbar. Es ist also, so vermute ich, eine zeitlose Botschaft mitgegeben.

Ein anderes Bild zeigt möglicherweise Maria Magdalena – traditionell unter dem Kreuz. Die halb bekleidete Maria, die in der Tradition zum Teil als Prostituierte galt, bevor sie Christus kennenlernte. Dann hat sie ihr Leben erneuert – aber in der Kunst erscheint sie oft als Prostituierte. In diesem Gemälde ist etwas vollkommen anders. Das Kreuz ist nicht das Kreuz, an dem Jesus hängt, vor dem sie betend im hellen Licht erscheint, es ist das Kreuz als christliches Symbol, ohne Körper, also den Auferstandenen symbolisierend. Das finde ich spannend, dass hier die Maria Magdalena zur Frau wird, die alle Frauen repräsentiert, die sich Gott zuwenden – auch Prostituierte. Sie werden vom göttlichen Licht angestrahlt. Hier wird also die Tradition gebrochen und auf alle Frauen übertragen. Maria Magdalena als Symbol der Hinwendung zu Christus, und zur Befreiung. So könnte eben auch die Nacktheit symbolisch gedeutet werden: es geht nicht um den Körper, es geht um die Seele, die sich in ganzer Reinheit Gott zuwendet.

Wie die Bilder der flüchtenden Mütter mit Kind zeigt, vermute ich, dass Daumier besonders sensibel war für die Verletzlichkeit von Menschen.

Dieses Bild, das ich so deutete, dass Maria Magdalena alle Frauen symbolisiert, wird aus meiner Sicht durch das folgende Bild auch begründet. Es zeigt die Legende vom Heiligen Sebastian, wie er gefesselt an einem Baum hängt, mit Pfeilen durchbohrt. Ein Engel kommt zu ihm, im Hintergrund zwei dunkel gekleidete Frauen, wohl Trauernde. Dieses Bild wird noch einmal gezeichnet, ohne Pfeile. Das könnte bedeuten, dass diese schlimme Hinrichtung nicht nur damals geschah, sondern auch in der Gegenwart noch andere betrifft. Der Heilige Sebastian wurde, wie die Maria Magdalena zum Stellvertreter derer, die heute gefoltert werden. Stellvertreter der Freiheitskämpfer seiner Zeit? Der Engel, der vom Himmel herabkommt und zu dem Märtyrer fliegt, hat etwas in der Hand. Es sieht, anders als in der frühen Erzählung der Christenheit, die von einem Palmzweig spricht, aus, als habe er eine Schreibfeder in der Hand. Natürlich nur erschlossen aus dem Video. Kann das, so meine Spekulation, darauf hinweisen, dass er wegen einer Karikatur, mit anderen freien, kritischen Menschen inhaftiert war? Die Feder des freien Wortes, die vom Himmel dem Märtyrer als „Krönung“ gegeben wird? 1835 wurde die Zensur verschärft, politische Karikaturen wurden verboten – und, wie Ecce Homo und andere oben besprochene Bilder zeigen, waren sie als Kunstwerke Proteste gegen den willkürlichen Machtapparat.

Noch einmal, was ich zu allen dargestellten Malern sage: Ich bin Laie, habe keine Ahnung, ich deute und beobachte aus meinem „Gefühl“ heraus. Wenn jemand meint, vor allem Kenner meinen, dass mit „meinem Gefühl etwas nicht stimmt“ (frei nach Loriot), wäre ich dankbar, wenn er mir das schreiben würde.

Die anderen, die ich mit persönlichem Kommentar vorgestellt habe: https://blog.wolfgangfenske.de/2026/05/17/malerinnen-und-maler/

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Paul Gerhardt: Erlöser lebt

Beide hier besprochenen Lieder sind nicht im Gesangbuch aufgenommen worden. In dem Text von Paul Gerhardt: „Ich hab oft bei mir selbst gedacht“ heißt es in der 6. Strophe https://www.gedichte7.de/ich-hab-oft-bei-mir-selbst-gedacht.html :

Bist du denn fromm und fleuchst die Welt
Und liebst Gott mehr als Gold und Geld,
So wird dein Ruhm, dein Schmuck und Kron
In aller Welt zu Spott und Hohn;
Denn wer der Welt nicht heucheln kann,
Den sieht die Welt für albern an.

Dem setzt er in der 9. Strophe mit Blick auf den Christen entgegen:

Hat er nicht Gold, so hat er Gott,
Fragt nicht nach böser Leute Spott,
Verwirft mit Freuden und verlacht
Der Welt verkehrten Stolz und Pracht.
Sein Ehr ist Hoffnung und Geduld,
Sein Hoheit ist des Höchsten Huld.

Auch in diesem Lied ist spannend, dass es einerseits Menschen anspricht, die sich gegen Christen vergehen, aber ihr Handeln erscheint im Grunde als Folge der Erziehung des Menschen durch Gott. Anders ausgesprochen: Erziehung durch das Kreuzesleiden – und dadurch gleichzeitig: Überwindung des Leidens. Der Mensch ist, wie es in einem anderen Lied verdeutlicht wird, im Grunde an sein Schicksalskreuz gebunden – und wird entsprechend durch Gott auferweckt werden, wie Jesus Christus. Es wird deutlich, dass schlimmes Handeln von Menschen, wenn es als Handeln des liebenden Gottes gedeutet wird, Menschen helfen kann, das Leiden leichter zu überstehen. Vor allem auch darum, weil, wie im Lied auch geschrieben, Gottes Kraft überstehen hilft, der Leidende sich getrost in Gottes Hände legen kann. Die autonome dämonische Macht des menschlichen Feindes wird diesem genommen, das bedeutet, was sinnlos erscheint, das Leiden, bekommt Sinn.

In dem Lied „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (https://www.evangeliums.net/lieder/lied_ich_weiss_dass_mein_erloeser_lebt.html) beschreibt er die Brutalität der Feinde. Die Feinde sind nicht nur brutal, sondern der normale Mensch hat auch keine Chance, sich ihrer zu erwehren. Paul Gerhardt beschreibt nicht nur die Brutalität der Feinde, sondern auch ungeschönt das Vergehen des Körpers, das ja allen durch den Krieg und den Seuchen deutlich vor Augen lag. Von daher sind wohl auch die anderen Lieder entsprechend einzuordnen. Ein Mensch, der keine Macht hat, der machtlos den Gewalttätern ausgeliefert ist, dürfte vergebens zum Widerstand aufrufen, da ein solcher chancenlos ist. Von daher verstehe ich diese Art des Umgangs mit dem Leiden, das Menschen ihm und anderen zufügen. Gegen marodierende Banden und gegen die Bedrohung von Epidemien hat keiner eine Chance auf Gegenwehr. Er hat nur zwei Möglichkeiten: Verzweiflung oder Gott. Paul Gerhardt wählt Gott, entsprechend auch der, der das Lied von Paul Gerhardt singt. Somit hat er keine Angst, denn Christus hat den Tod bezwungen. Weil Christus den Tod bezwungen hat, ist das Vergehen des Körpers im Grunde nur vergleichbar mit dem Wind, der die Spreu vom Weizen trennt:

Des bin ich herzlich hoch erfreut
Und habe gar kein Scheuen
Vor dem, der alles Fleisch zerstreut
Gleich wie der Wind die Spreuen.
Nimmt er gleich mich und mein Gebein
Und scharrt uns in die Gruft hinein,
Was kann er damit schaden?

Geschildert wird danach die Auferweckung der Glaubenden aus dem Tod. Diese oben genannte Sicht, die das grausame Handeln des Menschen so verstehen lehrt, dass Gott erzieht, wird hier nicht ausgesprochen. Der Blick richtet sich allein auf Gottes Macht über Tod, über Vergänglichkeit:

Trotz sei nun allem, was mir will
Mein Herze blöde machen!
Wärs noch so mächtig, groß und viel,
Kann ich doch fröhlich lachen.
Man treib und spanne noch so hoch
Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch
Gott, mein Erlöser, leben.

Das Lachen ist der Widerstand des Ohnmächtigen. Es ist aber kein bitteres Lachen, sondern das Lachen des Erlösten, der seine Hoffnung nicht auf die eigene Stärke setzt, sondern auf den Sieg Christi über den Tod. Damit aber auch über das, was der Feind mir antun wollte. Der Feind hat mit seiner Gewalttat sein Ziel nicht erreicht – aber der Glaubende ist am Ziel: Er ist bei seinem Erlöser.

*

Der Marxismus bzw. andere Atheisten werfen diese r Gesinnung vor, sich nicht zu wehren, im Grunde quietistisch (tatenlos Gott folgen) zu sein. Aus der Sicht der Nachgeborenen, die sich nicht in die Situation des Ausgeliefertseins hineindenken können, mag das stimmen. Ich frage mich aber: Marxisten und co. haben im 19. Jahrhundert schon grausame Strukturen vorgefunden, die sie aufzubrechen versuchten. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und Nachkrieges gab es keine beeinflussbaren Strukturen, die aufgebrochen werden konnten. Es gab nur marodierende Gruppen und Seuchen und Hunger. Welche geschwächten Dörfler hätten sich dem entgegenstellen können? Diejenigen, die sich dagegen hätten stellen können, wären nur eine gewalttätige Gruppe unter anderen gewesen. Gerhardt schreibt aus der Position der Ohnmacht. Er zielt zwar nicht auf gesellschaftspolitische Veränderung, aber – in seiner lutherischen Tradition bedeutet das: Wenn der einzelne Mensch gestärkt wird, Werte mitbekommt und akzeptiert, kann sich auch die Gesellschaft, das Zusammenleben in einem Dorf, einer Stadt ändern. In einer Zeit der Unmenschlichkeit will er der Menschlichkeit Bahn brechen, indem er, um mit heutigen Worten zu sprechen, die Menschen resilienter macht.

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