Gott kommuniziert

Gott kommuniziert auf vielfältige Art mit Menschen:

Gefühl
Gebet
Gemeinschaft
Engel
Film
Kunst
Literatur
Musik
Meditation
Menschen
Predigt
Träume
Verstand

Gott kommuniziert auf vielfältige Art mit uns Menschen.

Je nach Menschen.

Keine Form darf vergöttlicht werden.

Verabsolutiert, ist vieles gefährlich.

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Der Blog wird vermutlich erst am Sonntag wieder bestückt werden können.

Reichsbischof Ludwig Müller: Framing 1933 – Überführung der begeisterten evangelischen Jugend in die HJ

Es gab 1933 um die Überführung der Evangelischen Jugend in die Hitlerjugend massive Auseinandersetzungen und Verhandlungen. Und dann wurden gewisser Weise in einer Nacht- und Nebelaktion vom Reichsbischof Ludwig Müller – wohl weil er aller Diskussionen satt war und sich als Führer der Evangelischen Kirche beweisen wollte – das Papier am 19.12.1933 feierlich unterschrieben. Er brauchte ein Erfolgserlebnis, da Hitler, der die Glaubensbewegung Deutsche Christen Anfang 1933 massiv unterstützte, ihn als Schirmherr der Deutschen Christen nicht mehr so den Rücken stärkte wie zu Beginn des Jahres. Nun versucht er den Christen im Land seine Entscheidung schmackhaft zu machen. Ein wunderschönes Beispiel für das, was man heute Framing / brutal Nudging nennt.

Ich habe diesen Text aus: Kirchliches Jahrbuch für die Evangelische Kirche in Deutschland 1933-1944, hg. V. Joachim Beckmann, 60.-71. Jahrgang, Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 2. Auflage 1976, Seite 42f. (Absätze wurden von mir eingebracht.)

*

Der Text muss im Ganzen gelesen werden, um die Feinheiten der Argumentation wahrnehmen zu können. Er eignet sich gut, um die Rhetorik zu untersuchen.

Ein paar Hinweise seien gegeben: Angeredet werden zuerst die Volksgenossen, dann die Glaubensgenossen. Das Volk stand im Vordergrund – die Glaubenden als Teil des Volkes sollten ihren Beitrag zum Wohl des Volkes leisten. Es geht also nicht um die aus christlicher Sicht üblichen Adressaten. Volksgenossen sind als solche, die nicht der evangelischen Kirche angehören, eigentlich überhaupt nicht das Thema. Sie sind für Müller nur Thema, weil die Glaubensgenossen in die Riege der Volksgenossen eingegliedert werden sollen.

Dann triefen die Adressaten sicher vor Mitleid: Er hat vor Gott im Gebet gerungen, er ist „innerlich gezwungen“ worden, seine Verantwortung wahrzunehmen. Welcher Verantwortung? Der für das Evangelium (also ganz christlich) – und dann weiterführend: „für die Erziehung des deutschen Volkes im Evangelium“. Damit ist der volksmissionarische Aspekt angesprochen worden: Alles Volk soll christlich werden (mitgedacht ist allerdings: christlich im Sinne des Artikels 24 des Parteiprogramms der NSDAP: Positives Christentum – ein Christentum, das nicht gegen das „Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoße“, damit massiv antisemitisch ausgerichtet ist). Was er unter „Evangelium versteht, hat er 1936 in einem Buch veröffentlicht, das die Bergpredigt wiedergeben sollte, der Charakter der Bergpredigt ist – soweit ich das aufgrund von Auszügen wahrnehmen konnte – nicht wiederzuerkennen.

Und so wird auch im nächsten Absatz die eigentliche Intention deutlich: Das Evangelium ist dem Willen Hitlers untergeordnet.

In den nächsten Abschnitten gibt er bekannt, dass er im Grunde nur das macht, was die Jungs und Mädels sowieso schon tun. Sie sind „ergriffen“, „begeistert“, haben sich in großen Scharen sowieso schon der Hitlerjugend zugewandt. Von daher: Es gibt keine Alternative. Im Gegenteil: Wenn man es nicht tun würde, so belehrt der nächste Absatz, würde man der Jugend Unrecht tun. Ihrer „heißen Liebe zum Volk“ hat er nur Ausdruck gegeben. Er wäscht also im Grunde seine Hände in Unschuld.

Im nächsten Absatz wird der Glaube der Christen auf den freudigen Einsatz für das Volk reduziert.

Dann meint er: Er dürfe nicht den Eindruck aufkommen lassen, dass sich Christen abseits vom Volk einrichten. Warum durfte er nicht? Begründung 1: Um des Evangeliums Willen – Begründung 2: die Jugend hat es als schmerzlich empfunden, vor die Wahl gestellt zu werden: Entweder Gemeinschaft des Glaubens oder Gemeinschaft des Volkes. Und so verbindet er beides – wie gesehen: Unter dem Vorzeichen des rassistischen positiven NS-Christentums. Warum erwähnt er das Evangelium? Es klingt fromm.

Und dann dreht er den Spieß um: Eigentlich wird dadurch auch der HJ die Möglichkeit gegeben, das Evangelium zu hören. Was manchen Skeptikern evtl. gefallen haben dürfte: Unsere Jugend ist so eine Art trojanisches Pferd und durchdringt die HJ! Die zur HJ übergelaufenen Jugendlichen, die oben genannt wurden, hatten so etwas sicher nicht im Sinn. Es ist also ein Köder.

Der letzte christlich gefärbte Absatz, in dem er Chamäleon-haft die christliche Sprache aufgreift, spricht für sich. Die Irrwege, auf denen er und Genossen die Kirche und ihre Jugend geführt haben, sind bekannt.

Der Text:

AN DIE DEUTSCHEN EVANGELISCHEN PASTOREN UND ]UGENDFÜHRER! 

Liebe Brüder! 

Soeben habe ich an die deutschen evangelischen Eltern folgenden Brief geschrieben: 

An die Väter und Mütter unserer evangelischen Jugend. 

Volksgenossenl Glaubensgenossen! 

Ihr habt aus meinem Telegramm an den Führer gesehen, daß ich das deutsche evangelische  Jugendwerk durch Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Reichsjugendführer der Hitler-Jugend eingegliedert habe. Es ist das für mich ein entscheidungsschwerer Schritt gewesen,  um den ich mit Gott im Gebet gerungen habe. Ich bin zu diesem Entschluß innerlich gezwungen worden von der mir durch mein Amt auferlegten Verantwortung für das Evangelium  und für die Erziehung des deutschen Volkes im Evangelium. 

Die neue Einheit unseres Volkes soll nach dem Willen des Führers gesichert werden durch  eine einheitliche Erziehung unserer Jugend. Weite Kreise der deutschen Jugend sind innerlich von diesem großen Ziel des Führers ergriffen und begeistert, und große Scharen von  evangelischen Jungen und Mädeln haben sich aus dieser Ergriffenheit heraus in die Reihen der Hitler-Jugend gestellt.

Ich weiß aber, daß die Jungen und Mädel, welche in den Bünden unseres evangelischen Jugendwerkes vereinigt sind, von ebenso heißer Liebe zu unserem Volk und ebenso starkem Willen zur Einordnung in das gemeinsame Ganze ergriffen sind. Es wäre ein Unrecht an ihnen, zu behaupten, daß sie in irgendeinem Sinne beiseite stehen wollen. Durch die Eingliederung habe ich dem, was in ihnen an Treue und Gefolgschaftswillen lebt, den einzigen Ausdruck gegeben, der für einen Deutschen heute möglich ist.

Es ist  die Ehre des evangelischen Christentums von den Tagen der Reformation an gewesen, daß  der Glaube an Jesus Christus uns evangelischen Christen Kraft und Freudigkeit dazu verliehen hat, uns mit unserem ganzen irdischen Leben dem Volk und dem Vaterland zu geben.

Ich durfte um des Evangeliums Willen auch nicht den Schein aufkommen lassen, als ob unser  Christentum für uns ein Grund wäre, ein Leben abseits der Volksgemeinschaft zu führen. Ich weiß von manchem evangelischen Jungen und Mädel, daß sie anfingen, es als schmerzlich zu empfinden, gewissermaßen vor die Wahl gestellt zu sein, entweder Gemeinschaft auf  dem Grunde des Glaubens zu haben oder Gemeinschaft im Willen für Deutschland.

Die von mir getroffene Vereinbarung sichert Euren Kindern die Erfüllung ihres Auftrages, das Wort des Evangeliums über ihre Jugendgemeinschafl: zu stellen. Sie sichert weiter jedem Hitlerjungen und -mädel die Möglichkeit, an evangelisch-christlicher Jugendgemeinschaft teilzunehmen. Was im Rahmen eines von Menschen geschlossenen Vertrages geschehen konnte, um dem Evangelium, um dem Willen unseres Herrn Jesus Christus in der  nationalsozialistischen Jugenderziehung Raum und Stätte zu bereiten, das ist geschehen. 

Ich bitte alle evangelischen Eltern herzlich: Sagt Euren Kindern, daß sie von ihren neuen  Kameraden mit Liebe aufgenommen werden und daß sie ihre neuen Kameraden lieb haben  sollen. Sagt ihnen, daß unser Herr Jesus Christus bei ihnen bleibt und mit ihnen geht in der  neuen weiteren Gemeinschaft. Sagt ihnen, daß sie ihrem Heiland und Herrn einen großen Dienst tun, wenn sie sich in der neuen Gemeinschaft als tüchtige deutsche Jungen und Mädel  bewähren. Der Gott, der unsere evangelische Kirche bisher bewahrt und geführt hat, wird sie auch  auf seinen neuen wunderbaren Wegen leiten und behüten. 

In herzlicher Liebe

Euer Ludwig Müller  Reichsbischof 

Fifa und Diktaturen + Iran/Saudi

Wie soll die Fifa mit Diktaturen umgehen – in diesem Fall mit dem Iran? Es geht um den Tod einer Frau, die verhaftet worden war, weil sie als Mann verkleidet ein Fußballspiel besuchen wollte: https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/kritik-an-infantino-nach-tod-von-blauem-maedchen-16384703.html

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Der Iran darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Man sieht es wieder an den Angriff. Was die iranische Regierung von Diplomatie hält? So viel wie von Menschenrechten. Wir sehen es seit Jahren.

Was mich wundert: Warum sind die empfindlichen Ölfelder nicht stärker bewacht, werden sie nicht vor Angriffen besser geschützt? Das starke Saudi Arabien – an dieser Stelle so schwach?

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Grönemeyer und Maas

Grönemeyer sagte laut https://www.spiegel.de/politik/deutschland/heiko-maas-unterstuetzt-politisches-engagement-von-herbert-groenemeyer-a-1286917.html :

In dem Video sagt der Sänger etwa „wenn Politiker schwächeln (……) dann liegt es an uns (……) zu diktieren, wie ne Gesellschaft auszusehen hat“. 

Und Maas, Außenminister, unterstützt das.

Man muss nicht unbedingt den Feind seines Feindes unterstützen. Dann nicht, wenn er mir selbst gefährlich werden kann. Dieser Satz ist äußerst bedenklich. Er passt in die Zeit, in der man meint, soziale und rechtliche Regeln mit den Füßen treten zu müssen. Von daher ist er, wenn er denn so gesagt worden ist, gefährlicher Opportunismus. Und ein Politiker, der so was unterstützt – wie ist der einzuordnen?

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Herumexperimentieren mit Jugendlichen

Es sollte verboten werden – ist das mehr als ein gutwilliges Herumexperimentieren mit Jugendlichen?: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/interview-mit-aerztin-ueber-den-aktuellen-transgender-hype-16371774.html

Kann man schon übersehen, was für ein Schaden angerichtet wird? Womöglich werden sie in ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten gegen die Herumexperimentierer klagen. Zu recht.

Wir wissen doch, wie anfällig Menschen sind für das, was man modern nennt, dafür, dass das gesellschaftliche Umfeld die Psyche beeinflusst, je labiler Menschen sind, das Aufmerksamkeit erheischen…

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Glaube an

Der Glaube an Gott wurde abgelöst vom Glauben an den Menschen,

der Glaube an den Menschen wurde abgelöst

vom Glauben an die Technik, der wurde abgelöst

vom Glauben an die Naturwissenschaft, die wird abgelöst

vom Glauben an…

Kann jemand in die Zukunft sehen?

*

Zitiert nach Schiller: Die unüberwindliche Flotte https://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-9097/28 :

Gott, der Allmächt’ge, sah herab,
Sah deines Feindes stolze Löwenflaggen wehen,
    Sah drohend offen dein gewisses Grab –
Soll, sprach er, soll mein Albion vergehen,
    Erlöschen meiner Helden Stamm,
    Der Unterdrückung letzter Felsendamm
Zusammenstürzen, die Tyrannenwehre
Vernichtet sein von dieser Hemisphäre?
    Nie, rief er, soll der Freiheit Paradies,
Der Menschenwürde starker Schirm verschwinden!
    Gott, der Allmächt’ge, blies,
Und die Armada flog nach allen Winden.

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Der Blog wird voraussichtlich am Mittwoch wieder bestückt werden.

Ludwig Müller

Im Kontext einer Untersuchung mit Blick auf den von Hitler geförderten Reichsbischofs der Deutschen Christen, Ludwig Müller, stellt sich die Frage nach den „wahren“ und „falschen“ Propheten.

Große Teile des Volkes wünschten sich, dass die Trennung im Volk beendet würde. Wie konnte man sie beenden? Vereinfacht gesagt: In ihren Vorstellungen durch einen Führer, der alle Gleichgesinnten um sich schart. Ein Führer, ein Volk, die gemeinsame Ideologie – das Gefühl der Einheit mit Volk und Natur, ein gemeinsames Ziel.

Wie konnte man diese erreichen? Dadurch, dass man sich der vorhandenen rassistischen/antisemitischen Feindbilder bedient und dass man diese Führer-Struktur auf der gesamten gesellschaftlichen Ebene ausdehnt. Ein großer Führer, darunter viele kleine Führer, darunter noch mehr kleinere Führer… Diejenigen, die dieser neuen Weltrettungs-Ideologie widerstanden, wurden ausgegrenzt, als Verräter denunziert, als Zerstörer des einheitlichen modernen Strebens, man hat versucht, sie zum Schweigen zu bringen.

Ludwig Müller war ein Führer auf der höheren Ebene, eingesetzt von Hitler, die Kirchen hinter Hitler zu scharen und der Ideologie zu unterwerfen. Es hat nicht geklappt, weil eigenständige Christen den Mut hatten, diesen Zumutungen zu widerstehen.

Aber viele der Christen hatten gar nicht wahrgenommen, dass es für Christen Zumutungen waren, die von ihnen verlangt wurden. Einmal, weil sie selbst schon in diesem Weltbild dachten. Müller hatte die DC-Richtlinien entschärft, um mehr Menschen ins Boot zu holen, aber die Ideologie dahinter blieb. Man war damals genauso wenig blöd wie heute, wenn man etwas erreichen will: Man muss sprachlich lavieren, um die Menschen zu verblenden (das Wort Nudging bzw. Framing kannte man meines Wissens noch nicht – aber das, was dahinter stand: Manipulation, Propaganda) – und man konnte sie dann wieder, wenn man die Leute soweit hatte, verschärfen.

Das geschah allerdings zu früh. So ließ man dann in der Sportpalast-Rede Ende 1933 die Katze zu früh aus dem Sack – Menschen wurden die Augen geöffnet, sie verließen das in ideologische Fesseln gelegte Christentum. Der Kirchenführer Müller stampfte noch einmal auf, doch dann ab Ende 1934 wurde er zum Führer ohne Geführte, da auch Hitler seine Hand 1935 von ihm abzog. Er konnte die nationalsozialistische Sicht in der Kirche nicht durchsetzen, hat also als Führer versagt. Eine neue Kirchenpolitik begann: Intensive Verfolgung durch den Staat und der Versuch, den christlichen Glauben mit Hilfe heidnischer Religiosität zu verdrängen.

Zum Thema „falsche“ und „wahre“ Propheten. Die Sprache Müllers will ich irgendwann in den nächsten Tagen einmal vertieft darlegen, damit auch die religiöse Sprache der Deutschen Christen. Diese zu durchschauen, war damals nicht allen möglich: weil sie den christlichen Glauben im Sinne der damaligen Ideologie verändert hatten: Der christliche Glaube war nicht mehr das Vorzeichen vor dem Leben, Handeln, Denken, Reden. Der christliche Glaube war Sklave eines neuen Vorzeichens: Einheit, Volk, Nation… Kann man daran die falschen Propheten erkennen – an dem jeweils neuen Vorzeichen, das jede neue Zeit produziert?

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