Anmerkungen zur Geschichte 6

Fortsetzung

Anmerkungen zur Frage nach der Zukunft

  1. AT (Altes Testament) wenn der Mensch sich asozial verhält dann folgt eine negative Zukunft. Das heißt Beziehung zwischen Gott und Volk prägt Zukunft.  In Geschichte gibt es diese entweder oder. Entweder Gottes Weg oder den ungöttlichen Weg. In kleinen Bereichen weiß man es nicht, wie es geht. Langfristig gesehen wird Gottes Wille geschehen. Und das ist es, was die Propheten antreibt: Zukunft ohne Gott ist für Menschen gefährlich.
  2. Zukunft hat nicht nur mit Zeit zu tun, sondern auch mit Raum, Perspektive, Psychologie… eine Ameise geht in Richtung Ameisenlöwe. Sie sieht ihn nicht, aber ich sehe, wenn sie so weiterläuft, wird das ihr Ende sein. Es kann aber auch noch vorher ein Vogel kommen, den ich sehe… – er wird aber nicht kommen, weil ich da bin; wenn ich einen Honigtropfen in die Nähe setze, kann die Zukunft der Ameise ganz anders aussehen. Aber ich kenne die Zukunft der Ameise in einem bestimmten Zeitraum, aufgrund meiner anderen Perspektive. Ich gehe davon aus, dass Gott aus seiner „Perspektive“ eben mehr sieht als ich.
  3. Geschichte stellt sich mir als ein Prozess, als ein Weg dar: Gott wirkt den Anfang – und in einer Wechselbeziehung mit dem Menschen geht es weiter in Zukunft hinein. Die Geschichte Israels wie die der damit verbundenen Christen bekennt Gott als einen, der in Bewegung ist. Er ist kein starres Etwas. Er ist in Bewegung – somit ist er mit den Menschen eine Beziehungsgeschichte eingegangen. In dieser Beziehungsgeschichte erweist sich Gott in seinem Handeln immer wieder neu. Neu heißt freilich nicht, dass er willkürlich, chaotisch, anarchisch ist. Die Basis bleibt: Gott selbst, sein Bundesschluss, sein Wille, wie er dann letztlich in Jesus Christus sichtbar wurde bzw. im Geist Gottes sichtbar wird.
  4. Die Kontinuität des Handelns Gottes in der menschlichen Chaos-Geschichte ist die treibende Kraft dieser Geschichte auf ihr Ende hin. Wir können in der Menschheitsgeschichte als Glaubende ein paar Goldfäden erkennen – aber wie diese paar Goldfäden mit dem autonomen, freien Handeln der Menschen zusammenhängen, das wird erst am Ende der Zeiten offenbar. Aber diese Goldfäden zeigen schon die Richtung an, in die die Menschheit durch Gott in Zukunft hinein gedrängt wird.
  5. Wir Menschen sind nicht in der Lage, Geschichte auf ein gutes Ende hin zu gestalten. Der Mensch steht sich selbst immer im Weg: seine Arroganz, seine Machtgelüste, die Tendenz – auch die des Guten – seine Sicht für alle verbindlich zu machen – der Mensch baut auf, dreht sich um und zerstört. Es ist eine immer wiederkehrende Tragödie, eine Prometheus-Geschichte. Chaostheorie auf die Geschichte hin gewendet: Viele, viele chaotische Einzelheiten ergeben letztlich doch eine sinnvolle erkennbare Einheit. Das können wir allerdings nicht erkennen – Anhaltspunkte geben nur die Goldfäden Gottes.
  6. Geschichtszusammenhänge können wir manchmal erst aus dem Rückblick erkennen. Menschen in der jeweiligen Zeit können nicht sehen, was aus ihrem Reden, Tun, Denken usw. werden wird. Wir können gegenwärtige Momente der Geschichte nicht aus der Gegenwart einordnen – das wird erst aus der Zukunft möglich sein. Von daher wird erst die Herrschaft Gottes den Gesamtzusammenhang der Menschheitsgeschichte einschließlich des Handelns Gottes erkennen lassen. Vorher ist das nicht möglich.
  7. Die Geschichte ist nicht beendet. Sie ist offen – auf Zukunft hin. Und wir Menschen können diese Zukunft nicht erkennen. Morgen schon kann alles anders sein. Geschichte ist mit Blick auf die Zukunft – immer wieder neu. Sie wird erst abgeschlossen sein, wenn Gott seine Herrschaft, sein Reich errichtet. Aus christlicher Perspektive läuft die Geschichte darauf zu. Weil für den Menschen die geschichtliche Zukunft offen ist und auch nur offen sein kann, können wir schlicht und ergreifend nicht wissen, wie Erkenntnis in Zukunft aussehen wird. Vielleicht betrifft das, was Heisenberg mit Blick auf das Individuum des Forschers gedacht hat: Wer von der Wissenschaft trinkt, wird atheistisch. Aber am Grund des Bechers finden wir Gott… – im Augenblick, und das wird vermutlich auch noch eine Weile so gehen, versucht mancher Mensch mit diesem Trinken den Atheismus groß zu machen – aber vielleicht wird er in seiner Einschätzung aber immer vorsichtiger, je näher er dem Grund des Kelches kommt. Letztlich wird aber Gott der Menschheitsgeschichte ein Ende setzen. Das wäre umso härter, wenn der Mensch im Taumel seines Trunks plötzlich am Ende der Zeiten mit Gott konfrontiert wird, ohne vorherigen Erkenntnisfortschritt in Sachen Gott.

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Putin und Hochzeit

Es ist gut, dass Putin auch zur Hochzeit eingeladen wird: https://www.tagesschau.de/ausland/putin-oesterreich-hochzeit-kneissl-101.html

Es ist gut, dass sich Merkel und Putin treffen. Es muss unbedingt eine Ukraine-Lösung gefunden werden. Ob eine Umwandlung der Ukraine in einen Föderalstaat noch möglich ist? Seit 2014 ist sehr viel kostbare Zeit vergangen.

Im Oktober 2014 schrieb ich – was ist seitdem nicht alles passiert? https://blog.wolfgangfenske.de/2014/10/01/ukraine-13/ :

Um die Ukraine wird es in unseren Medien ein wenig stiller. Es sollte jedoch nicht stiller werden, es muss eine Lösung gefunden werden, denn der nächste Winter kommt und die Menschen in den umkämpften Gebieten werden immens unter der Kälte leiden. Und politische Naivität und Prinzipienreiterei und Erfolgsmeldungen, die keine sind, helfen da nichts. Es müssen neue Wege gefunden werden. Heißt nicht Föderalismus das Zauberwort? Bekommt man es bis dahin noch hin – und zwar Föderalismus mit einer größtmöglichen Selbständigkeit der einzelnen Gebiete – unter Beibehaltung der Einheit der Ukraine? Dazu gehört die vertragliche Zusicherung, dass Russland wie der Westen die Ukraine unterstützen, aber auf absehbare Zeit ein Beitritt zur EU bzw. zur Nato nicht in Frage kommt – aber ein Volksentscheid in XY Jahren dazu durchgeführt werden wird? Begründung: Erst wenn die staatlichen Strukturen repariert sind, wenn alles wirklich rund läuft, dann erst ist eine freie Meinungsäußerung möglich? Parallel dazu muss die UN Modi finden, mit Grenzfragen umzugehen: Grenzen können nie für alle Zeit festgelegt werden. Darum: Wie kann man in Ländern damit umgehen, wenn die Frage nach Grenzveränderungen aufkommen und in den Bevölkerungen virulent werden? Ich denke, dass die UN sich da ein Vorbild an Großbritannien nehmen kann. Es muss ein Weg des Miteinanders gefunden werden – nicht des Gegeneinanders – auch nicht gegen Russland.

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Christenverfolgung + Verschwiegen + Versagen unseres Landes + Rechtsempfinden

In Äthiopien: http://www.globalchristiannews.org/article/churches-burned-and-looted-in-eastern-ethiopia/

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Mit der Christenverfolgung ist es wie mit den Kurden: Wenn es ins politische Konzept passt, dann denkt man daran – wenn es nicht passt, übergeht man es. Dies kann man aus diesem Beitrag schließen (im Irak/Syrien war es ähnlich: Die brutale Christenverfolgung war kein Thema – erst als der grausame Umgang mit den Jesiden publik wurde, bequemte man sich, auch  die entsprechende Verfolgung von Christen anzusprechen): http://www.globalchristiannews.org/article/us-led-conference-on-religious-freedom-fails-to-condemn-worlds-worst-abusers/

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Das ist auch ein schwarzer Dreckfleck, der auf unserem Land liegt. Wenn das so stimmt, wie es hier zu lesen ist: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/eine-als-sklavin-verkaufte-jesidin-trifft-auf-ihren-is-peiniger-in-deutschland/ Eine Jesidin wurde in Deutschland von ihrem IS-Peiniger, der sie als Sklavin gekauft hatte, aufgespürt. Sie ging. Er blieb wohl in Deutschland. Massive Kritik an falscher Politik? Es wird noch ermittelt: https://www.journalistenwatch.com/2018/08/17/sie-moerder-wutanfall/

Hier der Beitrag, auf den sich das zuvor genannte bezieht: https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/sie-leben-auf-unsere-kosten-niemand-macht-es-seinen-feinden-so-bequem-56713652.bild.html

Trotz dieses Beitrages vermute ich, dass der Politik ein Vorwurf zu machen ist – nicht allein der Justiz – wobei es eben so aussieht, dass der Ausgewiesene eben in Tunesien ein normales Verfahren durchläuft und keines, das einer Bananenrepublik würdig ist. Tunesien scheint zumindest im Augenblick auf gutem Weg zu sein: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/alles-was-recht-ist-die-farce-um-sami-a/

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Die üble Geschichte der Jesidin ist auch hier aufgenommen worden: https://www.tagesschau.de/ausland/jesidin-is-deutschland-101.html

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Zu dieser Frage des Rechtsempfinden gegen Recht: Interessant, wie die Grenzen verschwimmen. Die einen fordern, dass keiner abgeschoben wird, auch wenn er rechtlich abgeschoben werden muss – und schimpfen nun, dass das Recht bei S.A. nicht eingehalten wurde. Und andersherum: Andere fordern die Einhaltung des Rechts – haben aber nichts gegen die Abschiebung von S.A. Wenden sich viele unserer Links-Medien auch gegen die Beugung des Rechts durch diejenigen, die Abschiebungen verhindern wollen? Bleibt spannend zu beobachten.

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Haben Tiere Würde?

Der Begriff „Würde“ setzt den Menschen voraus. Der Mensch hat Würde. Er hat „Würde“, weil er sich vom Tier unterscheidet: Er ist ein handelndes Wesen, das bewusst handelt, dass sein Handeln moralisch einordnen kann, das sich in Zeit (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und Raum verorten kann, Verstand und Vernunft hat… Das kann ein Tier nicht – ohne Menschen als bewusst verantwortlich handelndes Wesen gäbe es im Tierreich den Begriff und die Vorstellung von Würde nicht. Selbstbewusstsein usw. haben nach heutigem Kenntnisstand auch Ungeborene, Säuglinge und andere nicht. Aber sie haben Würde, weil sie der Gattung Mensch zugehören. Aus christlicher Sicht: Der Mensch ist Ebenbild Gottes als Mensch – Gott wurde in Jesus Christus Mensch. Damit hat jeder Mensch Würde.

Beim Tier sind weder die säkularen noch die religiösen Begründungen gegeben. Von daher ist der Umgang mit Tieren nicht davon geprägt, dass das Tier Würde hat – Würde, wie sie der Mensch hat – sondern die Sicht des Menschen ist auch hier dominant: Ein Mensch, der mit dem Tier nicht als Mitgeschöpf umgeht, es also quält, handelt selbst unwürdig. An ihm wird deutlich, dass er die Würde, die ihm gegeben ist, nicht verantwortlich umsetzt, seine Würde ist durch die Sünde verzerrt. Er verletzt seine eigene Würde, indem er Mitgeschöpfe misshandelt.

Diese Sicht ist wichtig, weil wir Menschen wohl Tiere züchten könnten, die keine Schmerzen verspüren – von daher könnten wir mit ihnen machen, was wir wollen. Aber: Dieses Argument zählt dann nicht mehr, wenn wie oben geschrieben, der Mensch darin seine Selbstentwürdigung zur Schau stellt, wenn er Tiere als Mitgeschöpfe misshandelt. Und das tun wir im Augenblick als Gattung wohl mehr – zumindest von der Quantität her – mehr als jemals zuvor.

Das Tier bleibt Tier. Wir Menschen benutzen Tiere. Wenn wir Menschen kein Eigennutz an Tieren hätten, gäbe es auch kaum noch welche (zumindest von der größeren Art – Insekten und Ratten… ausgenommen) – außer in ein paar Reservaten: Rinder, Pferde, Schweine, Katzen, Hunde… Indem wir sie züchten und verwenden, geben wir ihnen erst Lebensmöglichkeit. Wenn wir nicht würdelos handeln wollen bzw. selbstentwürdigend, dann muss den Tieren auch ein angemessener Lebensraum zur Verfügung gestellt werden. Als Mensch – als Gattung – kann man nicht akzeptieren, wenn Individuen unangemessen mit Tieren umgehen. Religiös gesprochen: Sie sind wie der Mensch Teil der Schöpfung – und er hat so gut er kann, gut mit der Schöpfung Gottes umzugehen. Was das allerdings heißt, muss in den Gesellschaften immer wieder neu ausgehandelt werden.

Das Tier bleibt Tier – und der Mensch kann von ihm sehr viel lernen – aber erst, wenn es auch auf seine Weise geachtet wird. Wie in allen Fragen (Frieden, Opfer, Menschenrechte…) stehen wir Menschen in einem Prozess, der nicht zuletzt mit dem Apostel Paulus erkennen lernt: Alle Kreatur, alle Schöpfung ängstigt sich, wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem Gott sich durchsetzen wird (Römer 8,22). Es ist also mehr im Tier als einfach nur sein Tiersein. Es ist Geschöpf Gottes. Hat wie der Mensch aus Gottes Willen heraus seinen Ursprung. Entsprechend hat der Mensch auch sorgsam mit ihm umzugehen.

Statt von Tier-Würde sollte man also eher von Tier-Wohl (oder Tier gemäßer Würde) sprechen: Tiere haben keine Würde – es geht um das Tier-Wohl, für das der Mensch verantwortlich ist, wenn er Tiere unter seiner Obhut hat.

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