Schülerproteste + Vergrünung der SPD

Schülerproteste – während der Unterrichtszeit? Ist Barley dafür – dagegen? Als Justizministerin? Darf man den Unterricht Schwänzen, wenn es für eine, aus Sicht des Mainstreams gute Sache ist? https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/fridays-for-future-demonstration-klimaschutz-angela-merkel-katarina-barley?

Ich vermute, das wird wieder vergehen – aber was nicht vergehen wird ist der Versuch, daraus politisches Kapital zu schlagen: Barleys Vorschlag: Wahlrecht ändern – 16 Jahre.

Wie wäre es, mit dem POWI-Unterricht dorthin zu gehen und dann darüber zu reden:

  • Wie kommt es zu politischen Massenveranstaltungen,
  • wer geht zu solchen und warum,
  • wie lassen sich Menschen medial und rhetorisch zu solchen Aktionen motivieren?
  • Was findet emotional statt?
  • Hat es langfristige Auswirkungen oder ist das nur ein Hype?

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Es ist doch schön – alles wird politisch aktiv: https://philosophia-perennis.com/2019/02/28/baeren-gegen-rechts/?

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SPD scheint eine Möglichkeit zu suchen, sich dem allgemeinen Grünen-Mainstream anzupassen. Ein Indiz dafür ist nicht allein die Aussage von Frau Barley mit Blick auf Schülerinnen und Schülers Engagement für Umwelt, sondern auch diese Sicht zum Tempo-Limit: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/bundesumweltministerin-laesst-abgas-messstationen-ueberpruefen-16069590.html

Die Frage stellt sich: Wenn SPD vergrünt – warum dann nicht gleich das grüne Original?

Ok – die Grünen sind schon weiter – zumindest im wunderbaren Berlin: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/berlin-verkehrssenatorin-will-autos-in-der-innenstadt-abschaffen-a-1255900.html

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Gedanken über Afrika

Neulich hatte ich im Blog das Thema, dass man Afrika nicht als Einheit ansehen solle, sondern eben in seiner Vielfalt in den Blick bekommen müsse (27.1.). Hier wird ein anderer Weg, den des reduzierten Panafrikanismus, beschrieben: Afrika – eine Einheit, die sich auf diese Einheit besinnen muss, um sich von der Bevormundung durch den kapitalistischen Norden lösen zu können: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/afrikas-zukunft-felwine-sarrs-thesen-in-afrotopia-16059770.html

(Ich nenne es reduzierten Panafrikanismus, weil es um die Menschen auf dem Kontinent geht und nicht um alle afrikanischen bzw. schwarzen Menschen weltweit.)

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Neue Informationen aus und über Afrika gibt es hier – woran ich wieder erinnern möchte: http://www.bonner-aufruf.eu/?seite=neues

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Von Volker Seitz ein Beitrag zum Thema Malaria: https://www.achgut.com/artikel/malaria_anstieg_afrikaner_schuetzen_sich_halbherzig

Von Volker Seitz auch ein Beitrag zum Thema Günter Nooke: https://www.achgut.com/artikel/guenter_nocke

Ich wüsste ja gerne, wie solche Afrika-Experten, wie sie in dem Beitrag zu Wort kommen, afrikanische Experten – Experten aus Afrika – beurteilen würden. Auch dort wird es keine einheitlichen Stimmen geben. Warum tut man aber hier so, als würde nur eine Meinung richtig sein?

Demokratie lebt von Vielfalt, liebe Leute: von Vielfalt!

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Segen am Sonntag

In einer Welt der Unruhe und Hektik,

Herr, segne uns mit Ruhe und Gelassenheit.

In einer Welt, die sich von Dir abwendet,

Herr, segne uns mit der Freude, bei Dir zu verweilen.

In einer Welt, in der Stärke und Macht zählen,

Herr, segne uns mit einer mutigen Schwäche, die Deine Liebe lebt.

In einer Welt, die laut und schrill ist,

Herr, segne uns damit, Deinem Wort zu lauschen.

In einer Welt, die nicht nach Deinem Segen Ausschau hält,

Herr, segne uns:

Es segne und behüte uns, der gnädige und barmherzige Gott, † der Vater und der Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist. Heute, Morgen und in Ewigkeit. Amen

Predigttext: https://predigten.wolfgangfenske.de/lukas-10%2c38ff.html

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Teppiche

Die christlich-orientalische Tradition der Teppichsymbole hat von Armenien ausgehend in bildlichen Darstellungen von frühmittelalterlichen Büchern Eingang gefunden (https://en.wikipedia.org/wiki/Lindisfarne_Gospels ). Die byzantinische Tradition, die Europa geprägt hat, wird nach meinen Beobachtungen häufig nicht genug beachtet. (Das Kreuzmuster in Teppichen ist schon älter, wurde allerdings von den christlichen Armeniern hervorgehoben und auch mit anderen christlichen Symbolen versehen.)

Wie dem auch sei: Könnte es sein, dass die zentralen Kreuzesabbildungen in den Teppichen dann in solche Werke überführt wurden, die ein Kruzifix vor einem Teppichausschnitt zeigen (z.B. Cimbabue: Kruzifix [1260/70]; Meister von S. Francesco: Kruzifix 1272)? (https://www.terredipiero.it/de/da-non-perdere/kirche-san-domenico-und-kruzifix-des-cimabue/)

Die Tradition, Teppiche mit Kreuzmotiven zu zeichnen, wurden von Malern aufgegriffen (z.B. Giotto: Madonna [San Georgia alla Costa]; Kruzifix [San Felice]), oder Jan van Eyck (Die Madonna des Kanonikus van der Paele [1436]), oder: Hans Memling: Die Mystische Vermählung der Hl. Katharina (1479): Zu Füßen der Maria finden wir einen Teppich mit einem Kreuz.

Diese Tradition wurde dann ab dem 15. Jahrhundert unterbrochen und die Künstler kamen durch den vermehrten Kontakt mit islamischer Teppichknüpfkunst dazu, Teppiche als Luxusgegenstände wahrzunehmen: https://de.wikipedia.org/wiki/Orientteppiche_in_der_Renaissancemalerei . In der islamischen Kunst wurden vielfach die Anklänge an das Kreuz – somit an die armenische christliche Tradition – durch neue Muster ersetzt (vgl. Gantzhorn), von daher hat man zum Teil eher auf diese in der damaligen Zeit modernen islamischen Teppiche zurückgegriffen.

In der chinesischen Tradition haben die armenischen Kreuz-Teppiche noch überdauert. Allerdings konnten Kreuzmuster in islamischen Teppichen beibehalten werden, wenn sie nicht der Dekoration, sondern dem Alltagsgebrauch dienten.

Die christlich-armenische Tradition wird im Wikipedia-Artikel zum Thema Orient Teppiche nicht reflektiert. Im Fokus stehen islamische Teppiche.

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Maria und Europa

Dass die Flagge der EU mit Maria in Verbindung zu bringen ist, wird angedacht (12 Sterne/Strahlenkranzmadonna: Apk 12!), Beschluss der Flagge am Festtag Mariä Empfängnis (8.12.): https://de.wikipedia.org/wiki/Europaflagge#Inoffizielle_Interpretationen ). Die Bedeutung der Maria mit Blick auf Europa wird hier vertieft: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria,_Hilfe_der_Christen

Nun denn, heute will man von all dem nichts mehr wissen, zumindest offiziell nicht. Warum 12? Zahl der Vollkommenheit, Tierkreis, Monate, 12 Götter in griechischer Mythologie, 12 Stämme Israels, 12 Stunden… (https://www.handelsblatt.com/technik/das-technologie-update/frage-der-woche/europa-warum-hat-die-eu-fahne-zwoelf-sterne/9162882.html – von 2013) Wenn ich mich richtig erinnere standen diese Aspekte auf der offiziellen EU-Seite. Dann ist nur noch die 12 als Zahl der Vollkommenheit zu finden.

Heute heißt es: https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/flag_de

Sie zeigt einen Kreis aus zwölf goldenen Sternen auf blauem Hintergrund. Die Sterne stehen für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den Völkern Europas.

Schön, kann man da nur sagen. Schöner Traum. Eine Flagge zum Träumen.

Dass die Tierkreiszeichen einmal als Erklärung herangezogen worden waren, wird noch an dieser Version erkennbar: https://www.laenderservice.de/flaggen/europa/europaflagge.aspx

Mit den 12 Stämmen Israels könnte die Zahl 12 zusammenhängen, denn darum hat Jesus 12 Jünger ausgewählt – vermutlich hat die Sternenkranzmadonna auch hiervon die Sterne.

2009 hieß es noch http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-demokratie/39426/europaflagge:

Diese Zahl soll im Anschluss an antike und christliche Vorstellungen Vollkommenheit und Vollständigkeit versinnbildlichen. 

Wie sich die Interpretationen wandeln – und dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass sie konzipiert wurde.

Das ist das Spannende daran: Die Interpretationen gegenwärtiger Ereignisse ist abhängig von dem jeweiligen Denken der Zeit. Und dann werden alten Vorwürfe gemacht, sie hätten etwas anders eingeordnet, hätten etwas anders erzählt, als man es sich heute so denkt.

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Mündige Welt

Die Welt wurde mündig. Das heißt: Menschen unseres Mitteleuropa und Nordamerika haben sich vom christlichen Glauben emanzipiert, leben, denken, handeln so, als ob es Gott nicht gäbe.

In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass die „mündige Welt“ heute ein lokales Ereignis ist, vor allem, weil es das die Säkularisierung fördernde „Christentum“ weltweit nicht gegeben hat, somit eine Säkularisierung nicht stattfinden konnte. Eine Emanzipation von Religion weltweit ist – soweit ich wahrnehme – nicht erkennbar. Man redet bei uns nicht viel über weltweite Religion, weil sie in unseren Breiten nicht mehr zum Vorzeichen menschlichen Zusammenlebens gehört. (Man redet nur noch dann darüber, wenn sie versagt – nicht aber in ihrer Förderung von Gesellschaft.) Aber Verschweigen bedeutet nicht, dass sie nicht existiert.

Zudem erkennen sich auch Christen als mündig an: Mündig ist erst, wer mit Gott sein Leben lebt, weil er sich dann von weltlichen Vorgaben emanzipieren kann.

Aber die Rede von der „Mündigkeit“ mag neu sein. Der Sachverhalt ist aber schon alt, wird schon in der Zwei-Reiche-Lehre Augustins sichtbar: civitas terrena und civitas caelestis, die irdische Bürgerschaft/Herrschaft – die himmlische Bürgerschaft/Herrschaft (vgl. Paulus: Philipperbrief). Es gab eine Menge an Versuchen, die Überschneidungen zwischen beiden zu verstehen, mal wird der irdischen Existenz mehr Freiraum zugemutet, mal wird sie stärker dem göttlichen Wirken zugeordnet. Vor allem stellt sich auch die Frage: Inwieweit ein Christ leben soll, da er ja beiden Bereichen zugehört.

Mündigkeit der Welt – was aussieht, als würde man sich von der christlichen Religion lösen, ist im Grunde eine Transformation christlicher Religion. Und die hat schon immer stattgefunden. Ohne die Transformationen wäre der christliche Glaube erstarrt und tot.

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