Bouffier und Koch

dass sich Bouffier und Koch mit Blick auf die CDU-Kandidaten nicht eins sind, kann man sich denken. Bouffier als Merkelianer wird eben Laschet, den Merkelianer unterstützen – der hat Spahn an der Seite. Und Koch, war mir bislang eher nicht als Merkelianer bekannt, wird entsprechend Merz unterstützen. https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/cdu-parteivorsitz-volker-bouffier-und-roland-koch-uneins-16657693.html

Und Daniel Günther? Er legt Merz nahe, seine Kandidatur zu überdenken. Warum? Weil die CDU keinen Bruch mit der Merkel-Ära mag. Woher weiß er das, vor der Abstimmung?

Deutet sich hier in der CDU an, was in der Gesellschaft ein schönes Spiel geworden ist? Die Spalter sind die, die eine andere Meinung haben.

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Vor allem Deutsche haben Angst + Volk von Feiglingen? + Coronavirus (Covid-19)

Im Hotel auf Teneriffa, das wegen Corona isoliert wurde, sollen laut Nachrichten (HR Info) vor allem deutsche Angst haben. Sind wir ein Volk der Feiglinge geworden? Haben wir, weil es uns seit Jahren gut geht, verlernt, tapfer und mutig zu sein, sachlich und überlegt zu handeln?

Ich habe gehört, dass auf einem isolierten Schiff auch die Nerven blank liegen. Die Crew wird bedroht, angespuckt usw. usw. usw. Vorstufen von dem, was man sich von Menschen vorstellen kann, die ihre zivilisatorische dünne Hülle durchbrochen haben.

Es wird deutlich, in unseren so zivilisierten Breiten, dass Menschen vor allem dann zivilisiert sind, wenn es ihnen gut geht. Ich hoffe, dass das Einzelne sind, nicht die Menge, die ausflippt.

Die Verantwortung von Politik und Medien in unserem Land ist groß. Nach einer sachlichen Phase beginnen sie wieder überzudramatisieren. Vorsicht soll man fördern – nicht aber Panik. Es ist ein schmaler Grad.

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Probleme nach Europa tragen + Türkei macht Probleme

So sieht es aus, wenn Leute aus anderen Ländern ihre Probleme mit nach Europa tragen: https://www.tagesschau.de/ausland/gare-paris-101.html

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Die Erdogan-Türkei versucht krampfhaft, die Nato und die EU in die von ihr angezettelten Probleme mit rein zuziehen. Der Wahnsinn eines Weltkrieges wird von Erdogan in Kauf genommen. Gut, dass sich die Nato weigert, diesem üblen Ansinnen nachzugeben. Die Türkei hat in Nordsyrien nichts zu suchen. https://www.tagesschau.de/ausland/turkei-syrien-nato-103.html

Wann lösen sich die Türken endlich von diesem Herrscher und seinen Steigbügelhaltern?

Wenn die EU noch immer hinter ihren Flüchtlingsversprechen zurückhängen sollte, dann ist das eine Schande. Aber dieses Thema mit der Kriegsunterstützung zu verbinden, ist nicht akzeptabel.

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Röttgen versteht noch immer nicht. AKK hatte verstanden, dass Erdogan Teile Syriens annektiert – nachdem sie massiv Gegenwind verspürte, macht sie nun auch einen Rückzieher: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/f-a-s-exklusiv-kramp-karrenbauer-und-roettgen-verlangen-mehr-druck-auf-putin-16657590.html

Das Problem ist nicht Russland, das Problem ist, dass Erdogan in einem Nachbarland meint, die Zügel in die Hand nehmen zu müssen. Weil aber der Hohe Herr in der Türkei mit Migranten droht, bekommen manche unserer Leute nun Panik, nachdem immer wieder gesagt wurde, das, was 2015 passierte, wird sich nicht wiederholen. Wird sich nur nicht wiederholen, wenn man den Erpressungsversuchen Erdogans nachgibt und einem 3. Weltkrieg näher kommt? Es gilt, einen kühlen Kopf zu bewahren, den hochzuhalten, keine Steigbügel für Herrn E.

Erdogan müsste man in den wohl verdienten Unruhestand versetzen – dann hätte die Türkei genug mit sich selbst zu tun, statt in anderen Ländern herumzupfuschen. Aber das sind nicht nur unrealistische Träume – sondern auch gefährliche.

Mit Liebkindmachen gegenüber Erdogan, wie es Röttgen versucht, kann man Erdogan jedenfalls nicht beeindrucken. was für ein Glück, dass Röttgen noch nicht regiert. Deutschland und Frankreich sollen Sanktionsdruck auf Russland machen – was sind das für kuriose Vorstellungen!

Aber die EU sollte endlich ihren Verpflichtungen nachkommen, wenn es um Unterstützung der Flüchtlinge geht. Auch Griechenland gilt es, massiv zu unterstützen.

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Sterbehilfe

2015 schrieb ich den folgenden Text, den ich 2019 ergänzt habe: https://blog.wolfgangfenske.de/2019/04/20/sterbehilfe-9/

Im Juli 2015 schrieb ich folgenden Beitrag
https://blog.wolfgangfenske.de/2015/07/05/sterbehilfe-8/ :

Das ist zu einfach gedacht, was in dem folgenden Artikel aus cicero zu finden ist. Ich habe die Diskussion im Bundestag leider nicht verfolgen können. Aber ich denke, wir sind schon weiter, wenn wir das Beispiel von Oregon bedenken…. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass kein Mensch sterben möchte. Da hat der Beitrag Recht, wenn er Sterbehilfegegnern das vorwirft – aber das ist ja keine Degradierung der Autonomie eines Menschen. Die Autonomie wird durch die Krankheit verletzt. Und da kein Mensch sterben will, wenn er nicht suizidal gefährdet ist – auch das geht bekanntlich weiter, als es dieser Beitrag ausführt – sind eben Hilfen notwendig, damit der Sterbewunsch möglichst nicht eintritt. Aber, da wir Menschen sind, tritt er immer wieder mal auf, vor allem in schweren Lebenssituationen – und eben am durch Krankheit gezeichneten Lebensende. Und so finde ich das Oregon-Modell beachtenswert. Und es ist nicht, wie mir eine Kritikerin vorwarf, utilitaristisch gedacht. Ich habe diesen Vorwurf nicht verstanden. Denn es ist vom Individuum her gedacht und seinem Nutzen. Oregon: Der Sterbewunsch muss wiederholt über einen längeren Zeitraum geäußert werden und dann gibt es die Möglichkeit, seinem Leben ein Ende zu setzen – doch viele machen es dann nicht. Und die Kommerzialisierung muss ausgeschlossen bleiben. Es ist eine Frage des gesellschaftlichen Miteinanders und nicht des Marktes. Das ist wie mit der Abtreibung. Man könnte sie auch kommerzialisieren – aber das hilft dem Individuum nicht.

Und, was auch hier vergessen wird: De Einzelne ist niemals vollkommen autonom. Er ist immer Teil der Gesellschaft. Gerade auch bei der Sterbehilfe – hier in dem negativen Sinn (nicht Hilfe im Sterben sondern Hilfe zum Sterben).

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Hinzufügen möchte ich noch, dass unbedingt vermieden werden muss, dass irgendwelcher wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird, sei es von Angehörigen noch von Gesellschaft (Krankenkassen, Politik). Zudem sollte man Möglichkeiten finden, den Menschen einen inneren Druck zu nehmen (ich bin zu nichts mehr Nütze, ich liege anderen auf der Tasche, mein Leben ist nicht mehr lebenswert…). Schlimmer als der Druck von Außen wird, wenn Sterbehilfe zunehmen wird, dieser innere Druck sein. (Das ist vergleichbar mit der Tötung von ungeborenen DownSyndromKindern, wenn Eltern unter druck geraten könnten, weil sie nicht abtreiben wollen.) Und das ist entwürdigend. Eine solche Gesellschaft garantiert nicht mehr die Menschenwürde. Hierin wird die Aufgabe der Christen wichtig sein. Sie glauben an die Auferstehung – und an den auferweckenden Gott, in dessen Hand man sich auch als Lebender legen kann.

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Nachtrag 2020: Zu Oregon habe ich am 30.6.2014 etwas geschrieben: https://blog.wolfgangfenske.de/2014/06/30/sterbehilfears-vivendi-ars-moriendi/

Und noch ein Kopftuch-Urteil

Das Kopftuch-Urteil https://www.tagesschau.de/inland/kopftuchverbot-113.html in der Kritik: https://taz.de/Kopftuch-Urteil-des-Verfassungsgerichts/!5667752/ Was würde der taz-Kommentator sagen, wenn ein Richter mit einem dicken Bischofs-Kreuz auf der Brust sein Urteil sprechen würde oder ein Sikh mit seiner Kopfbedeckung?

Das Kopftuch wird mal als normales Modeaccessoire angesehen, mal als ein religiöses Bekenntnis – wie es gerade notwendig ist. Für ein bloßes Modeaccessoir wird es in vielen islamischen Ländern – und auch in unserem Land – zu ernst genommen. Es ist keines. Von einer frommen Muslima wie auch von einem Christ, der seinen Glauben vor sich her trägt, möchten vermutlich eine Reihe von Menschen in unserem Land nicht „gerichtet“ werden, weil sie meinen, sie würden dann so gerichtet, wie es deren Religion vorschreibt, nicht wie es ein „neutraler“ Richter tun würde.

Spannend ist, dass das Lehrerinnen-Urteil begründet, dass Schule Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln soll. Gerichte nicht? Die sind neutral.

Das wird wohl nicht das letzte Wort sein. Seien wir gespannt auf das nächste Kopftuch-Urteil.

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