Lied am Sonntag

Der hebräische Textteil (übernommen von einer Anmerkung unter dem Clip auf Youtube) bedeutet:
A-shir-ra I’a-do-nai ki ga-oh ga-ah
(I will sing to the Lord for He has triumphed gloriously)
A-shir-ra I’a-do-nai ki ga-oh ga-ah
(I will sing to the Lord for He has triumphed gloriously)
Mi-cha-mo-cha ba-e-lim adonai
(Who is like You, oh Lord, among the celestials)
Mi-ka-mo-cha ne-dar-ba-ko-desh
(Who is like You, majestic in holiness)
Na-chi-tah v‘-chas-d‘-cha am zu ga-al-ta
(In Your love, You lead the people You redeemed)
Na-chi-tah v‘-chas-d‘-cha am zu ga-al-ta
(In Your love, You lead the people You redeemed)

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Anmerkungen zur Geschichte 4

Fortsetzung

Geschichte aus der Perspektive christlichen Glaubens

  1. Vor allem ist Geschichte eine Beschäftigung mit dem, was vergangen ist, tot – und wir gehen in der säkular Geschichte nach vorne – also ebenso in den Tod. Aber in diese Geschichte des Todes ist schon Gottes Leben hinein gekommen: in Jesus Christus. Und seitdem geht Geschichte nicht mehr auf den Tod zu, sondern die Menschen haben die Chance, auf Leben zuzugehen. In der Todesgeschichte begegnet ihnen der lebendige Gott. Geschichte wird so eine, die Chance zum Leben ermöglicht. Christlicher Glaube beschäftigt sich in erster Linie mit dem Leben in der Nachfolge des lebendigen Jesus Christus in der Geschichte. Und so versuchen Christen (wenn alles gut geht) die Menschen, die auf den Tod zugehen, zum Leben zu rufen, das in der Geschichte beginnt und über sie hinausgeht, in Gott mündet. Das Wort des Lebens – es wird heute hoffentlich in zahlreichen Predigten ausgesprochen. Oder lassen sich viele Christen von der Geschichte des Todes fesseln? Erst Gottes Existenz in der Geschichte qualifiziert diese als eine, die wahre Zukunft hat – allerdings über die Geschichte hinausgehend.
  2. Die Gegenwart basiert auf der Vergangenheit, auf das, was in der Geschichte geschehen ist. Allerdings basiert die jeweilige Gegenwart nur bedingt auf die Vergangenheit, weil sie nur einzelne Stränge aufgreift, verschiedene Stränge miteinander verbindet – somit auf Gedanken kommen kann, auf die Menschen der Vergangenheit noch gar nicht gekommen sind.
  3. Geschichtsforscher versuchen das, was zum Tod verurteilt ist, dem vergessen, dem Sterben zu entreißen. Aber sie entreißen es aus der Perspektive der Gegenwart – und dadurch kann das, was war, nur bedingt noch selbst zu Wort kommen, was auch damit zusammenhängt, dass man viele Einzelheiten gar nicht weiß, sondern erst phantasievoll – und möglichst begründend – kombinieren muss. Geschichte ist gedachte Geschichte, konstruierte Geschichte. Die zufälligen Ereignisse werden in einen kausalen Zusammenhang gebracht. Die Konstruktionen werden immer vielfältiger, begründeter, vernetzter. Die Perspektive der Gegenwart ist manchmal dominant, so bei ideologischer Geschichtsdarlegung, die einseitig bestimmte Aspekte ausschaltet, andere hervorhebt. So ist zum Beispiel bei manchen heute beliebt, die Rolle des christlichen Glaubens für unsere Gegenwart möglichst zurückzudrängen.
  4. Das, was die Menschen der Vergangenheit gesagt und geschrieben haben, kann weiterhelfen, weil man dann das Rad nicht immer wieder neu erfinden muss – das heißt im Rahmen der Geschichte: Man sieht, was falsch gelaufen ist (aus der jeweiligen Interpretationsperspektive der jeweiligen Gegenwart), man lernt, wie Menschen der Vergangenheit Probleme angepackt haben usw. Von daher ist Geschichtswissenschaft auch in die Gegenwart bzw. Zukunft gerichtet, das in sich zufällige und ziellose Geschehen wird sinnhaft. Vor allem ideologische Interpreten können sich aber einfach über die Vorlebenden und Vordenkenden hinwegsetzen, arrogant, meinen, es wäre auch alles ohne sie gekommen und außerdem haben diese alles schlecht gemacht. Ihre Weltbilder waren katastrophal, gemessen an unseren usw. Diese Arroganz gegenüber Menschen der Vergangenheit liegt uns nahe – ist aber unprofessionell und dumm, weil sie verhindert, Gefahren zu erkennen.
  5. Geschichte ragt auch über die Tradition in die Gegenwart und Zukunft. Diese ist zum Teil nicht reflektiert, sie wird übernommen. Wir leben in einer Zeit, in der man alles, was man wahrnimmt, einem Diskurs unterwerfen mag: Wollen wir das weiter übernehmen, wollen wir Neues machen usw. Diese Diskurse sind zwar nicht autonom, aber eben Versuche, sich von der Vergangenheit abzukoppeln, vor allem auch von der religiösen Vergangenheit. Der Mensch möchte sich emanzipieren – Geschichte als Emanzipationsvorgang und als Selbsterhebung bzw. Selbstvergewisserung. Vergewisserung der eigenständigen, von den Vorfahren abgekoppelte Identität.
  6. Das heißt: Geschichte will das Todverfallene, das, was vergessen wird, dem Vergessen entreißen, will es auf der populären Ebene mit Blick auf die Zukunft wirksam werden lassen – und dadurch dem Leben im säkularen Sinn dienen. Allerdings eben aus christlicher Perspektive ein säkulares Leben, das nicht mehr das vergangene Individuum zum Leben erwecken kann, und somit mit dem ewigen Leben bei Gott, der die Individualität des Menschen aufrecht erhält, nicht vergleichbar ist (Paulus: Unsere Heimat/Zukunft – außerhalb der menschlichen Geschichte – ist im Himmel/bei Gott). Freilich ist säkulare Zukunft immer auch geprägt von Vergänglichkeit – auch mit Blick auf das Vergehen der Erde.
  7. Geschichte will der Gegenwart und der Zukunft in gewisser Weise Sinn vermitteln, weil sie den Menschen in einen gedanklich nachvollziehbaren Zusammenhang stellt. (Was Tradition macht – eben nur rational nachvollziehbar.) Gott, der dem Glaubenden durch sein Wort in der Geschichte begegnet, gibt dem Menschen einen anderen Sinn – eben nicht geschichtlich bedingten oder traditionsbedingten Sinn, sondern einen Sinn, der mit Gott zu tun hat, der dann Nachfolge bedeutet, also Geschichtswirksamkeit des Glaubens.
  8. Die Geschichtswirksamkeit des Glaubens ist nicht zu leugnen – allerdings des Glaubens dessen, der auch als Glaubender frei ist und entsprechend von Gott losgelöste Wege gehen kann. Wenn es gut geht, geht er in seiner Zeit die Wege Gottes, prägt sie im Sinn Gottes. Wenn es nicht gut geht, missbraucht er Gottes Namen, lässt Gott „verschwinden“. (Das wird im AT und NT schon so gesehen.) Auch Glaubende sind Kinder ihrer Zeit und wirken als solche. Positiv innovativ wirken sie über ihre Zeit hinaus, wenn sie dem Willen Gottes angemessen folgen.

Fortsetzung folgt.

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Frau, bleib Frau – oder doch nicht? + Ausbeutung

Ein Einblick in die BBC-Serie: Clique http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/serien/bbc-fernsehserie-clique-15727154.html

Die angenehmste Ausbeutung geschieht dann, wenn die Ausgebeuteten denken, sie stehen im Mittelpunkt des Interesses. Das Problem ist nur: Wenn sie nicht mehr ausgebeutet werden können – werden sie ins Bodenlose fallen gelassen. Nicht nur gesellschaftlich – auch ins Bodenlose des Ich.

Mensch, Du hast nicht Wert, weil manche Dich umschwirren – und Du denkst, es geht ihnen um Dich. Du hast Wert, weil Du bist, weil Gott Dich liebt. Andere Menschen können mich stabilisieren. Aber sie dürfen nicht der einzige stabilisierende Faktor sein. Sonst bricht man zusammen, wenn sie sich entziehen.

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Menschlicher Faktor statt Fakten + Abschiebeverbot

Interessant ist, dass mit Blick auf Glyphosat der menschliche Faktor hervorgehoben wird – das bedeutet: Emotion statt Fakten?: https://www.tagesschau.de/kommentar/monsanto-149.html

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In der Hauptrolle eines emotionalen Stückes: Ein Gericht – die Bamf – Sami A. – Tunesien – und die staunende Gesellschaft: https://www.tagesschau.de/inland/sami-a-gericht-101.html

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Der unerwünschte Sarrazin + Integration + Maghreb-Bewohner kommen

Der von der SPD und vielen anderen unerwünschte Sarrazin meldet sich wieder zu Wort: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-will-mitgliedschaft-von-thilo-sarrazin-abermals-pruefen-15733621.html

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Dass die SPD am Kämpfen ist, liegt allerdings nicht an Sarrazin – liegt eher an den Grünen: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nur-noch-17-prozent-spd-rutscht-in-umfrage-weiter-ab-15734087.html

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So lange Integration nicht gelingt, so lange wird es Kritik geben. So lange von Verantwortlichen des Staates nicht genug getan wird, sondern nur geredet wird – auch: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/hilferuf-eines-buergermeisters-wegen-fluechtlingsunterkunft-15732139-p3.html

Dass Engagierte nicht mit den Bürgermeister-Worten einverstanden sind, ist klar. Stecken sie doch ihr ganzes Engagement hinein. Aber ein Bürgermeister sollte für alle da sein. Eben – auch die Politiker an höherer Stelle. Aber die Landesregierung hat, wie es so schön heißt, auch „keine einfache Lösung“. Aber nicht einfache Lösung? Klingt doch schon mal gut. Folgen den angedeuteten Worten Taten, um das Dorf nicht allein zu lassen?

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Nach Spanien kommen immer mehr Maghreb-Bewohner – nicht mehr Menschen aus Afrika, sondern aus den islamischen Staaten Nordafrikas: Algerien, Marokko… Tunesien zeigt, so der Beitrag, dass eine Weiterentwicklung des Staates, wie in Tunesien sichtbar wird, Auswanderungen nicht verhindert. 100.000 Akademiker sollen das Land verlassen haben – es blutet also aus. Das Schlimme an diesem Beitrag ist: Er lässt durch diese Darstellung keinen Grund der Hoffnung mehr: Bessere Situationen in der Heimat halten die Menschen dennoch nicht zurück. Was folgt daraus für die Politik der EU? Sie darf keine Grenzen öffnen – auch die Eliten nicht mit offenen Armen empfangen, auch wenn sie diese benötigen sollte. Ihre Heimatländer benötigen sie. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/die-maghrebstaaten-werden-selbst-zu-herkunftslaendern-von-fluechtlingen-15732421.html

Sommer

Der Sommer mag für viele Menschen, Tiere, Pflanzen äußerst anstrengend gewesen sein. Er zeigt mir, dass trotz Klimaerwärmung – wodurch auch immer verursacht – Wesentliches nicht in der Hand der Menschen liegt. So ein Wetter mit stabilen Hitzehochs ist dem Macher-Menschen ein Ärgernis. Der Macher-Mensch überschätzt sich, wenn er meint, alles in der Hand zu haben bzw. auch alles, was ist selbst verursacht zu haben. Der Mensch ist Teil der Natur, auch wenn er sie beeinflusst. Natur ist nicht Teil des Menschen.

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Anmerkungen zur Geschichte 3

Interpretationsgeschichte und Geschichtsdeutung als Teil des säkularen Weltbildes

Neben dem Sichten dessen, was uns die Vergangenheit erhalten hat, wird in der Geschichtswissenschaft interpretiert. In einer solchen Interpretationsgeschichte leben wir. Religionsgemeinschaft ist Erzählgemeinschaft. Und so steht das Christusereignis am Anfang, das mit Hilfe alttestamentlich/jüdischer Tradition verstanden und interpretiert wurde. In dieser Interpretationstradition stehen wir, auch wenn ständig neue kulturelle Errungenschaften hinzukamen und die Erzähltraditionen neu prägten. Das Alte wurde zu einem wesentlichen Baustein des Neuen. Wir leben nun in einer Zeit, in der die Erzähltradition der Religion(en), die religiöse Sprache von manchen nicht mehr akzeptiert wird. Und da stellt sich nun die Frage: Wie können Religionen hierauf reagieren – vor allem der christliche Glaube, weil er im Zentrum des säkular/atheistischen Diskurses steht.  Und damit verbunden ist nicht nur die Frage nach der Erzähltradition, sondern auch grundsätzlich die nach dem Verständnis von Geschichte, von Natur, des Menschen.

(Fortsetzung folgt.)

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Spanien und Migranten

Spanien mag auch nicht mehr so recht: https://www.tagesschau.de/ausland/spanien-321.html

Auch bei allem guten Willen muss man die Situation berücksichtigen und den Verstand einsetzen. Das muss irgendwann wohl jeder lernen.

Das Problem bleibt: Wie umgehen mit dieser schlimmen Situation? Dieses Hin- und Her in der EU bringt viele den Tod, weil sie sich hoffnungsvoll auf den Weg machen – obgleich es kaum mehr Hoffnung gibt: http://www.spiegel.de/politik/ausland/mittelmeer-aquarius-rettet-141-migranten-von-holzbooten-a-1222698.html

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