Teppiche

Die christlich-orientalische Tradition der Teppichsymbole hat von Armenien ausgehend in bildlichen Darstellungen von frühmittelalterlichen Büchern Eingang gefunden (https://en.wikipedia.org/wiki/Lindisfarne_Gospels ). Die byzantinische Tradition, die Europa geprägt hat, wird nach meinen Beobachtungen häufig nicht genug beachtet. (Das Kreuzmuster in Teppichen ist schon älter, wurde allerdings von den christlichen Armeniern hervorgehoben und auch mit anderen christlichen Symbolen versehen.)

Wie dem auch sei: Könnte es sein, dass die zentralen Kreuzesabbildungen in den Teppichen dann in solche Werke überführt wurden, die ein Kruzifix vor einem Teppichausschnitt zeigen (z.B. Cimbabue: Kruzifix [1260/70]; Meister von S. Francesco: Kruzifix 1272)? (https://www.terredipiero.it/de/da-non-perdere/kirche-san-domenico-und-kruzifix-des-cimabue/)

Die Tradition, Teppiche mit Kreuzmotiven zu zeichnen, wurden von Malern aufgegriffen (z.B. Giotto: Madonna [San Georgia alla Costa]; Kruzifix [San Felice]), oder Jan van Eyck (Die Madonna des Kanonikus van der Paele [1436]), oder: Hans Memling: Die Mystische Vermählung der Hl. Katharina (1479): Zu Füßen der Maria finden wir einen Teppich mit einem Kreuz.

Diese Tradition wurde dann ab dem 15. Jahrhundert unterbrochen und die Künstler kamen durch den vermehrten Kontakt mit islamischer Teppichknüpfkunst dazu, Teppiche als Luxusgegenstände wahrzunehmen: https://de.wikipedia.org/wiki/Orientteppiche_in_der_Renaissancemalerei . In der islamischen Kunst wurden vielfach die Anklänge an das Kreuz – somit an die armenische christliche Tradition – durch neue Muster ersetzt (vgl. Gantzhorn), von daher hat man zum Teil eher auf diese in der damaligen Zeit modernen islamischen Teppiche zurückgegriffen.

In der chinesischen Tradition haben die armenischen Kreuz-Teppiche noch überdauert. Allerdings konnten Kreuzmuster in islamischen Teppichen beibehalten werden, wenn sie nicht der Dekoration, sondern dem Alltagsgebrauch dienten.

Die christlich-armenische Tradition wird im Wikipedia-Artikel zum Thema Orient Teppiche nicht reflektiert. Im Fokus stehen islamische Teppiche.

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Maria und Europa

Dass die Flagge der EU mit Maria in Verbindung zu bringen ist, wird angedacht (12 Sterne/Strahlenkranzmadonna: Apk 12!), Beschluss der Flagge am Festtag Mariä Empfängnis (8.12.): https://de.wikipedia.org/wiki/Europaflagge#Inoffizielle_Interpretationen ). Die Bedeutung der Maria mit Blick auf Europa wird hier vertieft: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria,_Hilfe_der_Christen

Nun denn, heute will man von all dem nichts mehr wissen, zumindest offiziell nicht. Warum 12? Zahl der Vollkommenheit, Tierkreis, Monate, 12 Götter in griechischer Mythologie, 12 Stämme Israels, 12 Stunden… (https://www.handelsblatt.com/technik/das-technologie-update/frage-der-woche/europa-warum-hat-die-eu-fahne-zwoelf-sterne/9162882.html – von 2013) Wenn ich mich richtig erinnere standen diese Aspekte auf der offiziellen EU-Seite. Dann ist nur noch die 12 als Zahl der Vollkommenheit zu finden.

Heute heißt es: https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/flag_de

Sie zeigt einen Kreis aus zwölf goldenen Sternen auf blauem Hintergrund. Die Sterne stehen für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den Völkern Europas.

Schön, kann man da nur sagen. Schöner Traum. Eine Flagge zum Träumen.

Dass die Tierkreiszeichen einmal als Erklärung herangezogen worden waren, wird noch an dieser Version erkennbar: https://www.laenderservice.de/flaggen/europa/europaflagge.aspx

Mit den 12 Stämmen Israels könnte die Zahl 12 zusammenhängen, denn darum hat Jesus 12 Jünger ausgewählt – vermutlich hat die Sternenkranzmadonna auch hiervon die Sterne.

2009 hieß es noch http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-demokratie/39426/europaflagge:

Diese Zahl soll im Anschluss an antike und christliche Vorstellungen Vollkommenheit und Vollständigkeit versinnbildlichen. 

Wie sich die Interpretationen wandeln – und dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass sie konzipiert wurde.

Das ist das Spannende daran: Die Interpretationen gegenwärtiger Ereignisse ist abhängig von dem jeweiligen Denken der Zeit. Und dann werden alten Vorwürfe gemacht, sie hätten etwas anders eingeordnet, hätten etwas anders erzählt, als man es sich heute so denkt.

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Mündige Welt

Die Welt wurde mündig. Das heißt: Menschen unseres Mitteleuropa und Nordamerika haben sich vom christlichen Glauben emanzipiert, leben, denken, handeln so, als ob es Gott nicht gäbe.

In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass die „mündige Welt“ heute ein lokales Ereignis ist, vor allem, weil es das die Säkularisierung fördernde „Christentum“ weltweit nicht gegeben hat, somit eine Säkularisierung nicht stattfinden konnte. Eine Emanzipation von Religion weltweit ist – soweit ich wahrnehme – nicht erkennbar. Man redet bei uns nicht viel über weltweite Religion, weil sie in unseren Breiten nicht mehr zum Vorzeichen menschlichen Zusammenlebens gehört. (Man redet nur noch dann darüber, wenn sie versagt – nicht aber in ihrer Förderung von Gesellschaft.) Aber Verschweigen bedeutet nicht, dass sie nicht existiert.

Zudem erkennen sich auch Christen als mündig an: Mündig ist erst, wer mit Gott sein Leben lebt, weil er sich dann von weltlichen Vorgaben emanzipieren kann.

Aber die Rede von der „Mündigkeit“ mag neu sein. Der Sachverhalt ist aber schon alt, wird schon in der Zwei-Reiche-Lehre Augustins sichtbar: civitas terrena und civitas caelestis, die irdische Bürgerschaft/Herrschaft – die himmlische Bürgerschaft/Herrschaft (vgl. Paulus: Philipperbrief). Es gab eine Menge an Versuchen, die Überschneidungen zwischen beiden zu verstehen, mal wird der irdischen Existenz mehr Freiraum zugemutet, mal wird sie stärker dem göttlichen Wirken zugeordnet. Vor allem stellt sich auch die Frage: Inwieweit ein Christ leben soll, da er ja beiden Bereichen zugehört.

Mündigkeit der Welt – was aussieht, als würde man sich von der christlichen Religion lösen, ist im Grunde eine Transformation christlicher Religion. Und die hat schon immer stattgefunden. Ohne die Transformationen wäre der christliche Glaube erstarrt und tot.

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Physiker und Wirtschaft

Warum haben Physiker einen schlechteren Zugang zu Jobs in der Wirtschaft als Ökonomen? Dieser Frage geht dieser Beitrag nach: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/arbeitsmarkt-warum-oekonomen-mehr-verdienen-als-vwler-16060207-p2.html

Ist aber die Lösung, die die Autoren bieten wirklich in einer Zeit durchzusetzen, in der es um Kosten-Nutzen geht? Darum dreht sich doch alles. was nicht den notwendigen Nutzen bringt – wirtschaftlich gesehen – hat schlechte Karten.

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Medien und Rezipient: Man vergleiche

In Freiburg wurde eine Frau vergewaltigt.

Man lese: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/freiburger-staatsanwaltschaft-klagt-acht-weitere-verdaechtige-an-16067285.html

Was denkt man sich?

Und vergleiche mit: https://www.bild.de/regional/stuttgart/stuttgart-aktuell/gruppenvergewaltigung-freiburg-alle-10-festgenommenen-sind-angeklagt-60434006.bild.html

Man fühlt sich bestätigt. Aber zu recht?

Oder: Man ist überrascht. Warum?

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