2 Antworten auf „Unvollständige Gedanken 2: Glauben und Beweise“

  1. Glaubende müssen beweisen, dass es Gott gibt?
    Nun, außerordentliche Behauptungen erfordern auch außerordentliche Belege.

    Der Gläubige behauptet: es gibt meinen Gott, wobei eine Vielzahl von Gläubigen eine Vielzahl von Göttern postulieren.
    Der Nichtgläubige fragt: Welche Belege kannst du dafür anführen?
    Und dann kann der Gläubige absolut nichts Greifbares vorweisen.

    Nichtglaubende müssen erst beweisen, dass der Verstand überhaupt in der Lage ist, Gott zu beweisen.
    Gäbe es einen Gott(Götter, die – wie Gläubige es in aller Regel behaupten – in das Leben vieler einzelner Menschen eingreifen, dann wäre das mit Leichtigkeit zu beweisen. Dem ist aber nicht so.
    Sofern Gläubige trotzdem darauf beharren, dass es solche Nachweise gäbe, hätten sie damit nur „bewiesen“, dass es dann ebenso viele Götter geben müsste, wie Gläubige, die fest an solche Götter glauben.

    Zudem ist es so, dass JEDE konkrete Gottesvorstellung widerlegt werden kann, da diese IMMER mit Bereichen der Realität in Konflikt gerät.

    Denken – elektrisch geladene Teilchen, biochemisches Etwas.
    Offensichtlich haben Sie sich noch nicht mit dem Vortrag von Harald Lesch über das Phänomen der Emergenz auseinandergesetzt. Hier noch einmal der Link:
    https://youtu.be/T0-8tzdHEo0

    1. Wieder und wieder: Wenn Menschen an unterschiedliche Götter glauben, widerspricht das nicht dem Einen Gott. Es spricht nur dafür, dass Menschen in ihrer Freiheit sich von Gott abzuwenden, aus der Gottesahnung etwas herauspicken und sich einen ihnen lieben Gott basteln. Wir haben nicht die paradiesische Welt – die ist passe, der Mensch ist Sünder, stellt sich gegen Gott, verschließt sich ihm. Das bekennen Christen nicht zuletzt mit Blick auf das AT.
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      Eben: Gott wäre mit Leichtigkeit zu beweisen… – aber dann wäre es nicht Gott. Glauben Sie wirklich, Sie würden an Gott glauben, wenn irgendeine Statistik behaupten würde, Gott bewiesen zu haben? So naiv sind Sie nicht. Der Mensch sperrt sich gegen Gott – auch wenn er Spuren Gottes erkennen würde. Er hat die Freiheit dazu.
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      Der angemessene Zugang zu Gott ist: Sich Gott öffnen, sich ihm zuzuwenden, auch wenn man nicht an ihn glaubt, dann zu warten, wann und wie Gott reagiert. Gott kann natürlich auch anders – und zwar mit einem „Knall“ in das Leben eines Menschen eintreten. Aber was wir können, um zu erfahren, ob es ihn gibt, das ist das Genannte. Da wir Menschen Individuen sind, agiert Gott ganz auf das jeweilige Individuum zugeschnitten.
      Statistik, Mikroskope, Teleskope, chemische Untersuchungen usw. usw. – die ganze Palette menschlicher Möglichkeiten, die Natur zu untersuchen, scheitert an Gott.
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      Kommt Zeit, kommt Lesch. Sieht sich Lesch nicht auch als Christ an?

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