Wolf reißt Pferd

Wölfe sind liebe Kuscheltiere. Und wenn Wölfe Pferde, Schafe, Menschen reißen, sind die Menschen daran Schuld. Also liebe Menschen: Zieht in die Städte, baut Elektrozäune darum herum. Von einem Ort in den anderen kommt man dann nur mit dem Hubschrauber, damit ja kein Wolf auf der Straße leiden muss. Der Rest ist Natur. Da habt ihr eh nichts zu suchen – geschweige denn, Tiere auf Weiden zu halten. Die armen Tiere! – das soll sein eine SaTiere: https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/woelfe-reissen-pferde-toedlicher-tierschutz-16830547.html

Tierschutz contra Tierschutz. Aber Weidetiere sind nicht so romantisch wie der geheimnisvolle wilde Wolf aus den Wäldern.

Bislang kämpfen Tierschutz und Umweltschutz manchmal gegeneinander (darf man die süßen Rehe töten, wenn sie der Umwelt Schaden zufügen?).

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Diskriminierung + Neue Journalisten-Generation + „Angst vor dem M-Wort“

Der taz-Artikel geht übrigens nicht allein gegen die Polizei: https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584/

Was übersehen wird: Er diskriminiert auch die Menschen, die auf Müllhalden leben müssen, die sortieren, vor allem in armen Ländern. Das sollte man auch bedenken.

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Ich vermute einmal, dass die Anzeigen nichts bringen werden. Außer hämisches Grinsen und anderen Siegesposen.

Es bleibt zu hoffen, dass manche Journalisten lernen, dass nicht nur andere für ihr Handeln verantwortlich sein sollten, sondern sie selbst auch. Meinungsfreiheit als Freibrief für Diskriminierungen, für Spaltungen der Gesellschaft, für das Säen von Hass – das ist nicht nur ein Problem von SocialMedia, sollten auch manchen Journalisten bedenken, dass sie selbst an so etwas beteiligt sind.

Aber die Hater sind immer die anderen – und die in solchen Medien agieren, sind immer die Aufklärer. Das ist ein Selbstbild – nach dem Motto: Eigenlob stinkt.

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Haben sie gelernt? Man lese diesen Beitrag: https://taz.de/taz-Kolumne-ueber-Polizei/!5691333/

Wenn die, die hier als junge Journalistengeneration vorgestellt wird, wirklich junge Journalisten insgesamt widerspiegeln sollte, dann verheißt uns das nichts Gutes für die Gesellschaft. Denn: Meinungsfreiheit ist gefährdet, sobald eine Gruppe meint, sie müsse aus welchen hehren Gründen auch immer, den Mund/Stift verbieten.

Aber: Ich denke auch hier: Die Auswahl der taz spiegelt natürlich nicht die jungen Journalistinnen und Journalisten insgesamt wider. Sie sind vielfältig wie die Gesellschaft vielfältig ist. Es geht in diesem beitrag somit nur um die Differenzen in der taz – damit um die Frage: Welche Weichenstellung verfolgt die taz für ihre eigene Zukunft.

Lernt man an den Universitäten heute, dass Betroffene allein das recht haben, die Realität wiederzugeben? Lernt man nicht mehr zwischen Emotionalität des Individuums und der sachlichen Distanziertheit zu unterscheiden? Lernt man an den Universitäten heute, dass Menschen, die man aus irgendwelchen Gründen für inkompetent hält, dass diese sich am gesellschaftlichen Diskurs nicht beteiligen dürfen? Das wäre der Untergang der Wissenschaft – der Demokratie sowieso.

Es stellt sich also die Frage: Tut der taz-Beitrag Minderheiten einen Gefallen, wenn er die Nachkommen Zugereister so wiedergibt? Sie bringen die Autoritätsstrukturen ihrer Herkunftsländer mit, kehren sie nur um: Nicht die Mächtigen haben das Sagen, sondern wir. Und wenn wir etwas als richtig ansehen, dann haben alle anderen zu schweigen. Das ist hoffentlich nicht die Sicht studierter Menschen aus anderen Ländern. Das wäre aus demokratischer Perspektive Unrecht – dieses Mal von denen, die sich als „unten“ definieren.

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Zum Thema Stuttgart-Gewalt: https://www.cicero.de/innenpolitik/krawalle-stuttgart-angst-m-wort-migrationshintergrund-medien?fbclid=IwAR3hK6PV216E7sPpYrr01wCBe_-VsGvie7dUG1wXrau2fKT1w8JkhVI4pg0

Übrigens hörte ich neulich im Radio die Entschuldigung für die Krawalle in Stuttgart: Die Politik in der Corona-Zeit hat die Jugendlichen übersehen.

Sie mag sie übersehen haben. Da gehe ich noch mit. Aber dass dieses Problem in Stuttgart mit „den“ Jugendlichen verknüpft wird, halte ich für hanebüchen.

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Gesangbuchlieder neu gelesen

Georg Thurmair http://gedichte.wolfgangfenske.de/georg-thurmair-1909-1984/ hat zusammen mit Josef Diewald im Jahr 1938 ein Gesangbuch herausgegeben: Kirchenlied. Eine Auslese geistlicher Lieder für die Jugend, Düsseldorf, Verlag Jugendhaus Düsseldorf e.V. 1938. Wer die Texte von Thurmair kennt, die sehr deutlich Kritik an der Machtausübung des Nationalsozialismus übte, liest auch die hier genannten alten Kirchenlieder neu.

Allein schon „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ – das sonntäglich in Gottesdiensten gesungen wird, bezeugt (nicht nur) 1938: „Allein Gott!“ – keiner Partei, keinem so genannten Führer sei Ehr. Es geht in dem Lied um Frieden: die christliche Gemeinde will Frieden – in der Zeit wollte der „(Ver-)Führer“ schon den Krieg. In dem Lied wird auch gebeten, dass Gott vor des Teufels Gewalt behüten möge. Das heißt mit Blick auf den christlichen Code, dass der Teufel in Form von bestimmten Politikern und deren Gesetzen 1938 vor Augen stehen.

Oder „Großer Gott, wir loben dich“ – dort lautet die letzte Strophe: „Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe, leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe!…“. Wer der Feind ist, ist allen klar gewesen: die nationalsozialistische Partei und ihre Protagonisten.

Während die Deutschen Christen, also die Hitler-Fans unter den Christen, die Jerusalem/Zions-Lieder abgelehnt und umgedichtet haben, finden wir in diesem Büchlein zahlreiche dieser Lieder.

Natürlich finden wir auch das Lied darin, dass Thurmair selbst geschrieben hat: Sankt Georg, das ganz deutlich die schwere Zeit anspricht. Die „Goebbelsstrophe“ finden wir hier auch: „Die Lüge ist gar frech und schreit und hat ein Maul so höllenweit, die Wahrheit zu verschlingen“.

Zahlreiche weitere Gesangbuch-Lieder aus der Perspektive dieser Zeit gelesen, bekommen einen ganz anderen Klang. Und in der Aufnahme alter – auch evangelischer Lieder – hat man versucht, die Zensur zu unterlaufen.

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Glyphosat + Meinungsmacher: Homeschooling / PC-Unterricht

Bekommt Bayer das Geld wieder zurück, wenn Glyphosat nach allen Aufgeregtheiten als unbedenklich eingestuft wird? https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bayer-glyphosat-vergleich-105.html

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Manche Meinungsmacher sollten bedachtsamer sein, denn nicht allein Politiker, Polizisten, Lehrer – um aufgrund des Themas nur diese zu nennen – tragen Verantwortung, sondern auch Journalisten. Neben dem unsäglichen taz-Beitrag, den ich neulich im Blog hatte, auch solche: https://www.deutschlandfunkkultur.de/homeschooling-keine-einzige-minute-kreativen-unterrichts.1005.de.html?dram:article_id=479145

Manche scheinen sich selbst an Themen zu berauschen. Nun zum Beitrag:

Unterricht ist etwas anderes als „Homeschooling“. Zudem kann man vom „Fernunterricht“, in den die Lehrkräfte in der Corona-Zeit hineingeworfen wurden wie Schüler und Eltern auch, nicht so viel pädagogische Leistungen erwarten. Es fehlte an Erfahrungen, an Fortbildungen – vor allem aber auch an optimale technische Möglichkeiten usw. – und das von allen Seiten. Es bleibt zu hoffen, dass man daraus auf allen Ebenen gelernt hat.

Natürlich müssen Schülerinnen und Schüler im normalen Unterricht lesen. Sie bekommen Bücher, sie bekommen Kopien usw. usw. Sie müssen schreiben und malen. Aber: Das ist ja nicht der Unterricht. Im Unterricht – ist freilich auch abhängig von den jeweiligen Lehrkräften und Fächern – werden Kompetenzen berücksichtigt, wird erklärt… – und Erklärungen sind gespickt mit Alltagsbeispielen. Es wird miteinander gelacht, gerätselt, getuschelt, gewitzelt, gelangweilt, gelernt, geärgert, überlegt. Lehrerinnen und Lehrer bekommen von den vor ihnen Sitzenden Anregungen, sie reagieren auf die Schülerinnen und Schüler – von daher ist kaum eine Unterrichtsstunde gleich, weil auch abhängig von den jeweiligen Klassen. Rollenspiele können vorkommen, man rennt in der Klasse herum, weil spielerisch ein Thema angeeignet wird, man arbeitet in Gruppen… Man macht sich sorgen, denkt an den Geburtstag, isst miteinander Kuchen usw. – Alltag eben. Homeschooling ist kein Schulalltag. Das so genannte Homeschooling wird auch nie den Schulalltag ersetzen können, sondern nur Wissen vermitteln.

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Verschwörungstheorien und Christen + Kirchen und Corona + Katholischer Streamingdienst

Ein interessantes Interview zum Thema Verschwörungstheorien – und warum viele Menschen sie haben: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2020/06/23/verschwoerungstheorien-sind-eine-humane-konstante/

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Das Verhalten der offiziellen Kirche mit Blick auf Corona war falsch. ich hoffe, man nimmt das auch in den oberen Rängen wahr. Hier gibt es weitere Kritik: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/06/12/philosophin-sieht-spirituelle-hilflosigkeit-der-kirchen-in-der-coronakrise/

Man kann den vorauseilenden gehorsam auch verteidigen. Weiteres: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/06/11/bischof-baetzing-verteidigt-handeln-der-kirche-in-corona-krise/

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Ein katholischer Streamingdienst hat begonnen: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/2020/06/10/vativision-das-katholische-netflix-startet/

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Handeln im Nationalsozialismus

Manche werfen den Alten vor, dass sie nicht gegen die nationalsozialistische Ideologie intensiv eingetreten sind.

Das wäre natürlich ehrenhaft – aber ich kann verstehen, dass sie es kaum getan haben.

Allein schon heute, wenn man alles mögliche sagen darf – kann man wirklich etwas verändern? Nur dann, wenn man sehr intensiv vernetzt ist. Diese Vernetzung heute findet vor allem mit den technischen Hilfsmitteln statt, unterstützt von den emotional engagierten Medien.

Das fiel alles weg. Wenn man sich wirklich überlegt, wie wäre ich damals vorgegangen – vorausgesetzt, man hat ein wenig Ahnung von der Zeit – und die scheinen viele nicht zu haben – welche Möglichkeiten hätte ich als normaler Alltagsmensch wirklich gehabt?

Der normale Mensch musste zusehen, wie er seine Familie und sich ernährt – stärker noch als heute, es gab kein Hartz IV. Er war mobil sehr eingeschränkt. Zudem: Wenn ich so an mich in der Gegenwart denke: Ich habe eigentlich kaum Lust, all die Verrücktheiten der Gegenwart zu kommentieren, dagegen zu argumentieren, mich dagegen wirklich mit allen Mitteln zu engagieren.

Es gab vernetzte Gruppen – da sind vor allem die Sozialisten/Kommunisten zu nennen und die Kirchen. In der Zeit, konnte sich aber keiner so richtig sicher sein: ist der International-Sozialist nicht nun doch National-Sozialist geworden? Bei den Kirchen ist, vor allem bei der evangelischen Kirche deutlich geworden, wie viele bei den national(sozialistisch) orientierten Deutschen Christen mitgemacht haben – wie schwer es war, sich als Gegengruppe zu vernetzen. Das dauert seine Zeit – und bis es soweit war, hatte sich der propagandistisch und äußerst emotionale agitierende Nationalsozialismus vielfach schon in Herzen und Hirne etabliert. Das nicht zuletzt auch sehr aggressiv und drohend.

Selbst in politisch verantwortlicher Position waren den Menschen doch so ziemlich die Hände gebunden. So sei an Albrecht Haushofer gedacht, der stark in der Außenpolitik tätig war – aber letztlich doch nichts ausrichten konnte (s. http://gedichte.wolfgangfenske.de/haushofer/). Das ist kein Vorwurf, es ist auch nicht verwunderlich. Die nationalsozialistische Ideologie wie auch die kommunistische verlangen den ganzen Menschen – und haben ihn vielfach bekommen: Menschen waren vom Ungeist begeistert. Von daher Denunzianten usw. usw. waren ein großes Problem für diejenigen, die versucht haben widerständig zu sein.

Ein alter Mann sagte einmal, er habe bei einem Straßenbahnwagen, der an der Hauptmaschine drangehängt war, als er abends alleine darin fuhr, als Protest gegen die Zustände der Zeit alle Glühbirnen kaputt gemacht. Kleine Sabotage-Akte… – er selbst sah sie als sinnlos an. Aber er wollte irgendwas tun.

Wer sich heute nicht für Menschenrechte einsetzt – sollte vor allem mit Vorwürfen an die damalige Generation sehr sparsam sein.

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Nachdem ich das geschrieben habe, kam mir folgender Text vor Augen, in dem man vieles lesen kann, was man sonst nicht so leicht findet. Ein guter Text: https://www.hf.uni-koeln.de/data/musikeume/File/Oppositionelles%20Lied/Thurmair%20Lohmann.pdf

Es ist doch immer wieder ärgerlich, wie leichtfertig manche Kritiker agieren und agitieren – und das dann auch in Wikipedia aufgenommen wird. Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Thurmair

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Es gibt für manche Zeitgenossen nur schwarz-weiß. Darin sind sie den Ideologen nicht unähnlich. Ich finde auch in dieser Hinsicht das Buch von Heinrich Grüber: Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten interessant. Grüber versuchte während der Zeit des Nationalsozialismus Menschen die Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Er hatte manche Ansprechpartner im System, die ihm halfen. Man kann diesen Systemstabilisierung vorwerfen und was sonst alles noch. Aber eine realistische Beurteilung sollte sich doch so langsam durchsetzen – entgegen einer Sicht Nachgeborener, die sich verbal-heldenhaft zu profilieren sucht.

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Lamin Sanneh und die christliche Mission + Eintreten für den Schutz von Menschen im Nordirak

Über die Bedeutung der christlichen Mission in Afrika: https://www.lausanne.org/content/lga/2020-05/the-legacy-of-lamin-sanneh

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Menschen im Nordirak müssen vor Erdogans Angriffen geschützt werden – aber es ist Erdogan – der darf das: https://www.persecution.org/2020/06/22/turkish-air-raids-displace-iraqi-christians/

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Ein Wort von Jochen Klepper, das ich auf die Gegenwart umgenamt habe: „Wieder scheint Erdogans dynamische Risikopolitik sich gegen die juristisch-diplomatische Politik der großen Westmächte zu behaupten.“ Allerdings: So risikoreich ist seine Politik nicht. Er hat nichts zu befürchten.

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