Junge gegen Alte – Alte gegen Junge

Wenn wir die Auseinandersetzung innerhalb der taz-Redaktion beachten und derer in der New York Times, dann ist dieser Beitrag spannend. Und zwar Wolfgang Jung beschreibt in seiner Dissertation („Erzählung als Verkündigung“. Der Auftrag der geistlichen Dichtung in „dürftiger Zeit“ dargestellt an Leben und Werk Siegbert Stehmanns) ein Stück des Dichters Stehmann (der 1945 im Alter von 32 Jahren im Krieg gestorben ist). In diesem Stück geht es auf der einen Seite um die Bekennende Kirche (also den Alten) die sich gegen das nationalsozialistische Regime engagiert hat – auf der anderen um die Jungen, als die sich die nationalsozialistische bzw. bolschewistische Bewegungen jeweils ansahen.

Um den Weg der Erneuerung geht es Stehmann in einem theopoetischen Sprechstück mit dem Titel „Begegnung. Ein Präludium“ (Nr. 1452, v. 10.3.36). Es begegnen sich auf der einen Seite die Kräfte, die mit revolutionärer Gewalt eine neue Zeit schaffen wollen („Chor der Frühen“), auf der anderen Seite diejenigen, die, auf Gott vertrauend, eine neue, menschenwürdige Zeit erhoffen („Chor der Späteren“). In einem Wechselgespräch, der griechischen Tragödie nachempfunden, werden die unterschiedlichen Positionen verdeutlicht. Einige Andeutungen dazu: Nachdem der „Hüter“ (Gott) die Zeit als vom Untergang bedrohte charakterisiert hat, klagen die „Späteren“ ihre Gegner an, das von ihnen mit verursachte Unheil nicht wahrhaben zu wollen. „Lange habt ihr gedacht, als andere schrien, die besser gewacht.“ Die „Frühen“ sind überzeugt von ihrer Sendung, die Welt bewohnbar gemacht zu haben, indem sie der „kranken Erde“ alles Krankhafte entrissen zu haben glaubten und sie für die Menschen heimatlich gemacht hätten. Ihnen geht es um die „Vollendung des Seins“, so sei das Gebot der Stunde: „Wir kennen nur ein Gebot: Glut und wieder Glut! Sonnenflammen der Welt!“ Sie wehren sich gegen den Vorwurf, dem Tod den Einzug ermöglicht zu haben, sie wollen die absolute Revolution, denn nur hier läge die Zukunft. „Taucht eure Fackeln wie wir in die strahlende Röte.“ Und mit deutlicher Anspielung läßt Stehmann sie sagen: „Hier ist nicht Ahnen! Im Feuerbann flattern die Fahnen aufjauchzend voran!“ Der Ruf nach Stille und nach Gott wird belächelt.
Die „Späteren“ verweisen dagegen auf die alles umspannende göttliche Gegenwart. „Weh den Gewalten, die der Wenigen Traum in Ketten halten! Gottes Raum ist über den Träumenden.“ So habe es viele bittende und mahnende Stimmen gegeben, die aber ungehört verhallt seien. Der Vernichtungswille der Machthaber, der den Menschen die Geborgenheit nimmt, verbreitet allgemeine Furcht und läßt ängstlich nach dem Kommenden fragen, denn die „Heimat liegt im Dunst“, das „Herz ist matt“.

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Kirche und Corona

Interessante und sonderbare Ansichten werden hier vertreten: https://www.katholisch.de/artikel/26225-antworten-auf-corona-philosophie-gegen-kirchliche-selbstbezueglichkeit

Kirchen verwenden häufig Begriffe, die andere nicht mehr verstehen – also einen Gruppencode. Da muss sich Kirche immer wieder ändern. Sehr gut, wobei der Soziolekt einfach dazu gehört – und auch notwendig ist, aber freilich eine Sprache gefunden werden muss, die auch Außenstehende verstehen. Kirche ist missionarische Kirche – von daher ist dieses Sprechen notwendig.

Kirchen sollten auch mit Blick auf Corona die Schuldfrage berücksichtigen, das heißt: Ich werde schuldig, wenn ich andere unwissend mit Corona anstecke. Wie gehe ich damit um? Wichtiger Ansatz.

Sonderbar ist diese Aussage und in sich Widersprüchlich:

„Ein Mensch mit Haltung besitzt Halt, weil er in der Lage ist, der Gegenwart durch inneren Abstand kritisch zu begegnen. Er ist sogar dem Unabänderlichen nicht passiv ausgeliefert, weil er selbst dann, wenn er die Umstände nicht mehr zu ändern vermag, immer noch fähig ist, etwas zu verändern, nämlich seine Einstellung und sein Verhältnis zu den Umständen.“ 

Noch sonderbarer, wenn es heißt, die Kirche würde sich in der Corona-Zeit mit sich selbst beschäftigen: Gottesdienst im Livestream – ist doch öffentliches Thema. Und statt über das Thema Religionsfreiheit und Gottesdienstverbote zu diskutieren, hätte man sich für Obdachlose und Arme einsetzen sollen? Haben Kirchen an dieser Stelle ihr Engagement auch zurückgefahren?

Dass Kirchen Sterbende und Trauernde allein gelassen haben, das ist von mir auch schon kritisiert worden – es ist gut, dass der Finger auf diese Wunde gelegt wird. An dieser Stelle hat die öffentliche Kirche (nicht unbedingt die vor Ort) in der Corona-Zeit in unserem Land vollkommen versagt.

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Guterres Grundsatzrede

Guterres hielt eine Grundsatzrede. Sie spricht Wünsche an: Die Welt möge besser werden, Gerechtigkeitsstrukturen mögen errichtet werden. Sie spricht auch an, wie man das erreichen könnte. Aber: Mehr als reden bleibt auch ihm nicht: https://www.tagesschau.de/ausland/nantes-grossbrand-kathedrale-105.html

Kolonialismus und die gesellschaftliche Dominanz von Männern seien die zwei Hauptursachen für Ungleichheit. Populismus, Nationalismus, Extremismus und Rassismus trügen außerdem zu ihr bei.

Hätte er nicht auch Demokratie nennen müssen? Denn die Menschen, die ihre Regierungen wählen, sind eben die Menschen, wie man sie kennt. Welchen Weg würde er vorschlagen, die Menschen zu verändern? Durch Nudging – oder letztlich doch durch eine Art Menschenrechts-Diktatur? Die Oberen 200 bestimmen, wie die Welt auszusehen hat? Sicher nicht. Aber an dieser Frage „Mensch“ hängt alles.

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Gottesbeweis – Geist Gottes vertrauen

Es gibt keinen Gottesbeweis.

Dass Jesus der Christus ist, das ist erst von der Auferstehung her erkennbar. Aber die Auferstehung selbst ist nicht greifbar.

Um das erkennen zu können, muss man durch das Wunder des Glaubens geöffnete Augen bekommen haben.

Wenn man diese hat, dann kann man auch hinter der Schöpfung den Schöpfer erkennen bzw. die Natur als Schöpfung Gottes ehren.

Was kann man als Mensch machen? Nichts? Man kann Gottes Spuren suchen, man kann Gott auf der Spur bleiben.

Wo beginnen? Mit Jesus Christus, mit dem Evangelium, mit dem Gebet, mit der Gemeinschaft der Gemeinde, mit der Hinwendung zum Mitmenschen…

Dem Geist Gottes in uns vertrauen, dass er uns zu seiner Zeit zu einer bewusst wahrgenommenen Begegnung mit Gott führt.

*

Die Weisen aus dem Morgenland
folgten dem sonderbaren Stern Gottes.
Sie wussten nichts: nur der Stern!
Was erwartet sie?
Wer erwartet sie?
Wo werden sie erwartet?

Sie zogen los – in Hoffnung.
Sie zogen los – dem Stern hinterher,
der Spur, die Gott gelegt hat.
Sie zogen los wie Abraham.

Sie zogen los – in der Hoffnung,
die Strapazen sind nicht umsonst,
die Hoffnung wird nicht enttäuscht,
sie werden nicht zum Spott vor Götter und Menschen.
sich vor sich selbst blamieren – ein Alptraum.

Sie ließen sich auf Unglaubliches ein:
Und dann?
Kein Herrscher, keine Herrlichkeit, keine Macht!
Nicht ein Schnipsel des Erwarteten.
Nur ein Kind in der Futterkrippe,
in einem Stall geboren.
Mehr nicht.
Alles vergeblich?
Selbstverspottung steigt in ihnen.

Mehr nicht?
Der Geist Gottes in ihnen öffnete ihr Herz.
Sie fanden in dem „Mehr-Nicht“ Gott.
Sie gaben, was sie hatten und beteten an.
Sie zogen wieder heim.
Als veränderte Menschen.

Gott handelt unerwartet.
Aber es ist Gott, der handelt.

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Der Blog wird voraussichtlich erst am Montag wieder bestückt werden.

Es geht nicht um Theologie – es geht um den Menschen

Ich sage erst einmal nicht, worum es geht. Bitte ankreuzen, was zustimmend zur Kenntnis genommen wird:

  • Gegen das Alte Testament
  • Gott wird im Alten Testament negativ dargelegt, es ist darum nicht haltbar
  • Gott ist kein Richter – er ist einfühlsam Liebender
  • Gegen Jesu Sterben als ein Sterben für uns
  • Gegen das Kreuz als unangenehmes Symbol und ein für Gott unpassendes
  • Das Neue Testament gilt nicht als Ganzes, es ist zu „reinigen“
  • Das Wort „Gott“ zählt, die Konkretion „Jesus Christus“ führt nur zu Missverständnissen
  • Die Bibel ist Wort Gottes nur in der gereinigten Form
  • Der jeweilige Mensch und die Gemeinschaft bestimmen das Verhalten, nicht ein Gebot Gottes
  • Es geht um die Erziehung der Menschen zum Guten
  • Ziel ist: Der Mensch errichtet das Reich Gottes
  • Gottesfurcht ist nicht mehr akzeptabel, sondern kindliches Gottvertrauen
  • Jesus war kein Opfer, er war einer, der mutig und aufopfernd gehandelt hat
  • Menschen gestalten Kirche im Einklang mit dem, was man zur jeweiligen Zeit akzeptiert
  • Nicht Gott regiert, der Mensch muss sich vor Gott nicht verantworten
  • Gottesdienst ist gesellschaftliches Engagement
  • Traditionell Glaubende gehören nicht zur Jugend, sie haben die zukunftsweisenden Zeichen der Zeit nicht erkannt
  • Es geht nicht um Theologie und Dogmatismus, es geht um Menschen

Hermeneutisch fortschrittlich, das heißt: Die alten Texte sind mit Blick auf die Gegenwart auszulegen:

  • Glauben – zentral ist das gute Gefühl
  • Man fühlt das Göttliche in sich
  • Das Evangelium / die Frohbotschaft muss schlicht sein
  • Auferstehung bedeutet Auferstehung des Menschen/Volkes
  • Jesu gewaltsamer Tod wird im Sterben der Menschen der Gegenwart bedeutsam
  • Abendmahl ist eine Gemeinschaftsfeier
  • Abendmahl ein Einswerden mit der Natur
  • Das Evangelium ist der modernen Weltanschauung unterzuordnen

Wer nicht mitmacht, der stört, und er ist zu isolieren, er ist parteilich, er spaltet, er vertritt die Mächte der Finsternis.

Dann begrüßte man Hitler als Heilsbringer und seine Bewegung, weil diese es endlich ermöglichten, die konservativen Christen, die das Gegenteil von dem vertreten, was oben geschrieben wurde, in die Schranken zu weisen.  

*

Richtig erkannt: Es geht um – die so genannten Deutschen Christen. Ansätze dazu gab es nicht erst in der Zeit des Nationalsozialismus, sondern schon einige Jahrzehnte vorher. Man versuchte zweierlei: Einmal den christlichen Glauben rational zu deuten, somit alles, was dem Menschen nicht passte, auszusortieren (Gottes Gericht, Zorn, Jesu Sterben für den Menschen usw.) und damit missionarisch zu wirken, das heißt: Wenn man alles, was den Menschen rational nicht passt, aussortiert hat, dann kann man seine Zeitgenossen besser erreichen. Aber das genügt natürlich nicht. Man hat das Ganze dann auch mit den Mitteln emotionalisiert, die die Zeit geboten hat: Ein Feindbild stärkt immer die Gruppe – und der Feind, den man sich auserkoren hat, waren Juden und die konservativen Christen, zudem hat man alles gefühlig gemacht durch ein diffuses germanisches Fühlen von Natur, der Gemeinschaft des Volkes usw. Dieses diffuse Gefühl ist dann Gott, Gottes Geist – was auch immer.

In dieser Darstellung habe ich im Zusammenhang der „Deutschen Christen“ bislang nicht den Schwerpunkt gelegt, der sonst immer gelegt wird, auf Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus und der gesamten aus dieser Perspektive gebildeten Weltanschauung, die mit Begriffen wie Blut und Boden, Artfremd, Undeutsches Wesen usw. verbunden wurde. das habe ich darum nicht gemacht, weil die Deutschen Christen nicht nur diesen Menschen verachtenden Strömungen zuzuordnen sind, sondern eben auch dem „aufgeklärten Rationalismus“: Man lehnte ab, was man rational am Glauben nicht akzeptierte.

Man lehnte viele der oben genannten theologischen Begriffe ab, scheute sich aber nicht, sie dennoch uminterpretierend anzuwenden. Das heißt: die traditionellen christlichen Begriffe wurden aus dieser modernen weltanschaulichen Perspektive umgedeutet. Jesus ist die nordische Heldengestalt, Liebe heißt: Liebe zur eigenen Rasse, Gottes Gesetz bedeutet: Rasse rein halten, Gottes Zorn gilt denen, die rassistische Bewegung ablehnen, Gottes Geist ist Geist des Volkes nicht christliches Weltbürgertum, man will positives Christentum, also eines, das von der germanisch-religiösen Bewegung bestimmt wird, das entsprechend auch Gott aus rassischer, germanisch religiöser Perspektive beurteilt. Von daher: Was bedeutet dann, wenn einer sagt: „die evangelische Christenheit (solle) das Werk mit fröhlichem Gottvertrauen beginne(n)“? „die evangelische Christenheit, die der rassischen, nationalistischen, antisemitischen Bewegung untergeordnet ist, (solle) das Werk, dass Hitler und co. ihr befehlen, gehorsam und fröhlich umsetzen.“ Und all das garniert mit den Begriffen: Glaube, Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrheit, Friede – und immer ist das Gegenteil gemeint, denn: was Glaube, Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrheit, Friede sind, bestimmt die rassistisch-nationalistische Bewegung, nicht die Christen, die die Bibel als Grundlage des Glaubens und Lebens nehmen.

Es wurden vielfach traditionelle christliche Begriffe verwendet aber neu interpretiert. Und das erschwerte manchen, die Machenschaften zu durchschauen. Eine präzise Terminologie wurde auch aus taktischen Gründen abgelehnt. Denn auf diese Weise konnte man sich als konfessionell unparteiisch und sich über den theologischen Streitfragen stehend darstellen. Es geht nicht um Theologie – es geht um den Menschen. Und das kommt bei denen, die nicht gerne denken, sondern emotional agieren, gut an.

Wer nicht präzise denkt, ist leicht verführbar. Eine Entgegensetzung von Theologie und Handeln für den Menschen ist rhetorisch einzuordnen. Theologie wird diskreditiert, um seine eigene Weltanschauung an die Stelle der Theologie zu setzen. Ebenso musste die Bibel diskreditiert werden, damit man sie durch „moderne“ Weltanschauungen ersetzen konnte. Zudem musste man die traditionell Glaubenden als veraltet usw. diskreditieren, um die Menschen für die weltanschauliche Verführung vereinnahmen zu können. Wer möchte nicht zu den Guten, den Zukunftsmenschen, der Jugend dazugehören? Auch konservative Christen ließen sich verführen und versuchten, die Ideologie irgendwie mit dem Glauben zu vermischen. Man wollte modern sein, wollte die Menschen mit der neuen weltanschaulichen Sprache zum Glauben missionieren, schwieg lieber, statt unangenehm aufzufallen. Und so gab es dann eine Unmenge von Schattierungen – vor allem auch geprägt vom politischen Lavieren, das heißt, man mochte gesellschaftspolitisch nicht ins Abseits gestellt werden.

Wenn man aus der Gegenwart damalige Texte der Deutschen Christen liest, dann wundert man sich: Das konnte Menschen verführen? Dieses durchsichtige Ausliefern der Kirche und des Glaubens an die nationalsozialistische Weltanschauung? Das fragt man sich wahrscheinlich immer „danach“. Denn die jeweiligen Zeiten lassen sich jeweils durch bestimmte Mechanismen verblenden, wenn die Basis nicht stimmt.

*

Anzumerken sei noch: Den strengen atheistischen bzw. heidnischen Nationalsozialisten war das Christentum eh unwichtig, irrelevant. Es war Manövriermasse zur Durchsetzung der Ideologie. Man musste sich widerwillig mit Christen beschäftigen, weil sie eine nicht unwichtige Stellung im Volk hatten. Man musste die Christen überwinden, dazu gab es dann unterschiedliche Wege, die hier nicht weiter dargelegt werden sollen. Man hat auf allen möglichen Ebenen versucht, dazu beizutragen, dass der christliche Glaube ausstirbt. Das ist aber ebenso ein anderes Thema, weil das nicht nur das Anliegen der nationalen Sozialisten, sondern auch der anderen atheistischen Sozialisten, der internationalen Sozialisten, den Kommunisten, war – wie auch anderer ideologischer Kräfte. Der Versuch, den christlichen Glauben zu beseitigen, muss also in weitere Dimensionen eingeordnet werden. Die Ideologien bekämpfen einander – aber in der Ablehnung des Christentums sind sie sich letztlich einig. In der Gegenwart ist diese Aussage freilich zu modifizieren.

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Ich bin der Nächste, du bist… + Angst des Terror-Regimes + Unrecht in Deutschland

Mutige Menschen wenden sich gegen die Hinrichtung von drei Demonstranten im Iran unter dem Slogan: Ich bin der Nächste, du bist der Nächste, wir sind die Nächsten: https://www.spiegel.de/politik/ausland/hinrichtungen-in-iran-millionen-protestieren-online-gegen-todesstrafe-a-93d25ffe-3323-442a-ac4e-6fb16a34ad97

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Innerhalb von 24 Stunden wurden von dem schiitischen Regime 13 Christen verhaftet, von zahlreichen die Handys zur Kontrolle mitgenommen, sie müssen sich auf den Wachen melden… Repressionen nehmen zu. Die Angst des Terror-Regimes vor harmlosen Menschen: https://www.ideaschweiz.ch/menschenrechte/detail/iran-mindestens-zwoelf-christen-binnen-24-stunden-verhaftet-113528.html

Gibt es inzwischen ein Abschiebestopp von konvertierten Christen in den Iran? Ich bin da nicht so auf aktuellem Stand.

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In diesem Artikel lesen wir https://www.spiegel.de/geschichte/warum-mathematiker-helmut-sonnenschein-verschwand-a-2eaf4714-2fc6-4494-9fec-653e8a811fb6:

In Deutschland allerdings höre er oft: Das Gedenken an Opfer des Stalinismus sei „Wasser auf die Mühlen von Neonazis, weil man ihnen damit ein Argument gebe, Hitler schönzureden, weil der gegen den schrecklichen Stalin gekämpft habe“.

Diese Familie lässt zu, dass ein Schild an ihr Haus angebracht wird:

„Hier lebte Dr. Helmut Sonnenschein / Mathematiker / geboren 1906 / verhaftet 16.11.1950 / zum Tode verurteilt 26.04.1951 / in Moskau erschossen 04.07.1951 / rehabilitiert 1994“

Es ist gut, dass an alle Opfer von Terror-Regimen und terrorisierender Bevölkerung gedacht wird. Unmenschlichkeit, Angst, ideologische Hörigkeit scheint noch immer manche Herzen und Hirne zu regieren.

Aber ich habe ähnliches erlebt, mit Blick auf die Erinnerung an Christenverfolgung weltweit. Das darf man nicht… – ich schrieb darüber schon einmal. Opfer scheinen nicht so wichtig zu sein. Wichtiger, man bleibt ideologisch in seiner Schiene. Noch wichtiger: Man eckt nicht an!

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Fake News Fans + Diskrepanz: Selbstbild und Fremdbild

Da saßen sie alle Fake News einer Zeitung auf – und dennoch bleiben sie an ihnen kleben: https://www.nzz.ch/international/von-stammbaumforschung-war-in-stuttgart-nie-die-rede-ld.1566116

Wer Fake News geglaubt hat, sollte das nicht verteidigen, sondern zugeben, dass man reingelegt wurde – auch wenn es sich um Meldungen der Qualitäts-Medien handelte.

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Nicht nur bei Individuen scheint es der Fall zu sein, dass die Selbsteinschätzung von der Außenwahrnehmung massiv abweicht. So glaubt die New York Times tolerant zu sein, was diejenige, die unter der Intoleranz zu leiden hatte, natürlich nicht so sieht: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/kolumnistin-verlaesst-times-mit-schweren-vorwuerfen-gegen-kollegen-16861821.html

Spannend ist, dass die Spannung innerhalb des Blattes so beschrieben wird wie in der taz. Allerdings lässt der Beitrag nicht erkennen, was die jüngeren Aufgeweckten denken und die alten Liberalen. Wenn es wie in der taz sein sollte, dann erkennen wir, wohin die Reise gehen wird: Wir sind tolerant – aber nur insofern man unsere Meinung wiedergibt. Diese muss nicht an Fakten orientiert sein – sondern es geht um emotionale Fakten.

Letztendlich wird es darauf hinauslaufen: Da bekämpft man einen, wegen seiner emotionalen Fakten (Trump), weil sie den eigenen emotionalen Fakten widersprechen. Es gibt ein Hauen und Stechen zwischen den emotionalisierten Fakten-Gruppen. Wehe dem der zwischen die Hauer und Stecher kommt. Mit Ideologen ist nicht zu spaßen.

Insofern: Es sei angemerkt, dass ich Bari Weiss für mutig halte. Mit so einer Zeitung darf man es sich nicht anlegen.

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Kirche und Staat

Der Artikel von Heinrich Vogel: Ich bin der Herr, dein Gott (zuerst „Wort Gottes und Mythos“) wurde 1935 in der Kirchenkampfschrift zur 2. Preußischen Bekenntnissynode veröffentlicht und sofort verboten. Heute ist er zu finden in Gesammelte Werke Bd 4, 263-287. Heinrich Vogel war in der Bekennenden Kirche aktiv – wandte sich gegen die Hitler-Fans unter den Christen und gegen Übergriffe des Staates. Weitere Informationen: http://gedichte.wolfgangfenske.de/heinrich-vogel-1902-1989/

Teil I.

Es geht nicht um einen weltanschaulichen Kampf, wenn Christen sich gegen menschliche Weltanschauungen wenden, da sie selbst weltanschaulich die Welt anschauen – es geht aber darum, die Sicht Gottes, die über Weltanschauungen steht, in die Fragestellung einzubringen.

Jede Weltanschauung steht unter Gottes Gericht und Gnade. Wenn die menschliche Weltanschauung sich selbst religiös überhebt, muss die Entweder-Oder-Frage gestellt werden: Glaube ich den Irrglauben oder an Gott.

Es folgt als Beispiel für Irrglauben eine „sogenannte Predigt der Deutschreligion“ aus einem Jugendgottesdienst. Ein Lobgesang auf Hitler, der auch die religiösen Konfessionen überwunden habe; Hitler wird mit Christus verglichen, der das Kreuz trägt, und die reaktionären Christen, die sich gegen Hitler wenden, erschweren ihm die Last des Kreuzes; er ist „der Richter in Deutschland an Gottes Statt“; Wer nicht an Hitler glaubt, der kann auch nicht an den Herrgott glauben“; wer Hitler folgt, folgt Christus; das sind keine neuen Glaubenssätze – das ist der wahre Glaube; Gott spricht durch Hitler: „Das Schicksal ist mächtig; allein mächtiger als das Schicksal ist der Wille, der es erträgt, um es zu überwinden“, das Opferblut Christi ist das Blut derer, die für Deutschland das Leben ließen, für die heilige Fahne des Führers gilt es als Auferstandene nicht nur zu leben, sondern auch zu sterben. (Menschen, die aus Glauben heraus der neuen Weltanschauung nicht folgen, werden diskreditiert, werden als Feinde dargestellt.)

Vogel spricht über einige Texte von Rosenbergs Mythos, weil dieses Buch diese neue Religion wiedergibt. Diese neue Religion wird von allen möglichen Leuten vertreten: „in Zeitungen und Zeitschriften, in Schulungskursen und Schule, in Partei und Staat“. Alles ist, so die neue Religion, dem Mythos der nordischen Rassenseele unterzuordnen: Kunst, Wissenschaft, Politik, Erziehung, Religion.

Der Mensch vergöttlicht seine Weltanschauung. Das ist Menschenwahn. Die neue Religion wird an die Stelle des Wortes Gottes gesetzt, das Hakenkreuz lässt das Christuskreuz verwerfen. Das Alte Testament wird abgeschafft, das Neue Testament wird gesäubert: Die Rede ist „vom Alten Testament als dem Buch der Viehtreiber- und Zuhältergeschichten, von dem Wüstendämon Jahwe, dem Wahnsinn der Schöpfung aus dem Nichts, von der Sündenbocktheorie, von dem ehrgeizigen und herrschsüchtigen Weltrevolutionär Paulus, dem sklavischen Halbafrikaner Augustinus, der jüdischen Fremdenreligion des Christentums, dem so ungefähr alle Schuld aufgebürdet wird, die sich in den letzten Jahrtausenden deutscher Geschichte aufweisen oder auch nicht aufweisen läßt. Mögen sie in ihrem blinden Haß alles zusammentragen, was sie an Anklagematerial beibringen können meinen“ – der Christ soll wissen, dass der Glaube an diese neue Weltanschauung (vom ewigen Deutschland, dem ewigen Wesen des Volkstums, der Rasse, des Blutes) und der Glaube an Christus unvereinbar sind. Der christliche Glaube, dass Gott Menschen zur Rechenschaft ziehen wird, wird durch die neue Religion abgelehnt und durch einen Gott ersetzt, den Menschen sich selbst erschaffen, Gott als sittliche Idee, als schöpferische Naturkraft. Der Glaube an Gott, der Menschen die Sünden vergibt, wird als Angriff auf „Menschenwürde und Menschenehre“ angesehen. Der Angriff auf die Christen wird als „positives Christentum“ deklariert, womit die Christen gleichzeitig als Anhänger eines negativen Christentums abgelehnt werden.

Dagegen Vogel: „Ein Christentum, das das Kreuz verwirft, verwirft Christus selbst“ und damit ist das so genannte „positive Christentum“ Antichristentum. „Wir haben uns nach Gottes Wort zu richten, nicht aber Gottes Wort nach uns.“

Im Teil II

geht er nun darauf ein, dass der Staat die neue Religion vertritt, da er alle auf diese einschwören will. Der Reichsminister und Bauernführer Darré hat das Vorwort zu einem Bauernkalender geschrieben, in dem 1935 Karfreitag erklärt wird als: „Gedenken an die 4500 von Karl dem Schlächter ermordeten Sachsen und an die 9 Millionen anderer ermordeten, tot gefolterten und verbrannten Rechtskämpfer, Glaubenshelden, Ketzer und Hagdiesen (Hexen).“ Vom Leiden Jesu ist nicht mehr die Rede. Aufgabe der Kirche ist es, die Christen, die überall in dieser „neuen Religion“ geschult werden, naiv dieser neuen Religion ausgesetzt sind, vor so etwas zu warnen.

Kirche hat ein Wächteramt. Und auch dann, wenn sie selbst immer wieder schuldig geworden ist, darf sie nicht verstummen. Sie ist auch darin schuldig geworden, dass sie nicht rechtzeitig die Menschen darauf hingewiesen hat, dass das Evangelium nicht vom jeweiligen Zeitalter so umgedeutet werden darf, wie es den Menschen gerade passt. Kirche hat das Evangelium den Menschen angenehm verkündigt, hat es darum verbogen. Damit ist sie in ihrem Wächteramt schuldig geworden. Wegen dieser Schuld ist es dazu gekommen, dass die Menschen nun eine ihr angenehme neue Religion entwickelt haben und den christlichen Glauben verdrängen. Nicht nur die Menschen sind in Gefahr, der Staat selbst steht in Gefahr, der neuen Religion zu verfallen.

Der Staat hat seine Macht und Autorität von Gott. Wenn er sich absolut setzt, verliert er „seinen Auftrag, seine Hoheit, die Glaubwürdigkeit seiner Vollmacht“. Das Recht wird aufgehoben. Kirche hat das Wächteramt. Sie darf den Staat nicht ersetzen, sie hat aber zu warnen, wenn er seine Kompetenzen überschreitet. Ein Staat überschreitet seine Kompetenzen, wenn er die Gewissen bestimmen will, das heißt, totalen Anspruch auf den Menschen erhebt.

Teil III

Im Teil III konkretisiert er manches.

  1. Während der Staat die neue Religion überall verkündigen lässt, wird den Christen untersagt, ihren Glauben öffentlich zu bekennen. Dagegen muss die Kirche protestieren. Kirche darf sich nicht in einen privaten Raum zurückdrängen lassen und tut es nicht, da sie den Missionsbefehl Jesu zu befolgen hat. Es „schrecken uns nicht jene, die das Christentum schon aussterben zu sehen vermeinen. Auch die Rechnung, die für die neue Religion im voraus auf die Jugend zählt, indem man meint, den alten Glauben mit den alternden Menschen einem tolerierten Absterben überantworten zu können, beantworten wir mit einem getrosten Hinweis darauf, daß Gott im Regimente sitzt.“
  2. Die Kirche hat bis in ihr Verhalten hinein Christus zu folgen und Gottes Ehre zu bezeugen. Das gilt auch für den Friedhof. (Einfügung von WF: Das bedeutet: Die Hakenkreuzflagge und andere nationalsozialistische Handlungen und Worte haben in der Kirche und bei der Beerdigung nichts zu suchen; diese Auseinandersetzung brachte letztlich den Pfarrer Paul Schneider ins KZ, der sich gegen nationalsozialistische Ideologie auf einer Beerdigung verwahrte.)
  3. Christen dürfen schwören, auch mit Blick auf die Bergpredigt, nicht, wenn es um persönliche Dinge geht, aber um den Staat. Der Eid, den ein Christ schwört, ist aber allein an Gottes Wort gebunden. Gegen Rosenberg, der meinte, dass Christen, die den Eid auf das deutsche Volk ablehnen, die Staatsbürgerrechte verlieren müssen.
  4. Kirche hat die Verantwortung für die Christen. Sie darf sie nicht allein lassen und das gilt auch für die Frage der Schule. Gegen Rosenberg, der meinte: „kein einziger deutscher Staatsmann (hat) das recht, die Erziehung der Jugend einer Kirche zu übergeben“, die Kirche hat die Aufgabe, im Dienst des Staates das nationalsozialistische Lebensgefühl und die germanischen Charakterwerte zu vermitteln. Warum? Diese Tatsache sei anzuerkennen, „daß nicht das Christentum uns Gesittung gebracht hat, sondern daß das Christentum seine dauernden Werte dem germanischen Charakter zu verdanken hat“. Dagegen Vogel: Gott hat den Eltern die Erziehung der Kinder übergeben. Eltern haben das Wächteramt über die Seelen der Kinder. Kirchen müssen das Gewissen der Eltern schärfen, sie haben die Kinder im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes zu erziehen. Darin „findet der Anspruch des Staates auf die Erziehung der Kinder seine Grenze“. Das gilt auch für die Ausbildung der Lehrer. Untragbar ist es, wenn der Staat die Lehrer nach Maßstäben der neuen Religion aussucht.
  5. Kirche steht betend für Staat und Volk ein. Es ist aber fatal, wenn man meinte, Gott müsste dem Volk zu Diensten sein. Die Kirche in ihrem Wächteramt steht an der Grenze, zu warnen: Ein Übertreten dieser Grenze ist tödlich. Das prophetische Amt der Kirche lässt warnen: Gott lässt sich nicht Spotten (Galater 6,7).

Damit endet der Beitrag von 1935.

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Gendersternchen mal anders + Generation „Sternchen“

Allen Neu-Konventionen zum Trotz werde ich das Gendersternchen anders verwenden. Ich setze es vor das Wort, dann kann jeder wissen, dass jeder gemeint ist und lesen, was er will. Freiheit pur.

Also mit Genderstern dieser Satz:

Ich setze es vor das Wort, dann kann *jeder wissen, dass *jeder gemeint ist und lesen, was *er will.

Und das geht auch wunderschön: *der Student, *der Polizist, *der Vater, *die Mutter, *die Krankenschwester. Bzw. *die Studentin…

Natürlich kann man das auch noch vervollständigen, indem man zum Beispiel *der Genderstern oder *die Sonne schreibt. Das dürfen dann aber andere machen.

Un dann, dann haben wir die Generation „Sternchen“

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