Wir lassen uns von Menschen runterziehen. Wir können auch an Menschen wachsen. Wer von uns kleinen Göttern wagt es? Selbstgenügsam kümmern wir vor uns hin. Es gibt so viel Wachstumshilfen! Gott sei Dank.
Ich bin gespannt, wie lange noch die Feiertage christlich bleiben. Es gibt zwei Möglichkeiten, von der eine seit dem 19. Jahrhundert immer wieder versucht wurde: Christliche Festtage umprägen. Aus Himmelfahrt wird Vatertag oder Tag der Evolution, aus Weihnachten wird Winterfest oder Geschenkfest usw.
Eine andere Möglichkeit wird wohl der heutigen Zeit angemessener werden: Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin bekommen 10 Feiertage im Jahr, die sie eigenständig frei nehmen können. Das wäre wirtschaftlich hervorragend: Es müssen keine Feiertagszuschläge bezahlt werden, es würden keine Arbeitszeiten ausfallen, die Firmen könnten ununterbrochen produzieren. Geschäfte können immer geöffnet sein – ein kapitalistisches Paradies! Zudem ist das ideologisch auch hervorragend: Man muss sich nicht mehr an die alten Klamotten erinnern: Ostern? Was war das noch mal. Irgendwas mit Hasen. Pfingsten? War doch irgendwas mit der Taube; Weihnachten? Was für Kinder… Man kann dann ganz unbeleckt von der christlichen Tradition seine eigenen Feiertage prägen.
Sind diese meine Aussagen sarkastisch? Oder Wunsch mancher – und werden irgendwann Realität? Um 2070 wissen wir mehr. Aber das werde ich sicherlich nicht mehr erleben.
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Es wird aber immer Christen geben, die sich an Jesus Christus erinnern: an seine Geburt – seine Hinrichtung – seine Auferstehung – seine Himmelfahrt – die Gabe des Geistes… – und ihn feiern, in Ewigkeit.
Gerade geimpft? Zweimal? Zählt nicht! – Das zu übernehmen wäre ein großer Fehler der Politik.
Milliardäre
Manche Milliardäre werden medial hofiert und deren Philanthropie wird aufs Podest gehoben. Die Frage nach den Strukturen, die es ermöglichen, dass manche Menschen finanziell dermaßen abheben, wird nicht gestellt. Und die Macht, die sie auch mit ihren Wohltätigkeiten ausüben, wird soweit ich sehe auch nicht in Frage gestellt, sondern eher bewundert. Es sei denn, sie sind politisch nicht konform. Dann kann man kritische Stimmen leise hören. Es geht dann aber immer noch nicht um die Strukturen, es geht darum, dass sie politisch nicht angepasst sind.
Liegen die 60er Jahre wirklich schon so lange zurück, dass Strukturen nicht mehr hinterfragt werden?
Alles wird teurer + Energiemix
Hat die Politik das in Kauf genommen oder sind die Entscheidungsträger selbst überrascht, dass alles teurer wird? Sie schrauben an einer Schraube – und die Preise explodieren auf allen Ebenen. Nicht nur Energie. Eine vernünftige Entscheidung wäre: gegenzusteuern, zumindest durch die Rücknahme der CO2-Abgabe. Aber das verbietet sich ideologisch.
Politiker sollten für das Wohl der Bevölkerung da sein und nicht die Bevölkerung als Spielplatz ihrer Ideologien missbrauchen. Und Medien sollten kritischer gegenüber solchen Politikern sein, statt sie zu hofieren. Aber leider: In Medien Arbeitende sind vielfach auch nur Teil der politisch dominanten Strömungen, von daher verstärken sie die Lauten Aktivisten automatisch.
Ach so: Man hat wieder einen Sündenbock: Dieses Mal sind es nicht die Nichtgeimpften, die alles teurer machen – es ist Putin. Warum Putin? Weil er das Gas drosselt. Hatte die Politik nicht einmal als Ziel ausgegeben, möglichst von allen unabhängig zu werden, darum einen Energiemix großen Stils zu forcieren? Und davon sind sie abgekommen, indem sie nur noch wenig Energieträger zulassen. Das ist dumme Politik, gemessen an dem ursprünglichen Vorhaben, des Energiemixes. Nicht Putin ist an allem Schuld, sondern die ideologisierte Scheuklappenpolitik der Regierungen.
Impfstoffspende
Da wurde ohne Sinn und Verstand schnell Impfstoff nach Afrika gespendet – großzügig gespendet – das hier keine Abnehmer gefunden hat. Die Zeiten waren auch schon fast abgelaufen. Nun müssen Millionen Impfdosen vernichtet werden, weil keine Zeit mehr war und die Infrastruktur nicht vorhanden war, all die Impfspenden zu verimpfen. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/afrika-coronavirus-impfstoff-101.html
Andererseits muss man freilich auch sagen: Die Forderungen aus Afrika, ihnen Impfstoffe zu schicken, ohne dass die Infrastruktur vorhanden ist, diese auch zu verteilen, war nicht sinnig. Vielleicht wurde das auch nur medial hervorgehoben, um ein schlechtes Gewissen zu schaffen. Ein beliebtes Mittel heutzutage.
Hat die Vernichtung von Impfstoff auch Umweltschäden zur Folge? Nur eine Frage.
Nicht eine schlimme Situation darf die Diskussion bestimmen. Denn dann wird es nur eine Neiddiskussion, eine Frage auf Kosten von Minderheiten und unerwünschten Personengruppen, Ängste beherrschen sie und nicht Rationalität usw. Es ist als Gesellschaft eine intensive Diskussion darüber zu führen – unabhängig von konkreten Panik-Situationen – wie sie das Thema angehen möchte. Das Thema ist ja nicht neu. Angesichts der finanziellen Herausforderungen für manche Therapien, angesichts des normalerweise zunehmenden Alters der Menschen wird die Diskussion unausweichlich sein. Vielleicht ist sie hier und da auch schon ohne gesellschaftliche Diskussion ohne rechtliche Regulierung entschieden. All das heißt: Es muss diskutiert werden. Aber nichtgeimpft oder geimpft oder x-mal geboostert darf kein Kriterium sein. Was dann? Das ist das, was kontrovers aber sachlich zu diskutieren wäre.
Bevor aber der Weg gegangen wird, der anderen (Ärzten, Juristen) Lasten auflegt, muss gefragt werden: Wird alles getan, um solche Triage-Notlagen, die nur Unrecht sein können, zu umgehen? Krankenhausbetten, Personal, Medizin… – genug vorhanden? An welcher Stelle können und müssen Gelder eingespart werden? An welchen Stellen muss massiv vorgesorgt werden?
Ich kann mich noch erinnern, dass Arbeitgeber – und Kassen – versuchten, das Krankenhauspersonal in enges Zeitkorsett einzuzwängen. Aus Kostengründen. Sodass das Personal ausgepowert wurde – schon vor Corona. Hier liegt das Problem – es begann, zumindest in meiner Erinnerung, in den 1980er Jahren.
Ich habe in diesem Jahr noch nirgends das dämliche X-mas wahrgenommen. Vor ein paar Jahren kam keiner um sowas politisch Halbkorrektes herum. Und in diesem Jahr ist unsere Welt vermutlich wieder zur Vernunft zurück gekehrt.
3G
Eines meiner „Posterfotos“ wieder entdeckt – 2018 entstanden 🙂
Wie sich die Zeiten ändern: statt Gehirn – Gemeinschaft – Gottvertrauen heißt es heute: geimpft – genesen – getestet. Ich hoffe, bald kommt unser Land wieder zu den elementar wichtigen 3G zurück. Und die Corona-3G sind vergessen.
Söders Psychologie
Impfpflicht würde Spaltung der Gesellschaft verhindern, meint der bayrische Chefpsychologe Söder. Warum? Eine solche würde den noch nicht Geimpften helfen, ihr Gesicht zu wahren, zudem würden andere merken, dass es gar nicht so schlimm sei, sich impfen zu lassen. Zudem: Diejenigen, die sich nicht impfen lassen, werden den Verschwörungstheoretikern zugeordnet: https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-aktuell-schulschliessungen-omikron-1.5491952
Dass es Menschen gibt, die sich nicht gerne durch den Staat zwingen lassen, kommt ihm nicht in den Sinn. Dass es Staatsverdrossenheit hervorrufen kann – Schwamm drüber. Eh eine dumme Minderheit. Ich finde seine Argumentation klasse: Man muss andere zu ihrem Glück zwingen. Und das ist die Politik, die wir immer stärker zu erleiden haben – und noch stärker auf sehr vielen Ebenen erleiden werden. Es gibt dann natürlich keine Spaltungen in der Gesellschaft mehr: Gesetze zwingen alle zu Einheitshandlungen. Machtmissbrauch? Darüber sollten auch bayerische Chefpsychologen nachdenken.
Übrigens gibt es in China auch keine Spaltungen der Gesellschaft. Diese werden durch Gesetze überwunden, ob es den Menschen passt oder nicht. Und diejenigen, die dennoch renitent, Gesellschaftsspalter sind, müssen eben umerzogen werden. In Lagern.
Was sollen solche Beschimpfungen? Es geht darum, Brücken zu bauen und nicht anderen in die Seite zu fahren. Mehr will ich zu solchen kuriosen Worten nicht schreiben.
Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht in allen Dingen und jedermann untertan.
Luther: Von der Freiheit eines Christenmenschen / De libertate christiana
Den Satz verstehe ich so: Ich entscheide als Christ – weil ich allein Christus gehöre – wie ich mich zu verhalten habe; das immer im Blick auf das Wohl des anderen. Von daher: Ich habe mich aus diesem Grund (erste Impfung im Mai – geboostert im Dezember) impfen lassen, nicht, weil ich damals von der Impfung überzeugt war. Ich wollte damit anderen Ängste vor mir nehmen. Aus diesem Grund trage ich auch die Maske. Nicht, um mich zu schützen, sondern um anderen Ängste vor mir zu nehmen. (Zu dem Werk: https://de.wikipedia.org/wiki/Von_der_Freiheit_eines_Christenmenschen)
Woher wissen wir eigentlich im Lukasevangelium, dass es sich mit der Geburt Jesu um eine besondere Geburt handelte? Im Wesentlichen durch die Botschaft des von Gott gesandten Engels.
Woher wissen wir eigentlich im Matthäusevangelium, dass es sich mit diesem noch ungeborenen Kind um etwas Besonderes handelte? Im Wesentlichen durch Engel, die im Traum erschienen.
Dann hören wir im Lukasevangelium noch von Elisabeth, deren Ungeborenes eine Botschaft zappelt, im Matthäusevangelium ahnen die Weisen etwas von der Bedeutung des Kindes dadurch, dass sie dem Stern folgten. Begleitet wird die Engel-Botschaft durch den Grundton: Verheißen durch Gott in alttestamentlichen Texten.
Und natürlich von der Mutter. Aber Mütter fallen als Zeuginnen aus. Zu parteiisch.
Ist das alles nicht zu wenig? Nein, denn all die Texte sind aus dem Licht des ca. 30 Jahre später wirkenden, dem erwachsenen Jesus Christus und seinem Sterben und Auferstehen zu lesen.
Die Weihnachtsgeschichten sind als solche nur Stückchen eines wunderbaren Mosaiks, das in seiner Gesamtheit – und dazu gehören auch die Verheißungen alttestamentlicher Texte – erfasst werden will.
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Manche mögen traurig darüber sein, dass uns heute die Engel nicht als Interpreten dessen erscheinen, wie es die Evangelisten berichten. So etwas Großartiges wünschen sich manche heute. Für mich ist das Bekenntnis der Evangelisten und der Menschen seitdem, die Jesus Christus im Geist Gottes folgten und folgen, wunderbar und großartig. (2019)
Unter dem bis heute beliebten Philosophenkaiser Mark Aurel („Selbstbetrachtungen“) kam es zu den massivsten Christenverfolgungen seit Nero – also ca. 100 Jahre nach Nero. Nicht unbedingt von „staatlicher“ Seite – aber der Staat hat die Christen auch nicht geschützt (systematische Christenverfolgung erst ca. 100 Jahre später). Christenverfolgungen fanden einmal im Osten des Reiches in Zeiten der Pest/Pocken, Missernten und der Kriege statt, dann im Westen, weil die römische blutgierige Bevölkerung billige Opfer in den Arenen benötigte. Vielleicht auch wegen – zumindest in Lyon – Fremdenhass, denn viele Christen waren wohl griechischen Ursprungs https://imperium-romanum.info/wiki/index.php/Marc_Aurel#Christenverfolgungen
Aber weil es ein stoischer Philosophenkaiser war, der sehr bedächtige und weise Worte veröffentlicht hat, verteidigt man ihn heute auch gerne. Christen sind im Grunde selbst Schuld, weil sie dem Glauben nicht verleugnen wollten. Zudem waren es die Menschen im Land, nicht der Kaiser, die Christen ans Leben gingen. Er hat sowieso nur zugelassen, was seine Vorgänger auch zugelassen haben. Unter ihm gab es wohl nicht mehr Märtyrer als unter anderen Kaisern, es werden keine kaiserlichen Anordnungen gegen Christen überliefert, vielleicht hat er die Verfolgungen nach 177 einstellen lassen. Usw. usw. usw. Auch der alte Christ Tertullian konnte ihm Gutes abgewinnen („Das Blut der Märtyrer ist der Same der Christen.“).
Die Stoiker waren sowieso ein besonderes Völkchen – was auch die modernen Stoiker zum Leben erwecken suchen (asketischer, selbstbeherrschter, nicht emotionaler Karriere-Mann). Christen haben viel von ihnen übernommen. Aber nicht alles. So nicht, dass man dem Schicksal ausgeliefert ist. Die stoische Sicht: Es ist zu anstrengend und sinnlos, sich gegen das Schicksal aufzulehnen, man muss sich frei machen von dem, was man nicht verändern kann, man darf sich von den Schicksalsschlägen emotional nicht unterkriegen lassen. Von daher kann es auch hier zu einem gewissen: „lasst es laufen“ durch Mark Aurel gekommen sein. Wobei freilich auch die Herrscher damals schon gewusst haben dürften: Lieber die Bevölkerung massakriert eine Minderheit als dass es zu Rebellionen kommt. Tja, und wenn es die Christen trifft, dann trifft es sie halt. Der den christlichen Glauben verteidigende Melitto von Sardes hat ihm eine Verteidigungsschrift zukommen lassen. In dieser berichtet er, dass böswillige Menschen, die Christen bedrängen, es mit Berufung auf den Kaiser tun. Ob Mark Aurel sie gelesen hat? Es gab nach dem Absenden der Schrift eher Verschärfungen gegen Christen.
Nichts gegen die Selbstbetrachtungen Mark Aurels. Ich mag sie wie auch Senecas Werke. Der weitere große Stoiker, Epiktet, hat auch recht – wie soll man sagen – stoische Gedanken.
Mich weist das allerdings darauf hin, dass auch kluge und besonnene Menschen, die der „Philosophie der Gelassenheit“ huldigten, nicht unbedingt menschliche Menschen sind. Was Mark Aurel selbst auch bemerkte, nur anders formuliert.
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In manchen Hagiographien konzentrieren sich die Erfahrungen vieler in einer Person. So wahrscheinlich in Paraskeva von Rom, Wanderpredigerin. Überzeichnet werden sie in ihrer besonderen „heiligen“ Kraft. Aber gleichzeitig ist spannend, wie sehr diese dann doch auch die Stimmungen bestimmter Zeiten, ihre historischen Hintergründe wiedergeben: https://de.wikipedia.org/wiki/Paraskeva_von_Rom
Unter Mark Aurels Herrschaft wurde mit sechs anderen Christen auch Justin verhaftet und ermordet, Philosoph und später zum Kirchenvater ernannt: https://de.wikipedia.org/wiki/Justin_der_M%C3%A4rtyrer Justin hatte schon an Mark Aurels „Vater“, Antoninus Pius, eine Verteidigungsschrift geschrieben und Mark Aurel auch als Adressaten („Verissimus“) genannt.
Erst unter Mark Aurels Sohn Commodus wurde das Leben der Christen ruhiger. Allerdings war er auch ein sehr sonderbarer Typ, der wohl in privaten Gladiatorenkämpfen nicht zurückschreckte, andere zu töten.