Tichys Einblick und Ludwig-Erhard-Preis

Das ist ein interessanter Vorgang: Ein Preisträger will den Preis nicht, weil er mit der politischen Haltung des Stiftungsvorsitzenden nicht einverstanden ist. Daraufhin (!) treten vier Jurymitglieder zurück, mit dem Argument, die Stiftung habe ein Problem, weil der Vorsitzende angefeindet werde – das heißt: Sobald ein Vorsitzender so profiliert ist, dass er auch Gegenwind bekommt, dann hat eine Stiftung ein Problem? Man will also nur Vorsitzende ohne Profil – also ohne Rückgrat? Das zumindest lässt dieser Beitrag durchblicken. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/aerger-fuer-die-ludwig-erhard-stiftung-15694317.html

Das sind ja schon interessante Einblicke, die diese vier ehemaligen Jury-Mitglieder gewähren.

Die Mitgliederversammlung soll harmonisch gewesen sein – Einwände einer zurückgetretenen Jury-Mitgliedes habe keine weiteren Folgen gehabt.

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Rundfunkgebühr + Masterplan

Es war wohl zu erwarten, dass so entschieden wird. Alles andere hätte massive Umwälzungen zur Folge gehabt. Aber dass nun derjenige, der zwei Wohnungen hat, nur noch für eine bezahlen muss, weil er nur in einer leben kann, ist witzig. Geht von Singles aus. Grundsätzlich finde ich die Entscheidung noch immer nicht richtig. Ich finde, ein Dienstleister muss nur dann bezahlt werden, wenn diese auch wahrgenommen wird. Sonst muss man es eben Steuer nennen, weil es faktisch ja eine ist. http://www.tagesschau.de/inland/rundfunkbeitrag-bunderverfassungsgericht-105.html

Auch diese Argumentation, die hier genannt wird, ist interessant:

Die Menschen hätten einen ganz konkreten Vorteil durch die Vielfalt der Anbieter, die, wie sie sagen, durch „authentische, sorgfältig recherchierte Informationen“ Orientierungshilfe böten.

Oder hier lesen wir http://www.fr.de/politik/meinung/leitartikel/gez-gebuehren-zersetzung-des-journalismus-gestoppt-a-1546712 :

„Die bundesweite Ausstrahlung der Programme gibt jedem in Deutschland die realistische Möglichkeit ihres Empfangs.

… und darum muss jedes Haus rundfunk-besteuert werden?

Insgesamt wird das Urteil von unseren Medien begrüßt, weil es als ein Bollwerk gegen die chaotische Konkurrenz aus dem Internet angesehen wird.

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Auseinandersetzungen um Seehofers Masterplan – nicht um die Inhalte geht es, sondern darum, ob die Erstellung richtig finanziert wurde. Ist er Teil des Bayern-Wahlkampfes, wie immer wieder behauptet wird – oder nicht. http://www.tagesschau.de/inland/gutachten-masterplan-101.html

Sollen sie diskutieren… – wichtiger ist es, den Inhalt zu diskutieren und wenn akzeptiert, dann zu realisieren. Statt dessen werden vermutlich aus wahltaktischen Gründen Nebenschauplätze eröffnet.

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Gewalt gegen Frauen – Integrationsvorgaben + Antisemitismus

Zitat aus dem Buch von Julia Klöckner: „Nicht verhandelbar. Integration nur mit Frauenrechten“: http://kath.net/news/64483

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Dass Antisemitismus immer etwas ist, was ich in meinem Blog kritisiere, muss ich nicht sagen. Auch dass ich Israel gegenüber zu freundlich bin, musste ich vielfach hören. Ebenso trete ich für Beschneidungen ein, weil die Religion der Aufgeklärten nicht Maßstab sein kann.

Was dieser Artikel aber deutlich werden lässt: Es ist alles viel zu undifferenziert. Kritik an Israel muss nicht antisemitisch sein. Oder: Die Kritik an Beschneidungen muss nicht aus antisemitischen Gründen laut werden. In unserer Gesellschaft gibt es viele Kriterien um für oder gegen etwas zu sein und eine einlinige Herleitung ist irreführend. Das macht die Studie hoffentlich nicht. Aber: Kritik an Israel bzw. den Beschneidungen kann antisemitisch geäußert werden. Und dagegen muss man vorgehen, weil es gegen die Menschenwürde gerichtet und rassistisch ist. https://www.tagesschau.de/inland/antisemitismus-studie-103.html

Nachtrag: https://www.sueddeutsche.de/politik/linker-antisemitismus-von-heuschrecken-und-dem-judenknacks-1.3993994

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Plädoyer für Integration + Geordnete Migration + Islamischer Religionsunterricht + Abschiebung

Ein notwendiges Plädoyer, das den Umgang der Menschen in unserem Land thematisiert: http://www.tagesschau.de/inland/gespraech-ferda-ataman-101.html

Ich würde bei der Frage gerne wissen, wen man mit Muslimen meint. Denn meistens meint man damit knapp fünf Millionen Menschen, die als solche erfasst werden. Dazu zählen aber auch Leute wie ich, die nie gefragt wurden, ob wir überhaupt gläubig sind oder praktizieren. Muslime ist die Umschreibung für Menschen aus bestimmten Regionen wie der Türkei oder dem Nahen Osten. Der Fokus in Sachen Integration liegt dann nicht auf Einwanderern generell, sondern nur auf einer kleineren Gruppe. Russischsprachige Migranten, Einwanderer aus Osteuropa, Asien oder anderen Regionen werden übersehen. Das ist integrationspolitisch der völlig falsche Ansatz.

Ich hoffe, dass der neue Anlauf zum Integrationsgipfel endlich einmal auch andere berücksichtigt als die sonst üblichen.

Ebenso wird gefordert, Einwanderung und Asylpolitik nicht durcheinander zu werfen. Das sehe ich auch so: Flüchtlinge sind keine Migranten und Migranten keine Flüchtlinge. Man muss unterscheiden.

Ich bin nicht mit allem, was gesagt wird, einverstanden. Aber die grobe Linie ist richtig.

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Migration muss geordnet werden – auch zum Wohl der potentiellen Migranten: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/es-muss-das-ziel-der-politik-sein-migration-in-geordnete-bahnen-zu-lenken-15697298.html

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Muslimische Verbände schaffen es nicht, eine rechtliche Basis herzustellen. Darum denkt Kretschmann über einen Sonderweg nach: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kretschmann-will-neues-modell-zu-islamischem-religionsunterricht-15695729.html

Wir erfahren in dem Beitrag auch:

30 Prozent der Studenten brechen die Ausbildung derzeit ab, viele, weil sie die an den deutschen Hochschulen gelehrte Islam-Auslegung für zu liberal halten.

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Hier wird etwas angesprochen, was ich auch immer wieder kritisiere: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/abschiebung-islamisten-duerfen-bleiben-brave-fluechtlinge-muessen-gehen-a-1219207.html

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Handelsabkommen mit Japan + Trump und Putin + Trump weich gekloppt

Ganz still und leise wurde mit Japan verhandelt und beschlossen. Es gibt Kritikpunkte – aber man hört kaum die Kritiker. Geht wohl auch nur um ein Abkommen mit Japan. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/japan-eu-freihandelsabkommen-103.html

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Das, was dieser Beitrag zu unseren Medien mit Blick auf Trump und Putin schildert, kann ich 1:1 nachvollziehen: https://dushanwegner.com/frieden/

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Die Medien und seine politischen Gegner haben Trump weich gekloppt. Das ist der Beginn dafür, dass er wohl Anhänger verlieren wird. Sein Markenzeichen war: kernig reden, kernig handeln. Jetzt sieht es so aus – obgleich ich Medien mit Blick auf Trump überhaupt nicht traue – als würde er reden, dann Kritik erfahren, dann zurückschrecken, modifizieren, sich selbst korrigieren… Das dürfte bei manchen seiner Wähler nicht gut ankommen.

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Mosebach: Die 21

Martin Mosebach reist nach Ägypten, dem Land, aus dem 20 der Männer kamen, die von Islamisten in Libyen propagandistisch geköpft wurden. Er reist zu den Menschen, die diese Männer gekannt haben, die von der koptischen Kirche aufgrund ihres Blutzeugnisses heilig gesprochen wurden. Der 21. Ermordete kam wohl aus Ghana.

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Es ist ein beeindruckendes Buch. Es ist angenehm, dass sich Mosebach nicht als westlicher und intellektueller Besserwisser aufspielt, der alles aus seiner Sicht kommentieren muss, sondern einfach stehen lässt, was er hört, was er sieht. Er deutet an, dass es nicht seine Welt ist, aber das ist auch alles. Diese Besserwisser, die meinen, andere Menschen erziehen zu müssen, die meinen, alles kommentieren zu müssen, damit auch jeder merkt, was für ein toller Westkerl er ist, wie fortschrittlich und klug, das meidet Mosebach. Natürlich merkt man, dass er aus einer anderen Welt kommt.

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Wenn man das Buch liest, denkt man an die vielen, vielen Menschen, die um ihres Glaubens Willen verfolgt und ermordet werden, die standhaft bleiben, weil Glauben keine zufällige Lebenseinstellung ist, sondern ein Sein, auf dem das Leben basiert. Sie sind alle Heilige,  auch wenn wir Menschen sie nicht zu Heiligen erkoren haben. Gott kennt sie, die vielen, vielen Christen, die von Islamisten und vielen anderen ermordet wurden, wo auch immer weltweit. Sie sind von Menschen vergessen, aber heilig bei Gott.

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Über die schlimme Zeit der Klöster unter muslimischer Herrschaft – so friedlich, wie es immer dargestellt wird, war es nicht, darüber schreibt Mosebach auch. Kopten sehen sich als Kirche der Märtyrer an, denn sie mussten in den Jahrhunderten viel erleiden – nicht ständig, aber in Wellen. Von daher sind sie auch jetzt auf der Hut. Dass unter Sadat eine Re-Islamisierung Ägyptens stattgefunden hat, erfahren wir auch. Das heißt, Mosebach flicht eine Menge an Hintergrundwissen ein.

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Zum Thema Theodizee, die in der Diskussion in diesem Blog so wichtig geworden ist, gibt es in dem Buch einen Ansatz, den wir, soweit ich sehe, noch nicht angedacht haben. Kopten sehen das so:  Gebetserhörungen dienen dazu, dass man in Zeiten der Not die Gegenwart Gottes nicht vergisst.

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Ältestes Brot + Mensch als Sklave der Pflanzen

Es wurde Fladen-Brot entdeckt, das gebacken wurde, bevor Menschen Gräser angebaut hat. Es soll vor 14.400 Jahren gebacken worden sein: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/jordanien-archaeologen-entdecken-aeltestes-brot-a-1218234.html

In dem Beitrag wird gesagt, dass es Anthropologen gäbe, die meinen, nicht der Mensch habe die Pflanze domestiziert, sondern die Pflanze den Menschen. Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das eindeutig: Ohne den Menschen würden wir in Deutschland keine Pflanzen aus aller Herren und Damen Länder haben: Die Kartoffel benutzte den Menschen, um nach Europa zu kommen, die Orchidee wählte sich den Menschen aus, um ihren Siegeszug weltweit auszudehnen, der Topinambur wollte schon immer in deutsche Gärten, wie die Süßkartoffel… Der Mensch – Sklave der Pflanzen… – dem die Herrin immer mal gnädig ein paar Früchte schenkt oder nicht.

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