Gleichzeitig nimmt man immer mehr äußerst korpulente Menschen wahr. Warum neigt der Mensch vielfach so wenig zum Mittelmaß? Das gilt in der Frage nach dem Umgang mit dem Körper wie in der Frage der Politik. Gibt es da einen Zusammenhang? Extremismen steigen – die einen wenden es gegen ihren Körper, die anderen gegen ihre politischen Gegner.
Zudem wird der Kampf gegen die Körper anderer auch immer extremer.
Es ist eine Kultur des Todes, die auf vielen Ebenen um sich greift.
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Gesund leben wollen, kann dazu führen, sich zu zerstören. Schon kurios.
Hat jemand, der womöglich linkes Gedankengut pflegt, ein Recht darauf, unbehelligt durchs Studium zu gehen – und damit die Berechtigung zu erwerben, später an deutschen Schulen zu unterrichten?
Nein, diese Frage stellt sich heute so nicht. Das war einmal – im Kontext des Radikalenerlasses. Heute stellt sich die Frage aus der anderen extremeren Richtung:
Hat jemand, der womöglich rechtes Gedankengut pflegt, ein Recht darauf, unbehelligt durchs Studium zu gehen – und damit die Berechtigung zu erwerben, später an deutschen Schulen zu unterrichten?
„Wir können nur bewerten, was jemand tut, und nicht, was jemand denkt“
Extremisten verstehen auch nicht, dass demokratisch denkende Menschen, wie die Uni-Leitung, nicht ihre eigenen ademokratischen Maßstäbe anlegt. Es geht um Freiheit. Extremisten denken in ihren Scheuklappen – linke wie rechte – sie lieben es manchmal zu denunzieren und sozial zu isolieren: Bäh, igitt, die/der gehört nicht zu uns! Warum? Weil sie ihre eigene weltanschauliche Position für die einzig wahre Welt rettende Idee halten und die gegnerische Position für den Weltuntergang.
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Dem Ministerpräsidenten traue ich zu, dass er Möglichkeiten hat, sich zu informieren http://www.spiegel.de/politik/deutschland/michael-kretschmer-zu-chemnitz-es-gab-keinen-mob-es-gab-keine-hetzjagd-a-1226627.html. Und so hat er sich vermutlich informiert und übernimmt nicht die linken Deutungsmuster, die die Medien und auch die Regierung bestimmten. Und nun bekommt er natürlich Ärger, weil diejenigen, die diese Deutungsmuster für ihre politischen Auseinandersetzungen benötigen, den Bach runterfließen sehen. Auch Merkel bleibt bei ihrem Deutungsmuster:
„Meine Reaktion ist, dass wir dort Bilder gesehen haben, die sehr klar Hass und damit auch Verfolgung von unschuldigen Menschen deutlich gemacht haben“
Man sollte übrigens beachten, dass Kretschmer Notwendiges gegen aus allgemeiner Sicht extremistische Auswüchse gesagt hat, somit nicht in die rechtsextreme Ecke gestellt werden kann, nur weil er linke Deutungsmuster nicht übernimmt. Andererseits ist seine Rede stark apologetisch: Indem er das sagen muss, dass es keine Hetzjagden gab – muss er, um nicht in die falsche Ecke gedrängt zu werden, massiv gegen politische Gegner angehen. Wird aber nichts helfen. Man nimmt ihm übel, dass er die linken Deutungsmuster nicht übernommen hat. Und die Rechten nehmen ihm übel, dass er versucht, linke Deutungsmuster beizubehalten. Von daher: Es wird wahrscheinlich wieder einen Zulauf zur AfD geben. Man kann der AfD nicht den Zulauf nehmen, wenn man linke Deutungsmuster übernimmt. Wichtig ist freilich nun, wie das alles politisch umgesetzt wird, damit falsche Politik korrigiert wird. Aber Sachsen dürfte damit überfordert sein, wenn der Bund nicht mitspielt.
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Hass gibt es sehr viel in unserem Land – aber der ist von Hetzjagden zu unterscheiden. Gegen links, gegen rechts, gegen Merkel, gegen diese und jene. Hass ist ein Strudel, der Menschen in den Abgrund zieht. Er verkrampft sie, verblendet sie, höhlt Hirn und Seele aus. Hass muss man bekämpfen – aber wie holt man Menschen aus der Hassverkrampfung heraus?
Wie schützt man sich erst einmal selbst davor, im Hass-Sumpf zu versinken? Indem man sich selbst und seine Weltanschauung nicht zu wichtig nimmt, indem man zuhört und toleriert, dass der andere nicht ich ist, indem man fragt: Wie kommt er zu einer Sicht, die der meinen entgegensteht – wie komme ich zu meiner Sicht, die der seinen entgegensteht? Wenn Hass einmal in der Seele Wurzeln schlägt, hat man es schwer, ihn wieder auszureißen. Darum muss man schnell anfangen, jedweden Hass, der in sich selbst hochkeimt, zu bekämpfen.
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Man sollte schon eine gute Wahl treffen, wenn man für die Mehrheit sprechen will. Wenn viele wüssten, zu was sie da herumhopsen! Qualität sollte man schon erwarten dürfen. Über Unmenschlichkeit (zu recht) beschweren und dann sowas verbreiten – kurios:
Hat wirklich jemand geglaubt – dass ein Staat es sich erlauben kann, ein Terror-Nest in sich zu haben, das jederzeit wieder alles zerstören kann? Wie denkt sich die USA das. Sie sieht ihre fehlgeleiteten Verbündeten und setzt sich verbal natürlich für sie ein. Aber haben sie keine Strategie, die Terroristen rauszuholen – sie vielleicht in den USA oder Saudi Arabien, Katar anzusiedeln, damit die Bevölkerung geschützt wird? Drohen hilft nichts. Eine Lösung muss gefunden werden.
Wenn es genug Busse gab, sie aus den zerstörten Städten, die die Terroristen zu verantworten haben, herauszufahren, wird es auch genug Flugzeuge geben, sie aus Idlib rauszuholen. Natürlich weiß ich, dass das sarkastisch ist. Die genannten Staaten werden sich hüten, gewaltbereite Männer in ihr Land zu holen. Aber haben sie keine andere Lösung als die Drohung? Auf jeden Fall wird die Zeit wieder genutzt werden, ein massives mediales Sperrfeuer nicht nur gegen Assad, sondern auch gegen Russland in Stellung zu bringen https://www.tagesschau.de/ausland/idlib-syrien-103.html
Wie kann man also die Terroristen entschärfen – ohne die Bevölkerung leiden zu lassen? Liegt der internationalen „Gemeinschaft“ wirklich an der Lösung des Problems?
Bevor man so weitreichende Eingriffe bedenkt, sollte man erst einmal untersuchen, warum immer weniger Menschen ihre Organe spenden wollen. Und die angesprochenen strukturellen Probleme sollten beseitigt werden. Unsere Grundlagen auf Unversehrtheit des Individuums werden auf den Kopf gestellt, wenn man eine Ablehnung statt eine Zustimmung äußern muss.
Zudem:
Wie denkt man sich das? Bekommt jeder Erwachsene Post von der Krankenkasse: Du musst ablehnen, wenn du nicht freiwillig Spenden willst!?
Bekommt jeder, der Volljährig ist zu seinem 18. Geburtstag den Brief zugesandt: Lehne ab, sonst stimmst du zu?
Oder rechnet man damit, dass nicht alle das mitbekommen und man dann – eben den Schlafmützen – sozusagen aus Strafe die Organe entnehmen kann? Wie manche üblen Firmen einem was andrehen zur Ansicht, man das aber dann ablehnen muss – vergisst – und zack, sitzt man in der Falle.
Wie ist es mit Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Wie ist es mit Menschen (auch wenn es wenig sind: 7/8 Millionen), die weder lesen noch schreiben können? Wie ist es mit Menschen, die nicht in der Lage sind, diese Fragestellung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen? Spekuliert man auf diese Menschen?
Es ist unannehmbar, Menschen zu zwingen, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die so elementar sind – die sich nicht damit auseinandersetzen wollen.
Der Ruf nach dem Staat, der das Individuum reglementieren soll, ist eher eine Links-Idee. Haben wir also auch hier wieder ein Abrutschen der CDU?
Ist Mitleid eine Begründung für so einen massiven Eingriff in die Grundrechte? Es ist schlimm, wenn Menschen auf Organe warten, wenn sie massiv an Lebensqualität einbüßen, weil sie keine bekommen. Aber das ist kein Argument für eine Änderung der gegenwärtigen Praxis. Das ist nur ein Argument dafür, die Strukturen, die eine effiziente Organentnahme verhindern, zu verändern.
Der Mensch gehört sich selbst – nicht einem anderen – auch nicht dem Staat. Diese Erkenntnis ist eine Errungenschaft. Sollte man sie hier aufs Spiel setzen?
Moralischer Druck wird aufgebaut, man darf nicht mehr einfach nur ignorieren, wenn von einem Organe verlangt werden, man muss selbst sagen: Da mach ich nicht mit. Man hat also Druck. Und so geht es nicht mehr um eine Spende, sondern um eine Abgabe. Wann kommt die Entscheidungs-Pflicht zum Blut abgeben?
Wenn das System, sagen wir, jetzt schon lückenhaft ist, wer sagt mir, dass der Ausweis und die Ablehnung immer so schnell gefunden wird?
Eine Zustimmung zur Organspende, wie sie angeblich laut Umfragen in der Bevölkerung vorhanden ist, muss noch lange nicht bedeuten, dass auch jemand dafür ist, selbst schwarz auf weiß zu belegen, dass er seine Organe spenden will. Der Mensch ist an dieser Stelle auch psychisch eigen. Umfrageergebnissen darf man nicht kritiklos trauen – sie zumindest nicht 1:1 auf die Realität übertragen.
Die Frage nach Organspende ist keine natürliche Frage, sondern Folge wissenschaftlich-medizinischen Fortschritts. Von daher ethisches Neuland für den Menschen. Entsprechend sollte es nicht mit dem Brecheisen durchgesetzt werden.
An dieser Stelle stellt sich mir die Frage: Ist der Rückgang nur strukturell bedingt oder haben auch Ärzte selbst psychische Probleme damit?
Eine Entscheidungspflicht gegen die Spende ist freilich auch eine Frage der Kosten. Darf die in der Diskussion unter den Tisch fallen? Kranke Menschen zu finanzieren dürfte auf Dauer teurer sein als sie mit einem „gespendeten“ Organ zu versorgen. Wenn die Kosten in dieser Hinsicht auch eine Rolle spielen sollten – auch im Hintergrund! (das heißt, man möchte das der Bevölkerung lieber nicht verklickern) – dann ist das auch eine Frage des Utilitarismus. Es wäre ein Argument für die Entscheidungspflicht, da Kosten im Gesundheitsbereich sehr wesentlich sind und immer wichtiger werden. Auch an dieser Stelle sollte man ehrlich argumentieren.
Manche verbinden Würde des Toten mit körperlicher Unversehrtheit. Manche Würde mit Organspende. Beide werden entwürdigt durch eine Entscheidungspflicht. Denn „Spende“ ist das nicht mehr.
Die Würde des Menschen ist unantastbar – das heißt, er darf auch nach seinem Sterben nicht entwürdigt werden. Es sei denn, man nimmt ihm die Würde – wie in vielen Ländern auch die der Ungeborenen – und erklärt keck: Nur autonome, selbstbestimmte, rational denkende Menschen hätten Würde. Für mich bedeutet Zivilisation auch würdigen Umgang mit dem Toten, auch wenn der Leib vergehen wird. Und bevor er vermodert, wie manche despektierlich sagen, sollte man ihn doch „spenden“, damit wenigstens etwas Gutes tun. Was Gutes tun bedeutet, wem man was Gutes tun will, das sollte man noch immer dem Individuum überlassen. Unwürdiger Umgang mit dem Toten schadet dem Toten nicht – zeigt aber, dass diejenigen, die unwürdig mit ihm umgehen, zivilisatorisch einen massiven Rückschritt machen.
Dass sehr viele Länder die Entscheidungspflicht haben und die Welt noch nicht untergegangen ist, sagt nichts darüber aus, dass auch unser Land diese übernehmen sollte. Eigenständiges Denken und argumentative Darlegung dessen, was man für richtig hält, sollte immer noch möglich sein – auch dann, wenn alle gegen meine Sicht sind.
Nun kann man sagen: Diese Ausführungen sprechen nur über die potentiellen „Spender“ bzw. „Entscheider“ – nicht über die Menschen, die dringendst ein Organ benötigen. Dem ist so. Wenn man diejenigen ins Zentrum rückt, die ein Organ benötigen, dann wäre das Individuum nicht mehr frei über sich zu entscheiden, er beugt sich emotionalem Druck. Das ist wie der Fall, in der ein Familienmitglied einem anderen ein Organ spenden könnte – ist er/sie frei? Damit verbunden sind freilich noch viele weitere Fragen. Es geht hier nur um den emotionalen Druck, der Freiheit nimmt.
Organspende ist im Augenblick ein Akt der Nächstenliebe. Er kann durch den Staat zu einer Art entscheidungspflichtiger Solidarität werden. Aber er sollte kein Akt der Hingabe werden – das heißt: Man gibt sein Leben auf. Von daher sollte man auch mit Blick auf die Frage des Hirntodes, dass er als Maßstab genommen wird, ehrlich mit allen Beteiligten umgehen.
Ich bin nicht gegen Organspende – so sie Spende bleibt und nicht mit einer Entscheidungspflicht verbunden wird. Und hier sollte man intensiv ansetzen: Es herrschen eine ganze Menge Vorurteile im Land gegen die Organspende. Von korrupten Ärzten bis hin zum Staat, der sich bereichern will. Man muss argumentativ offensiv und ehrlich (!) vorgehen, auch in Hinblick auf Hirntod. Sterben und Tod sind Themen, die sensibel angegangen werden müssen. Menschen denken schon nicht gerne darüber nach – dann auch nicht im Zusammenhang von Organspende. Hier haben Kirchen eine Aufgabe – denn sie bieten Hoffnung über dieses Leben hinaus – und das gilt auch, wenn Organe fehlen.
Immer kürzer wird die Zeit, in der ein Mensch für tot erklärt wird: https://mobile2.bazonline.ch/articles/59fd9893ab5c372d7f000001 Man will möglichst schnell an seine Organe. Man kann dann nur hoffen, nicht auf utilitaristische Ärzte zu treffen. Aber es kommt nicht allein auf die Ärzte an – auf das gesellschaftliche Umfeld, dem der Utilitarismus wichtiger ist als das Individuum. An dieser Stelle müssen Kirchen sich positionieren, wenn sie denn ethisch noch ein Wörtchen mitreden können und wollen. Nur eine Frage: Soll das das Vertrauen in die Organtransplantation fördern? Bald kommen vermutlich auch wir dahin, dass man gezwungen wird, nein zu sagen, statt dass man frei ist ja zu sagen, weil Menschen wirklich Angst davor haben, nicht wirklich tot zu sein, bevor ihnen alles entnommen wird. Vielleicht kann man sie beruhigen: Ihr spürt nichts mehr, weil man Euch narkotisiert hat! Aber dann benötigt man auch keine Sterbenden mehr – auch quick lebendig Lebende spüren dann nichts. Utilitarismus!
Vom 10. Juli 2015
Mir flatterte wieder ein AOK-Organspender-Ausweis ins Haus. Es ist immer schwer zu entscheiden – Ja, Nein, Ja, Nein, Ja… Es gibt wichtige Stimmen, die gegen die Organspende argumentieren – aus christlicher Sicht. Es ist eben, wie hier dargestellt wird, nicht nur die Frage: ist man tot, wenn man hirntot ist? Sondern es spielen eine Menge anderer Themen mit hinein: http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/organspende-herz-um-herz-92692/ Unsere Gesellschaft ist auf das Hirn fixiert. Wenn das nicht mehr funktioniert – dann kann man den Körper vergessen. Aber, so zeigt auch der Artikel, dem ist nicht so. Aus christlicher Tradition sind Körper, Hirn, Seele eine Einheit. Man darf sie nicht zugunsten des Hirns aufgeben. Auch meine Sicht ist, dass wir bereit sein sollen, unser Leben bewusst zu leben, nach dem Wort: Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug leben. Sterben einüben, mit dem Tod umgehen lernen, das sollten wir einüben und nicht nur das medizinisch-technische Know-How für das Wahre halten. Das ist das Primäre. Sterben lernen, lernen, sich in die Hand Gottes fallen zu lassen. Und Menschen, denen man ein Organ in Aussicht stellt, kreisen um das Thema Organ, statt darum, dieses Sterben zu lernen (was man freilich nur in christlicher und buddhistischer Tradition kann, bzw. in der Tradition des Islam den Inschallah-Gedanken forcieren). Atheisten tun sich da schwerer. Aber dieses sich Gott im Leben und Sterben Anvertrauen – das sollte Priorität haben. Das soll aber die Bereitschaft, Organe zu spenden, nicht schmälern. Sicher: Gott liebt den Menschen auch dann weiter, wenn sein Hirn tot ist. Er liebt den Menschen aber nicht, weil er Hirn hat oder Körper hat, sondern er liebt ihn über die Existenz von Körper und Hirn hinaus. Das Wesen des Menschen – wie Gott ihn sieht – wie Gott ihn neu erschafft für sein Reich – ist etwas Neues. Paulus verwendet das Bild vom Samenkorn, das stirbt und danach nicht mehr aussieht wie es aussah, sondern zu einer Pflanze wird (1Korintherbrief 15). Dass eine Organspende sozial ist – daran zweifle ich nicht. Ich selbst täte mich leichter mit der Bereitschaft, meine Organe zu spenden, wenn ich wüsste, dass man mich – wie es in der Schweiz der Fall sein sollte – vorher betäubt. Natürlich ist man nach heutiger Vorstellung tot, wenn das Hirn tot ist. Aber ich traue in dieser Hinsicht unserer heutigen Vorstellung nicht, weil es sehr stark hirnig ist.
Ist die Forderung der Beobachtung der AfD durch die SPD mehr als Populismus?
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Manche scheinen auf dem linken Auge blind zu sein: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rechtsextremismus-es-kann-nicht-genug-antifa-geben-a-1226394.html Natürlich ist die Antifa ein Konglomerat unterschiedlichster Gruppen. Aber das sind so genannte Rechte auch. Von den Rechten fordert man zu recht, die Loslösung von Rechtsextremen. Und genau das muss man auch von den Linken, den Antifas, fordern. Unsere Gesellschaft wird von den Extremisten nur zerrissen, ob links, ob rechts – sie schaukeln sich gegenseitig hoch, Argumente spielen keine Rolle mehr, sondern nur noch Gewalt. Linke wie Rechte müssen sich von den Extremisten an ihren Rändern lösen. Das gilt auch für die Antifa. Im Augenblick hat die Antifa auch bei mir einen schlechten Klang, weil ich befürchte, sie wird von den Extremisten dominiert. Man sieht an dem Beitrag eben auch die Radikalisierung der Linken – bis dahin, dass wir wieder Salon-Kommunisten finden. Das schadet der Gesellschaft. Widerstand gegen Faschismus ist wichtig – aber der Faschismus kann in seinen Grundlagen auch die Linken beeinflussen – so dass sie faschistoid werden. Und Widerstand dagegen ist auch wichtig. (Der Begriff Faschismus ist schlicht und ergreifend zu wenig definierbar, um ihn nicht mit manchen Linken Äußerungen zu verbinden.)
Was sind für mich Kennzeichen des Faschismus?
Anderen die Meinung seiner Gruppe mit Gewalt, Terror und Druck aufpressen zu wollen.
Faschistische Gruppen haben die Tendenz, ihre Weltsicht als Welt rettend darzustellen – und darum müssen alle anderen, die diese Weltsicht nicht teilen, beseitigt bzw. von Menschengruppen drangsaliert werden.
Zum Faschismus gehören auch die Errichtung fester Ordnungsstrukturen in dem Sinne, dass man dem Gesetz, das diese Gruppe aufstellt, ohne Wenn und Aber Folge zu leisten hat. Und das wird mit Folter, Mord usw. geahndet.
Menschen, die aus dieser engen Gruppendisziplin ausbrechen wollen, werden misshandelt, ermordet, massiv unter Druck gesetzt, auch durch Nachbarn, Familienmitglieder, Dorfgruppen…
Hat Schweden also doch ein Problem? Man wird aus unseren Leitmedien nicht so recht schlau. Wenns in den Kram passt, wird es vehement abgelehnt, wenns dann anders in den Kram passt, wird es zum Thema: https://www.tagesschau.de/ausland/schweden-wahl-109.html
Und hier passt es in den Kram, weil manche vermuten, dass die Schwedendemokraten die Wahlen gewinnen könnten. Dieser Vorwurd, der der schwedischen regierung gemacht wird, denn kann man auch auf unser Land übertragen:
Es habe erst die Populisten gebraucht, damit über das Thema Einwanderung offen diskutiert wird.
Aber die LeitMedien sollen nun nicht so tun, als hätten sie an der Verschweigepolitik und Verharmlosungspolitik nicht einen gehörigen Anteil. Hätten sie es gewagt, das, was sie sehen und in der Bevölkerung und vielleicht auch selbst zu äußern, hätten wir heute viele Probleme nicht. Nun denn: Hätte, hätte, Perlenkette. Lernen sie daraus? Nein. Große Teile der Bevölkerung sehen ihr Land nicht mehr durch die Augen der LeitMedien und deren Kommentatoren, sondern haben selbst sehen gelernt.
Falsche Bilder sprechen übrigens nicht unbedingt dafür, dass auch die Info falsch ist. Für manche Infos hat man eben keine Bilder. Die Frage ist dann nur: Warum nehmen sie dann überhaupt welche. Wahrscheinlich, weil ein großer Teil der Welt Bildern (Videos) und deren Interpretation erst einmal mehr glaubt als Texten. Kennen wir in unserem Land auch. Manchmal steht hinter falschen Bildern ein richtiger Text, manchmal steht hinter richtigen Bildern ein falscher Text. Ich vermute: Meistens passt´s. Zumindest bei uns. Man gibt sich große Mühe.