6 Antworten auf „Gott erfahren“

  1. dass die Worte Allwissend usw. von Gott her zu definieren sind, nicht von unseren allgemeinen Vorstellungen
    Mit Verlaub, aber das halte ich für Unfug, denn wie will man etwas von etwas her definieren, dessen Existenz äußerst zweifelhaft ist und über das man keine konkreten Aussagen machen kann?
    Ihre Formulierung ist nichts weiter als der Versuch einer Selbstimmunisierung: „Mein Gott ist immer ganz anders als ihn die Leute sich vorstellen, deshalb geht jede Kritik an ihm ins Leere.“
    Mit semantischen Tricks kann man keine Klarheit schaffen.

    Und wenn es einen wirklichen Gottesbeweis außerhalb des Glaubens gäbe, wäre der Mensch nicht mehr frei zu glauben. Er wäre gezwungen.#
    Ein Gott, der nicht erkannt werden kann, WILL NICHT erkannt werden. Oder es gibt ihn nicht.

    Einen nicht existenten Gott als nicht erkennbar zu klassifizieren, ist natürlich für die Priesterkaste am bequemsten, da man dann einen besonderen Draht zu ihm frür sich reklamieren kann und ihn dann mit allen „Eigenschaften“ ausstattet, die für die eigenen Zwecke nützlich sind.
    Machtausübung und -missbrauch durch die Kirchen (und entsprechend bei anderen Religionen) legen beredtes Zeugnis darüber ab, dass Religion im Wesentlichen so funktioniert.

    Religionen können sich nicht auf einen Gott einigen. Warum sollten sie?
    Da alle Religionen behaupten, „Wissen“ über ihren Gott zu besitzen (tun Sie ja auch 🙂 ), müsste dieses „Wissen“ eigentlich kompatibel zu dem aller anderen Religionen sein, wenn es denn tatsächlich Wissen wäre. Aber die Götter aller Religionen sind fundamental verschieden, also bis auf höchstens einen, der dann der „echte“ Gott wäre, reine Fantasieprodukte.

    und dann seine (religiöse) Ideologie gewaltsam durchsetzen würde.
    Als wenn das nicht überall dort der Fall war und ist, wo die Religion über die dazu nötige Macht verfügt(e).

    Gottesbild des Menschen ist nicht gleichzusetzen mit Gott.
    Diese Behauptung ist schon einmal logisch problematisch: Sie können Sie nur dann sinnvoll machen, wenn SIE wissen, wie Ihr Gott beschaffen wäre, denn nur dann könnten Sie sich ein Urteil über die falschen Gottesvorstellungen anderer Menschen erlauben. Wenn Sie es aber wissen, spricht nichts dagegen, dass andere es auch wissen. Wenn Sie sich trotzdem nicht einigen können, ist damit quasi bewiesen, dass auch Ihr Gott ein Fantasieprodukt ist, weil jeder eine andere falsche Vorstellung über ihn hat.

    Dass Ihr Gott dem Menschen die „Freiheit“ lässt, ihn sich falsch vorzustellen, ist einfach nur eine alberne Ausrede, zumal Sie gleichzeitig einräumen, dass eine „richtige“ Vorstellung von Ihrem Gott rein zufällig wäre und es auch keine Möglichkeit gäbe zu erkennen, dass man mit der eigenen Vorstellung richtig liegt.
    Dem steht aber die Tatsache gegenüber, dass praktisch jeder Gläubige ehrlich davon überzeugt ist, dass nur er und seine unmittelbaren Glaubensbrüder den „wahren“ Glauben besitzen und alle anderen, die diesen Glauben nicht exakt teilen, Gefahr laufen in die Hölle zu kommen.

    Sehr schön zu sehen am wohl immer noch gültigem Dogma der rkK „Extra Ecclesiam nulla salus“.

    weil sie eben Freiheit nehmen und damit auch Verantwortung.
    Wo wäre denn bei der Kirche so etwas wie Verantwortung zu sehen? Die beruft sich doch auf die Bibel als unmissverständliche Botschaft ihres Gottes und infolgedessen braucht man nur der Bibel zu folgen, weil sie dieses Gottes Willen enthält, dem man nicht widersprechen darf, weil man sonst in die Hölle kommt.
    Kennen wir schon vom Ende der Naziherrschaft. Da haben sich auch viele aus der Verantwortung gestohlen, indem sie behauptet haben, nur den Befehle gefolgt zu sein.

    Und letzten Endes lautet die Lehre der Kirche ja auch: „Wer den Willen (des christlichen) Gottes tut, der wird selig werden.“
    Freiheit auch verantwortlich GEGEN den behautpteten Willen zu handeln, kommt da nicht vor.

    1. Gott will erkannt werden – auf seine Weise. Von daher: Bezeugungen Gottes in der Bibel – Jesus Christus – Individualerfahrungen… Er wird entsprechend auch erkannt – eben nicht so, wie sich XY das vorstellen. Eine Möglichkeit, ihn zu erkennen: Gebet – Gottes Wort zu verstehen versuchen – Leben aus dem geist Gottes… Von daher: Existenz Gottes ist für manche zweifelhaft – für andere eben nicht. Jeder kann somit einen Draht zu Gott für sich reklamieren – ist nicht gebunden an kirchliche Institutionen. Das ist auch das Problem der christlichen Religion: Diese anarchische „Demokratie“ – die dann institutionell korrigiert wird. So fing die Hierarchisierung im 2. Jahrhundert nach Christus an.
      Nicht Einigung aller Religionen auf Gott ist das Ziel – denn dann hat sich der Mensch sein eigenes Gottesbild geschaffen. Christen sprechen insofern auch von Mission, bekennen Gottes… Der interreligiöse Dialog hat keine Vereinheitlichung des Gottesbildes im Blick, sondern versucht ein menschliches Miteinander trotz unterschiedlichen Gottesbekenntnisses.
      Gewaltsames Durchsetzen des Glaubens ist keine Besonderheit von Religion – überall da, wo eine Gruppe unkontrolliert Macht bekommt, ist die Gefahr gegeben, Machtmissbrauch zu betreiben. Von daher ist das Verhalten der Religiösen keine der Religion sondern eine soziologische.
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      Freiheit, die Gott lässt, ist grundlegend. Dass Glaube willkürlich ist, das interpretiere ich anders: Menschen wachsen im Glauben. Je enger die Beziehung zu Gott, desto intensiver das GottesWissen. Erkennen, dass man mit seinem Glauben richtig liegt ist gegeben – allerdings immer mit der Bitte: Vergib uns unsere Schuld – und zwar dann, wenn man eine Stufe des Wachstums für das Ziel erklärt. Paulus schreibt: Wir erkennen – wie in einem (verzerrendem) Spiegel, wir werden erkennen, wie wir von Gott erkannt worden sind. Gotteserkenntnis ist mit menschlicher Freiheit verbunden – darum funke ich als Ich immer hinein und verzerre die reine Erkenntnis.
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      Kennen Sie den Witz? Ein Atheist stirbt. Es gibt nur einen weg nach seinem Tod: Die Hölle. Er kommt an – alles wunderschön. Palmen, Bar, Meer – alles, was man sich so wunderschön vorstellen kann. Der Teufel fordert ihn auf, die Hölle zu durchwandern. Alles ist wunderschön. Nur unterwegs kommt er an ein Loch, da sind Menschen drin, die im Feuer brutzeln… Verstört kehrt er zum Teufel zurück: Was soll das? Der Teufel sagt. das sind die Christen, die wollen das so.
      Hier in der Diskussion bringen Sie immer wieder die Hölle ins Spiel. was will uns das sagen?
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      Nazi-Herrschaft und christliche Nachfolge vergleichen – ist absurd. Es gibt Psychopathen, die sagen: Gott hat mir befohlen XY zu schaden usw. Das ist auch von der Sicht der Naziherrschaft zu unterscheiden. Diese ist eher mit anderen Verhaltensweisen zu vergleichen: Das Volk will es so bzw. die Arbeiterklasse will es so, die militärische Vorgesetzte will es so. Intensiv diskutiert wird das ja auch mit Blick auf die an der Mauer, die die DDR gebaut hat, und entsprechend Menschen erschossen wurden.

  2. Wir erfahren immer mehr von Gott in allen Lebenslagen

    Was man dabei von Ihrem Gott „erfährt“, hängt wohl sehr stark von Ausrichtung und Intensität der frühkindlichen religiösen Gehirnwäsche ab und je nach Sekte, der man angehört, können sich diese „Erfahrungen“ so stark unterscheiden, dass selbst ein Gläubiger dahinter nicht immer den selben Gott vermuten sollte.
    Illusionen lassen sich halt nicht objektivieren. 🙂

    1. Auch die Illusion, dass es keinen Gott gibt. Wir hatten das schon: Gehirn waschen nur die anderen. Nun denn, eine etwas einseitige Sicht.

      1. Auch die Illusion, dass es keinen Gott gibt.

        Nun, die Beweislage spricht eindeutig gegen einen Gott, wie ihn sich die meisten Gläubigen vorstellen. Auch die Ideen der Theologen über die Beschaffenheit ihres Gottes halten einer Überprüfung an der Wirklichkeit nicht Stand.

        Es wird zwar langsam öde, immer wieder darauf hinweisen zu müssen, aber das für die Theologie unlösbare Problem der Theodizee widerlegt die Behauptung von einem gütigen und allmächtigen Gott, während allein schon die Logik beweist, dass ein Gott nicht gleichzeitig allwissend und allmächtig sein kann, obwohl das immer wieder von der christlichen Theologie behauptet wird..

        Zudem bleibt immer noch die Tatsache, dass derjenige, der die Existenz seines Gottes behauptet, auch nachvollziehbare Belege für dessen Existenz beibringen muss, wenn er ernst genommen werden möchte. Und da sieht es bei ALLEN Religionen total mau aus.

        Auch die Tatsache, dass sich die Religionen nicht auf einen Gott einigen können (wäre er erkennbar, sollte das doch die leichteste aller Übungen sein! 🙂 ) und dass selbst im Christentum mehrere, einander ausschließende Gottesvorstellungen existieren, spricht sehr dafür, dass es keinen Gott gibt, zumindest keinen, der sich für die Bewohner eines (außer für uns selber) unbedeutenden Planeten in einem ziemlich durchschnittlichen und nicht einmal besonders altem Sonnensystem am Rande einer von mindestens 400.000.000.000 anderen Galaxien interessiert. Denn sonst wäre er je für uns Menschen ohne weiteres erkennbar und es bedürfte keiner Theologen und sonstigen Rosstäuscher, die den Menschen jeweils die für sie selber günstigste Version dieses offensichtlich imaginären Wesens präsentieren würden.

        1. Ja, immer wiederholen ist öde. Das empfinde ich auch so. Zum beispiel zu sagen, dass die Worte Allwissend usw. von Gott her zu definieren sind, nicht von unseren allgemeinen Vorstellungen, darauf bin ich schon häufig intensiver eingegangen.
          Oder: Belege für die Existenz Gottes, die von allen nachvollziehbar sind: Die wird es nicht geben – nicht geben können. Warum? Gott schenkt den Menschen Freiheit. Und wenn es einen wirklichen Gottesbeweis außerhalb des Glaubens gäbe, wäre der Mensch nicht mehr frei zu glauben. Er wäre gezwungen.
          Oder: Religionen können sich nicht auf einen Gott einigen. Warum sollten sie? Es kann versuche geben – aber der Mensch ist im Glauben frei – und wenn er sich auf ein Gottesbild einigen würde, hätte er zwar ein allgemeines Gottesbild, das er – wie ich den Menschen kenne – für alle verbindlich machen würde und dann seine (religiöse) Ideologie gewaltsam durchsetzen würde. Aber es wäre immer noch nicht Gott. Gottesbild des Menschen ist nicht gleichzusetzen mit Gott. Religiöse Ideologien sind wie alle Ideologien ein Übel, weil sie eben Freiheit nehmen und damit auch Verantwortung.

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