Verfehlte Wirtschaftspolitik mit China

Diese Vorsicht vor China ist unbedingt notwendig. Vor Jahren hatte ich das Thema im Blog, dass Wirtschaftspolitik bedeutet, konstruktiv Politik betreiben und nicht alles laufen lassen – auch gerade mit Blick auf China. Inzwischen hat man sich ja geregt. Dennoch ist der Beitrag notwendig. Aber: warum kommt er jetzt erst? http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-politik-wo-donald-trump-recht-hat-a-1245569.html

Denn die Regierung wurde ja inzwischen wach: https://www.sueddeutsche.de/news/politik/kabinett-lex-china-hoehere-huerden-fuer-einstieg-bei-deutschen-firmen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-181218-99-275817

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Unehrlichkeit – Ehrlichkeit

Mir wurde vorgeworfen, nicht ehrlich zu sein. Es geht um die Geburtsgeschichten Jesu. Der Vorwerfende hat einen anderen hermeneutischen Schlüssel als ich. Er meint, man müsse die Geburtsgeschichten auf der Ebene des Historischen interpretieren, von daher stimme alles nicht. Aber: Ich habe einen anderen hermeneutischen Schlüssel. Mein Schlüssel, die Texte aufzuschließen, „schaut“ nicht auf irgendwelche historischen Möglichkeiten (gab es den Stern, den Kindermord, die Jungfrauengeburt, die Flucht nach Ägypten, die Hirten auf dem Feld usw…?). Ich schaue auf die Texte, auf das, was Matthäus und Lukas uns zu sagen haben. Sie haben uns eine ganze Menge zu sagen. Und das wissen, spüren Menschen durch die Jahrtausende hindurch weltweit.

Doch warum betteten Matthäus und Lukas das historisch ein? Weil aus jüdischer Sicht Gott in dieser Welt handelt. Gott ist kein ahistorischer Mythos. Dass er in dieser Welt real handelte, sah man an Jesus Christus. Dieses Handeln des ganz besonderen Menschen wurde mit Blick auf die Geburt zurückverfolgt. Wer jetzt auferstanden war, von Gott auferweckt worden ist, dessen Geburt bzw. die Zusammenhänge mit seiner Geburt waren auch ganz besonders – und das sah man ja auch an den umlaufenden Geschichten. Gottes Sohn geht wunderbar aus der Welt hinaus – indem er als der Auferstandene erfahren wurde – so kam er auch ganz wunderbar zur Welt. Dieses Wunderbare bekommt seine Ausdrucksform im Matthäusevangelium aus der Perspektive des Josef und im Lukasevangelium aus der Perspektive der Maria. Josef war beeindruckt von den Weisen, Maria war beeindruckt von den Hirten. Josef war beeindruckt, weil er als Empfänger einer Traumbotschaft den kleinen Messias Jeschua rettete, Maria war beeindruckt, weil der Engel mit ihr sprach, und sie sich auf dieses wunderbare Ereignis der Geburt des Gottes Sohnes eingelassen hatte. Auf diesen Weg kommen wir dann sekundär auf eine andere historische Ebene: Die Texte hatten eine große Wirkungsgeschichte. Sie haben historisch gewirkt, indem sie Menschen durch alle Zeiten und weltweit Mut machten, sie stärkten, neue Perspektiven schenkten.

Eine andere Voraussetzung, die ich mache – mit Blick auf meinen hermeneutischen Schlüssel: Der Gott, der damals durch seinen Geist wirkte, wirkte in Matthäus und Lukas, wie er auch heute wirkt in den Glaubenden. Auf dieser Ebene des Wirkens des Geistes Gottes sind die Texte zu verstehen: Gott greift in diese Welt ein: Ihr Glaubende, Ihr seid nicht allein.

Was jetzt auf der primären historischen Ebene zutreffend ist, was nicht, das kann die Forschung diskutieren. Das kann die Forschung aus dem jeweiligen Zeitzusammenhang (den der damaligen Zeit, dem Wissen der Gegenwart) herauszufinden versuchen. Gab es Anhaltspunkte für diese Texte, wer könnte sie – oder wer könnte einzelne Aspekte – überliefert haben? Was wissen wir noch von Maria? Woran erinnerte sie sich? Wie finden Erinnerungen statt – psychisch gesehen. Was wusste Jakobus, warum spielt Augustus noch eine Rolle, warum Herodes, obgleich sie ja schon lange tot waren? Die Verwobenheit mit der „Biographie“ des Täufers Johannes – was spielt das für eine Rolle? Warum haben wir zwei so unterschiedliche Versionen, die schon recht alt sind – aber einander nicht beeinflusst haben? Warum ist der Kern gleich (Jungfrauengeburt)?

All das muss auf der Ebene der Forschung argumentativ und selbstreflektiert – wie es sich für Wissenschaft gehört – dargelegt werden. Aber dazu gehört auch die Anerkenntnis, dass es unterschiedliche hermeneutische Schlüssel gibt. Meiner liegt auf der Text-Ebene. Diese kann allerdings ohne das Erforschte nicht existieren. Denn auch dieser Schlüssel ist Ergebnis der Forschung (z.B. Redaktionskritik, Linguistische Methodenschritte…).

Wenn man mir nun Unehrlichkeit vorwirft, weil ich den einen hermeneutischen Schlüssel, den Historischen, nicht als den wichtigsten aller Schlüssel ansehe, mag man es tun. Das zeigt allerdings Fixierung auf einen einzigen Zugang.

Dann ist selbstreflektierend zu fragen: Warum bevorzuge ich diesen Schlüssel? Aus Glauben heraus. Nur aus Glauben heraus? Nein, denn der pure „Historizismus“ gepaart mit einer engen Weltanschauung war einmal. Forschung ist schon weiter, der pure „Historizismus“ ist nur ein Teil der Forschung, nur eine der vielfältigen Zugangsweisen zu Texten. Warum bevorzugt dieser andere den historisch engen Schlüssel? Aus seinem Weltbild des Unglaubens heraus – um die Unbedeutendheit und auch das Lügnerische des christlichen Glaubens herauszuheben. Aber dagegen spricht aus meiner Sicht die Relevanz, die diese Texte in Zeiten und Völkern bekommen haben. Die liegt eben auf der aufgezeigten Ebene, die erkennt, dass Texte aus unterschiedlichen Perspektiven ausgelegt werden können und darum auch müssen.

Wie schreibt Jörg Zink (Dornen können Rosen tragen. Mystik: Die Zukunft des Christentums, 1997:

„Wir werden weitergehen von der alten rationalen Auslegung der Bibel und selbst mit allen Sinnen wahrnehmen, was sie sagt. Wir werden weitergehen von allem vorgeschriebenen religiösen Verhalten zur Freiheit eines persönlich verantworteten Stils. Wir werden weitergehen von aller überlieferten Sprache und Redeweise zu einer Rede von Gott, die ausdrückt, was wir selbst erfasst haben, oder besser, von wem wir erfasst worden sind. Wir werden den Geist Gottes, der in uns selbst am Werk ist, wiederfinden und auch das, was das Evangelium den Christus in uns oder den Gott in uns nennt.“

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Halber Jesus

Man kann keinen halben Jesus haben.

Man kann. Aber warum gibt man sich mit dem halben Jesus zufrieden, wenn man den ganzen haben kann? Viele sagen: Dann lieber gar keinen, als einen halben Jesus. In Ordnung. Aber den ganzen Jesus beiseite schieben, nur weil man den halben Jesus kennt und vorgesetzt bekommt, ist auch sonderbar. Lieber den ganzen Jesus kennen lernen wollen – und dazu gehört eben: Gott.

Manche sagen von vornherein: Brauche keinen Jesus – ist sowieso sauer! – Nun denn, sie haben was verpasst. Ein Trost für sie: Wer etwas verpasst, vermisst es ja nicht, weil er es noch nicht kennen gelernt hat.

Warum sauer? Die Fabel vom Fuchs, der nicht an die Trauben rankommt und sie darum für sauer und unreif erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Fuchs_und_die_Trauben

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Interreligiöser Dialog

Den gestrigen Beitrag zu einem Kommentar möchte ich dadurch hervorheben, dass ich ihn in etwas abgewandelter Form in den Blog stelle:

Zu einem Dialog gehört, dass man von seinem Glauben überzeugt ist. Aus diesen unterschiedlichen Glaubensansätzen heraus gilt es dann den gemeinsamen Weg zu finden, der für die Menschheit zum Guten wird. Zu einem solchen Dialog gehört auch, dass man seinen Glauben kennt, die historischen Bedingtheiten, Parallelelen usw. usw. Zudem weiß ich, warum ich kein Muslim bin, sondern ganz bewusst Christ. Muslimen mag es ähnlich ergehen, so sie ihren Glauben bewusst und frei reflektieren.

Beide Seiten, die ihren Glauben bewusst reflektieren, wissen einander zu schätzen. Zumindest kenne ich Muslime, die Glauben anderer wahrnehmen können und ihn respektieren, wie ich den Glauben dieser Muslime wahrnehme und respektiere. Die Diskussion läuft auf einer anderen Ebene als zum Beispiel mit Atheisten, weil wir eine gemeinsame emotionale religiöse Basis haben. Wenn ich Gebet sage – dann stellen sich bei manchen Atheisten alle logischen Haare zu Berge. Wenn ich mit einem Muslim über das Gebet spreche, dann haben wir eine gemeinsame Verstehensbasis. Da braucht man nicht lange darüber zu reden. Freilich: Es gibt unterschiedliche Riten, Deutungen,… alles richtig. Aber über das, was Gebet ist, muss man nicht mehr diskutieren, das ist eine gemeinsame Voraussetzung. Oder: Was anderen eine Heilige Schrift bedeutet… – auch hier stellen sich bei Atheisten alle rationalen Haare zu Berge. Aber trotz aller Unterschiede zwischen Bibel und Koran, trotz aller unterschiedlichen Ansichten über Wort Allahs/Gottes – man hat ein gemeinsames Gefühl für das, was „Heilige Schrift“ ist. Mohammed hat Juden und Christen massiv kritisiert – wegen ihrer Stellung zur heiligen Schrift. Und Juden und Christen kritisieren Mohammed dafür. Diese Diskrepanz gehört in den Interreligiösen Dialog. Aber dennoch bleibt dieses gemeinsame Wissen von der Bedeutung der heiligen Schrift für die jeweils anders Glaubenden. Wenn wir uns als Menschen ernst nehmen, werden wir auch in menschlichem Sinne miteinander kommunizieren.
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Was den Interreligiösen Dialog betrifft: Christen sind – so sehe ich das auch – ziemlich dominant dabei. Aber treibende Kraft zum Guten sein, dürfte auch in Augen von Atheisten und Säkularen nicht verwerflich sein. Dass ein solcher in einem langen Prozess eingeübt werden muss, ist allen Beteiligten sicher klar. Dieser Prozess kommt in unserer Zeit erst langsam in Gang, nach Jahrhunderten der Differenzen – vor allem begründet durch politische Auseinandersetzungen: islamische Eroberungszüge, europäischer Kolonialismus… – all dieser Schutt muss auch durch Vertrauen bildende Maßnahmen beseitigt werden. Entsprechend wird es auch immer Rückschritte geben, man stößt sich gegenseitig vor den Kopf, Extremisten versuchen klare Tatsachen zu schaffen, indem sie Nichtglaubende vertreiben (wie zurzeit vielfach aus islamischen Ländern) und menschlich Denkende Glaubensbrüder/-schwestern ebenfalls vertreiben oder ermorden. Aber nicht müde werden. Wie heißt die Jahreslosung für 2019 – und sie ist gleichzeitig Auftrag:

Suche den Frieden, jage ihm nach.

Rauswurf + Politische Claqueure

Schon interessant, wie lang die FR es begründet, dass einer aufgrund seiner politischen Gesinnung zu recht aus dem Kino rausgeworfen wurde. http://www.fr.de/politik/meinung/kommentare/filmtheater-schauburg-in-dresden-afd-richter-maier-macht-wahlkampf-a-1644385?GEPC=s3

Aber die gesamte Begründung ist dennoch falsch, weil die Grundlage nicht stimmt.

Wenn wir in unserem Land anfangen, politisch zu sieben, wen wir wo in öffentlichen Einrichtungen nicht haben wollen, dann ist das der Tod unserer einheitlichen Gesellschaft. Die Extremisten schaukeln sich hoch. Und ich vermute einmal, dass es unter bzw. neben den Claqueuren im Kino auch solche gab, denen es mulmig war. Aber das wird dann doch lieber nicht berichtet, damit man seine haltlose Argumentation zumindest mit Claqueuren begründen kann.

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Stellen wir uns vor, verschiedene Kinos kämen auf den Gedanken, herauszuwerfen Muslime, Christen, Kommunisten. Kämen auf den Gedanken rauszuwerfen Arme, Reiche, Alte, Junge, Männer, Frauen, Schwarze, Weiße, Liberale, Atheisten? Die Claqueure klatschen, johlen, kreischen – verführt von irgendwelchen verführenden Aktivisten. Wo kommen wir hin in unserer Gesellschaft, wenn sie anfangen die Hirne zu beherrschen, die Extremisten? Sie bringen irgendwelche Argumente, versuchen zu kaschieren das Übel, die claqueurenden Journalisten. Viele merken: Es läuft etwas schief in diesem Land, wo läuft es hin? Behält die Mitte ihre Macht? Dominieren die Brückenbauer? Hoffentlich, sonst rennt alles johlend und kreischend gegen die Wand – und hinterlassen in Herzen und Hirnen Wüsten.

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Moschee-Steuer

Bin einmal gespannt, wie sie das mit der Moschee-Steuer hinbekommen wollen. Das Problem aus meiner Sicht besteht dann darin, dass Muslime gezwungen werden, die Steuer zu zahlen, auch wenn sie mit der Moschee bislang nichts am Hut hatten. Oder eben aus der „Moschee“ austreten. Machen sie das? Oder werden sie gezwungen, was ich neulich hatte, sich zum Islam zu bekennen, obwohl sie sich von ihm distanziert hatten? Zudem: Welcher Organisation, welcher Moschee soll dann das Geld zugute kommen, in welchem Verhältnis? Auf jeden Fall: Der Staat weiß dann endlich, wie viele Muslime es im Land gibt. https://www.tagesschau.de/inland/moschee-steuer-103.html

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Maria Magdalena

Maria von Magdala ist einer der wichtigsten Frauen in der Weltgeschichte – aber sie wollte wohl nicht als eine solche wahrgenommen werden bzw. wurde zurückgedrängt.

Aber wenn man das schon wieder liest: von Kirche geheimgehalten, „… ist geeignet, das religiöse Weltbild der mehr als zwei Milliarden Christen auf der Erde wanken zu lassen“ – kringeln sich einem die Fußnägel. Da will wieder jemand unbedingt irgendwelche Skandalgeschichten aufkochen, will sich selbst wichtig machen – ob diese Vermutung aufgrund der Anfangszeilen stimmt, weiß ich nicht – aber solche Worte schrecken ab, solche Plattheiten mag ich nicht lesen, geschweige denn bezahlen: http://www.spiegel.de/plus/maria-magdalena-war-die-gefaehrtin-von-jesus-die-erste-paepstin

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