Taliban und Frieden + Irans Gewalt in Europa + Venezuela

Wer setzt eigentlich sowas in die Welt, dass die Taliban Frieden haben wollen. Sie wollen die Macht. Und das ist alles. Und unter den Taliban wird es auch keinen Frieden geben – außer eben den berühmten Friedhofsfrieden: https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-taliban-anschlag-101.html

Dass sie wirklich demokratisch legitimierten Frieden wollen – dafür kann ich aus den Medien und dem Verhalten der Taliban kein einziges Indiz entnehmen.

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Und wenn sie das ganze Land unter Kontrolle haben, dann geht es nicht nur den Einwohnern an den Kragen, den Freiheit-Liebenden, sondern auch den Umländern: Pakistan und all den ehemaligen Sowjetstaaten. Sie haben dann eine Operationsbasis, von der aus sie alles unterminieren können – das wird bis zu uns gehen. Da sollte keiner die Augen vor verschließen. Da kann man nur hoffen, dass die Reste der IS auch in Afghanistan Fuß fassen wollen – so bekämpfen sich wenigstens die Menschen Verächter gegenseitig. Aber: Die arme Bevölkerung!

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Venezuela – dieses gefährliche Experiment der USA und auch unserer Regierung kann nur gelingen, wenn es der Bevölkerung schlagartig besser gehen wird, nachdem man ihr Hoffnung gemacht hat, dass nach Maduro alles besser werden wird. Maduro wird schnell zurückschlagen müssen, damit die Angst im Land vor der Regierung steigt. Ansonsten hat er verloren – wenn die Hoffnung auf ein besseres Leben durch die Intervention wirklich einen großen Teil der Bevölkerung ergreifen sollte. Dafür wird man viel Geld in die Hand nehmen müssen, nicht nur ein paar warme Worte und fragwürdige Aktionen unterstützen.

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Theodizee 13: Willi Graf

Ich hatte begonnen herauszuarbeiten, wie Mitglieder der Weißen Rose mit dem Leiden umgehen (Theodizee 1-12). Zusammengefasst und ergänzt ist es hier zu lesen – die Einleitung gibt Grund und Intention meiner Darlegung „authentischer Theodizee“ wieder: https://evangelische-religion.de/theodizee-sophie-scholl.html Es fehlte, soweit ich sehe, nur noch Willi Graf. Das hole ich hiermit nach:

Willi Graf (* 2. Januar 1918) ist katholisch geprägt worden. Seine religiöse Erziehung sieht er kritisch: „Urteilskraft und lebendige Überzeugung aber haben wir nicht mitbekommen, um eventuell in der Lage zu sein, diese Weltanschauung zu verteidigen… In Wirklichkeit ist Christentum ein viel schwereres und ungewisseres Leben, das voller Anstrengung ist und immer wieder neue Überwindung kostet, um es zu vollziehen.“ (6.6.1942). Er macht sich viele Gedanken: „Gerade das Christ-Werden ist vielleicht das allerschwerste, denn wir sind es nie und können es höchstens beim Tode ein wenig sein.“ (15.6.1941)

Willi Graf ist im Saarland aufgewachsen und war trotz des gesellschaftlichen Drucks nicht in der Hitlerjugend, aber der katholischen Jugendarbeit treu. Er begann sein Medizinstudium, wurde wegen „bündischer Umtriebe“ inhaftiert, wurde von der Wehrmacht eingezogen, kam als Mediziner an die Uni München und somit in Kontakt mit der Weißen Rose. Er wirkte mit im Widerstand und wurde kurz nach Hans und Sophie Scholl zusammen mit seiner Schwester, an die viele der folgenden Briefe gerichtet waren, festgenommen. Er wurde im April zum Tode verurteilt, wurde aber nicht sofort hingerichtet, weil die Gestapo Informationen über „Mittäter“ erfahren wollte. Seine Schwester Anneliese hat nach dem Krieg Briefe und Aufzeichnungen herausgegeben.

Als er 1943 in Haft war, schrieb er: „Mit dem Tod beginnt erst unser wahres Leben, diese Gedanken sind mir immer schon vertraut gewesen und waren und sind mir bewußt. Euch aber bleibt alles Leid und der Schmerz, aber der Glaube und das Gottvertrauen muß Euch Stärke und Kraft bringen…“ (8.5.1943) Dass in Gottes Hand das Schicksal liegt gibt Mut „alles andere daneben wird ja so unwichtig und bedeutungslos“ (1.8.1943). Ähnlich schrieb er am 9.10., fügte aber noch hinzu: „Das Bewußtsein, daß wir in Seiner Hand sind, wächst eigentlich erst recht im Leid und manchmal ahnen wir Seine Nähe ganz besonders“. Aber er muss sich dazu immer wieder durchringen: „Das zu ertragen ist nicht leicht, aber mit seiner (sc. Gottes) Hilfe wollen wir es immer wieder versuchen“ (26.9.1943). Schon Ende 1941 formulierte er in einem Brief aus Russland, dass man in aller Sinnlosigkeit bestehen müsse, dass man den Sinn suchen müsse – aber dass man ihn erst im Tod finden werde (30.12.1941). Diese Ahnung von Sinn wird in seinen letzten Briefen immer deutlicher. Am 10.9.1943 kommt seine Sicht sehr ausführlich zum Tragen, indem er sein Leiden, sein Kreuz mit dem Kreuz Jesu verbindet und „fast froh“ ist, nachzufolgen. „Wir wollen versuchen, dieses Kreuz nicht nur einfach zu ertragen, sondern zu lieben und immer vollkommener zu leben im Vertrauen auf Gottes Ratschluß.“ Der Tod ist nicht das Ende, „sondern ein Durchgang, das Tor zum wahren Leben.“ In seinem letzten Brief weist er auf die Arie von Händel, Messias hin: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebet.“ und übergibt Psalm 90 als eine Art Vermächtnis – denn in allen Briefen bezieht er die Adressaten mit ein: Wir. So auch in diesem letzten Brief: „Wir werden uns wiedersehen am Thron des Ewigen.“ Am 12.10.1943 wurde er hingerichtet.

Zitiert nach: Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens (Hgs.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen, S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1988

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Kirche und Populismus

Kirche wendet sich gegen Rechtspopulismus – ein wichtiger Faktor in der momentanen Tätigkeit. Dabei gerät sie in Gefahr, selbst politisch-populistisch zu werden.

Ich denke, Kirche sollte Christen als Christen im Glauben stärken, christliche Ethik vertiefen, dann verdampfen links, rechts und sonstiger Populismus.

Man sollte Christ-Populist werden, im Sinne von Luther: Dem Volk aufs Maul schauen, im Sinne von Jesus: missionarisch aktiv werden.

Und dann: Anderen Christen zutrauen, dass sie aus Verantwortung vor Gott die richtigen Entscheidungen treffen. Dazu muss man auch Gemeinschaft und Diskussion pflegen – mit allen, die um den richtigen Weg politisch ringen.

Die Basis ist nicht: Politisierung des Glaubens und der christlichen Ethik. Die Basis ist christlicher Glaube und daraus folgt dann das Verhalten, das Christen-Menschen würdig ist.

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Staat und Opposition

Ein Staat, in dem Demokratie und Recht zählen, will und braucht Opposition. Darum schützt und fördert er Opposition.

Ein Staat, eine Regierung, herrschende Gruppen, die Andersdenkende nicht schützen, neigen dazu, ihre Anhänger und ihre Mitläufer zu instrumentalisieren – dahingehend zu instrumentalisieren und auch zu manipulieren, Andersdenkende zu verfolgen, einzuschüchtern, zu bedrängen. Der Mensch wird Instrument, Material zur Durchsetzung von Interessen.

Von hier aus gesehen hat jede Generation die Aufgabe, die Freiheit zu schützen, sich auch für diejenigen einzusetzen, deren Meinung man nicht teilt, wenn sie denn bedrängt, eingeschüchtert und totgeschwiegen werden.

Erich Fried: Die Maßnahmen

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Man entledigt sich der Demokraten, die nicht ins selbe Horn blasen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-steht-er-der-afd-zu-nahe-tu-trennt-sich-von-werner-patzelt-a-1248908.html

Wenn dann alle Demokraten erzwungen ins selbe Horn blasen – ist sie futsch, die Demokratie. Auf einmal futsch. Und keiner wills gewesen sein, alle habens nur gut gemeint.

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Dass manche Mitarbeiter Muffensausen bekommen können, ist klar: Wenn der Chef nicht politisch korrekt ist, wenn er ein selbständiger Denker und Forscher ist und in den Ruhestand geht, wer will sie dann noch haben? Zukunftsangst bricht aus. Also: Man muss möglichst beizeiten gegen den Chef agieren, damit man aller Welt zeigt, dass man gegen ihn ist, um möglichst nicht die Zukunft verbaut zu bekommen.

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Lasst Experten herrschen, die Welt wird gut + Aufgabe der Politik

Lasst die Experten herrschen – und die Welt wird gut? http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-vorschlaege-laut-verkehrsministerium-nicht-zu-verantworten-a-1248809.html

Eine Expertenherrschaft nennt man Technokratie. Experten sind gut, aber nur als Zuträger für die Politik. Denn auch in Expertengruppen können ganz normale gruppendynamische Prozesse stattfinden: Platzhirsch röhrt, andere nicken – allerdings anders als sonst die Leute – klug mit den Köpfen. Und Experten sehen vielfach eben wie andere auch ihren kleinen Lebensbereich, nicht aber die gesamtgesellschaftlichen Prozesse.

Es gibt gesellschaftspolitische Prozesse, in der Experten wie Nichtexperten ihre Stimmen einbringen, in denen Interessengruppen wie Lobbyisten ihre Sichtweisen einbringen. Diese vielen Stimmen müssen aus der Kakophonie in eine möglichst harmonische Symphonie übergeführt werden. Das sollte die Aufgabe der Politik sein.

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Verantwortung von Medien + Verfassungsschutz + Kindergarten

An dem Beispiel der Ermordung des Danziger Bürgermeisters wird wieder einmal einseitiges Verhalten deutlich: Man gießt Öl ins Feuer. Als er ermordet wurde, waren Medien voll mit Anschuldigungen gegen Rechts. Als dann herauskam, dass es um einen irren Beweggrund ging, der nichts mit Politik zu tun hatte, sagte man nicht: Sorry, wir haben falsch gelegen, es soll nicht wieder passieren – man bleibt dabei. Sieht aber inzwischen, dass es der Hass insgesamt ist, der die Gesellschaft spaltet und eben Irre zu kriminellen Taten animiert. Aber der Unterton der Richtung bleibt: Die anderen sind Schuld.

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Das sieht man in unserem Land auch. Die Stimmungsmache durch so genannte sachliche Informationsweitergabe ist spannend zu beobachten. Man kann manches sachlich aufarbeiten – was dann aber politisch motiviert ist und an der Massivität, der umgebogenen Ehrlichkeit, usw. deutlich wird. Man kann immer nur hoffen, dass nicht Muslime, Juden, Christen und Minderheiten insgesamt genauso medial in Ungnade fallen und entsprechend verbalbrutal behandelt werden wie politische Gegner miteinander umgehen. Wir sehen Musterbeispiele dafür, wie man medial vorgeht, um in der Gesellschaft Stimmung zu machen. Das ist interessant zu beobachten – und sollte aber auch hellhörige Fachleute dazu bringen, das einmal aufzubereiten, um solche Keiltreibereien in Zukunft unterbinden zu können.

Ein Beispiel: Welchen Veranstaltern von Demonstrationen wird breiter Raum gewährt, um die Position darzustellen? Im Kontext welcher Demonstration werden die Gegendemonstranten über die Maßen hervor gehoben? Welche Demonstrationen lässt man ganz unter den Tisch fallen, obgleich viele daran teilnehmen?…

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Es geht nicht darum, Medien zu gängeln. Es wäre schön, wenn Journalisten so gut es geht, sachlich ihren Job machen. Die politischen Vorgaben gibt es wohl (intendierend) eher aus den Redaktionsstuben. Der politische Kampf um Medien ist zu beobachten https://meedia.de/2019/01/17/instrumentalisierte-medien-oder-freie-medien-warum-sascha-lobos-generalabrechnung-eine-gefaehrliche-weltsicht-offenbart/ – aber der Kampf um Sachlichkeit ist zu fordern.

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Der Verfassungsschutz hat den Staat zu schützen, keine politischen Parteien oder Meinungen. Von daher kann man nur hoffen, dass ein Missbrauch nicht geschieht. Der neue Chef scheint unter Erwartungs-Druck zu stehen, von daher gibt es auch Kritik von den Ländern: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wegen-afd-beobachtung-laender-sauer-auf-den-verfassungsschutz-15995032.html

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In einer Presseschau hörte ich das Zitat eines Zeitungsberichtes, in dem gesagt wurde, dass durch diese neue Sache mit dem Verfassungsschutz, der die AfD prüfen möchte, Beamte, die der AfD nahe stehen, dazu gebracht werden sollen, sich von dieser zu distanzieren. Ist das die Aufgabe eines Verfassungsschutzes, Menschen, die politisch anderer Meinung sind, unter Druck zu setzen? https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-will-juristisch-gegen-bundesverfassungsschutz-vorgehen-15989589.html

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Das, was das neue gewählte hessische Parlament veranstaltet, ist doch Kindergarten… – nichts gegen Kinder, die wissen es nicht besser – aber ein Parlament sollte es besser wissen. Lässt den AfD-Menschen durchfallen, weil er in der AfD ist (wie ein FDPler zu recht mokierte: ohne, dass negatives über die Person bekannt ist) , obgleich alle Parteien einen Vize stellen sollen. https://www.faz.net/afd-schliesst-umstrittene-politikerin-aus-fraktion-aus-15995558.html

Bald wird die AfD Mitleidswähler bekommen, wenn die etablierten Platzhirsche so weitermachen. Da hilft auch nicht, dass man tolle Reden gegen die AfD schwingt, wenn man sich dermaßen kindisch verhält. Und dann? Dann werden sich wieder alle wundern: Warum bekommt die AfD nur so viele Stimmen? Antwort kann ich gerne geben: Weil die etablierten Parteien nicht nur in manchen Bereichen versagt haben, sondern auch noch den Mitleidbonus zu verantworten haben. Und die Medien, die ihr kritisches Veto unterließen, statt dessen allem applaudieren, versagen ebenso.

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Angst vor wirtschaftlichem Abschwung – ja. Weil diese Angst da ist, muss man wirtschaftlich äußerst sensibel agieren und nicht allen möglichen Träumern und Idealisten den Steigbügel halten.

Auch gut gemeint kann man die Wirtschaft kaputt machen. Das wird sich rächen. Es ist ein Balance-Akt. Was manche noch nicht kapieren.

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Im Radio gehört: Wiesbaden plant eine City-Bahn. Im Radio wird dann allen verkündet: Heute werden in Wiesbaden am Ort XY Unterschriften gegen die City-Bahn gesammelt. 1000 haben schon unterschrieben. Ich hoffe, dass das Radio auch bringt, wenn ich eine Unterschriftensammlung gegen solche politisch gefärbten Larifari-Nachrichten beginnen sollte. Stelle ich mich im Dorf XY auf den Markt und sammle Unterschriften – dann erwarte ich mediale Öffentlichkeit. Man erfährt übrigens auch, dass es zwei Initiativen dagegen gibt, die aber nicht miteinander kooperieren. Warum, das wird nicht gesagt, aber ich vermute: Diese ist gegen eine andere Streckenführung als die erstgenannte Initiative.

Um nicht missverstanden zu werden: Es ist ein Unterschied, ob man Bürgerinitiativen zu Wort kommen lässt mit ihren Anliegen, oder ob man dazu beiträgt, dass sie mehr Stimmen bekommen. a) ist Aufgabe von Medien; b) ist Aufgabe von Aktivisten.

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So soll übrigens der Hamburger Bahnhof aussehen: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/hamburger-hauptbahnhof-so-sehen-die-ersten-plaene-fuer-den-umbau-aus-a-1248800.html – bis Bürgerinitiativen dagegen opponieren – und der Alte bleibt wie er ist.

Apropos Bahnhof: Was ist eigentlich aus Stuttgart 21 geworden?

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Brexit + China + Kolumbien

Das verärgert wirklich Briten, dass sie keine Rechte in der EU mehr haben sollen, sondern nur noch Pflichten – eben machen, was die EU vorgibt: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekonomen-fordern-entgegenkommen-von-bruessel-15991693.html

Wichtig ist es, einen Weg zu finden, der niemandem schadet. Das aber dürfte erst ein Umdenkprozess in der EU erfordern, denn die Briten sollen ja auch als abschreckendes Beispiel dienen.

Das Problem dürfte die Grenze zu Nordirland sein. Wer kann den Gordischen Knoten aufdröseln? Alexander wäre hier wohl weniger hilfreich. Muss die EU lernen.

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Neulich stand in irgendeinem Medium die Überschrift: May sollte zurücktreten, Sie regiert gegen die eigene Bevölkerung.

Das sind so Aussagen, die ich liebe. May versucht das umzusetzen, was die Mehrheit der Bevölkerung wollte. Wenn die Bevölkerung inzwischen durch Medien usw. usw. usw. eine neue Position eingenommen haben sollte, dann ist die Bevölkerung selbst Schuld, dass sie eine so standhafte Politikerin zur Chefin hat.

Dass die Bevölkerung mehrheitlich gegen den Brexit ist, das ist freilich unklar. Das immer wieder zu behaupten kann auch nur der mediale Versuch sein, bzw. der Versuch einer mächtigen Gruppe sein, einen Wechsel der Stimmung herbeizuführen.

Dass es eine schwere Prozedur werden würde, hat jeder gewusst. Dass sie so schwer werden würde, das hat auch jeder gewusst, der nicht tagträumend durch die Gegend schleicht. Von daher: Was soll all dieses aufgeregte Geschreibsel? Viele unserer Medien sind wunderbare Beispiele für Hühnerhof-Mentalität. Was für ein aufgeregtes Gegacker. Dabei wurde nicht einmal ein Ei gelegt.

Ich habe es immer bedauert, dass die Briten gehen, weil sie die restlichen europäischen Länder mit Brüssel allein lassen. Wir benötigen in Brüssel unbedingt starke nationale Dickköpfe. Von daher würde ich es sehr begrüßen, wenn die Briten zurückkehrten.

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Chinas Wirtschaft schwächelt – aufgrund der Sanktionen – das fördert die Angst der Regierung. Hungernde Chinesen sind ein potentielles Revolutionsrisiko – kennen die Kommunisten ja aus eigener Erfahrung. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/china-pumpt-73-milliarden-euro-ins-finanzsystem-15991459.html

Man merkt das auch daran, dass das Regime gegen Glaubende radikaler vorgeht: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/weltverfolgungsindex-christenverfolgung-nimmt-weltweit-zu-15991576.html

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Die Spirale der Gewalt dreht sich in Kolumbien wieder nach oben: https://www.tagesschau.de/ausland/bogota-123.html

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Sein vor Sollen – einmal anders (1)

Das Sein geht dem Sollen voran. Das heißt: Der Mensch weiß sich von Gott geliebt – die Folge ist das Handeln im Sinne Gottes. Umgekehrt fordert die allgemeine Moral (auch leider die des Christentums), das Sollen vom Sein (mit Blick auf Gott) trennen: Du sollst so handeln, auch wenn du es nicht einsiehst. Du sollst so handeln, weil es gut ist, weil es die Gruppe fordert, weil es Tradition ist, weil es logisch ist, usw. Diese Sicht, die das Sollen betont, ist gesellschaftlich relevant. Die Sicht Jesu ist eher elitär, ist Ideal. Das Sein des Menschen: Er ist Ebenbild, hat eine Beziehung zu Gott, und aus dieser heraus handelt dann der Mensch liebend. Wie Meister Eckhart (in Erfurt bin ich wieder auf ihn gestoßen), der Mystiker, sinngemäß sagte: Man soll nicht darüber nachdenken, was man tun soll, sondern darüber, wer man vor Gott – in Bezug auf Gott – ist. Daraus folgt dann das Handeln.

Es geht hier also nicht um Humes Gesetz (aus Seinsaussagen kann man keine Sollensaussagen machen). Da das Sein aus Gott keine logische Vorgabe ist, sondern das Sein ist ein Beziehungsbegriff, der mit Gott zusammenhängt. Zudem bedeutet die „Sollensaussage“ nicht, dass die Folge der Beziehung möglichst logisch konsequent/normativ ist (was laut Hume eben nicht geht), sondern: Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, welche Folgen sein Sein, seine Beziehung zu Gott in der Realisierung, also im Handeln, hat. Die Folge ist ein Handeln aus Liebe, das heißt eine, die dem anderen Wohl tut – aber was das konkret bedeutet, das muss der Einzelne aus seiner Beziehung zu Gott entscheiden. Dass aus dem Sein der Gottesbeziehung die Liebe folgt, auch wenn „Liebe“ weit gefasst ist, behält auf einer neuen Ebene das „Sein-Sollen-Muster“ bei. Das darum, weil sie – wie auch immer Liebe konkret aussieht – von Gott in Jesus Christus vorgegeben ist. Aber das erkennt man nicht nur über biblische Schriften, sondern: Wer aus der Beziehung mit Gott (aus dem Geist Gottes) lebt, erkennt, dass dem so ist. Das Sollen ist dann kein Sollen mehr, sondern ein Leben im Sein.

Übrigens halte ich die gesamte Diskussion die aus dem Hume-Gesetz folgte, letztlich für gesellschaftlich nicht relevant. Da jede Gesellschaft nur funktioniert, weil man dieser Sein-Sollen-Argumentation folgt. Nachdenkenswert und ein wenig praktikabel finde ich allerdings die Ansätze der Diskursethik: Man hält alles so lange bei, bis man den jeweiligen Punkt ausdiskutiert bzw. sich geeinigt hat. Sollen folgt auf ein diskutiertes Sein, bis man ein neues „Sein“ beschlossen hat – das man dann allerdings wieder zur Disposition stellen muss, denn aus dem Sein kann ja kein Sollen folgen. Ob das realistisch ist, und den Zusammenhalt einer Gesellschaft fördert, muss man diskutieren – freilich: Die gesamte Diskursethik hat selbst die Basis im Sein-Sollen…

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Der Blog kann voraussichtlich erst am Freitag wieder bestückt werden. Leider. Mein Tag hat auch nur 24 Stunden.