Staat und Opposition

Ein Staat, in dem Demokratie und Recht zählen, will und braucht Opposition. Darum schützt und fördert er Opposition.

Ein Staat, eine Regierung, herrschende Gruppen, die Andersdenkende nicht schützen, neigen dazu, ihre Anhänger und ihre Mitläufer zu instrumentalisieren – dahingehend zu instrumentalisieren und auch zu manipulieren, Andersdenkende zu verfolgen, einzuschüchtern, zu bedrängen. Der Mensch wird Instrument, Material zur Durchsetzung von Interessen.

Von hier aus gesehen hat jede Generation die Aufgabe, die Freiheit zu schützen, sich auch für diejenigen einzusetzen, deren Meinung man nicht teilt, wenn sie denn bedrängt, eingeschüchtert und totgeschwiegen werden.

Erich Fried: Die Maßnahmen

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Man entledigt sich der Demokraten, die nicht ins selbe Horn blasen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-steht-er-der-afd-zu-nahe-tu-trennt-sich-von-werner-patzelt-a-1248908.html

Wenn dann alle Demokraten erzwungen ins selbe Horn blasen – ist sie futsch, die Demokratie. Auf einmal futsch. Und keiner wills gewesen sein, alle habens nur gut gemeint.

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Dass manche Mitarbeiter Muffensausen bekommen können, ist klar: Wenn der Chef nicht politisch korrekt ist, wenn er ein selbständiger Denker und Forscher ist und in den Ruhestand geht, wer will sie dann noch haben? Zukunftsangst bricht aus. Also: Man muss möglichst beizeiten gegen den Chef agieren, damit man aller Welt zeigt, dass man gegen ihn ist, um möglichst nicht die Zukunft verbaut zu bekommen.

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Eine Antwort auf „Staat und Opposition“

  1. Man sollte sich nicht zu dem Vorurteil hinreissen lassen, dass ALLE AfD-Wähler Nazis sind. Manche sind einfach nur blöd.
    (Frei nach Volker Pispers)

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