EU bekämpft sich

EU bekämpft sich, so schnell geht es: Italien gegen Frankreich in vielen Fragen, die EU gegen Frankreich und Deutschland, in Fragen der Wirtschaft… – und alle westlichen EU-Staaten gegen die Ost-EU-Staaten + Italien.

Warum? Sind das notwendige Auseinandersetzungen auf dem Weg der Vereinigung? In den USA hat man emotionale Bindung an das land dadurch, dass die Flagge betont wird, die Hymne usw. In der EU hat man dieses emotionale Element nicht. Das bedeutet, dass diese emotionale Bindung auf der nationalen Ebene bestehen bleibt. So lange man nicht im Blick hat, die EU auch emotional zu einigen, bekommt man auch die nationale Einigung nicht hin.

Ich finde jedoch, dass man eher eine Einigung auf der Ebene offener nationaler Vielfalt finden muss – darüber hinaus einen Kitt, der die EU als Einheit erkennen lässt. Wirtschaft ist zu wenig. Sieht man ja auch daran, dass inzwischen die Wirtschafts-Verträge die Grenzen sprengen.

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Ich möchte wiederholen, was ich 2015 schrieb https://blog.wolfgangfenske.de/2015/06/21/eu-und-der-brodelnde-balkan-christen-fuer-europa/ :

Christen dürfen keine Europa-Pessimisten sein, sondern sollen sich als Rückgrat Europas erweisen. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Europa der Wirtschaft usw., sondern das Europa des Miteinanders der europäischen Bürger. Kurz: eine Graswurzelbewegung. Und dazu gehört nicht zuletzt das Gebet um Weisheit für die Politiker. Ist sicher sehr nötig. Warum müssen Christen für Europa sein? Weil wir uns von Portugal bis nach Sibirien (weil es zu Russland gehört) als Kinder Gottes ansehen. Nationalismen haben da nur am Rand Bedeutung. Wir müssen uns über die Grenzen hinweg die Hand geben, auch dann, wenn andere sich weigern, das zu tun.

Initiative Christen für Europa: http://www.freiwilligendienst.de/

Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa: http://leuenberg.eu/de

Miteinander christlicher Gemeinschaften und Bewegungen: http://www.miteinander-wie-sonst.org/wer-wir-sind/

Europa für Christus: http://www.europe4christ.net/index.php?id=68&L=1

Konferenz europäischer Christen: http://www.ceceurope.org/

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SPD – Soziale Versuche + Eigenständigkeit

Insgesamt sind diese Ansätze positiv zu betrachten – wenn die Menschen, die das Sozialsystem ausnutzen, auch rechtzeitig herausgefiltert werden können. Das scheint mir sehr wichtig zu sein, weil sonst wieder ein finsterer Schatten auf alle fällt, die wirklich in unverschuldeter Not leben, denen geholfen werden muss. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-will-mit-sozialstaatkonzept-2025-das-hartz-iv-trauma-ueberwinden-a-1252003.html

Aber die Pläne mit Blick auf Home Office halte ich für äußerst sonderbar. Das müssen doch wirklich Firmen entscheiden: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/spd-arbeitsrecht-home-office-gesetz

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SPD: Gehaltserhöhung wird ausgesetzt – eine Haushaltskonsolidierung wird in den Blick genommen: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/parteikassen-leer-gehaltserhoehungen-bei-der-spd-gestrichen-60039882.bild.html

Ich finde, die SPD ist im Augenblick dabei, ihre eigene Handschrift zu entwickeln – warum dann diese Worte von Gabriel? Denn gerade dann, wenn die CDU nicht mitmacht, kann die SPD sich mit neuen Ansätzen profilieren.

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Frauen vor den Kopf stoßen

Gesetzt den Fall, meine Kultur sagt mir, man müsse Frauen bei der Begrüßung vor den Kopf stoßen. Ich gehe nun in eine Kultur, in der man das nicht darf, aber ich mache munter weiter, stoße sie vor den Kopf – weil meine Religion es mir so vorschreibt.

Da kann ich dann noch so tolle Reden schwingen von Gleichberechtigung der Frau, davon, dass ich die Frauen achte, sie respektiere – wenn ich ihnen ständig vor den Kopf stoße, dann nimmt mich kein normaler Mensch ernst, es sei denn, die Frau, die gerade einen Kopfstoßer heiraten will und dann so was masochistisch in Kauf nimmt.

Die Frauen und Männer der Kultur, in die ich gerade als vor den Kopfstoßer gekommen bin, empfinden das so, und das muss ich respektieren und muss damit aufhören, ihnen vor den Kopf zu stoßen. Auch wenn in meiner eigenen Kultur Männer wie Frauen das als Schutz ansehen, weil sie sexuell in einer gewissen unangenehmen Spannung leben. Aber Begrüßung, Hand geben, hat nichts Sexuelles an sich. Man achtet den Menschen als Menschen, den man begrüßt. Reduzierung der Frau oder des Mannes auf ein Sexualwesen, wird ihm und ihr nicht gerecht. Das lässt zudem tief in die religiöse Psyche blicken.

Das gilt übrigens nicht nur auf der Ebene der Begrüßung.

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Gott versteht

Ich denke schon, dass Gott, wenn ich Jesus Christus ansehe, versteht, wenn Menschen aus der Kirche austreten, weil Christen im Laufe der letzten 2000 Jahre bis in die Gegenwart hinein, sehr viel Schlimmes angerichtet haben.

Ich denke aber auch, dass Jesus gleichzeitig fragen würde:

Hast Du gemerkt, dass sie sich anders verhalten haben, als ich von ihnen in meinem Wort verlangt habe?

Hast Du erkannt, dass viele Menschen tapfer und mutig, liebend auch gegen die Mehrheit in der Kirche und gegen die Hierarchie durchgehalten haben?

Hast Du Dich darum gekümmert, dass in der Gegenwart sehr viele Christen sich weltweit dafür einsetzen, dass es besser wird in der Welt und in ihrem kleinen Umfeld?

Handelst Du so, wie Du es Dir von den Christen wünschst, dass sie handeln sollten?

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Papst-Rede in Abu Dhabi

Es sieht so aus, als habe der Papst wichtige Aspekte angesprochen: https://www.tagesschau.de/ausland/papst-abu-dhabi-103.html

In http://kath.net/news/66833 heißt es:

„Zu der berühmten alten Maxime „Erkenne dich selbst“ müssen wir noch hinzufügen „Erkenne deinen Bruder“: seine Geschichte, seine Kultur und seinen Glauben, denn es gibt keine wahre Selbsterkenntnis ohne den anderen.

Die Rede des Papstes, die unter dem zuletzt genannten Link zu lesen ist, ist dem Anlass sicher angemessen. Sie atmet christlichen Geist – wenn auch Jesus Christus, soweit ich sehe, nicht ein einziges Mal genannt wird. Allerdings wird auf die eigene religiöse Identität hingewiesen, die Voraussetzung für einen religiösen Dialog sei. Der Name Jesu kommt dann hoffentlich auch irgendwann einmal als Ausdruck der christlichen Identität vor, wenn die vorsichtigen Anfänge gemacht worden sind. Man kann noch viel mehr kritisieren. Aber es ging ja wohl um eine erste freundliche und höfliche Kontaktnahme. Und somit: angemessen.

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Migration und Wohlstand

Ratlos macht eine Studie aus Kiel, in der es heißt, dass Entwicklungshilfe eher Migration fördert als eindämmt. Man müsste sehr viel Gelder in die Länder Pumpen, um Migration einzudämmen, was utopisch sei. (Forschung und Lehre 26. Jg. (2/19) Seite 164)

Ich weiß aufgrund der Wiedergabe der Untersuchung jedoch nicht: Liegt da nicht eine Fehlbeurteilung vor? Muss man im eigenen Land wirklich so viel verdienen wie im Ausland, damit die Migrationsanreize wegfallen? Wir kommen ja auch nicht auf die Idee, in die Schweiz auszuwandern, nur weil man dort mehr verdienen kann. Es sind weitere Gründe notwendig. Wenn die Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen, Ernährung, Berufsmöglichkeit, Sicherheit in etwa stimmen – wird das die Migration wirklich nur geringfügig reduzieren? Für Menschen ist ja auch noch anderes wichtig: Familie, Sprache – Heimat.

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Drohbriefe + Trittbrettfahrer + Kirche und sexueller Missbrauch von Frauen

Das Übel geht weiter und weiter. Ob es Trittbrettfahrer unterschiedlichster Gesinnung sind, die da mitmischen? Ist man technisch wirklich nicht in der Lage, auch den Trittbrettfahrer-Sumpf auszutrocknen? Das darf doch nicht möglich sein, dass einem Menschen das Leben zur Hölle gemacht werden kann, ohne dass man die Menschen, die dazu beitragen, erwischen kann: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/drohschreiben-gegen-frankfurter-anwaeltin-erreicht-polizei-16024186.html

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Missbrauch von Frauen in der katholischen Kirche: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/sexuelle-sklaverei-papst-raeumt-missbrauch-von-nonnen-durch-priester-ein-16026322.html

Papst Benedikt XVI. wollte das Thema von zwei Seiten angehen: Einmal hat er viele, die sich sexuell vergangen hatten, ihres Amtes enthoben. Aber das allein hilft nicht. Dazu gehörte auch, Kleriker bzw. Christen bewusst zu machen, wer sie in der Nachfolge Jesu Christi sind, welche Ansprüche sie an sich selbst stellen müssen, welche die Welt an sie stellt – welche Jesus Christus stellt.

Unter anderem wurde in der alten Kirche im 2. Jahrhundert nach Christus auch darum ausgebildet, um Unmenschlichkeiten zu bekämpfen. Dennoch gab es immer wieder in der Kirchengeschichte einen schrecklichen Verfall der Moral, und immer wieder gab es dann Reformbewegungen, die diesen bekämpften. So wird es weiter gehen, weil – wie häufig geschrieben – die größten Feinde des christlichen Glaubens und der Kirche Menschen innerhalb der Kirche sind.

Kann man eigentlich inzwischen aufgrund der Erfahrungen sagen, dass die Hierarchie Entgleisungen eher fördert oder hindert oder es im Grunde nicht relevant ist, ob eine Gruppe hierarchisch oder nicht hierarchisch strukturiert ist?

Staatsmillionen und Rente + Wirtschaftspolitik + Deutschland verlierer + Schilder-Urteil

Upps, das kommt zur falschen Zeit: Einer will viel Geld ausgeben, der andere sagt: Es gibt ein riesen Loch im Staatssäckel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grundrente-hubertus-heil-bricht-sein-versprechen-a-1251493.html und https://www.tagesschau.de/wirtschaft/haushalt-scholz-103.html

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Es ist gut, dass Altmaier nun wirklich Wirtschaftspolitik betreiben will und nicht einfach nur den Verkauf deutscher Firmen zur Kenntnis nimmt. Laut Tagesschau ist ein FDPler dagegen und spricht von Planwirtschaft. Ich denke, dass dem nicht so ist. Chinesische Firmen haben einen ungemeinen Wettbewerbsvorteil dadurch, dass sie in ihrem Land viele Käufer haben, dadurch „automatisch“ reicher werden als deutsche Firmen (wie machen es eigentlich die Franzosen?). Dieser Wettbewerbsnachteil muss ausgeglichen werden, wenn man unsere Firmen, von denen wir abhängen, nicht ausliefert. Zudem: Deutschland hinkt auf vielen Gebieten hinterher. Es muss auf aktuellem Stand bleiben und mithalten können. Sonst sind die kommenden Generationen die großen Verlierer. Ob wir allerdings noch den Anschluss bekommen werden? https://www.tagesschau.de/wirtschaft/altmaier-standort-deutschland-103.html

Ein Ausweg wäre evtl. wenn die chinesischen Firmen gezwungen würden, Know How nicht nur abzuziehen, sondern auch selbst ins Land, denen sie die Firmen abkaufen, zu bringen. Da die chinesischen Firmen aber Kollektiv-Firmen sind, eng mit dem Staat verflochten sind, und es dem Staat nur auf China selbst ankommt, ist das wohl ein frommer Traum.

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Ärgerlich ist wieder einmal Entscheidung der EU, weil sie in ihrem traditionellen provinziellen Muster verharrt. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bruessel-untersagt-die-fusion-von-siemens-und-alstom-16025926.html

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Soweit sich mir das Schilder-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Augenblick erschließt, ist es eines, das nicht richtig ist. Denn das Vorgehen der Polizei ist ja keines gewesen, dass sie vor lauter Lust und Laune praktiziert hat. Gibt es eine Alternative? Oder war der Erfolg bisheriger Praxis, alle Schilder zu überprüfen, sowieso sehr gering? Darüber würde ich gerne mehr erfahren. Wenn es ein erfolgreiches Projekt war, dann muss unbedingt eine Alternative her – denn Sicherheit in der Gesellschaft ist ein hohes Gut. Auch hier wieder die Tagesschau: Wenn nach dem Abgleich die Aufnahmen der Schilder wieder sofort gelöscht worden sind – wo liegt da der Nachteil für den Bürger? Das Kurzinterview des Klägers in der Tagesschau war nichtssagend. https://www.tagesschau.de/inland/kennzeichen-urteil-103.html

Aber vielleicht hat man dadurch ja Polizei-Kräfte freigestellt, die dann die durch das Urteil ermöglichten Verbrechen untersuchen können. So stellt es sich mir im Augenblick aufgrund der Nachrichtenlage dar. Und nicht, wie jemand titelte: Die Rechte der Autofahrer werden gestärkt.

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