Christen + Menschenrechte 5

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Mitte des 20. Jahrhunderts erntete man die Früchte der Vordenker seit vor allem dem 16. Jahrhundert. Die UN, die 1945 gegründet wurde, arbeitete an der Menschenrechtscharta – die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sie wurde 1948 nach dem Krieg veröffentlicht. Die schlimmen Erfahrungen mit der Missachtung der Menschenrechte durch den Nationalsozialismus und vermutlich auch des Kommunismus fanden Eingang. Unter der Leitung von Eleanor Roosevelt, die in Fragen der Menschenrechte sehr aktiv war, haben verschiedene Menschen daran gearbeitet, so der katholische französische Philosoph Jacques Maritain, der griechisch-orthodoxe, evangelikale libanesische Christ Charles Malik, der kanadische Jurist John Peter Humphrey, Methodist, der sich als einen bezeichnet, der in seiner Jugend sehr religiös gewesen sei, der jüdische Jurist René Cassin, der Chinese Peng-chun Chang, der meinte, dass die Aufklärung in Fragen der Menschenrechte mit der chinesischen Rezeption nach Europa kam. Er ist auch dafür verantwortlich, dass in ihr kein Bezug auf Gott genommen wird, da auch Atheisten diese Erklärung unterstützen müssten (Sowjetunion war Kommunistisch, China noch nicht) und war der Meinung, dass das Naturrecht ausgeklammert werden sollte, weil es nur abendländischer Kultur entspräche, allerdings der Begriff „Gewissen“  universal anerkannt sei.

Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Es fällt also auf, dass trotz der Mitarbeit religiöser Menschen und trotz der religiösen Tradition der Menschenrechte, eine Säkularisierung stattfand, die man als „säkularisierende Nachkonstruktion“ (Dilcher/Staff: Christentum und modernes Recht,1984,282) bezeichnet. Das Problem der säkularisierenden Nachkonstruktion besteht darin, dass damit die Basis der Argumentation fehlt (Gottebenbildlichkeit, Verknüpfung des Naturrechts mit dem Gottes-Recht, von dem die Interpretation des Naturrechts als Recht lebt). Man muss „Würde“ des Menschen konstatieren, kann sie nicht begründen. Ebenso wird einfach behauptet, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren seien. Diese Behauptung schwebt ohne den Gottesbezug in der Luft, kurz: Das bleibt unbegründet, was die Vorfahren mit Blick auf Gott begründeten. Von daher könnte es sein, dass Jacques Maritain 1951 die Menschenrechtserklärung als „praktische Ideologie“ bezeichnet hat, weil sie einen Kompromiss darstellt, um möglichst viele dafür zu gewinnen. Und, wie Klaus Dicke mit Blick auf die Menschenrechtserklärung Nikolaus von Kues (1401-1464) zitiert, der meinte, wo Menschen zu einem guten Kompromiss finden, hatte Gott seine Hand im Spiel.

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Christen + Menschenrechte 6

Fazit

a)

Natürlich ist die Situation der Neuzeit eine andere. Es ging im Mittelalter um die Auseinandersetzung von Adel und König, Kirche und Herrscher. In der Nachreformationszeit ging es darum, dass die unterdrückten Christen sich gegen andere Christen und deren Herrschaften behaupteten – und zwar mit Hilfe der Bibel. Aber die dort entstandene Argumentation wurde in der Moderne aufgegriffen und säkularphilosophisch und säkular-metaphysisch („höchstes Wesen“, Naturrecht) transformiert. Aber auch das nicht ohne politischen Zeitbezug: Hier ging es um den Kampf gegen den absolutistischen Staat, als deren Gehilfe die Kirche angesehen wurde. Die Zeitgeschichte wie die Rezeptionsgeschichte dürfen nicht übergangen werden. Das gilt auch für die UN-Menschenrechtserklärung. Aber die Argumentation der Christen hat sich bis ins 20. Jahrhundert hinein in die Bewegung der Schwarz-Amerikaner hinein behauptet und große Wirkung entfaltet, sichtbar an Martin Luther King und vielen anderen dieser wirksamen Bewegung, die aber immer wieder neuen Schwung bekommen muss.

Gleichzeitig darf man freilich nicht leugnen, dass es in weiten Kreisen der Kirchen bis in die höchsten Kreise (Papst/Kirchenleitungen) immer wieder Widerstand gegen die Freiheitsbestrebungen bzw. gegen die Durchsetzung einzelner weiterer Menschenrechte gab. In diesen Zusammenhängen spielte die Machtfrage eine große Rolle, die Kirchenmenschen verblendete, sodass sie die Argumentation auf der biblischen Basis ablehnten. Gerade aber diese Ablehnung förderte das argumentative Durchdringen und Begründen der Menschenrechte. Hier wurde im Wesentlichen die Westkirche dargestellt. Die Situation in der Ostkirche sieht wohl anders aus, aber darüber weiß ich zu wenig.  

b

Es wird hier deutlich, dass sich Menschenrechte langsam entwickelten. Die Vorfahren wussten noch, wem sie die Menschenrechte zu verdanken haben. (Auch noch Hegel erkennt, dass erst der christliche Glaube den Menschen als ein freies Wesen ansieht, weil vor Gott alle Menschen frei sind, Jesus Christus den Menschen befreit hat.) In der Aufklärung hat man die Argumentation dann langsam vom christlichen Glauben gelöst – ganz im Sinne des Säkularismus, dass man Gott nicht in die Argumentation einbeziehen darf. An die Stelle Gottes rückte dann das unbestimmte Naturrecht. Unbestimmt bedeutet: Es darf nicht mehr hinterfragt werden.

Den christlichen Denkern vorzuwerfen, dass ihr Denken keinen Widerhall in der Realität hatte, ist insofern absurd, als das Denken der Philosophen immer der Realisierung vorausgeht. Wie lange dauerte es, bis manche Vorstellungen von Kant oder anderer Philosophen realisiert wurden? Und viele Menschenrechte von vor 200/300 Jahren harren noch immer der Realisierung. Obgleich dieser Vorwurf keinen Anhaltspunkt hat, wird er von vielen einfach unbegründet wiederholt. Zudem ist es nicht nachvollziehbar, dass Christen sich etwas ausgedacht haben, und davon ausgegangen sind, dass es irdisch nicht umgesetzt werden müsse. Man denke an Jesus, an Paulus, an die Ermahnungen des Jakobusbriefes und der Apokalypse, an die Apologeten, usw. usw. Natürlich ist das Verhältnis zu den Herrschern vielfach eines der Unterwürfigkeit, was allerdings schon durch Propheten und dann später auch im heidenchristlichen Bereich massiv durch Ambrosius unterlaufen wurde: Auch der Herrscher gehört Gott – er ist nicht Gott. Dass der christliche Glaube den Einzelnen anspricht und nicht den Staat – also das Kollektiv – vor Forderungen stellt, dürfte damit zusammenhängen, dass zumindest in den ersten Jahrhunderten Christen in der Minderheit lebten. Da ging es darum, dass der Einzelne seine neue Sicht lebt und trotz Angriffen, unter denen sie als Minderheit leiden mussten, nicht müde wird, sozial zu leben. Je stärker der christliche Glaube sich durchsetzte, desto stärker wurden auch die Forderungen an die Herrscher. In den ersten Jahrhunderten spielten die Herrscher – je nach Schicht und lokalen Gegebenheiten – kaum eine Rolle, weil sie mit dem Alltag des normalen Menschen wenig zu tun hatten. Das änderte sich dann massiv, als nationale Interessen in den Vordergrund traten. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Auseinandersetzungen vor allem in England stattfanden.

c

Der krampfhafte Versuch der Säkularisten die Menschenrechte von der christlichen Tradition des Westens zu lösen, kommt nicht von ungefähr. Ist sie doch der Versuch, den Menschen von Gott abzuwenden. Und so lange Menschenrechte von Gott bzw. dem Glauben an Gott, der sich in Jesus Christus dem Menschen zugewandt hat, hergeleitet werden, kann man nicht mit atheistischer Diktion sagen, dass die Religion nur Elend bringt, weil sie übel ist. Mit Feuerbach: Der Mensch konzentriert sich auf den Menschen, der Mensch kann alles, macht alles – er erschafft sich selbst Gott. Und weil der Mensch alles kann und macht, muss er sich, ganz nach Nietzsche, zum Übermenschen (also unabhängig von den Vorgaben Gottes) weiterentwickeln. Das heißt: Auch letztlich losgelöst vom Naturrecht. Das Beharren auf das Naturrecht mancher, wird sich angesichts des Anthropozentrismus und der damit verbundenen Ablehnung des metaphysischen Naturrechts, auch säkular-atheistisch nicht mehr lange aufrechterhalten lassen.

d

Die Bezüge zum christlichen Glauben scheinen nur von historischem Interesse zu sein. Hauptsache, die Menschen erringen die Menschenrechte und können in ihnen leben. Dem ist aber leider nicht so. Wenn die Menschenrechte nicht durch Argumente gestützt werden, kann es Zeiten geben, in denen Gegenargumente gesucht und gefunden werden. Das hieße: Ohne Fundament der Menschenrechte kann man sie leichter umstoßen. Es bleibt zu hoffen, dass die säkulare Argumentation noch lange überzeugt. Für den Fall, dass nicht, ist es gut zu wissen, dass sie auf einer anderen Basis stehen, die in die Diskussion eingebracht werden kann. So zeigt ja schon Peng-chun Chang, dass er Konfuzius aus der Perspektive der westlichen Menschenrechte liest – aber genauso gut kann man, weil die Basis „Gott“ fehlt, die Menschenrechte aus der Perspektive des Konfuzius interpretieren – dann sind sie aber nicht mehr das Befreiende.

Kurz: Die Aufgabe von Christen sehe ich darin, weiterhin die christliche Grundlage der Menschenrechte darzulegen, damit zumindest Christen nicht mehr hinter die bislang errungenen Menschenrechte zurückfallen, nur weil die Säkularen um Argumente ringen.

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Der Mensch – Sternenstaub

Gregor von Nyssa schreibt schon im 4. Jahrhundert (Über die Ausstattung des Menschen), dass die Heiden den Menschen klein machen – obgleich sie meinen, ihn groß zu machen. Sie machen ihn klein, wenn sie sagen, er bestehe aus Elementen des Alls. Warum machen sie den Menschen klein? Weil ja alles aus Elementen des Alls bestehe – heutig ausgedrückt: Alles besteht aus Sternenstaub.

Christen machen den Menschen groß, indem sie sagen: Der Mensch ist Ebenbild Gottes.

Aber ich muss gestehen: Sternenstaub ist ein schöneres Wort. So schön glitzernd, einlullend in den Abendschlaf vor dem Zelt.

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Politik verfolgt in Träume hinein

Ich träumte, ich ging mit Begleitung durch eine große Halle eines öffentlichen Gebäudes.

In dieser Halle war eine Treppe. Und weil die Herrschaften nicht wollten, dass der Bürger diese Treppe hinuntergeht, haben sie sie nicht etwa entfernt oder gesperrt, sondern die Stufen nur 3cm breit gemacht.

Meine Begleitung und ich schüttelten nur den Kopf: Was das gekostet hat! Und bald werden sie diese wieder breiter machen müssen, weil sich einer verletzt hat. Das wird auch wieder eine Menge kosten.

Als ich aufgewacht war, dachte ich an so manchen politischen Schildbürgerstreich unserer Tage.

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Klimahysterie + Klimarigorismus

Ein Teil davon könnte ich gesagt haben: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/evangelischer-theologieprofessor-kritisiert-klimahysterie-110106.html

Ich würde das allerdings nicht so sehr an Greta festmachen, sie halte ich zum Teil für noch vernünftiger als andere, sondern an den Strömungen, von denen Greta ein Teil ist. Und Apokalyptik hat schon immer einen gewissen Reiz – die Themen, mit denen Menschen sich antörnen lassen, ändern sich.

Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass, damit Greta mit dem Segelschiff fahren kann, eine Crew in die USA fliegen muss, um das Schiff wieder zurückzubringen: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/greta-thunberg-segelreise-nach-new-york-wohl-klimaschaedlicher-als-flug-a-1282126.html

Aber die Entschuldigungen kommen sofort. Bei anderen hätte es ein großes Hallodri gegeben. Wer sponsert diese Segeltörn? Auch egal. Show muss sein. Ist ja für die gute Sache.

*

Neulich sagte einer mit starr angespanntem Blick, dass wir in einer neuen Zeit leben, und da muss man in Sachen Umweltschutz rigoros vorgehen.

Da dachte ich an den Film Sophie Scholl. Da sagte der Vernehmungsbeamte auch zu Sophie Scholl, dass sie akzeptieren müsse, dass nun eine neue Zeit angebrochen sei. (Das heißt im Kontext, dass in der Zeit des Nationalsozialismus Gott, Gewissen und Moral nichts mehr zählen.) Das ist die Sprache von (angehenden) Fanatikern. Fanatikern aller Seiten muss man als Gesellschaft ein Stop-Schild vor Augen halten – bevor es zu spät ist. Menschsein akzeptieren, Menschlichkeit akzeptieren, Vielfalt, Toleranz leben – das ist Fanatikern aller Couleur fremd. Jede Zeit scheint ihre eigenen Ideologen hervorzubringen.

*

Liebe Leute, noch einmal in eigener Sache: Ich bin nicht dagegen, unsere schöne Erde zu schützen. Warum sollte ich, der sie und ihre Schönheit gerade auch als Gottes Schöpfung liebt. Ich bin auch gegen gedankenloses Konsumieren. Was mir suspekt ist, dass ist, dass manche auf einmal wieder auf den Geschmack kommen, diktatorisch über andere herrschen zu wollen, auf den Geschmack kommen, andere Realitäten auszublenden um nur ihre gelten zu lassen, nicht merken, dass reine emotionalisierte Action sozial gefährlich ist. Es ist mir schon klar, dass die Aktivisten sofort alles gesetzlich ändern wollen, weil sie Angst haben, die Menschen sehen, was gespielt wird und dann wieder „nachlässiger“ werden. Aber Gesellschaft ist vielfältig – und einer Demokratie entspricht es, dass verschiedene Ansichten unter einen Hut gebracht werden müssen.

Auch „Wissenschaftler“ sind kein Totschlagargument. Sie sind auch nur Menschen, die auf ihrem Gebiet interpretieren und auch emotional angetörnt sein können. Von daher sind sie auch nur Stimmen in dem großen Stimmenwirrwarr. Gewichtige Stimmen müssen sie sein – müssen aber aufpassen, dass sie ihre Bedeutung nicht aufgrund von Unsachlichkeit aufs Spiel setzen.

Spannend fand ich, dass in einem Tagesschau-Beitrag von vor ein paar Tagen über die Feinteile von Plastik gesprochen wurde. Allerdings wurde am Ende gesagt, dass man die Auswirkungen erst einmal untersuchen müsse. Natur ist flexibel – und sie wird vermutlich diese Feinteile verarbeiten können, wie sie andere auch verarbeitet – und produziert. Von daher ist Angstmache unbegründet. „Vermutlich“ – das heißt, es muss erst einmal von verschiedenen Seiten untersucht werden. Sachlichkeit ist nötig. Nicht Hektik.

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Wikipedia-Artikel

Es gab einmal einen Wikipedia-Artikel über mich. Nun nicht mehr. Warum? Keine Ahnung. Als Blogger und Christ hat man schon so seine Gegner, das bekommt man mit – aber ob die Begründung darin liegt? Ist Spekulation. Hier kann man allerdings noch zur Seite einen Zugang finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Fenske (den Link habe ich aus dem Lösch-Logbuch. Mal sehen, wie lange der noch gilt).

Aber das zeigt: All die kleinen Ruhmheiten auch im Internet sind Schall und Rauch, freilich sind es die, die einen zum Feind erklären, auch.

Schlimmer als das ist jedoch die Diffamierung auf Inrur, in der ich als Klerikalfaschist bezeichnet werde – in trauter Gemeinsamkeit mit Heiner Geißler, Norbert Blüm, Franz Alt, Ulrich Parzany, Papst Benedikt XVI. Richard Schröder, Robert Spaemann; als verstorbener Klerikalfaschist wird Hans Apel genannt usw. usw. … – allerdings auch, und das zeigt, dass diese Seite ein vollkommen undifferenziertes Bild hat, mit Menschen, die ganz andere Weltanschauungen haben. Selbst die Genannten sind schon sehr unterschiedlich. Im Grunde eine „Anbräuner“Seite (was ich neulich thematisierte) , von der ich mich frage, wer und warum diese auf einmal hochgespült hat/wurde. Ich hoffe, die Menschen nehmen diese unangenehme Brühe nicht als Lichtblick ihrer Erkenntnis, sondern als das, was sie ist: Hirn vernebelnd. So soll auch der Begriff „Faschist“ einfach nur denunzieren. Denn was haben zum Beispiel die von mir Genannten mit Faschismus zu tun? Das weiß nur das ideologisch vernebelte Hirn des Herausgebers der Seite.

Diese Seite agiert massiv gegen den Glauben. Witzig finde ich nun, dass sie als Karikatur die zwei Wege, die wir schon im Matthäusevangelium finden – von Jesus auf der ersten Seite haben. Noch witziger ist das Selbstbild als jemand, der den komplexen Weg geht. Nun denn, auch Hirnvernebler sind komplex.

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