An diesem Maler Albert Lebourg (1849-1928) ist spannend, dass er versuchte, Licht und die damit verbundene Atmosphäre zu malen. Friedvoll, die Natur. Sanft umfängt Licht die Objekte.
Rouen ist bekannt für seine Kathedrale und Kirchen, vor allem die Abteikirche Abbatiale Saint-Ouen. Die Bauwerke erinnern mit ihren Glasfenstern an das Spiel des Lichts. Gotische Fenster wollten das Licht Gottes auf der Erde widerspiegeln lassen. Es sollte einen Glanz des Überirdischen in die Kirchen gebracht werden (ich hatte schon häufiger das Thema).
Lebourg und andere können davon inspiriert worden sein, allerdings versuchen sie es säkular zu interpretieren. Die Natur wird gewissermaßen zum Glasfenster. Die Künstler der Gotik holten das Licht in die Kirche – dieser und andere Maler gingen ins Freie zum Licht um es auf die Leinwand zu bringen.
Die KirchenGlasfenster unterteilen das Licht. Und so haben auch die Maler das Licht in kleine Punkte zerlegt.
Überhaupt ist die Architektur der Gotik faszinierend, weil sie harte Konturen auflöst. Und auch das finden wir in diesen Bildern. Während allerdings die Gotik nach oben weist – weisen die Bilder in die Horizontale.
Das Licht in den Kirchen wechselt ständig. Es ist kein Moment gleich. Das Schöne verändert sich in jedem Augenblick. Das lädt zum Nachdenken ein.
