Klimahysterie + Klimarigorismus

Ein Teil davon könnte ich gesagt haben: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/evangelischer-theologieprofessor-kritisiert-klimahysterie-110106.html

Ich würde das allerdings nicht so sehr an Greta festmachen, sie halte ich zum Teil für noch vernünftiger als andere, sondern an den Strömungen, von denen Greta ein Teil ist. Und Apokalyptik hat schon immer einen gewissen Reiz – die Themen, mit denen Menschen sich antörnen lassen, ändern sich.

Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass, damit Greta mit dem Segelschiff fahren kann, eine Crew in die USA fliegen muss, um das Schiff wieder zurückzubringen: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/greta-thunberg-segelreise-nach-new-york-wohl-klimaschaedlicher-als-flug-a-1282126.html

Aber die Entschuldigungen kommen sofort. Bei anderen hätte es ein großes Hallodri gegeben. Wer sponsert diese Segeltörn? Auch egal. Show muss sein. Ist ja für die gute Sache.

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Neulich sagte einer mit starr angespanntem Blick, dass wir in einer neuen Zeit leben, und da muss man in Sachen Umweltschutz rigoros vorgehen.

Da dachte ich an den Film Sophie Scholl. Da sagte der Vernehmungsbeamte auch zu Sophie Scholl, dass sie akzeptieren müsse, dass nun eine neue Zeit angebrochen sei. (Das heißt im Kontext, dass in der Zeit des Nationalsozialismus Gott, Gewissen und Moral nichts mehr zählen.) Das ist die Sprache von (angehenden) Fanatikern. Fanatikern aller Seiten muss man als Gesellschaft ein Stop-Schild vor Augen halten – bevor es zu spät ist. Menschsein akzeptieren, Menschlichkeit akzeptieren, Vielfalt, Toleranz leben – das ist Fanatikern aller Couleur fremd. Jede Zeit scheint ihre eigenen Ideologen hervorzubringen.

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Liebe Leute, noch einmal in eigener Sache: Ich bin nicht dagegen, unsere schöne Erde zu schützen. Warum sollte ich, der sie und ihre Schönheit gerade auch als Gottes Schöpfung liebt. Ich bin auch gegen gedankenloses Konsumieren. Was mir suspekt ist, dass ist, dass manche auf einmal wieder auf den Geschmack kommen, diktatorisch über andere herrschen zu wollen, auf den Geschmack kommen, andere Realitäten auszublenden um nur ihre gelten zu lassen, nicht merken, dass reine emotionalisierte Action sozial gefährlich ist. Es ist mir schon klar, dass die Aktivisten sofort alles gesetzlich ändern wollen, weil sie Angst haben, die Menschen sehen, was gespielt wird und dann wieder „nachlässiger“ werden. Aber Gesellschaft ist vielfältig – und einer Demokratie entspricht es, dass verschiedene Ansichten unter einen Hut gebracht werden müssen.

Auch „Wissenschaftler“ sind kein Totschlagargument. Sie sind auch nur Menschen, die auf ihrem Gebiet interpretieren und auch emotional angetörnt sein können. Von daher sind sie auch nur Stimmen in dem großen Stimmenwirrwarr. Gewichtige Stimmen müssen sie sein – müssen aber aufpassen, dass sie ihre Bedeutung nicht aufgrund von Unsachlichkeit aufs Spiel setzen.

Spannend fand ich, dass in einem Tagesschau-Beitrag von vor ein paar Tagen über die Feinteile von Plastik gesprochen wurde. Allerdings wurde am Ende gesagt, dass man die Auswirkungen erst einmal untersuchen müsse. Natur ist flexibel – und sie wird vermutlich diese Feinteile verarbeiten können, wie sie andere auch verarbeitet – und produziert. Von daher ist Angstmache unbegründet. „Vermutlich“ – das heißt, es muss erst einmal von verschiedenen Seiten untersucht werden. Sachlichkeit ist nötig. Nicht Hektik.

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