Das hätte ich kaum erwartet: Auch aus Usbekistan kommt das Segenslied:
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Weltwahrnehmung – ein Lernprozess: Kritik hat das Ziel, Missstände zu verbessern
Das hätte ich kaum erwartet: Auch aus Usbekistan kommt das Segenslied:
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Ina Seidel (1885-1974)
Ina Seidel hatte eine nicht leichte Kindheit. Zwei ihrer Brüder starben an Diphterie, der Vater, Arzt, beging 1895 wohl aufgrund von Mobbing Suizid. Sie heiratete ihren Cousin, den Pfarrer Heinrich Wolfgang Seidel. 1907/8 bekam sie das so genannte Kindbettfieber und blieb seitdem gehbehindert. In dieser Zeit begann sie zu schreiben und 1914-1918 erschienen drei Gedichtbände. Sie bekam weitere Kinder. Weitere Werke wurden veröffentlicht. Ihr Hauptwerk war „Das Wunschkind“ (1930). In den Gedichten wie im Wunschkind war schon ihre Sicht verdeutlicht: die Betonung der Mutter, ihre mystische Einstellung zu Religiosität und der Natur. Sie schrieb den Roman „Weg ohne Wahl“ (1933) – in diesem beschrieb sie als eine Aufgabe der Mütter, Söhne für den Krieg zu gebären – gemeint war aber der Erste Weltkrieg – die Veröffentlichung zu Beginn der nationalsozialistischen Zeit war ungünstig. Während – was selten vorkam, aber es kam vor – andere Christen schon früh erkannten, was es mit dem Nationalsozialismus auf sich hat, war sie soweit ich sehe blind. Sie erklärte sich das unter anderem damit, dass ihre Tochter einen Mann heiratete, der Freund von Rudolf Heß war und auch ein Leiter dessen Stabes. Sie hat dann als Mitglied des Reichsverbandes deutscher Schriftsteller wie viele ein „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ gegenüber Hitler unterschrieben, obwohl jüdische Schriftsteller entfernt worden waren und die Bücherverbrennungen stattgefunden hatten (s. auch meine Hinweise bei Benn, Huch, und anderen) – sie war aber nicht Mitglied in der NSDAP, weil sie Partei und Staat getrennt wissen wollte. Allerdings beklagte Gertrud Kolmar, dass sich Ina Seidel von ihr abgewandt habe, das hieße, die Ideologie bestimmte auch den Umgang mit Menschen – wobei Seidel meinte, sie habe gedacht, Gertrud Kolmar sei ausgewandert. Ihr Mann hatte sich der Bekennenden Kirche angeschlossen – also den Christen, die sich, pauschal gesagt, gegen nationalsozialistische-antichristliche Ideologie wandten. Sechs Jahre später hat sie jedoch noch lobenden quasi-religiösen Text zum 50jährigen Geburtstag von Hitler geschrieben. 1938 erschien ihr Werk „Lennacker“, in dem sie, die einer Pfarrerdynastie entstammte, die Herausforderungen, vor denen Pfarrer seit dem 16. Jahrhundert bis 19. Jh. standen, in einem Roman darstellte. Jeder Pfarrer hatte in seiner Zeit die ihr eigenen Probleme zu lösen. Sie haben diese Zeiten gemeistert – sie selbst hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Wie sie selbst sah, hat sie ab 1938/39 vor allem dann 1940, also mit Beginn des Krieges, deutlich wahrgenommen, dass sie politisch geirrt hat, konnte aber dann nicht mehr um des Volkes Willen, zurück. In diese Zeit fiel auch die Krebserkrankung ihres Mannes, der 1945 daran gestorben ist.
Als Gedichtband liegt mir zunächst vor: Gedichte, Albert Langen/ Georg Müller, München 1941 – allerdings wurden diese Gedichte aus dem Band Gesammelte Gedichte von 1937 entnommen, geben also vielleicht nicht die Sicht der Autorin in der Situation des Jahres 1941 wieder (es wird nicht ersichtlich, wer die Gedichte zusammengestellt hat), zudem 1941 auch ihr Schwiegersohn inhaftiert wurde. Aber Hitler ehrte sie noch 1944, womit zumindest aus seiner Perspektive keine Distanzierung erkennbar geworden ist. Die Liste der von Hitler verehrten Dichterinnen und Dichter wird bekanntlich auch propagandistische Zwecke erfüllt haben.
Die erste Strophe der „Strophen an die Heimat“ aus dem genannten Gedichtband sprechen in äußerst religiöser Sprache von derselben: „Ich will dich nicht mit einem Namen nennen, / Denn hundertfältig bist du mir erschienen. / Doch ewig will ich neu für dich entbrennen / Und nimmermüde soll mein Herz dir dienen /… / einst finde ich dich wieder / in einem Namen über alle Namen.“ Und es folgen viele naturmystische Gedichte, die die Einheit mit dem Vaterland zur Sprache bringen. Eine Naturmystik, auch in der Sprache der damaligen Zeit gesprochen, Natur, die ins Blut eindringt, die Einssein mit der Natur besingt – bis in den Tod hinein: „Wenn mein Kreislauf ist bestellt / Und zu Ende meine Zeit – / Dir so fromm zu nahen, Welt, / Bin ich immerdar bereit.“ („Weltinnigkeit“) Auch fehlt das Wort „braun“ nicht, so zum Beispiel: „Im braunen Zimmer steht der Sonnwendbaum, / Kerzenbesteckt, mit Äpfeln behangen.“ („Jahrabwärts“) Wie es auch in freikirchlichen und kommunistischen Kreisen Worte gab, die christliche Tradition verdrängen sollte, so verdrängt der Sonnwendbaum den Weihnachtsbaum bei Seidel. Mit zu Herzen gehenden Worten beschreibt sie Berufe, Muttersein, Ehe, beschreibt sie Werden und Vergehen: „Der Väter heilger Staub durchschichtet dich gut: / Und unser Brot quillt golden aus ihrem Grab – / Land, wir sind eins, verschmolzen in Fleisch und Blut.“ („Das Land und wir“) – und den Tod von Soldaten („Gedämpfter Trommelklang“) – aber schon 1915. Die „Jugend betet zur Sonne“: „Kampf sei mein Leben! Kampf mit heißen Waffen! / Laß Funken unter meinem Schwerte regnen, / Und Flammen keimen – oh, so laß mich schaffen! / Laß mich mein Land mit Licht und Feuer segnen!“
Wie kommt es, dass eine Christin diesen Weg nimmt? Sie gibt im Grunde in „Zuflucht“ die Schuld Gott: „Wenn Gott mir fern ist, bete ich zur Erde. / Sie heilt mich süß, und sei ich schmerzzerissen“ – und so geht es weiter, es heilt, die Erde, es heilen Kräuter die Seele. Erde – „So ist ihr Leib, so duftend, feucht und trächtig, / In allen Weiten, keimend, lebensmächtig“ und wenn sie sie anfasst, fasst sie nicht nur die ganze Welt an, sondern „Jesus, Ähren, Städte, Pferde, / Ja, Afrika und Indien…“. Wenn Gott nahe wäre, dann würde sie nicht die Erde vergöttlichen. Und das wird auch im Gedicht „Lauschen“ deutlich. Aber Gott ruft („Der Ruf“): „Und am Rand der Erde, wo Gott nach dir schreit, / Mündest wie ins Meer du in ihn aus der Zeit.“ Gegen das Leiden schreibt sie in „Ziel des Leidens“: Leiden führt zum Leben, wie zum Beispiel das Leiden der Mutter der Geburt vorangeht. Sie endet das Gedicht mit: „Sieh – um Gott, die schwere Honigblüte, / Summt die leichte Imme immerzu, / Summt die Seele, durstig nach der Güte, / Nach des Saugens hingegebner Ruh – / Sieh, der Immen Spiel: / Stille ist das Ziel – / Laß dich ziehn von Gottes Duft auch du.“ Letztlich kommt sie auch in dieser Zeit nicht ohne Gott aus…
Wenn nun die Gesammelten Gedichte von 1937 gelesen werden, so bestätigen die dortigen Gedichte das, was oben geschrieben wurde. Ausgelassen wurden in dem oben genannten Band allerdings die Texte, die wenig germanisch antike Götter bzw. Mittelmeergötter besingen. Diese seien auch von mir übergangen.
Auffällig ist, dass im Kontext des 1. Weltkrieges das Wort „Gott“ gehäuft auftritt: „Gott ersteht im Eisentanze, / Gott ersteht im schweren Wetter. / Eiche, laß dem Sturm die Blätter, / Opfre Deutschland, wie er will! / Deinem Rächer, deinem Retter, / Der dich glüht zu neuem Glanze / Halt ihm still!“ („1914“), ein beschwörendes „Gebet vor der Schlacht“ ist ebenso zu finden. Und als dann der Krieg Tod und Verlust brachte, lautet „Die Klage der Mädchen“: „Als die Tage heiter glänzten / Hat kein Gott uns offenbart, / Daß ihr die geheim Bekränzten / Und die Todgeweihten wart.“ – Also auch hier: Es wird der schuldige Gott gesucht, nicht die versagenden Kriegsverherrlicher. Christliche Ansätze begegnen in der „Karfreitags-Legende“, in der „Dombau-Ode“ wird erwähnt: „Wir Völker harren auf Gott“, „Der Schutzheilige“ wird beschrieben, gefolgt vom Gedicht „Der Menschenfresser“, besungen wird in „Ravenna“, dass der christliche Glaube nach Europa kam, gefolgt vom Gedicht „Alles abtun“, in der die Erde angebetet wird. In „Verlassenheit“ werden die Götter einschließlich Christus und Buddha nebulös ins All aufgelöst: „Was ist das: Gott? Was war das: Gott? Hier ist / Der Mensch allein und stöhnt: Ich bin – ich bin.“ Es werden Fruchtbarkeitsgötter mit dem Wort „Gott“ bezeichnet. In „Der Worte Wunder“ wird gerühmt: „Und aller Worte Wort hieß: Gott.“ In „Beten“ wird dazu aufgefordert, wenn Gebete nicht erhört werden: „Stürze / Dich in den Himmel! / schwinge / Dich in des Äthers Sphärenwirbel! / bete! / Mit den Gestirnen / Kreisest du tönend um Gott.“ Im letzten Gedicht „Zukunft“ wird wieder das Eingehen des Toten in die Natur angesprochen – und was man dann nicht braucht: Kelch und Kirche.
Der Gedichtband „Tröstliche Begegnung“ von 1933 (die erweiterte Auflage von 1934 liegt mir nicht vor) zeigt schon in „Kleine Präludien I“ die religiöse Ambivalenz (2.): „Verse, hingeweht – / Keiner sie versteht, / Dem der Gott die Muschel nicht gelöst.“ Ihre Gedichte haben religiöse Größe, die man nur verstehen kann, wenn Gott einem zu erkennen befähigte. Dann folgt: „Daß ihm schon als Kind / Auch der leere Wind / Raunend Wort und Botschaft zugeflößt –“ Der leere Wind raunt Botschaften, das versteht man wohl auch erst dann, wenn Gott einem die Ohren geöffnet hat. Dann in 3. heißt es: „Wer begreift der ersten Könige Geburt / Aus einer Göttin, die ein Hirt beschlief, / Als er sich ahnungslos die junge Quelle / Zum Bad am Sommernachmittag erkor?“ Auch das versteht man möglicherweise erst, wenn Gott einem die Ohren dafür öffnet. In „Anrufung II“ ist von einem Herbstgott des Mittelmeeres die Rede. In dem Gedicht, das dem Band seinen Namen gab, wird wohl ein Erlebnis mit einem Engel beschrieben, der das Ich entführt, „Geist“ genannt. Schmerzen sind dennoch vorhanden, aber er verheißt: „Aus dem gestirnten All / bring ich dir einst den reinen Mondkristall, / Ihn in die Wunde deiner Brust zu senken. / Und bläulich spiegelnd wird er sich dort drehn, / Und schwebend leicht wirst du in ihm dann sehen, / Was dir die Tage nehmen oder schenken…“ – dieses Erlebnis empfindet sie als „Trank aus gottgereichter Schale“ das sie tröstet: „Gestilltes Herz, durchsichtig, eisklar, glatt, / Von Licht und Regenbogenfarben satt – / Du keimst mir, daß ich einstmals von dir strahle.-“ Ein spannendes Bild für uns Menschen.
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Seidel hat nach 1945 auch das religiöse Bildungsbürgertum mit für ihre Verirrungen im Nationalsozialismus verantwortlich gemacht. Das protestantische Bildungsbürgertum war anfällig – ohne Zweifel, auch wenn es Gegenbeispiele gibt. Es ist hier nicht der Ort, das grundsätzlich von allen Seiten zu beleuchten, weil die jeweiligen Biographien äußerst unterschiedlich sind. Ich sehe einen Grund dafür: Der Maßstab war nicht der christliche Glaube. Diesem gegenüber wurde anderes Priorität eingeräumt. Im Fall von Seidel: das Volk, dessen Einheit, dessen Macht und Größe; ebenso bekommt die Natur eine Größe, die ihre Stellung als Schöpfung übersteigt, ebenso die alte Geschichte. Jesus Christus spielt keine Rolle.
Das Wort „Gott“ kann mit allem möglichen gefüllt werden, aus allen möglichen Perspektiven interpretiert werden. An dem in der Bibel bezeugten Gott kommen wir nicht vorbei, wenn wir nicht die Irrwege der Ideologien gehen wollen. Aber auch das schützt nicht vor ideologischen Irrwegen.
Was für mich mit Blick auf Seidel noch offen ist: Hat sie auch vertiefte christliche Gedichte geschrieben, die sie aus opportunistischen Gründen 1937 nicht veröffentlicht hat? Andererseits muss man an Lennacker denken, das Buch… – das ich vielleicht noch einmal lesen sollte.
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Interessanter Weise wird Ina Seidel vom christlichen Eckart-Kreis (Ihlenfeld, Schröder, Klepper, Stehmann, Schneider, Bergengruen, Huch und andere) geschätzt. Es bleibt noch als Aufgabe, herauszufinden, warum.
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Kurz möchte ich auf den Roman Das unverwesliche Erbe eingehen, das als „Das Buch vom Glauben“ bezeichnet wird. In diesem Buch wird so manche Diskussion zum Thema Glauben geführt. Was wohl als Seidels Sicht erkannt werden kann: Man muss tolerant sein, Katholiken und Protestanten haben eine gemeinsame Basis, besonders wird die Urgroßmutter geschildert, die mit den Verstorbenen redet, als seien sie anwesend. Immer wieder wird diese Urgroßmutter aufgrund ihrer ruhigen, toleranten Art als Muster des christlichen Glaubens dargestellt. Es wird diskutiert darüber, den Pietismus wieder mit Blick auf die christliche neutestamentliche Basis stärker werden zu lassen. Aber letztlich spielt das alles keine Rolle. Jesus Christus hat auch in diesem Buch keine besondere Stellung. Das bedeutet: Das Buch wurde 1954 veröffentlicht. In dieser Zeit hätte man schon erkennen können, dass dieses esoterisch angehauchte Christentum sich für den Nationalsozialismus offen gezeigt hatte. Stand gehalten gegen diese Ideologie haben eher strenge Katholiken wie auch Pietisten bzw. im weiteren Sinn Menschen, die fest in ihrem traditionellen Glauben standen. Sie vertritt auch nach 1945 noch einen Allerweltsglauben, der im Grunde keine Bastion gegen die Verführbarkeit gegen Ideologien werden konnte. Konfessionelle Toleranz – das ist ohne Frage äußerst wichtig. Aber diese Toleranz bedarf einer Basis im christlichen Glauben, das heißt in der Beziehung zu Jesus Christus, wenn sie nicht in esoterischen und ideologischen Zeitströmungen zerfasert werden soll. Diese Basis ist in dem Buch nicht erkennbar. Immerhin: Sie thematisiert das Thema Konfessionen, als es noch ein sehr schweres Thema war, weil die Konfessionellen mit ihren Scheuklappen lebten.
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Für die alten Griechen und Römer machten Menschen Geschichte. Götter wurden integriert, aber die Macher waren Menschen.
Für die Schreiber des Volkes Israel und die Propheten machen auch Menschen Geschichte, aber Gott funkte immer wieder herein, nahm, wenn es sein musste, das Heft selbst in die Hand.
Für uns heute sind die alten Heiden die Vorbilder: Mensch macht Geschichte. Wir haben auch als Christen Angst vor der alttestamentlichen Sicht. Warum? Sie wurde zu oft von falschen Propheten vereinnahmt, auch gut meinende Menschen irrten sich. Sie sahen Gott wirken, doch war er es nicht.
Doch das Problem gab es auch schon im Alten Testament: Wer deutet die Gegenwart richtig? Der Prophet Gottes oder der falsche Prophet? Die Lösung war, soweit ich sehe nie: Gott macht keine Geschichte – da Menschen sich irren können. Die Frage ist: Wen hat Gott berufen, die Geschichte richtig zu deuten?
Und so gab es auch zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus Christen, die die Zeit schon richtig gedeutet haben, gesehen haben, wo alles hinauslaufen wird. Sie wurden missachtet, weil man aus der Zeit heraus lieber den falschen Propheten nachlief. Und dann kam, was die wahren Propheten schon angesprochen hatten: Die wahre Niederlage. Eben, wie Heinrich Vogel sah: Gott lässt sich nicht spotten. (https://blog.wolfgangfenske.de/2020/07/15/kirche-und-staat-3/)
Und dann? Dann sagte man, das könne man so nicht sehen, das habe mit Gott nichts zu tun, lassen wir Gott aus dem Spiel der Geschichte, Männer machen Geschichte und seit ein paar Jahren dürfen auch Frauen mitspielen. Aber Gott?
Und so machen Männer und Frauen Geschichte. Und Glaubende sehen noch immer Gott in ihr wirken. Aber: Pssst, nicht weitersagen, man könnte sich blamieren.
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Aus Deutschland hatte ich den weltweit gesungenen Segen noch nicht:
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Interessant ist es zu beobachten, dass es nach 1945 eine Auseinandersetzung gab, die zunächst die einen für sich entschieden haben.
Und zwar flohen manche während der Zeit des Nationalsozialismus, nicht, weil sie Juden waren, sondern Repressionen fürchteten, wie Heinrich Mann, und andere gingen, warum auch immer, wie Thomas Mann.
Manche blieben.
Nach 1945 wurde denjenigen, die geblieben sind, vorgeworfen, dass sie keine Märtyrer geworden sind, dass sie die Politik der Nationalsozialisten nicht geändert haben. Daraus folgt: Sie waren Mitläufer. Diese Sicht äußerer Emigranten wurde dann vor allem von den inländischen Nachgeborenen aufgegriffen, die alles besser gemacht hätten, wenn sie nur schon gelebt hätten. Alte, die geblieben waren, wurden stigmatisiert – und versanken in der Vergangenheit.
Manche sehen es heute realistischer. Deutlich ist, dass viele von denen, die geblieben sind, nationaler dachten. Sie erhofften sich von Hitler eine nationale Stärkung. Diese bedeutet aus christlicher Sicht eine ethische Verbesserung, also eine Christianisierung der Gesellschaft, aus linker Sicht eine emanzipatorische Veränderung der Gesellschaft.
Es kam, wie wir wissen, alles anders. Aber das sagt nichts über die Qualität dessen aus, was die inneren Emigranten zu leisten imstande waren. Probleme hatten die äußeren Emigranten wie die inneren Emigranten. Die einen mussten zusehen, wie sie im Ausland überleben können, die anderen mussten zusehen, wie sie im Inland überleben können.
Und das ist also dann wieder typisch menschlich: Wir sind die Besseren, sagten die äußeren Emigranten, als alles vorbei war. Die Menschen, die geblieben waren, sagten von den Gebliebenen: Die sind welche von uns, die wissen Bescheid und haben mit gelitten.
Und die Nachgeborenen? Sie sagen: Mit gelitten? Selbst dran Schuld. Hättet ihr nicht mit gemacht, hättet ihr auch nicht mit gelitten. Und: Wenn wir damals gelebt hätten, wäre das alles nicht passiert, wir hätten alles Übel durchschaut – die besten sind wir.
Interessanter Weise traf der Vorwurf nicht alle Gebliebenen. Manche konnten irgendwie ganz schnell irgendwie so aussehen, als seien sie äußere Emigranten gewesen. Aber das ist dann ein neues Thema.
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Wir in Deutschland: Lokal Alkohol-Verbot soll nicht möglich sein, weil es die Freiheit einschränkt? Rauchen wurde auch Schritt für Schritt lokal verboten. Zudem: Die Gesellschaft wird immer stärker zu einer bekifften und alkoholisierten Gesellschaft. Leider wählen die Kälber ihre Metzger noch immer selber. Es muss ein Umdenken stattfinden. Nicht nur eine jährliche Informationsrunde der Drogenbeauftragten, die dann wieder was sagt und alle sagen: Aha! Der Kampf gegen Drogen muss zu einer gesellschaftlich konzertierten Aktion werden, da wir sonst Chikago-Zustände bekommen werden. Und wenn man dieser Gefahr nicht ganz realistisch in die Augen schaut, wird sie die Gesellschaft zerstören.
Apropos Chikago: Eine schwarze Bürgermeisterin steckt auch in ihren lokalen Mächten fest. Es muss von Außen etwas geschehen. Allerdings können Polizeimaßnahmen nicht die einzigen Mittel sein, es kommt dann nur zu einem Katz und Maus Spiel zwischen Drogenbaronen und kleinen Drogenhändlern und der Polizei. Aber einfach nichts tun wie mancherorts wohl in manchen Städten ist tödlich für viele. Natürlich kann man sagen: Wer sich schaden und umbringen will, soll es tun. Aber viele Jugendliche rutschen da hinein, und wissen noch gar nicht so richtig, die Gefahren abzuschätzen. Zudem geraten sie in die Fänge irgendwelcher Dealer, die von deren Geld profitieren wollen.
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Wir in Europa – was machen wir, um Gefahren zu erkennen und sie zu bekämpfen? Es geht nicht gegen Menschen – es geht gegen die von ihnen ausgehenden Gefahren, die man erkennen muss. Ein paar negative Schlagzeilen: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/mutmasslicher-raser-von-coesfeld-festgenommen-16877100.html und https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/brand-der-kathedrale-in-nantes-verdaechtiger-gesteht-16876655.html (als ein Mosaiksteinchen der Angriffe auf Kirchen) und: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/frankfurts-oberbuergermeister-von-polizei-eskortiert-16876822.html und: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ausschreitungen-in-stuttgart-und-frankfurt-wir-uebernehmen-jetzt-deutschland-16875956.html
Oder: Muss man einfach lernen, damit zu leben?
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Nicht die Polizisten sind das Problem. Das Problem sind die, die die Polizisten zum Problem machen: https://www.welt.de/vermischtes/article212275323/Koeln-150-Jugendliche-feiern-Polizisten-mit-Flaschen-beworfen.html
(Nachtrag: Manchmal kann man nur sarkastisch reagieren: https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/glosse/frau-dreyer-beraet-die-polizei-wir-beraten-frau-dreyer-so-steigern-sie-ihre-glaubwuerdigkeit )
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Wie viel Einwohner hat Europa? 446 Millionen
Wie viel Corona-Tote sind zu beklagen? 190.000
Wie viel Einwohner hat die USA? 328 Millionen
Wie viel Corona-Tote sind zu beklagen? 143.000
Wie viel Einwohner hat Brasilien? 209 Millionen
Wie viel Corona Tote sind zu beklagen? 82.000
Die Zahlen sind aus den Medien vom 23.7.2020
Was will ich damit sagen? Man darf Brasilien und die USA nicht mit Deutschland vergleichen. Europa ist in etwa richtig.
Wir stecken noch mitten drin. Leichtsinn ist verantwortungslos. Es ist noch nichts vorbei.
Und es ist einfach nur erschreckend zu sehen, wie verantwortungslos manche mit der ihnen geschenkten Gesundheit umgehen und andere damit gefährden.
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Spannend ist: Was machen die zurückkommenden Urlauber mit unserem Land? In der Tagesschau gehört, dass Israel nicht weiß, wie es mit der neuen Corona-Welle umgehen soll. Ein Lockdown wird kaum mehr akzeptiert, die Menschen brauchen Geld. Ist das, was Israel erlebt, nur ein bitterer Vorgeschmack auf das, was wir erleben werden, wenn die Menschen nicht verantwortlich leben? Man hört immer von der zweiten Welle – gibt es Pläne, wie man in ihr handeln wird?
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Praktikanten sind der Corona-Herd am Wolfgangsee: https://www.welt.de/vermischtes/live206935325/Corona-Oesterreich-Mehr-als-50-Infektionen-in-Praktikantencluster.html
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Ob manche nicht genervt sind von dem Rassismus, der sich darin äußert, dass man sie ständig fragt, ob sie Rassismus erfahren haben? Auch gut gemeinter Rassismus ist Rassismus.
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Ein Autofahrer ließ sehr lange den Motor seines Wagens laufen. Daraufhin angesprochen sagte er: Ich muss mein Handy aufladen.
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Es gibt wunderschöne Bilder. Jeder Pinselstrich ist da, wo er hin sollte. Und dann gibt es Bilder, die haben irgendwie einen Pinselstrich zu viel. Das gilt von Graphiken wie auch von Fotos: etwas ist zu viel. Etwas nimmt den Zauber.
Das ist auch so mit Gedichten und Predigten: ein Wort, ein Satz zu viel. Ohne diesen Zu-Viel-Satz wäre es, wäre sie gelungen.
Natürlich sind Predigten keine Kunstwerke – aber das gilt auch für Menschen, die einander begegnen: Alles ist schön und gut – und dann das eine Wort, das zu viel ist, die eine Handlung, die eine Mimik, die von der Begegnung den Zauber wieder nimmt.
Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, dieses Empfinden für einen Pinselstrich, ein Wort, eine Geste/Mimik zu viel… Wie dem auch sei: Was und warum ist dem so?
Es gibt sicher auch ein zu wenig. Aber dann bedauert man es nicht, weil die Vollkommenheit, der Zauber gar nicht erst aufgekommen ist.
Und natürlich ist es so: Ein Punkt, ein Wort, etwas, das zu viel scheint, macht erst das gewisse Etwas aus.
Wenn man das oben abgebildete Foto sieht: Was wäre es, ohne dieses komische fast zweigartige Blatt, das von links unten nach rechts oben läuft! Es wäre langweilig. Oder ist es zu viel?
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Ich wundere mich, dass die Christen unter Hitler in den Krieg gezogen sind – auch gegen eigene Kriegsdeutung als Strafe Gottes. Nur wenige, wie Jägerstätter, haben eine andere Konsequenz gezogen: Ich als Christ kämpfe nicht auf der Seite, die Christus bekämpfen, so seine Sicht. Darum wurde er hingerichtet. Andere Christen haben das nicht gemieden – ich denke nicht, weil sie feige waren und eine Hinrichtung wegen Kriegsdienstverweigerung befürchteten. Es war die theologische Haltung dahinter.
Das Volk ist eine Einheit – wie auch das Alte Testament lehrt. Allerdings ist Volk da anders definiert als in der Zeit des Nationalsozialismus. Wie dem auch sei: Das Volk ist eine Einheit. Und wenn das Volk – das heißt auch: der Herrscher – sich gegen Gott stellt, dann straft Gott es. Und das Volk hat sich dann auch unter diese Strafe zu stellen. Ob man nun mitgemacht hat oder nicht. Man wird bestraft – anders gesagt: Der Krieg führende Mensch vollführt selbst die Strafe Gottes aus, weil er sich durch seine Sünde verblenden ließ.
Man selbst ist dann Opfer, wenn man unschuldig in den Kriegsstrudel hineingezogen wird. Man muss dieses Opfer auf sich nehmen. Der Opfergedanke spielte eine Rolle – warum, das habe ich noch nicht herausgefunden. Vielleicht sieht man dann einen Sinn in seinem Leiden. So hat selbst Reinhold Schneider, der nicht in den Krieg ziehen musste, seine Depressionen als Opfer angesehen: Er muss dieses Opfer vollbringen, damit die Schuld gesühnt wird. Theologisch stellen sich aus heutiger Perspektive an dieser Stelle freilich viele Fragen.
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Wie wird das alles in moderner Sicht begründet? Dazu siehe den Ansatz: https://www.pedocs.de/volltexte/2014/4647/pdf/bf_2006_1_Bordat_Menschenrechtskrieg.pdf
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Erdogan wickelt Atatürk ab: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/erdogan-und-der-staatsgruender-atatuerks-vermaechtnis-16875177.html
Irgendwann wird auch Erdogan abgewickelt werden: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/tuerkei-verurteilt-griechische-kritik-an-umwandlung-von-hagia-sophia-16875927.html
Das ist Geschichte.
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Washington Post und andere haben einen Jugendlichen in die rassistische Ecke gestellt – nun haben sie sich auf Schadensersatz geeinigt – was ziemlich Furore gemacht hat, weil man auch Trump damit in Verbindung bringen wollte: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/nicholas-sandmann-gegen-die-washington-post-16875573.html
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In China gibt es einen großen Fortschritt. Bislang war sexuelle Belästigung bis hin zur Vergewaltigung rechtlich Nebensache. Das soll sich ab 2021 ändern. Auch sonst tut sich was mit Blick auf das Recht: https://www.spiegel.de/politik/ausland/frauen-in-china-sind-mit-diskriminierungen-aller-art-konfrontiert-a-cc5b2e81-1d43-4a22-a3af-0fdc81eed1df
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Aber die Rechte von Christen sind unter aller Kritik. Corona-Bekämpfung betrifft auch Christen hart, weil der Staat diese ausnutzt, um Christen zu schaden: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2020/07/01/china-reisst-500-kreuze-von-kirchen-ab/
Zudem scheint es sich in China abzuzeichnen, dass der Staatspräsident Xi Jinping langsam beginnt, religiöse Verehrung einzufordern. https://www.jesus.de/china-ersetzt-kreuze-durch-bilder-von-politikern/ Wer soziale Unterstützung möchte, soll Jesus entfernen und durch Xi Jinping ersetzen. So viel zum Thema China und Recht, bevor manche anfangen euphorisch Xi Jinping zu überheben.
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