Deutsche Christen – ein Liederbuch

Deutsche Christen werden die Christen genannt, die der Bewegung des Nationalsozialismus offen gegenüberstanden, sie unterstützt haben. Ich hatte sie neulich schon angesprochen: https://blog.wolfgangfenske.de/2020/07/16/es-geht-nicht-um-theologie-es-geht-um-den-menschen/ . Aber auch die Deutschen Christen waren keine Einheitsgruppe. Es gab unterschiedlichste Schattierungen, die auch in den Jahren nach 1933 immer wieder variierte.

Das hatte unterschiedliche Gründe, so zum Beispiel hatte sich jeder das unter der neuen christlich-völkischen, christlich-nationalsozialistischen Bewegung vorgestellt, was ihm lieb war. Manche dachten: endlich mal christlicher Glaube modern, logisch, aufgeklärt, damit zusammen hängt: endlich die Kirche gelöst vom Judentum, dazu gehört: der Staat erkennt uns an als wichtige Kraft in der Volksgemeinschaft… Man hat endlich ein „Glaubens“-Ziel: nicht der Einsatz für Jesus Christus, sondern: die Volksgemeinschaft…

Als manche dann merkten, dass nicht ihre Träume erfüllt wurden, nahmen sie auf unterschiedliche Art Abstand. Auf säkularer Ebene vergleichbar zum Beispiel mit dem Schriftsteller Gottfried Benn http://gedichte.wolfgangfenske.de/gottfried-benn-1886-1956/. Er dachte sich den Nationalsozialismus anders, als er dann kam. Und so wich die anfängliche Begeisterung einer Ablehnung.

Es gab also unterschiedliche Varianten. Wenn wir von deutschen Christen allgemein hören und lesen, dann werden Extreme zitiert. Tischgebete an Hitler, Abendgebete mit entsprechendem Duktus. Aber sie waren nicht alle so extrem.

Mir liegt ein Liederheft vor, das wohl den Deutschen Christen zuzuordnen ist, weil der Herausgeber sich als Teil der nationalsozialistischen Bewegung sieht: Christliche Kampflieder der Deutschen, herausgegeben von Ernst Sommer – allerdings aus dem Jahr 1933. Also aus der Anfangszeit, als noch die unterschiedlichsten Richtungen miteinander rangen.

Dieses Liederbuch ist schon optisch auffällig dadurch, dass es für die Texte keine Verfasserangaben gibt. Die Texte sind aber im Wesentlichen aus christlicher Tradition entnommen worden, vor allem aus der Zeit der Reformation, in der die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche dominant war und dann aus der Zeit des 30 jährigen Krieges. Warum keine Namen genannt werden, erschließe ich mir aus dem Vorwort. Das Volk ist eine Einheit, die „Schöpfer dieser Dichtungen“ waren „christlich-evangelisch, politisch-kriegerisch und volk-gebunden“. „Ein Zeugnis dieses Geistes, der heute in uns Nationalsozialisten wieder lebendig geworden ist, soll dieses Heft sein.“ Das heißt: Nicht das Individuum zählt, sondern der Geist, der die Generation der christlichen Nationalsozialisten mit dem Geist der christlichen Dichter des Volkes vereint. Nicht der Geist Gottes steht im Zentrum, aber das dürften die wenigsten damals wahrgenommen haben. Und so ist auch nicht der Herausgeber, der allerdings genannt wird, derjenige, der die Lieder gesammelt hat, sondern „Die Junge Mannschaft Deutschlands… hat sich dieses Liederbuch geschaffen, um auch im Liede ihrer Haltung Ausdruck zu geben, die fromm und kriegerisch ist wie die der Landsknechte im Mittelalter.“ Was „kriegerisch“ und „fromm“ bedeutet, wird auch sofort erläutert: „Kriegerisch sein heißt: um den politischen Auftrag der deutschen Nation, die Aufgabe des Reiches, wissen und ihn bekennen; und fromm sein heißt: sich für ihn im Gehorsam gegen den Befehl Gottes einsetzen.“

Kurz zum Herausgeber: Ernst Sommer stammt aus der (Finkensteiner) Singbewegung und wollte mit den Liedern die dem Nationalsozialismus zugewandten Jugendlichen missionieren – und noch weiter: den gesamten Nationalsozialismus wollte er zu den protestantischen Wurzeln des 16. und 17. Jahrhunderts zurückführen: „Aber auch unsere Lieder sind nicht minder vollendete Zeugnisse dieses selben Geistes, der der heroischen Größe unserer gewaltigen Zeit so nahe verwandt ist und immer wieder in der Geschichte des Reiches durchbricht und die Welt erschüttert.“ So ist das Liederheft „ein Dank an die Kameraden, die in den vergangenen Jahren den schweren Kampf um das Reich und das Evangelium mitgekämpft haben“ – Kampf um das Reich Gottes? Das „Dritte Reich“? Das Wort Reich hat beide Konnotationen.

Hier mag nun auch die oben genannte Formulierung auffallen: „gegen den Befehl Gottes“. Das hieß damals etwas anderes als heute. Das hieß „in Aufnahme des Befehls Gottes“. Dennoch möchte ich das im heutigen Sinn aufgreifen, denn es ist ein erschreckendes Liederheft insofern, dass es Gott gegen sich selbst anruft. Das sei ausgeführt.

In diesen Liedern wird sehr intensiv ein Feind in den Blick gerückt, unter dem die Christen leiden. Wer der Feind in der Reformationszeit und dem 30 jährigen Krieg war, das ist klar. Doch wer war dieser Feind in der Zeit von 1933? In Liedern der Bekennenden Kirche ist das auch klar: Hitler und seine Steigbügelhalter, unter anderem die Deutschen Christen sind dieser Feind. Die Deutschen Christen könnten den Feind in den säkular/atheistischen Gruppen der Nationalsozialisten gesehen haben oder auch in den Vertretern der Deutschen Glaubensbewegung, oder aber: jeder konnte als Feind den einlesen, den er wollte. Kampflieder benötigen einen Feind. Letztlich aber wunderte man sich in einer Rezension auch darüber: Diese alten Lieder „sind Lieder einer kämpfenden und leidenden Kirche, die um ihre unlösliche Verbundenheit mit ihrem Volk gerade dann weiß, wenn sie die Reinheit ihrer Verkündigung unerbittlich gegen Menschenlehre und in Verfolgung wahrt. Wir haben heute die Kirche nicht, die sich dieses Heft ohne weiteres zu eigen machen könnte.“ https://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00317891

Das Lied vermutlich aus der Reformationszeit (Seite 15): „Wacht auf, ihr werten Deutschen, es ist euch wahrlich not!“ spricht aus, dass Gott Hunger, Krieg und Tod bringen wird, wenn die Deutschen nicht umkehren. „Gott hat euch hoch begabet / vor vielen Völkern schon, / daß ihr bei euch rein habet / sein Evangelion“, so lautet es in der zweiten Strophe. Die dritte Strophe spricht aus, was geschieht, wenn sich die Deutschen nicht dem Evangelium zuwenden, und Buße tun: „mit Krieg und großen Streichen (sc. Schlägen), / mit Krankheit, Seuch und Tod, / mit Hunger und dergleichen / uns bringen in Jammer und Not.“ Die vierte und letzte Strophe, die in dem Heft zitiert wird, fordert nun dazu auf, Buße zu tun, an Gottes Sohn zu glauben, böse Taten zu unterlassen. Aus der Sicht der Nachgeborenen haben gerade die Christen, die den Nationalsozialismus förderten, sich gegen die Lehre Jesu Christi verhalten, haben das Böse gefördert – also sichtbar am vernichtenden Krieg, der dann über Deutschland gekommen ist, so die logische Schlussfolgerung des Liedes. Und das ist erstaunlich und gleichzeitig erschreckend: Wie schwer ist es für Menschen in der geschichtlichen Situation zu erkennen, wer falsche Lehren verbreitet. Ich denke, dass das Vorwort den Schlüssel, wie gesehen, dazu bietet, wenn es den Geist Gottes durch einen anderen Geist ersetzt. Aber solche Feinheiten können viele nicht durchschauen. Sie bleiben kleben an den frommen Worten, merken aber nicht, weil sie in der Zeit stehen, dass diese frommen Worte verführen, merken nicht, wes Geistes Kind sie sind.

Es sei auch auf das Lied „Ich bin ein Soldat wohlgemut“ eingegangen. Es ist von Hartmann Schenck aus dem 17. Jahrhundert. Vier Strophen werden zitiert, vier Strophen werden ausgelassen. Welche Strophen werden ausgelassen? Unter anderem Strophe 3: „Ach, großer Schutzherr Israel, / Du Vater aller Güte, / Ach, süßester Immanuel, / Mich doch auch heut´ behüte“. Dieses Liederbuch beinhaltet noch alttestamentliche Begriffe, aber das könnte für die Verfasser zu weit gegangen sein, dass Gott als „Schutzherr“ von Israel bezeichnet wird. Der Soldat von Schenck bittet Gott: „Dass ich betrübe nicht die Leut, / Noch ihnen mög zufügen / Viel Herzeleid, / Das mit der Zeit / Mir bringet großes Grämen, / Darob ich mich / Ganz schimpfiglich / Möcht´ dermaleinst schämen“. Schenck will mit dem Lied Soldaten ethisch erziehen. Geht das dem Herausgeber Sommer zu weit? Sein Ziel ist es, man solle als Soldat tapfer sein, auch wenn andere Angst haben und vielleicht sogar desertieren, solle man heldenhaft kämpfen – darum wird eine entsprechende Auswahl getroffen. Zudem widerspräche das das positive Bild vom Landsknecht. Von daher versteht es sich auch, dass die Strophe 7 weggelassen wird, die das Schlimme ausspricht – und darum nicht sehr Kampf motivierend ist: „Sollt aber wo gefangen ich, / Gequetscht, verwundet werden, / Bekommen irgends einen Stich / Und fallen zu der Erden“. was deutlich wird: Mit diesen Kampfliedern wird 1933 schon der Krieg vorbereitet.

Andererseits haben wir einen prophetischen Blick in der Aufnahme eines Liedes von Johann Rist: „Sichers Deutschland, schläfst du noch? / Ach wie nah ist dir dein Joch, / das dich hart wird drücken / und dein Antlitz dürr und bleich / jämmerlich ersticken. / Wach auf, du deutsches Reich! / Wach auf, du deutsches Reich!“ Weg gelassen wurden zwei Strophen, die es auch in sich haben: „Tolles Teutschland deiner Ruh´ / Eilet Krieg und Aufruhr zu … Alle Kreaturen gleich / Kommen dich zu straffen… Volles Teutschland große Noht / Wird dich martern auff den Tod…“.

Leider habe ich über den Herausgeber kaum etwas in Erfahrung gebracht. Wie hat er die weiteren Jahre bis 1945 beurteilt?

Fazit:

Dieses Liederbuch eines Christen, der sich als Nationalsozialist bezeichnet, hatte das Ziel, den Nationalsozialismus zu christianisieren bzw. den Ansatz der Ideologie, den der Herausgeber als christlich ansah, gegen andere, z.B. säkulare Strömungen, zu unterstützen. Das war, wie wir nun wissen, ein äußerst naives Unterfangen zudem eine Verkennung des real existierenden Nationalsozialismus.

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Dies und das: Steuererhöhung: Erziehungssteuern + Mütter werden hervorgehoben + Knallharte China-Reaktionen + EU-Libyen-Politik

Angesichts von Corona dürfte manches vergessen worden sein. So die kuriosen Erziehungs-Steuern auf Benzin und Diesel: https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/koalition-einigt-sich-auf-steuererhoehungen-benzinpreis-schock-und-hoehere-kfz-steuer-wie-teuer-wird-autofahren-in-deutschland_id_11463752.html

Dürften jetzt aber sehr gut passen, da der Staat sehr viel Geld ausgegeben hat. Man beachte die Pendlerpauschale im Vergleich zur Steuererhöhung. Und wie wirkt sich diese auf die Teuerung der Waren aus?

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Und das wird vermutlich auch auf die Verbraucher umgelegt: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-plastiksteuer-soll-kommendes-jahr-5-7-milliarden-euro-bringen-a-86491a9d-5d84-4962-93e6-d918825803f8

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Und das EU-Parlament scheint auch das Seine dazu beizutragen, dass es wirtschaftlich auf allen Ebenen schwerer wird: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-parlament-rechtsstaatlichkeit-103.html

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Interessant, dass in unseren Medien das eine Nachricht wert ist – es geht um Mütter, die ja sonst ein sehr einsames Nischendasein führen, die sich in den USA den Sicherheitskräften entgegenstellen. Nun weiß man auch, warum die Mütter auf einmal wichtig sind. Unter einem Bild auf tagesschau.de in der Galerie:

Mitglieder von „Wall of Moms“ (Mauer der Mütter), einer Protestbewegung von Müttern zum Schutz von Demonstrierenden vor Polizeigewalt und zur Unterstützung der „Black Lives Matter“-Bewegung, bilden eine Menschenkette. Auf dem Schild steht: „Ihr mögt die FEDS (Sicherheitskräfte) sein, aber wir sind die Mütter“. 

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Reaktionen auf die China-Hongkong-Politik der EU und Deutschlands. Knallhart werden evtl. kommende Maßnahmen überprüft: https://www.spiegel.de/politik/ausland/hongkong-bundesaussenminister-heiko-maas-droht-china-mit-konsequenzen-a-3740f9b4-a0b9-44f6-be4c-02bad95383ad

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Genauso knallhart wollte man das heft mit Blick auf Libyen in die Hand nehmen. Das war aber damals, wenn man sich an meine Blogbeiträge erinnert, schon sehr unwahrscheinlich. Das entpuppt sich immer mehr als gut gemeint. Nicht Ägypten ist das Problem, sondern der Herr Sultan E. vom Bosporus, der nun wohl auch versuchen wird, die EU gegen Ägypten einzuspannen: https://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-abdel-fattah-el-sisi-droht-recep-tayyip-erdogan-mit-einmarsch-a-0bbe1139-f194-4daa-8891-a60f20340e60

Der Herr E., Sultan am Bosporus, versuchte damals die Muslimbrüder zu stürzen. Dann machte ihm Al Sisi einen Strich durch seine osmanischen Expansions-Träume. Nun sieht er die Chance zur Revanche gekommen, indem er Libyen unter seine Fittiche nimmt und sich dort einnistet.

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Bibel – Bedeutung des Gruppencodes / Soziolektes

Die Bibel verhindert das Steckenbleiben in den jeweils aktuellen politischen Parolen. Christen haben auch mit Hilfe der Johannes Apokalypse, dem Danielbuch, dem Psalter gelernt, bildhaft, metaphorisch zu reden. Wird der biblische Gruppencode verwendet, sammeln sich diejenigen, die ihn verstehen. Wer diesen nicht versteht, wer das Reden aus dem Glauben nicht versteht, versteht gar nichts. Und das Verwenden von Gruppencode ist in Zeiten von Diktaturen ein Vorteil: diesen Tyrannen und ihren Steigbügelhaltern ist der christliche Glaube als Glaube egal – und darum verstehen sie nichts. Darum kann man als Christ eben deutlich sprechen, ohne dass die Tyrannen es verstehen, aber die Glaubenden verstehen, ihnen werden die Augen geöffnet, sie bekommen Trost, Kraft, Mut, Orientierung. Im Umkehrschluss heißt das: Christen, die sich von der Bibel lösen, sind den Ideologen noch mehr als Einzelkämpfer ausgesetzt. Ein Unterliegen ist wahrscheinlicher.

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Christliche Dichter und Nationalsozialismus

Es fällt auf, dass christliche Dichter in der Zeit des Nationalsozialismus nicht die Nation und den Nationalsozialismus thematisieren (höchstens indirekt, am Rande und beiläufig), sondern den umfassenden christlichen Glauben. Das ist insofern spannend, dass uns das auffällt, weil wir doch international sein wollen – und den Christen diese Internationalität in einer Nation trunkenen Zeit vorwerfen. Wir Nachgeborenen erweisen uns darin nationaler als die Christen, die allgemein menschliche Probleme geschildert haben.

Wenn Siegbert Stehmann, zitiert nach Wolfgang Jung: „Erzählung als Verkündigung“. Der Auftrag der geistlichen Dichtung in „dürftiger Zeit“; dargestellt an Leben und Werk Siegbert Stehmanns 2016 (https://d-nb.info/1151446653/34) Nr. 1301, schreibt:

Herr! Die Zeit vergeht vor dir. /
Welt verbrennt in eigner Glut. /
Menschen wandeln sich zum Tier, /
Und das Tier verlangt nach Blut. /
Werden Menschenherzen Stein, /
Rüstest du zum Hammerschlag, /
Und es wird der erste Tag /
Deines letzten Wortes sein!

Dann sehen wir die Nationalsozialisten dahinter angesprochen. Aber Stehmann sagt nicht: Die NSDAP und die nationalsozialistische Regierung sind diese Tiere. Aus christlicher Sicht gab es schon immer Sünde, Menschen, denen nach Blut verlangt, und es gibt sie heute und wird sie immer geben. Damit wird nicht die Grausamkeit, das „industrielle“ Töten von Menschen durch die Nationalsozialisten und ihre Steigbügelhalter relativiert. Es wird davor gewarnt: Wenn die Menschenherzen zu Stein werden, kommt Gottes Hammerschlag. Darum soll man auf sich aufpassen – zu allen Zeiten.

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Natürlich: Wenn alle Christen sich zusammen getan hätten und sich dem Nationalsozialismus verweigert hätten, dann… – aber das ist kindliche Utopie. Christen sind nie eine Einheitsmasse. Das sieht man ja auch im Kontext anderer Ideologien – bis hin zur Gegenwart. Gerade die Kirchen als Kirchen wurden politisch usurpiert – und es ist die Schuld vieler Christen, dass sie nicht nur mitgemacht haben, sondern das auch noch forciert haben, sodass Christen gegen den Nationalsozialismus mühsam eine eigene Struktur des Widerstands aufbauen mussten. Auch Christen werden nicht vor politischer Verblendung automatisch geschützt. Ihre Verantwortung als Christen bleibt bestehen. Man darf nicht die Augen vor Realitäten verschließen. Auch das Gute benötigt Macht. Einzelne haben gekämpft – das sieht man an den zahlreichen Widerstandsgruppen und an Haushofer als Einzelner in den Machtstrukturen. Sie waren als Einzelne zu schwach. Das ideologische Virus hatte schon lange die Hirne befallen. Ideologen benötigen eine längere Vorlaufszeit – und dann bekommen sie eine Gesellschaft wie eine reife Frucht. Nicht nur rechts und links – sondern das gilt für alle Ideologien.

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Wo sind bei uns heute Ideologien am Wachsen – beginnen, Hirne, Gesinnung, Haltung zu beherrschen und andere zu drangsalieren? Das wird sich steigern – und dann nach einer neuen von Menschen verursachten Katastrophe fragt man sich: Wie konnte das geschehen? Ganz einfach: Man untergräbt, Demokratie, Meinungsfreiheit, denkt, manche müssten die Gesellschaft führen, man möchte keine gesitteten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, sondern sucht einen, der sagt, wo es langgeht, Medien schalten sich gleich, die Menge weiß, was richtig ist, man passt sich an, weil man Angst hat, nicht anerkannt zu sein… – und natürlich: immer zum Guten. Immer.

Ideologen kommen nie daher und sagen: Wir wollen euch verführen, wollen Böses. Es geht immer um das Gute. Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, Wohlergehen wird ausgenutzt, in bestimmte Bahnen gelenkt – und missbraucht.

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Urwald Rodungen + Zu viel Geld + Corona-Schuld

Es werden weltweit Urwälder massiv gerodet. Nicht nur in Brasilien, das im Fokus steht, weil man den Präsidenten aus politischen Gründen nicht mag: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2020-05/globale-abholzung-klimawandel-oekologisches-gleichgewicht-pandemien-corona

Aber: es muss den Menschen eine Alternative geboten werden. Sie leben vom Urwald. Wir klagen schon, wenn aus Gründen der Menschenrechte, alles teurer werden sollte. Aber es geht den Menschen in diesen Ländern um ihre Lebensgrundlage.

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Es ist spannend, zuzusehen, wie viel Geld innerhalb kurzer Zeit von den Regierungen zur Verfügung gestellt werden kann. Hoffentlich wissen diejenigen, die es tun, was sie tun.

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Corona-Schuld. Wenn man angesteckt wird, irgendwo von irgendwem im normalen Alltag und die Viren unwissend weiter gibt, ist man ohne Schuld.

Anders, denke ich, ist es, wenn man aus einem anderen Land kommt, ob es nun zu einem Risiko-Land erklärt wurde oder nicht, wenn man dort zu eng mit irgendwelchen Fremden zusammen war, und dann ins Heimatland zurückkommt und keine Quarantäne einhält und dann Menschen ansteckt. Ich kann mir denken, dass es schwer zu händeln ist: drei Wochen Urlaub – und wann soll man dann noch zwei Wochen Quarantäne einhalten? Wir sind jedoch verantwortungsbewusste Menschen und müssen so etwas mit einplanen. Es geht nicht an, dass wir, weil wir unbedingt Urlaub irgendwo machen mussten, die Firma, die Schule, das Wohnumfeld lahm legen.

Wenn wir wegen Corona leichtsinnig sein sollten, sollte man schon von Schuld sprechen. Wie mit der Schuld dann umgehen? Wie mit jeder schlimmen Schuld.

Das gilt übrigens auch für leichtsinnigen und gedankenlosen Umgang im eigenen Land. Ich war immer gegen zu strenge Lockdown-Regeln. Man hat es mir übel genommen. Ich war für lokale Bewältigung des Problems. Aber wenn ich manche Freizeit-Menschen ansehe: Da schüttelt man nur den Kopf und denkt sich: Ist die Menschheit wirklich so blöde?

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Mitmach-Kirche

Die Deutschen Christen waren eine typische Mitmach-Kirche. Sie haben mitgemacht, was ihnen von den Mächtigen – auch dem Volk – vorgegeben wurde. Hier und da modifiziert. Allerdings muss man sagen: Sie haben nicht nur 1933 ff. (und in kommunistischen Ländern und Zeiten mitgemacht), sondern viele der dann wichtigen Gedanken war in den Köpfen schon virulent. Der Nationalsozialismus war nicht auf einmal da. Er war in den Köpfen schon vorhanden.

Die Mitmach-Kirche gab es auch im Zusammenhang des (nicht nur) spanischen Kolonialismus. Auch hier: Der Nationalismus der stolzen Spanier hat die Hirne der wesentlichen Kirchenvertreter beherrscht – sie haben mitgemacht.

Und so könnte man die Geschichte durchgehen: Mitmach-Kirche – eine Kirche, der vieles wichtiger war als der Glaube bzw. die nicht erkannt hat, dass auch der sehr fromme Glaube nicht vom Geist Gottes sondern von anderen Geistern bestimmt war. Nicht immer kann man eindeutig entscheiden, ob es das Gros der Glaubenden war, die mitgemacht haben oder nur Einzelne sehr aktiv waren. Aber man kann zumindest sagen, dass sich das Gros der Glaubenden nicht vehementer gegen Missbrauch des Glaubens gewendet haben. (Natürlich bin ich nicht so blauäugig zu denken, alle, die in der Kirche sind – auch in der kirchenleitenden Funktion – interessieren sich für das, was der Glaube sagt. Es sind oft Menschen, die in der Kirche ihre Karrierechancen sahen.)

Es gab freilich auch immer einzelne, die das nicht mitgemacht haben. Aber das Gros hat erst im Nachhinein erkannt auf welchen Sünden- und Höllenpfaden sie geschritten sind.

Und wie ist es heute? Was müssen wir in Zukunft voller Scham bekennen?

Spannend finde ich in Reinhold Schneiders Las Casas vor Karl V., das Las Casas dafür war, Menschen aus Afrika als Arbeiter auf die Felder zu holen, weil er Mitleid mit den Indios hatte. er habe gedacht, Afrikaner seien Widerstandsfähiger und stärker. Auch Mitleid kann furchtbar in die Irre führen. Man möchte menschenfreundlich sein – und bewirkt das Gegenteil.

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Menschenrechte

Neue Informationen zum Sterben von George Floyd: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/neues-transkript-im-fall-george-floyd-veroeffentlicht

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Christenverfolgung: Je stärker die Christenverfolgung, desto stärker der Glaube. Ein Pfarrer sagte: Du kannst einen Affen nicht vom Baum schütteln. Warum nicht? Er klammert sich immer fester an. So klammern sich Glaubende immer fester an Christus fest. https://www.youtube.com/watch?v=mBJk9roIRCU&t=11s

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In China wird es für Christen wieder einmal immer schwerer: https://www.persecution.org/take-action/petition/

Das Gebet einer Christin, deren Mann verhaftet wurde:

Derfu’s wife recently published a letter to Christians around the world calling for prayer. It is incredibly transparent and heartbreaking at the same time:

„Beloved brothers and sisters… I earnestly ask for your prayers for me and my family.
It has been over six months since [my husband] has been incarcerated. At first, he would make phone calls from prison to let me know he is ok. While the calls lasted about two to three minutes, by hearing his voice, I knew he was alive. Although I could not see his face, at least I knew that he was alive somewhere, and that God saw his face.
However, starting from the end of March, I have not received any phone calls. Having no word from him for over seventy days has made me extremely worried. My rationality wants me to believe that he is alive, because God is with him, but my emotions have struck me, as if striking an enemy, causing great pain. 
Once, my husband led a busy life as an overseer of the church, and all I ever wished was that in the evening he would return home a little earlier. Now, the remaining hope that I have is painfully small as all I hope every day is to receive a three-minute phone call.
But even this has become an extravagant hope!
Oh Lord, let me follow You; let me touch the edge of your cloak, because I am less worthy than the woman who had been subject to bleeding for twelve years.
I know my weakness, so I implore upon my brothers and sisters to pray for me, and pray for my husband Qin Derfu. May God have mercy on us, as humble and unworthy as we are!“

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Viele weitere Nachrichten: https://www.persecution.org/category/news/

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Das Heft: https://www.yumpu.com/en/document/read/63451279/june-2020-persecution-magazine/12

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Hilfe für Christen in Indien: https://www.opendoors.de/nachrichten/aktuelle-meldungen/indien-zehntausende-christen-auf-hilfe-angewiesen

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