Überlegungen Transhumanismus 3: Halbgötter – Gottes Sohn – Übermenschen

Nietzsches Übermensch ist in seiner Altphilologie geboren: Der edle Mensch, den er in weißen Marmorstatuen begegnete – ein Sinnbild für den Übermenschen – aber weiter geführt:

Die alten Griechen dachten sich klasse Götter aus: Götter, die all das konnten, was Menschen nicht können. Und eine Besonderheit waren die Halbgötter. Was für ein starker Held war Herakles!

Und das ist der Traum der Transhumanisten. Diese alten Narrative Wirklichkeit werden zu lassen mit Hilfe von Chemie und Technik.

Der Gottessohn Jesus Christus ist da von einer anderen Dimension. Er ist gleichzeitig wahrer Mensch und wahrer Gott, und als dieser eine unterschiedene Einheit – dieses Bekenntnis formulierten die Christen in den weiteren Jahrhunderten. https://mini.evangelische-religion.de/trinitaet-dreieinigkeit-dreifaltigkeit/

Und das ist der Traum der Posthumanisten. Es geht nicht mehr um Menschen, sondern um von Menschen geschaffene Wesen, die das Menschsein hinter sich lassen, aber irgendwie dann doch noch irgendwas Menschliches haben. Irgendeine Moralität zum Beispiel. Der Übermensch Nietzsches, der weiter ging als die Helden seiner alten Griechen, der Übermensch, der den Menschen hinter sich lässt, wie der heutige Homo Sapiens den Affen.

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Am Rande – weil ich das neulich angesprochen habe: Menschen, denen die Hormone keinen Streich spielen, erfahren sich als Einheit. Menschen, die von mangelnden Hormonen geprägt sind, verstehen sich nicht unbedingt als Einheit – je nachdem. Wenn sie dann die Medikamente bekommen, erkennen sie sich wieder – aber sind manchmal verunsichert: Bin ich dieser oder bin ich jener? Die Christologie kann lehren: eine Einheit aus beiden Selbstwahrnehmungen.

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Das hat mit Transhumanismus insofern zu tun, als wir uns denken können, wenn wirklich mal die Träume von Trans- und Posthumanisten erfüllt werden sollten, dass sie sich auch diese Frage stellen. Aber wenn das Ziel erreicht ist, haben diese Irgendwasse keine Skrupel mehr, sich auch vom Begriff her vom Über-Menschen zu trennen. Cyborg ist schon mal gut: cybernetic organism – hat also schon was von „Herrschaft“ in sich.

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Wort zum Tag + Putins Dämonen + Leipzig: Kirche geschändet + Melnyks Weltbild + Chinas Brückenköpfe + Audis Fahrradproduktion + Machtloser Staat + Besteuerung der Superreichen + Viele wählen nicht mehr

Wort zum Tag

Wir tragen Verantwortung
soweit es an uns Menschen liegt
nicht nur für die Schöpfung, die Natur,
sondern auch für die Freiheit des Menschen.

Putins Dämonen

Meine Güte, die Dämonen, die Putin über sein Land herbeirief, die bekommt er nicht mehr in den Griff. Das ist menschenunmöglich. Er hat sich furchtbar übernommen – und es ist nicht erkennbar, wie das wieder auf kurze Sicht ins Gleichgewicht zu bringen ist.

Der wunderbare Beginn wäre, möglichst schnell den Krieg zu beenden.

Leipzig: Kirche geschändet

Berlin steht im Fokus – aber auch Leipzig ist eine Stadt, die stärker im Auge behalten werden sollte. Was ist da eigentlich los? https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/leipzig-diebe-klauen-altarkreuz-aus-kirche-81731682.bild.html

Melnyks Weltbild

Interessant, dass Melnyk die SPD dafür verantwortlich macht, nicht den Überfall Putins verhindert zu haben. Wenn man das so liest, denkt man sich, er sähe Ukraine als Teil Deutschlands an, und die SPD hätte dort Waffen stationieren müssen, um Putin am Einmarsch zu hindern: https://www.ksta.de/politik/ex-botschafter-esken-tritt-gegen-melnyk-nach—dieser-wehrt-sich-39999678 Und dann zu sagen, dass die Deutschen nicht über Ukraine hinweg mit Putin verhandeln sollen! Aber wenn Ukraine doch ein Teil Deutschlands ist? Irgendwie sonderbar die Welt dieses Herrn M. Wenn er meint, er müsse „Quälgeist“ spielen, sollte er bedenken, dass er als Quälgeist sehr viele Sympathien verscherzen kann.

Chinas Brückenköpfe

Als Brückenköpfe werden kleinere Gebietseroberungen genannt, die ein Land in Feindesland errichtet hat. Von da aus können sie dann gezielt operieren. Und so hat neben anderen einen Brückenkopf in Europa, besser Brückenköpfe: China. https://www.spiegel.de/ausland/china-soll-illegale-polizeistationen-in-den-niederlanden-unterhalten Wenn wir denen, die aus Eritrea geflüchtet sind, glauben dürfen, so hat auch die eritreische Regierung hier ihre Pfeiler, allerdings nicht mit dem Ziel, das Land unter Kontrolle zu bringen, sondern die Exil-Eritreer. Manch andere Botschaft hat wenig edle Ziele. Man denke an den Missbrauch der Botschaft durch den Iran, der vor ein paar Jahren offenkundig wurde, man denke an Saudi Arabiens Missbrauch der Botschaft in der Türkei – in der Khashoggi bestialisch ermordet wurde. Was China betrifft, denke man auch an den Vorfall neulich in Manchester: https://www.n-tv.de/politik/Demonstrant-in-chinesisches-Konsulat-gezerrt-und-verpruegelt-article23655988.html

Audis Fahrradproduktion

Ist Audi in die Groß-Produktion von Fahrrädern gegangen, dass der Chef nun Tempolimit und autofreie Tage wünscht? https://www.focus.de/finanzen/news/geld-als-einziger-regler-reiche-nicht-audi-chef-will-autofreie-tage-und-tempolimit-in-deutschland_id_170867335.html Ach ne, ist eine politische Empfehlung für Deutschland. Da Audi munter weiter viele, viele Autos im Ausland verkauft, kann er das ruhig sagen. Dann macht sich so ein Statement gut.

Übrigens gibt es Audi Fahrräder – war also kein Witz: https://www.audi-technology-portal.de/de/mobilitaet-der-zukunft/audi-future-lab-mobility/audi-e-bike-woerthersee

Machtloser Staat

Wenn der Staat schon nicht die Klima-Aktivisten, die Straßen blockieren und Kunstwerke versauen, damit die Infrastruktur stören, Handel, Arbeit und Kranke gefährden und Kunst missachten, in den Griff bekommt, wie wenig erst andere, die Menschen erpressen und im Alltag stören, wenn sie es darauf anlegen? https://www.bz-berlin.de/berlin/die-wut-der-berliner-auf-die-klima-kleber Es sieht duster aus – weil ein solches Versagen andere ermutigen kann. Und dann wird jede üble Gruppe stören, was das Zeug hält, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber vielleicht will man sie gar nicht in den griff bekommen? Wenn sie Rechte wären…?

Besteuerung der Superreichen

Sie sollen besteuert werden, so die Forderung, um die Ukraine unterstützen zu können. Vor ein paar Monaten noch hieß es, sie sollen besteuert werden, um unser Land unterstützen zu können – und wurde dergleichen in die Wege geleitet? Wie geht es eigentlich den Superreichen in der Ukraine? https://www.welt.de/politik/deutschland/article241793063/Saskia-Esken-fordert-Vermoegenssteuer-zum-Aufbau-der-Ukraine.html Nicht so gut geht es denen, wenn man dem hier glauben darf: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/oligarchen-einfluss-ukraine-krieg-russland-100.html In der FR kann aber folgendes gelesen werden, bevor wir in Mitleid fallen: https://www.fr.de/politik/cote-azur-ukrainische-oligarchen-loesen-die-russischen-ab-91863742.html

Viele wählen nicht mehr

Wenn nur 60% wählen, wie viel Menschen sind dann mit der Politik der jeweiligen Parteien einverstanden, wenn sie 30, 20, 10% die Stimmen derer, die gewählt haben, bekommen haben? Selbst 30% Parteien haben sich dann somit nicht mit Ruhm bekleckert – auch wenn sie jubeln. Aber das ist unserer Parteienlandschaft egal, dass viele nicht wählen. Hauptsache, ein paar haben gewählt – und damit hat man 30% der Stimmen derer, die gewählt haben, und kann Koalitionen bilden, mit denen die Menschen dann übertölpelt werden. Das Problem ist, dass es keine vernünftigen Alternativen gibt, wie viele sehen, sonst würden sie ja wählen gehen.

Über 60% der Wähler sehen, dass keine Partei die aktuellen Probleme lösen könne. Und dann wollen sie die Bevölkerung erziehen – aber keiner will sich erziehen lassen, außer den hardcore Fans.

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Alles wird fragmentiert

Alles wird philosophisch fragmentiert: Es gibt keine Wahrheit, alles ist subjektiv, alles wird bezweifelt und ist zu bezweifeln, alles ist ein Spiel, es kommt auf die Perspektiven an, das jeweilige Individuum entscheidet usw. usw. usw.

Doch dann, wenn wir genauer hinsehen, sehen wir, wie all diese Fragmente, Individuen, Subjekte im Grunde bestimmt werden von utilitaristischen Ansätzen, von politischen, verwaltungstechnischen Vorgaben, gesellschaftspolitische Zweifler werden medial ausgeschaltet. Individuen werden massivst verunsichert, wissen nicht mehr ein noch aus.

Es hat den Anschein, als diene das Säen all der Zweifel, all das säen der Verunsicherungen dazu, dass manche das ausnutzen, um dominant ihre Ziele durchzusetzen. Und diejenigen, die mit all dem nicht mitmachen, werden mehr oder weniger diffizil bekämpft.

Da möchte man den Menschen doch zurufen: Liebe Leute, wacht auf, bevor ihr mit lauter Verwirrung sediert werdet. Folgt dem gesunden Menschenverstand – auch wenn der von vielen herablassend betrachtet wird, weil unerwünscht – den Kant vertrat: denkt selbst – an Stelle/als Vertreter der Mitmenschen – mit sich selbst übereinstimmend. Nichts desto trotz bleibt er ein „Geschenk des Himmels“ – und hat nichts damit zu tun, einfach dem nachzuplappern, was eine Mehrheit (sei sie real oder medial vorgegaukelt) zum Besten gibt.

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Das schrieb ich im Blog vor einigen Jahren:

Derjenige, der sagte,
es gäbe keine Wahrheit,

reagierte äußerst erbost, als man ihm sagte,
er lüge.

Dieser Gedanke kam mir neulich in einer Unterhaltung.

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Überlegungen: Transhumanismus 2

Das Thema ist spannend. Wer kann solche Menschen“verbesserungen“ bezahlen? In vielen Ländern der Erde ist das klar: reiche Menschen können sich dies und jenes leisten, damit es ihnen besser geht.

Bei uns sind es Krankenkassen, die Medikamente bezahlen.

Aber, wenn es um transhumanistische Ziele geht, also ohne krank zu sein, dies und jenes verbessern zu wollen – wer bezahlt das? Die Krankenkassen? Die Krankenkassen bedeutet: Jede und jeder, der arbeitet, also in Krankenkassen einzahlt. Und die Beiträge werden immer höher, je mehr bezahlt wird – auch nicht notwendige Eingriffe. Das darf nicht geschehen, dass manche ihr Wohlbefinden von allen bezahlen lassen und andere dafür arbeiten müssen.

Wo aber ist die Grenze? Diese Frage muss unbedingt geklärt werden – oder wurde sie das schon? – denn es ist nicht einzusehen, dass alle auch für Eingriffe bezahlen, die ein paar Menschen für ihr Wohlgefühl benötigen.

Aber was bleibt dann? Letztlich können sich das nur Reiche leisten, sich zu Übermenschen zu machen, und die anderen Trottel sollen halt arbeiten.

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Ich las als Zukunftsperspektive irgendwo, dass es wichtig sei für Wissenschaftler, ihr Hirn in Software zu übertragen – denn ihr gesamtes Wissen sollte der Welt erhalten bleiben. Aber: Wenn dann in den geheimen Windungen ihres Hirnes etwas entdeckt wird, was der Nachwelt nicht passt, an menschlichem Allzumenschlichem – dann nutzt ihre ganze Klugheit nichts: sie werden mit Schimpf und Schande aufs Abstellgleis gestellt.

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Zum Thema: Aus Liebe will ich nur ein schönes Kind – and lasse dann genetisch vorgeburtlich an der Eizelle herum arbeiten und sie dann einpflanzen – in eine meinen Idealen entsprechenden „Mutter“ (am besten eine Künstliche) – denn wer weiß, wie sehr beim Austragen des Kindes die Austragende das Ergebnis noch beeinflusst. Lieber meinen guten Willen zeigen als dem „Zufall“ die Hoheit zu überlassen. Was aber ist, wenn das Kind zwar körperlich den eigenen Schönheitsidealen entspricht und intellektuell auf Linie ist, aber charakterlich entgleist? Dann will ich, der Herr über das Kind, dieses nicht mehr sein – oder ich lasse technische Änderungen am Hirn usw. vornehmen. Außerdem hat sich nach mehreren Jahren mein Schönheitsempfinden geändert – und so ein Kind wollte ich bei aller Liebe dann doch nicht. Naja, dann gibt es eben die genannten Trottel, die es adoptieren.

Es ist zu merken, dass ich mit solchen transhumanistischen Überlegungen nicht ganz einverstanden bin.

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Ein Film aus Black Mirror – Special 2014

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Wort zum Tag + Ukraine: Städtepartnerschaft + Corona: Kollektivistischer Schutz Journalisten und Twitter + Völkermord-Gesetz + Diplomatie nützt Moskau + Infantilisierung politischer Rede + Digitale Gottesdienste + Viele wenden sich vom Islam ab + Zum Verkauf der Häfen an China + Cannabis-Regierung + Alles alte Kamellen

Wort zum Tag

Als Religiöser Mensch
muss ich ohne Neid anerkennen,
dass Säkulare besser darin sind,
anderen Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden
:
Nicht baden, nicht lang duschen, nicht im Warmen dafür im Dunkeln leben,
keine Tiere essen, nicht viel fahren – mit Verbrennern schon mal gar nicht,
nicht pupsen wegen des Methan, den Vorgarten aber verwildern lassen,
nichts kaufen aus den Ländern XYZ, nicht flirten – könnte falsch aufgefasst werden -,
nur politisch korrekte Witze erzählen, keine unerlaubten Worte benutzen,
nicht übermäßig feiern, schon gar nicht mit Knallern, nicht rauchen, nicht trinken,
dafür wird aber Cannabis erlaubt, auch maskieren wird überall erlaubt. Es wird was erlaubt!
Der Alltag wird mit schlechtem Gewissen zugepflastert
und sie benötigen nicht mal Gott dazu, medialer Sozialdruck genügt!
Besser als Religiöse es konnten.

Ukraine: Städtepartnerschaft

Steinmeier soll eine Städtepartnerschaft mit Städten aus der Ukraine angeregt haben. Das ist eine gute Idee, wenn sie vom Bund koordiniert und begleitet wird. Ich vermute, dass die finanzielle Unterstützung allerdings nicht von allen Städten gut geleistet werden kann, weil sie selbst unter finanziellem Druck stehen.

Es wäre wichtig, der Ukraine zu sagen, ganz ehrlich zu sagen: Auch die Mittel der Deutschen sind begrenzt. Hilfe ja, aber nur soweit es auch ohne Schaden für die Deutschen machbar ist. Die Hoffnung auf die klammen Städte zu verlagern ist nicht gut. Partnerschaften ja, aber nicht als Verschieben der Probleme.

Corona: Kollektivistischer Schutz

Eine interessant Formulierung finden wir in einer Zusammenstellung https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-isolationspflicht-ausland-100.html: Wie gehen andere europäische Staaten mit Corona um? Und da schreibt der Korrespondent, der die schweizerische Version wiedergibt, dass die Lösung „schweiztypisch“ sei: Eigenschutz gehe über „kollektivistischen Schutz“.

Journalisten und Twitter

Es fällt immer wieder auf, dass irgendwelche Journalisten keine eigenen Kommentare gegen etwas formulieren, sondern nur die Kommentare von einzelnen Twitter-Schreibern anführen. Das ist voll bequem: Man muss nicht sagen: Ich sage das, sondern kann sagen, dass man doch nur neutral formuliert hat, dass es negative Twitter-Stimmen gab. Zudem ist das äußerst bequem, man kann „Stunk“ machen, ohne selbst irgendwie in die Auseinandersetzung zu geraten.

Medien, die was auf sich halten, sollten nicht einzelne Twitter-Stimmen anführen. Auch nicht, um Shit-Storm zu verstärken. Da können sie auch gleich zu irgendeinem linken oder rechten oder grundsätzlich miesepetrigen Stammtisch laufen und deren Stimmen als Relevant veröffentlichen. Allerdings: Das macht wahrscheinlich zu viel Arbeit. Kurz auf Twitter ein paar negative Stimmen suchen – und die Sache ist gebongt.

Diplomatie nützt Moskau

Jetzt soll also ein zivilisiertes Volk gesagt bekommen, dass die Forderung nach Diplomatie Moskau, also dem Feind nützt. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/muetzenich-nouripour-diplomatie-ukraine-krieg-russland-100.html#xtor=CS5-62 Das sind sozusagen Volksverräter – so hat man das früher genannt, soweit ich weiß. Also Menschen, die mit dem Feind sprechen / verhandeln wollen, nützen dem Feind, schaden dem Volk.

Vor einem Jahr noch galt Diplomatie als wesentlicher Grund für den Frieden. Auf einmal ist der Wunsch, um des Friedens Willen zu verhandeln, von der Regierung unerwünscht, wird zurückgewiesen.

Ich weiß ja auch nicht, wie man mit einem verhandeln soll, dem man nicht vertrauen kann. Aber man muss es tun! Ich bin kein Diplomat und auch keine Chefin der Diplomaten. Aber es ist notwendig! Da aber Deutschland wahrscheinlich sowieso nicht besonders ernst genommen wird, hoffe ich wenigstens von der USA, dass sie den Gesprächsfaden immer wieder knüpft. Wie letztlich die ukrainische Regierung denkt, weiß ich nicht bzw. handelt. Denn man weiß als Otto Normalbürger ja nie, was so im Hintergrund abläuft. Aber allein schon die Ablehnung diplomatischer Versuche ist aus meiner Perspektive ein Skandal.

Diplomatie heißt ja nicht, dass man dem Gegner Zugeständnisse machen muss. Diplomatie heißt: Miteinander reden – vielleicht wird ja ein gemeinsamer Weg gefunden. Es geht um Menschenleben – nicht um Putin. Das geht ja nicht darum, die Ukraine Putin zu überlassen. Es geht darum, miteinander zu reden! Die Erfahrung mag zeigen, dass Kriege weitgehend nicht durch Verhandlungen enden, sondern dadurch, dass einer besiegt wurde, dann möchte ich dem doch entgegenhalten: Um der Menschen Willen, verhandelt und versucht es wenigstens! Denn was würde ein solcher Satz letztlich bedeuten: Ihr müsst Russland besiegen! Aber das kann doch nicht das Ziel dieses Konfliktes sein. Weil Russland besiegen bedeutet, dass der Krieg massiv ausgeweitet wird, weil Russland sich nicht kampflos besiegen lassen wird. Wieweit es innenpolitisch gärt, können wir leider nicht sagen. Aber es darf nicht darum gehen, Russland besiegen zu wollen. (Russland aus der Ukraine rauszuwerfen meinetwegen – aber nicht Russland besiegen wollen.)

Die Grünen scheinen in der Regierung auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen. Und viele applaudieren. Wer hätte das vor einem Jahr noch gedacht?

Eine solche Regierung haben wir, die nicht weiß, was Diplomatie ist.

Digitale Gottesdienste

Sie kamen gut an – und kommen gut an: https://www.ekd.de/gottesdienststudie_2021-75713.htm

Infantilisierung politischer Rede

Nun denn, das fällt allen auf, die reflektiert zuhören. Aber gut zusammengefasst: https://www.nzz.ch/feuilleton/doppel-wumms-wie-die-deutsche-politik-infantilisiert-ld.1708269 Dazu passt der paternalistische Regierungsstil: Der Staat versorgt alle, zumindest verspricht er es – wenn sie sich an die Vorgaben des Staates halten. Aber das Spannende an der Sache: Viele Medien lieben solche prägnanten Aussagen von Politiker*innen. Ich kann mir vorstellen, dass viele Überlegungen vorausgehen: Wie kann ich das so zusammenfassen, dass die infantilen Medien das übernehmen, um es den infantilen Bürgern einzuhämmern?

Mir wurde eingehämmert – neben all den Wummsen – das Gute Kita Gesetz. Sowas kann ich mir dann auch gut merken. Also, liebe Politiker*innen, verwendet all euren Denkschmalz darauf, eure Vorhaben auf einen Knallsatz zu bringen. Dann kapieren es Journalisten, Bürger – und natürlich auch ich, weil ich zu ihnen gehöre. Der Inhalt ist dann egal. So würde ich übrigens die 300 Euro, die alle bekommen, als Goldener-Geld-Regen den die Regierung sendet – Regen klingt nach Segen (aber Segen ist zu abstrakt – Regen klingt besser nach einem trocknen Sommer) – bezeichnen. Dann fragt man nicht mehr nach: nur 300 Euro, einmalig?

Viele wenden sich vom Islam ab

Angesichts rigider Politik islamischer Staaten, wenden sich viele vom Islam ab: https://www.mnnonline.org/news/post-islamic-trend-growing-in-mena/

Zum Verkauf von Häfen an China

Zugegeben, der Beitrag ist aus dem letzten Jahr – aber er erklärt manches: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wie-china-europas-hafen-und-containerschiffe-kapert-4742002.html Und dieser ist von 2015: https://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/schmuggel-steuerbetrug-fehlplanung-was-der-hafen-von-piraeus-ueber-griechenland-aussagt_id_4578948.html.

China hat eine wirtschaftliche Strategie. Im Westen wird die Wirtschaft zurückgefahren – das ist unsere Strategie. Zumindest die in Europa. Vielleicht besteht ja das Ziel der EU darin, die Chinesen in 100 Jahren irgendwie moralisch zu zwingen, als Strafe für den hohen CO2 Ausstoß nicht nur die jetzigen armen Länder zu bezahlen, sondern auch das vollkommen verarmte Europa mit ein paar Almosen abzuspeisen. Allerdings: Auf Verarmte hört niemand.

Cannabis-Regierung

Es kann nur der Kopf geschüttelt werden angesichts des Vorhabens der Regierung: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/regierung-bundeskabinett-befasst-sich-mit-cannabis-legalisierung/28767276.html Die Argumente sind natürlich bestechend: Gerichte werden nicht mehr verstopft und der Staat kassiert (also eine neue Form, den Süchtigen das Geld aus der Tasche zu ziehen). Der Staat resigniert, weil er den Konsum von Drogen nicht einschränken konnte. Aber wie viele Bereiche werden darunter leiden, dass Menschen nun legal Hirnmäßig eingeschränkt sind? Bereiche, in denen die Menschen 100% anwesend sein müssen: Chirurgen, Piloten, in vielen verantwortlichen Bereichen der Industrie – in der Politik natürlich nicht. Da kann man auch die Hand heben, wenn man bekifft ist.

Das Alter soll möglicherweise ab 21 Jahre gelten, weil das Gehirn Heranwachsender möglicherweise geschädigt wird. Und was macht die Regierung, wenn es unter 21 jährige bekommen haben durch Freunde, die nun leichter drangekommen sind, wie beim Alkohol, oder dann doch durch irgendwelche Drogenhändler? Usw. usw. usw. Es wird beklagt, dass Menschen unseres Landes psychisch labiler geworden sind – und will das dann auch noch fördern? Und dann werden die Krankenkassen-Beiträge erhöht? (Wobei ich freilich nicht weiß, ob sie bei einer Restriktion oder Legalisierung höher liegen.)

Hoffentlich scheitert das Vorhaben an der EU. Wenn nicht: Das Projekt muss ab dem ersten Augenblick wissenschaftlich begleitet werden.

Ansonsten: Manchmal ist wahrscheinlich eine Regierung nur bekifft zu ertragen. Ich bin eher für einen wachen Verstand.

Alles alte Kamellen

Ob alt ob nicht, spannend zu sehen, wie Faktenchecker arbeiten:

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Das Schifflein Petri

Das genannte Gedicht von Johann Peter Silbert beginnt:

Schläfst, Herr, du? Sieh´, die Flut ist eingedrungen;
Der Schwachen viele hat der Sturm verschlungen!
Die Eintracht weicht, o unglücksel´ge Stunde!
Wir geh´n zu Grunde!

Dann spricht Jesus Christus – das Gedicht schließt mit der Strophe:

„Doch Petri Schiff, ein Fels im Strom der Zeiten,
Wird unaufhaltsam zu dem Hafen gleiten;
Und enden mit dem letzten Ruderschlage
Werden die Tage!

Silbert wohl 1777 in Kolmar geboren, floh vor der Französischen Revolution nach Mainz. Dann zog er nach Wien, wurde Lehrer in Siebenbürgen und Wien, schrieb zahlreiche Andachtsbücher, übersetzte alte Andachtsbücher, übertrug sie in die Sprache der Zeit. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Gedichte. Die ersten Strophen des Gedichts Himmelblau wurde von Schubert vertont. Nicht die letzten, in denen es heißt, dass Gott aus dem Himmelsblau grüßt „Und das verwaiste Herz / Vernimmt den stillen Ruf, / Und sehnt sich heimatwärts / Zum Vater, der es schuf.“ Er starb 1844 in Wien.

Gefunden in: Adolf Hüttemann: Katholische Dichter des neunzehnten Jahrhunderts. Proben aus ihrem Werk, Hamm 1898, 36f.

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Urknall

Das ist eben Wissenschaft: Neue Beobachtungen führen zu neuen Fragen. Alte Antworten können vertieft werden – oder ins Schwarze Loch geworfen werden. Das ist doch spannend. Und das betrifft ganz viel: Wer sind wir Menschen? Wer ist Gott? Wir Menschen als Ebenbild Gottes, die Schöpfung als Werk Gottes sind eben rätselhaft und spannend wie Gott selbst.

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Überlegungen: Transhumanismus 1 / Vielfalt der Menschen – Enhancement

Es ist gut, dass wir Menschen so vielfältig sind.
Das muss immer wieder gesagt werden, denn es bestehen manche Bestrebungen, alle Menschen zu eine Einheitsmasse zu machen, ihn zu verbessern, ihn zu erhöhen.

Erziehung vereinheitlicht Menschen. Aber sie bleiben immer noch frei, selbständig zu entscheiden.
Dem christlichen Glauben – nicht nur ihm – geht es darum, den Menschen moralisch zu verbessern, ihm wird gelehrt, sich dem Willen Gottes zu unterstellen und im Einklang mit dem Willen Gottes zu handeln. Das ist eine Lehre, die der Mensch annehmen oder ablehnen kann, der er sich verweigern oder anvertrauen kann. Der Mensch bleibt also frei.

*

Wenn nun aber durch chemische Mittel Menschen verändert werden, dann sind sie nicht mehr frei: Impulskontrollen, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Veränderungen der Persönlichkeit. Es ist natürlich schön und gut für Individuen und Gesellschaft, wenn Menschen angenehm, angepasst sind, wenn sie also mit Hilfe von Medikamenten sogar moralisch gebessert werden. Auch dann, wenn diese freiwillig genommen werden – kann er sich wieder ohne Probleme dieser Medikation entziehen, oder sind sie abhängig geworden, was heute als „Droge“ bezeichnet wird? (Ursprünglich war Droge ein Wort für Medikamente – Drogerie. Und manche Droge war Medikament: Laudanum zum Beispiel.)

Das Problem besteht darin, dass der Grad der hilfreichen Mittel und die Übertreibungen fließend ist. Manche Impulskontrollen sind wichtig, damit andere Menschen nicht zu Opfern werden, manche sind wichtig, wenn Angststörungen, Depressionen, Sozialphobien, Aggressionen Menschen zu zerstören drohen. Wenn Menschen hormonell eingestellt werden können, kann das im wahrsten Sinn des Wortes ein Segen sein.

Aber: Wo liegt die Grenze? Einen Kaffee trinken, damit man munterer wird – oder dopen? Liegt die Grenze darin, dass man das nicht nehmen sollte, was auf Dauer krank macht (es sei denn, es trägt vorübergehend zur Gesundung bei)? Der Mensch, der sich normal ernährt, hat normalerweise keine Probleme mit den Nährstoffen. Wenn allerdings bestimmte Elemente durch Medikamente gefördert werden, kann es sein, dass es mit anderen Dingen, die man zu sich nimmt, in Konflikt gerät und krank macht – ist das die Grenze? Oxytocin macht Menschen sozialverträglicher – also ein wunderbares Mittel, um die Gemeinsamkeit zu stärken und einander annehmend umzugehen – wenn es nicht auch dazu eingesetzt werden würde, Wehen auszulösen, und als Nebenwirkung den Herzrhythmus stören kann. Wann wissen wir genug über die jeweiligen Medikamente, um sie sorglos einzusetzen? Auch Serotonin soll Menschen sozialer machen – das heißt aber auch, dass sie dann nicht mehr unbedingt in der Lage sind, notwendige moralische Entscheidungen zu treffen, so, wenn sie einen Terroristen am Terror hindern sollten. Sie lassen ihn vor lauter Sozialhormon terroristisch handeln. Wenn eine Gesellschaft aggressivere Menschen benötigt – sollte sie dann einfach das Trinkwasser mit Oxytocin versetzen? Denn das kann angeblich auch aggressiver machen, nicht nur sozialer.

Die grundsätzliche Frage: Bin ich noch ich, wenn ich mich durch Medikation verändere? Mache ich mich dann erst recht zu dem Ich, das ich gerne sein möchte, wenn ich mich Medikamenten anvertraue? Diese Frage ist freilich nicht neu, sondern wird heute schon von vielen gestellt, die medikamentös behandelt werden. Diese Frage stellt sich zudem auch mit Blick auf die Genforschung: Bin ich der, der ich bin, wenn vor meiner Geburt meine Gene beeinflusst (ausgeschaltet / hinzugefügt) wurden?

Wir Menschen müssen uns weiter entwickeln. Das liegt in unseren Genen 🙂

Moralisch, intellektuell, kulturell, spirituell – aber wir wollen uns auch körperlich weiter entwickeln – was wir ja zwangsläufig tun: vom Säugling zum Greisenalter – aber wir wollen es beeinflussen, nach unserem Empfinden gestalten. Wo liegen die Grenzen zwischen Notwendigem und Übertreibungen? In neutestamentlichen Texten haben wir, was die Moden betrifft, die Hinweise, dass Frauen – und sicher auch Männer – mit Anstand und Zurückhaltung schmücken – vor allem schmücken mit guten Taten (1. Timotheus 2,9f. und 1. Petrus 3,3f.). Welche Zeit-Moden sind übertrieben, welche angemessen?

Der christliche Glaube spricht eher zurückhaltend von der Unterwerfung unter Zeitmoden. Gott hat den Menschen so schön geschaffen, dass er nicht an sich herumbasteln muss. Es geht um die Akzeptanz durch die Gemeinschaft. Die ist wichtig. Dann aber auch: Jesus hat Menschen geheilt, hat also psychisch und körperlich eingegriffen, um Menschen wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen, um sie selbst Gemeinschaftswillig zu machen. Aber es geht um mehr, als nur um diese Fragen: Es geht um die Beziehung zu Gott. Um die gilt es sich zu bemühen, wenn Maßstäbe gesetzt werden sollen. Dämonische Abhängigkeit ist widergöttlich – auch die Abhängigkeit von negativen, Persönlichkeit beeinflussenden Medikamenten? Und ewiges Leben – dazu benötigt der Mensch keinen Transhumanismus. Dafür ist Gott zuständig: Auferstehung!

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