https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com
Bergpredigt 2: Antithesen 1-2
Nach der Einleitung beginnt der erste große Abschnitt der Bergpredigt. Auch wenn der Begriff „Antithesen“ nicht ganz glücklich ist, so hat er sich doch eingebürgert. Es folgen die Antithesen. Die Antithesen haben ihren Namen daher, dass sie paraphrasiert so eingeleitet werden: Im Gesetz heißt es – ich (Jesus) aber sage euch. Und dieses „Ich aber sage euch“ verschärft die Auslegung der Tradition. Durch diese Zusammenstellung und die Formulierungen lässt Matthäus ein großes Selbstbewusstsein Jesu aufleuchten: Jesus tritt traditionellen Missständen selbstbewusst entgegen.
Die Antithesen nennen ein paar Themen, die für die Ethik in der Nachfolge Jesu aus der Sicht des Matthäus besonders wichtig sind. Alle haben als Roten Faden das Thema: Gelingende Gemeinschaft.
- Antithese: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten, wer aber tötet, der ist des Gerichts schuldig. Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt ist des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Bruder sagt: Narr!, der ist des Hohen Rats schuldig, wer aber sagt: Einfältiger!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
Allein angesichts dieser Aussage stellen sich schon viele Fragen. Wo ist der Unterschied zwischen den Beschimpfungen? Ob ich nun dieses sage oder jenes – warum ist das eine dem Hohen Rat (der die Kapitalgerichtsbarkeit innehatte) vorzulegen und das andere ist: Man ist der Hölle/Gehenna schuldig?
Nun: Die Aussage wird begründet: Versöhne dich mit deinem Bruder möglichst schnell. Angeschlossen wird noch eine Klugheitsregel: Wenn man erst vor Gericht landet, kommt man nicht ungeschoren davon.
Wir haben hier also eine rhetorische Formulierung. Sie übertreibt maßlos – und das werden wir gleich häufiger sehen – um dann dem Hörer zu sagen: Sei klug. Wenn du zürnst oder schimpfst, vertrage dich schnell. Nicht nur physisch töten ist schlimm – sondern auch Überheblichkeit bzw. den anderen klein zu machen ist schlimm, es „tötet“ ihn.
Diese und andere Antithesen haben aber noch eine Besonderheit – die das Religiöse betreffen. Denn hier heißt es: Wenn du dann in Jerusalem bist und opferst, dir aber einfällt, dass einer etwas gegen dich hat, lasse alles stehen und liegen, versöhne dich, dann opfere. Das klingt für uns banal. Aber stellen wir uns vor: Jesus sagt das in Galiläa. Einer geht nach Jerusalem, ist mitten im Opfervollzug – und dann fällt ihm das Malheur ein – er muss zurück gehen nach Galiläa und wieder zurück nach Jerusalem, um das Opfer fortzusetzen. Das sind von Jerusalem nach Nazareth 146 km = 29 Stunden (so ein moderner Entfernungsrechner) aber damals mied man Samaria, sodass man noch weiter laufen musste. Also: Es war nicht mal kurz hin und zurück. Auch das ist eine vollkommen absurde Äußerung. Warum wird das gesagt? Es wird für die Antike Ungeheuerliches gesagt: Die Versöhnung mit dem Bruder hat Vorrang vor dem Opfer. Die Götter konnten unheimlich sauer werden, wenn man sie missachtet (Krankheiten, Unfälle, Armut usw. konnten die Folge sein). Was sagt also Jesus? Gott ist es wichtiger, dass du dich versöhnst, als dass du das Opfer bringst. Gott wird nicht sauer wegen eines liegengelassenen Opfers. Er wird sauer, wenn du dich nicht versöhnst.
Hiermit haben wir eine Intention, die alle Antithesen durchzieht: Gemeinschaft. Gott will Gemeinschaft – und er setzt sie äußerst hoch an.
Manche stören sich an dem „Höllischen“. Gut. Ist auch nicht schön. Diese Vorstellung macht Angst, ist brutal – die Kirchengeschichte kann ein garstig Lied davon singen. Warum kommt überhaupt die Hölle ins Spiel und nicht einfach ein: Mach es so – das ist gut? Denn es wird ja schon rational begründet. Muss die Hölle noch dazukommen? Dazu gleich mehr. Erst einmal die
2. Antithese: Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch, Wer eine Frau begehrlich ansieht, hat schon in seinem Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.
Es folgt wieder die bekannte Drastik – rhetorisch interessant -:
- Wenn dich dein rechtes Auge zum Abfall verführt, reiß es aus – wirf es weg.
- Es ist besser für dich, eins deiner Glieder verderbe
- Und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
- Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, hau sie ab – wirf sie weg.
- Es ist besser für dich, eins deiner Glieder verderbe
- Und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.
Einmal sind wieder massive Übertreibungen erkennbar – und es stellen sich Fragen: Was sieht das rechte menschliche Auge, was das linke Auge nicht sieht? Absurd! Also müsste man beide Augen ausreißen und fortwerfen. Warum die rechte Hand? Die rechte Hand dürfte erwähnt sein, weil es eben bei Rechtshändern die aktive Hand ist. Und ich vermute, dass die Männer damals mit ihrer rechten Hand genauso Frauen erniedrigen konnten wie in unserer Zeit.
Im ersten Teil geht es um die Gesinnung: Es wird das Gesetz verschärft. Man soll die Frau nicht mit Blicken erniedrigen und auch in seinem Herzen rein bleiben. (Wenn die Hand hinzugefügt wird: Man soll nicht nur seine Augen in Zucht halten, sondern auch seine Hand, denn auch diese erniedrigt Frauen.)
In der Weiterführung geht es dann wieder um die religiöse Frage. Was hat die Hölle damit zu tun? Wer kommt ins Paradies? In der traditionellen Vorstellung körperlich unversehrte, gesunde, tolle Menschen. Was sagt dieser Text? Nein, du kannst noch so makellos sein, du kommst nicht ins Paradies, wenn deine Gesinnung nicht stimmt. Du kommst eher als versehrter Mensch ins Paradies als einer mit schlechter, die Frau erniedrigender Gesinnung.
Nun mag man als Mann (oder Frau) sagen: Man muss doch gucken, das gehört zur Natur. Aber, die Diskussion haben wir ja zurzeit: Wie schaut man als Mann eine Frau an, wie schaut man als Frau einen Mann an. Ich möchte nicht die ganz #MeToo Diskussion aufrollen. Aber es gibt hier einen gravierenden Unterschied, wie wir miteinander umgehen – auch: Wie wir einander anschauen.
Also auch hier wieder: Es geht darum, die Frau nicht zu erniedrigen, darum, selbst reiner Gesinnung zu werden. Die alte religiöse Vorstellung von körperlicher Reinheit / Unreinheit hat vor der Frage der Gesinnung zurückzustehen.
Und auch hier wieder: die Hölle. Musste das sein? Uns fortschrittliche Menschen gruseln solche pädagogischen Drohungen. Nun denn, mögen sie gruseln. Andere Zeiten, andere pädagogische Maßnahmen. Aber wir werden das Morgen differenzieren. Heute habe ich leider keine Zeit mehr, das weiterzuführen. Übermorgen geht es mit den nächsten Antithesen weiter.
https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html
Polizistin stirbt
Eine Polizistin stirbt und ein Kollege ist verletzt, als ein betrunkener Lastwagenfahrer ins Polizeiauto fuhr, das ihn anhalten wollte: https://www.welt.de/vermischtes/article171956108/23-jaehrige-Polizistin-stirbt-Sie-wollte-ihn-stoppen-Lkw-Fahrer-faehrt-in-Streifenwagen.html
Es macht immer wieder betroffen, wenn Menschen, die sich für uns einsetzen, getötet werden. Die solche Aufgaben übernehmen, die gefährlich sind – das ist zu bewundern.
https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html
Angriffe auf Frauen + Kandeln: Tötung einer Jugendlichen + Prinzipientreue Schachspielerin – Weltmeistertitel ist wertlos
Frauen leben in Ägypten gefährlich: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sexuelle-belaestigung-in-aegypten-fast-jede-frau-betroffen-a-1183910.html
*
Ein afghanischer Jugendlicher (15 Jahre?) hat vermutlich in einem Drogeriemarkt eine 15 jährige Jugendliche erstochen. https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-metropolregion-maedchen-in-drogeriemarkt-erstochen-15-jaehriger-festgenommen-_arid,1172924.html
Ich frage mich bei solchen Nachrichten: Wie sieht es eigentlich in Afghanistan aus?
Zudem, wenn man das hier liest, dass die Eltern diesen Menschen schon angezeigt haben, wegen Bedrohung, Nötigung usw. aber er einfach nicht bei der Polizei erschienen ist, dann also gar nichts geschah… – dann stößt einem das äußerst bitter auf.
Was machen wir als Gesellschaft mit unseren Kindern? Lassen wir sie im Stich?
*
Im Radio gab es die Info, dass es für Frauen in Japan auch schlecht aussieht. Es hat angeblich eine sehr geringe Vergewaltigungsrate, aber es gibt auch kaum Chancen, Vergewaltigungen zur Anzeige zu bringen. Das Thema ist ein Tabu – entsprechend sind die Beamten hilflos bis dahin, dass sie aus diesem grund Anzeigen bagatellisieren.
*
Eine Prinzipientreue Schachspielrin: Die Weltmeisterin weigert sich in Saudi Arabien zu spielen, weil sie ein Kopftuch tragen muss: http://www.bento.de/politik/anna-musytschuk-schachweltmeisterin-sagt-wm-in-saudi-arabien-ab-weil-sie-kein-kopftuch-tragen-moechte-1974155/
Wie kann man solche Weltmeisterschaften überhaupt in solchen Ländern austragen: Israelische Teilnehmer haben kein Visum bekommen, die aus Katar sehr spät, wurden also benachteiligt, und aus dem Iran reiste sowieso niemand an.
Was zählt dann eigentlich ein Weltmeistertitel? Nichts.
Umgang mit MigrantenProblemen
Die zu uns kommenden sind Menschen. Sie haben keine Schalter, an denen man drehen kann und sie funktionieren auf einmal ganz anders. Sie können nicht einfach umprogrammiert werden. Sie bringen ihre Kultur mit, ihre Tradition, sie bringen ihren Charakter mit usw. Und Menschen sind schwer zu händeln, vor allem auch dann, wenn sie noch mit ihren Traumata belastet sind. Von daher ist alles, was mit der Welcome Aktion verbunden ist, einfach naiv. Wir müssen die Menschen, die zu uns kommen, auch so behandeln, dass sie die Chance haben, sich zu integrieren – und das ist ein langer Prozess. Wir müssen ihnen Betreuung zukommen lassen usw. Und wenn wir das nicht können, dann haben wir einfach zu sagen: Wir können nicht mehr aufnehmen. Aber darüber wird offiziell nur ganz wenig nachgedacht – und das zum Beispiel hier: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article171951614/Fluechtlinge-Wenn-die-Regeln-erodieren-erodiert-der-Staat.html
Wir können nicht unseren Nachkommen alle Probleme aufhalsen für unser Versagen in der MigrantenPolitik – MigrantenPoiltik – man soll sie nicht immer Flüchtlingspolitik nennen. Es geht nicht um politische Flüchtlinge, es geht um Migranten. Die Nachkommen werden diese bitteren Pillen schlucken müssen – während wir es uns noch gut gehen lassen und dann sagen: Nach uns die Sintflut, seht zu, wie ihr zurechtkommt. Die Regeln, die wir für das Zusammenleben aufstellen, sich an die zu halten muss man verlangen. Und dazu gehört eben auch ein anderes Problem: Dazu gehört das Problem, dass eben nicht islamische oder sonstige kulturelle Regeln gelten, sondern die Regeln unserer Tradition. Man kann hier und da zugeben und nachgeben, das ist klar. Aber das Nachgeben muss mit unserem Verständnis von Menschenrechten kompatibel sein, damit wir keine Gruppen groß werden lassen, die Menschenrechte bekämpfen. Zu dem ganzen gehört auch eine gewisse Kontrolle. Man muss Zugereisten zumuten, unter einer Kontrolle zu stehen. Ich weiß zwar nicht, wie das funktionieren kann. Aber manche scheinen nicht damit klar zu kommen, dass die soziale Kontrolle fehlt, dass sie frei sind. Hier müssen wir uns etwas einfallen lassen. Und das Problem sollten auch die lösen, die zu leichtfertig mit Menschen umgehen. Die einerseits den Zugereisten zu viel aufhalsen und andererseits den Einheimischen zu viel zumuten.
Aber auch die Auseinandersetzungen zwischen den Zugereisten, zwischen Kurden und Türken, Arabern und Afrikanern, Schiiten und Sunniten… – wir müssen das alles händeln können. Im Augenblick läuft es bei uns wirtschaftlich gut. Aber wenn es daran geht, die leeren Töpfe zu verteilen, dann wird es Hauen und Stechen geben. Kurzsichtige Bevölkerungspolitik kann tödlich sein. Und leider scheint sie im Augenblick noch immer äußerst kurzsichtig.
Und so gut es klingt, Menschen gezielt ins Land zu lassen, eben Menschen, die wir für die Wirtschaft benötigen, dann müssen wir sehr aufpassen, dass wir nicht den Heimatländer die Fachleute rauben und zudem: Auch hier: Es kommen Menschen und keine Maschinen. Und auch diese Menschen müssen betreut werden. Wir wollen keine Zustände wie man es aus Asien vernehmen kann, dass Menschen für die Industrie angeheuert werden und dann in Käfigen leben müssen – und wenn sie ihre Arbeit nicht mehr schaffen, eben wieder weggeschickt werden. Wir haben es mit Menschen zu tun!
*
Vielleicht ist das ein Kompromiss – mit dem Familiennachzug: Härtefall-Regelung. Aber ich befürchte, dass sich das rechtlich nicht durchsetzen lässt, wenn man so individuell vorgeht. Die Aussage, man solle nachkommen lassen, wenn es der Integration dient, ist schon wieder ein Aufbrechen – dann kann man gleich alle hereinlassen, denn es wird kaum einer sagen: Das diene nicht der Integration, wenn Familien nachkommen wollen. Diese Kompromisslösungen klingen wieder nach Schall und Rauch zur Beruhigung der Bevölkerung. Härtefallregelung kann auch so aussehen, dass man die Jugendlichen wieder den Familien zuführt – vielleicht das Umfeld der Familie vor Ort unterstützt. Entwurzelungen sollten wir nicht forcieren.
Frankfurter Eintracht und AfD
Wer die AfD wählt kann nicht Mitglied der Frankfurter Eintracht sein: https://www.welt.de/sport/article171958406/Praesident-Peter-Fischer-AfD-Waehler-koennen-bei-Eintracht-Frankfurt-nicht-Mitglied-sein.html
Was sagen die Fans dazu? Wahrscheinlich egal.
Islamische Welt und Fortschritt
Der erste Teil den man auf spiegel+ lesen kann, klingt verheißungsvoll. Nicht immer die übliche Melodie: Der Islam war so toll im Mittelalter… – sondern: Er war aufgrund seiner Eroberungszüge reich und hat manches von den eroberten Kulturen aufgenommen.
Oder auch die Aussage wird zurückgewiesen, die man immer wieder lesen kann: Die bösen Kreuzzügler… Hier heißt es, dass die Kreuzzüge in der islamischen Welt keine größeren Spuren hinterlassen haben. Wie auch. Haben sie doch selbst die halbe Welt erobert und mit Krieg überzogen, da war der kleine Kampf in diesen Jahrhunderten eben nur Kikifax. Das wird freilich von den Europäern aus der Klamottenkiste der Geschichte hervorgeholt, weil sich die Europäer als Zentrum der Welt ansehen, und damit eben die gegenwärtige Situation begründen wollen: Weil die Christen vor ca. 1000 Jahren so übel waren, sind die islamischen Staaten heute so aggressiv. Wer war also Schuld an der Gegenwart? Die Christen. Und was ist mit den Expansionismus der Briten, Franzosen – kurz der Kolonialismus – usw., der seitdem stattgefunden hat und für die islamischen Staaten äußerst deprimierend war? Darüber spricht kaum einer.
Der Schwerpunkt des Beitrags liegt auf der Wirtschaft.
Assad hat den Krieg gewonnen
Assad hat den Krieg gewonnen – und jetzt? http://www.spiegel.de/spiegel/syrien-das-assad-regime-hat-den-krieg-gewonnen-bis-zum-frieden-ist-es-noch-weit-a-1185131.html
Auch schon kapiert? Mag man sarkastisch fragen. Aber leider haben es manche in der Politik noch immer nicht gerafft. Realpolitik sieht anders aus. Die des Westen war von Anfang an vollkommen kurios. Wer meinen Blog begleitet, weiß es, wie abenteuerlich die Syrienpolitik war und hoffentlich bald nicht mehr ist.
Umfangen

Wir Menschen schwanken zwischen
Zuversicht und Verzagen,
Vertrauen und Klagen,
Beten und Schweigen,
Geborgenheit und Meiden,
Schmerz und Euphorie.
Wir können dem nicht entfliehn,
in allem umfangen von IHM.
https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com
