Ellis Heilmittel dagegen: „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen andere beleidigen und mehr Tabubrüche, weil ich fürchte, dass wir in eine extraprüde Kultur reinschlittern, in der jeder Kind ist, und viele Dinge nicht hören oder sehen darf. Für einen Kreativen stellt das eine ziemlich beängstigende Situation dar und das beunruhigt mich gewaltig.“
Mit dem Beleidigen hätte ich es auch nicht so. Aber gegen Wehleidigkeiten, schnellem Eingeschnapptsein und paternalistischem Gebaren sollte man schon offensiver angehen.
Sehr nachvollziehbar. Will man was Gutes sagen oder tun, bekommt man den Vorwurf, dass es übel sei. Anderseits, wenn man nicht gefragt oder es getan hätte, würde einem daraus der Strick gedreht werden.
Paradoxe Kommunikation funktioniert als Falle: Was man tut oder sagt, ist falsch. Das ist wie bei einer Frau, die ihrem Mann vorhält, dass er sie nicht genug unterstütze. Bietet er schuldbewusst seine Hilfe an, fragt sie, ob er glaube, dass sie nicht in der Lage sei, sich selbst zu helfen.
Das geschieht aber nicht allein Deutschen mit Blick auf Migranten, sondern auch Migranten mit Blick auf Deutsche so. Wenn Migrantenfreunde Migranten ständig sagen, dass die meisten Menschen keine Migrantenfreunde sondern ihnen feindselig gesinnt sind, obwohl diese Freunde oder ihnen gegenüber gleichgültig sind, geraten sie auch in ein Dilemma. Auch, wenn ich als Mensch aus dem Ausland gerne gefragt werde, woher ich komme, weil sich dann spannende Gespräche entwickeln, aber andere Menschen aus dem Ausland sagen, dass diese Fragen Menschen verachtend seien, dann weiß ich selbst auch nicht mehr, was ich eigentlich denken soll.
Es gibt so viele Möglichkeiten, Menschen kommunikativ zu verwirren. Schwierig wird es jedoch allein dann, wenn die Verwirrer ständig medial präsent sind.
Keiner hilft dem Mann, der von seinem reichen Nachbarn, der Polizei und Richter bestochen hat, angegriffen wird. Er solle selbst Helfer kaufen oder schweigen. Interessant, dass die iranischen Sicherheitskräfte den Film als einen ansehen, der gegen sie gerichtet ist. Denn dieses Spiel gibt es vermutlich weltweit. Bei uns natürlich nicht. (Ich denke aber aus irgendeinem Grund an unrechte Abmahnspielchen – warum, weiß ich auch nicht.)
Der Trailer ist allerdings nicht besonders aussagekräftig:
Was ist Wissenschaft? Naturwissenschaft. Naturwissenschaft wird mit Wissenschaft gleichgesetzt. Und das ist ein großes Manko – weil es insgesamt der Monokultur dient. Die Vielfalt der Geisteswissenschaften wird kaum mehr in der Bevölkerung als Wissenschaft wahrgenommen. Zudem werden Naturwissenschaften auf eine Ebene gehoben, die ihr selbst widerspricht. Auch Ergebnisse der Naturwissenschaften sind nicht sakrosankt, sondern Teil der Wissenschaft – das bedeutet: Auch sie werden zur Diskussion gestellt. Von daher ist das hier nur ein Kratzen an der Oberfläche. Man müsste schon tiefer graben:
Den Anmaßungen der sogenannten Mint-Fächer, für das Wissenschaftspublikationswesen insgesamt zu sprechen, ist damit klar und deutlich widersprochen. Unter ihnen hatten insbesondere die Geisteswissenschaften in den letzten Jahrzehnten zu leiden.
Saif-ul-Malook, Asia Bibi’s Supreme Court lawyer, has been nominated by European Parliamentarians for the Roosevelt Four Freedoms Award. The award is presented annually to individuals who have shown a significant commitment to one of four principals proclaimed by U.S. President Franklin D. Roosevelt as essential for democracy: ‘freedom of speech and expression’, ‘freedom of worship’, ‘freedom from want’, and ‘freedom from fear’.
Palmer Kritiker scheinen keine Ahnung davon zu haben, wie Werbung entsteht. Da werden dann zufällig ein paar Menschen die gerade über den Weg laufen ausgesucht, man macht ein Foto – und zack sind sie in der Werbung.
Was ist das für ein naives Bild. Die Werbeleute machen sich Gedanken, wen sie nehmen. Und sie machen sich auch Gedanken, warum sie wen nehmen. Und man sage mir nicht, dass sie nicht Menschen gezielt aussuchen, um eine Botschaft rüberzubringen.
Anders gesagt: In der Werbung spiegelt man normalerweise die Adressaten wider: Jugendliche – Jugendliche, Kinder – Kinder, Frauen – Frauen, Männer – Männer. Wenn es Variationen gibt, dann hat man sich über diese Gedanken gemacht. Wenn dann in einer Werbung für Deutschland auf einmal ganz viele Japaner gezeigt werden würden – hat man eben Japaner gezielt im Blick – und wollte den Deutschen damit was sagen. Im Grunde arbeitet man – auch in der Werbung rassistisch dann, wenn man Menschen außerdeutscher kultureller Herkunft einsetzt. Nicht der ist rassistisch, der das bemerkt. Das heißt: Die Parteioberen der Grünen sollten auch die Werbung als rassistisch einstufen, weil man sich vorher über die Herkunft der jeweiligen Abgebildeten bzw. derer Vorfahren aufgrund des Äußeren Gedanken gemacht hat. Ist es schlecht, dass darauf hingewiesen wurde? Rassismus muss aufgedeckt werden. Freilich: Es kommt auf das Wie an. Aber: