Leben sprüht vor Informationen

In diesen Tagen überborden die Informationen:

Blumen blühen in allen Farben, mit allen Düften, in vielen Formen – ihre Art, die Welt zu informieren.

Vögel schmettern, pfeifen, zwitschern mit süßen Melodien – ihre Art, die Welt zu informieren.

Menschen präsentieren sich mit Kleidung, Lächeln, Sprüchen – ihre Art, die Welt zu informieren –

nicht nur die Politik, nicht nur die Journalisten, Schriftsteller… – wir alle zeigen, sagen, signalisieren irgendetwas.

Möge darunter auch viel Gutes sein, etwas, das Augen öffnet, Wege weist.

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Gott in Gedichten (19. Jh.) (14)

Die weiteren Jahrhunderte sind hier zu finden: http://gedichte.wolfgangfenske.de/

Nikolaus Lenau (1802-1850)

studierte unter anderem Medizin. Melancholie bestimmte sein Leben nach dem Tod der Mutter. Durch Erbschaft war er finanziell unabhängig, machte sich einen Namen als Schriftsteller, reiste in die USA. Als er wieder nach Europa kam, war er inzwischen bekannter geworden. Mit ca. 42 Jahren bekam er einen Schlaganfall und verfiel geistig.

Lenau beschreibt in seinem Text „Die Waldkapelle “, wie er eine Kapelle besucht, sich seine Gedanken macht und plötzlich ein Irrer erscheint: „»Herr Gott! wir loben dich – ha, ha, ha, ha!« / Nun schweigt er still, der grause Gottverächter, / Und donnernd ruft er nun: »Allelujah!« / Und überdonnernd folgt sein Hohngelächter. // Da stürzt er mir vorbei, voll scheuer Hast, / Das wirre Haar von bleicher Wange streifend, / Die Augen wild bewegt und ohne Rast, / Irrlichter, in der Nacht des Wahnsinns schweifend.“ Ein paar Strophen weiter fragt er: „Was hat, o Schicksal, dieser Mensch getan, / Daß mit des Wahnsinns bangen Finsternissen / Du ihm verschüttet hast die Lebensbahn, / Aus seiner Seele seinen Gott gerissen?“ Und, was hat aus seiner Seele Gott gerissen? Die Geliebte, sie hat ewige Treue geschworen, ist aber dann doch bei einem anderen gelandet.

In dem Gedicht „Das Kreuz“ sieht er ein Kreuz ohne Körper des gekreuzigten Christus und fragt sich: „Soll ich dafür den Gram, in tausend Zügen / Rings ausgebreitet, in ein Bildnis kleiden? / Soll die Natur ich und ihr Todesleiden / Dort an des Kreuzes leere Stätte fügen?“ Diese Kälte und Einsamkeit, die das Gedicht ausstrahlt, gibt auch das Gedicht Einsamkeit wieder, von der die letzte Strophe heißt: „Lieblos und ohne Gott! der Weg ist schaurig, / Der Zugwind in den Gassen kalt; und du? – / Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig.“ Das Kreuz ist aber auch in einem anderen Sinn für Lenau bedeutsam. Im Gedicht Kruzifix heißt es: „Hält der Mensch die Blicke himmelwärts / Und die Arme liebend ausgebreitet, / Um die Welt zu drücken an sein Herz, / Hat er sich zur Kreuzigung bereitet. // Solche Lieb ist selten auf der Erde; / Daß ihr Bild die Welt nicht ganz verläßt, / Hielt am Kreuz die Menschheit eilig fest, / Jesus, deine liebende Gebärde!

Er weiß sein unruhiges Herz zu beruhigen: Wie Christus in Stürmen das Boot schützte, so kann das Herz ruhig sein, denn „So ruht in dir der Herr der Welten.

Ferdinand Freiligrath (1810-1876)

Er war revolutionär gestimmt, lebte vielfach auf der „Flucht“ – das gab sich dann und er wurde national-patriotisch.

Er bedauert in „Die Bilderbibel“: „O Zeit, du bist vergangen! / Ein Mährchen scheinst du mir! / Der Bilderbibel Prangen, / Das gläub’ge Aug‘ dafür, / Die theuren Eltern beide, / Der stillzufriedne Sinn, / Der Kindheit Lust und Freude – / Alles dahin, dahin!“ Aber ein Funken Glauben scheint noch vorhanden zu sein. So formuliert er in: „Am Baum der Menschheit drängt sich Blüt´ an Blüte“. Menschen kommen und gehen: „Ein ewig Kommen und ein ewig Gehen, / Und nun und nimmer träger Stillestand! / Wir sehn sie auf, wir sehn sie nieder wehen – / Und ihre Lose ruhn in Gottes Hand!

Emanuel Geibel (1815-1884)

War ein zu seiner Zeit sehr bekannter Dichter. Seine späten Gedichte lassen erkennen, wie sehr er Naturgefühl mit christlicher Religion vermischte. So heißt es im „Sonntagsmorgen im Walde“: „Von fernen Türmen kommt Geläut geflossen / Und mischt sich in der Schöpfung Opferrauch, / Und im gelinden Säuseln ausgegossen / Empfind‘ und atm‘ ich reinsten Lebenshauch; / Ich fühl’s, ich hab‘ ein Heiligtum betreten, / Und all mein Wesen wird ein wortlos Beten. / Da spielt vom Geist, der einst in Feuerzungen / Herabfuhr, auch um meine Stirn ein Wehn; / Voll Ehrfurcht lern‘ ich, was mir fremd geklungen, / Als zeitlich Kleid des Ewigen verstehn! / Gedank‘ und Andacht sind in eins verschlungen / Wie Farben, die im reinen Licht vergehn, / Und meiner Brust ist jener Gottesfrieden, / Der kein Bekenntnis hat noch braucht, beschieden.“ Ähnlich in seinem Gedicht „Morgenwanderung“. Dort heißt es in der zweiten Strophe:
Die ganze Welt ist wie ein Buch,
Darin uns aufgeschrieben
In bunten Zeilen manch ein Spruch,
Wie Gott uns treu geblieben;
Wald und Blumen nah und fern
Und der helle Morgenstern
Sind Zeugen von seinem Lieben.

Geibel findet in gewisser Weise Gott in seiner Naturstimmung. So heißt es auch in „Stille der Nacht„, die er auf einer Wanderung erlebt: „Der letzte leise Schmerz und Spott, / Verschwindet aus des Herzens Grund; / Es ist, als tät der alte Gott / Mir endlich seinen Namen kund.“ Er mischt sich – wie Ansätze zeigen – seine eigene Religion. Ob ihm bewusst war, was er mit diesem folgenden Gedicht anspricht? Im Alten Testament stellt Gott sich Mose so vor: Ich bin, der ich bin. Und der Autor formuliert: „ Ich bin, der ich bin, / Und lernt‘ ich von vielen: / Nach eigensten Zielen / Stand immer mein Sinn.

Traditionell klingt es in dem Gedicht Hoffnung: Er beschreibt die Grauen des Winters. Zuletzt heißt es: „Und wenn dir oft auch bangt und graut, / Als sei die Höll auf Erden, / Nur unverzagt auf Gott vertraut! / Es muss doch Frühling werden.“ Traditionell – oder im Sinne des zuvor Genannten?

Theodor Storm (1817-1888)

Storm war Jurist und Schriftsteller. Novellen haben ihn bis heute berühmt gemacht. In seiner Zeit kümmert man sich um Angelegenheiten des Bildungsbürgers.

Er hat, soweit ich sehe, hier und da einmal etwas anheimelndes über den Kinderglauben geschrieben (z.B. Weihnachtslied von 1845), wendet sich mit Grausen ab vom Kreuz (Crucifixus). In Herrgottskinder beschreibt er, dass Gott alle Tiere liebt – Menschen aber arbeiten müssen, weil sie mündig sind. Interessant im Zusammenhang meines Themas ist der Text: Schließe mir die Augen beide.Schließe mir die Augen beide / Mit den lieben Händen zu! / Geht doch alles, was ich leide, / Unter deiner Hand zur Ruh. // Und wie leise sich der Schmerz / Well‘ um Welle schlafen leget, / Wie der letzte Schlag sich reget, / Füllest du mein ganzes Herz.“ Es ist vermutlich ein Liebesgedicht, entstanden im Jahr der Hochzeit. Gleichzeitig sprengt es das, was es auf Liebe begrenzt: Beide Augen schließt man von Menschen, wenn sie gestorben sind. Auch die Formulierungen in der zweiten Strophe weisen darauf hin. Vielleicht haben wir hier schon das, was auch in der Gegenwart zu finden ist: Es werden Lieder gedichtet, die Glaubende auf Gott beziehen können und Nichtglaubende auf Menschen. Ob das auch zu der Zeit von Storm schon üblich war, kann ich nicht sagen. Allein vom Text her betrachtet liegt es nahe, ihn auch auf das Sterben und auf Gott zu beziehen.

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Muezzin-Ruf und Glockenklang + Medienstaatsvertrag

Der Muezzin-Ruf als Zeichen der Verbundenheit – eine interessante Argumentation. Dagegen Seyran Ates: https://www.cicero.de/kultur/gebetsruf-muezzin-neukodlln-ramadan-facebook-digitaler-gottesdienst-seyran-ates

Interessant, weil man davon ausgeht, dass sie jemanden überzeugen könnte. Manche überzeugt alles.

Der Muezzinruf ist nicht nur ein Zeichen für Verbundenheit, wie er taktisch angepriesen wird – er ist vor allem Kommunikationsmittel. Man kommuniziert etwas – und er kommuniziert nicht nur Klang, wie die Glocken, er kommuniziert Inhalt, der sich durch Wiederholen im Hirn einnistet: Allahu akbar… Das ist, als ob Atheisten von einem Mast herunterrufen würden: Gott ist tot… Aber auch: Man dringt in den Raum anderer ein. Man muss hören, ob man will oder nicht. Wie Glocken. Aber Glocken gehören zur Tradition, sie sind ein Kunstwerk an Klang, man genießt sie oder hat gelernt, sie zu überhören, wenn man will. Vorausgesetzt, man wohnt nicht zu dicht dran. Wenn man dicht dran wohnt, hat man weitgehend freiwillig seinen Wohnsitz da genommen – trotz des Glockenklangs. Wenn etwas nachträglich installiert wird, wird man sozusagen zugedröhnt. Man ist dem ausgeliefert. Zeichen der Verbundenheit kann dann schnell zu einem Zeichen der Unversöhnlichkeit werden.

Das mit dem Mast und Atheismus: Hoffentlich bringe ich da keinen auf dumme Gedanken. Dann haben wir Turm und Mast, die einander gegenüberstehen und sich gegenseitig ihre Botschaft zurufen wollen.

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Über den Medienstaatsvertrag und die EU: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-eu-kommission-koennte-den-medienstaatsvertrag-kippen-16738781.html

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Farbtupfer

Manchmal benötigen wir das Licht, die Farben, Leichtigkeit.

An trüben Tagen,

trüb vom Wetter,

trüb im Inneren –

wir hungern nach ein wenig Farben, nach ein wenig Licht, nach Leichtigkeit.

Gott segne Euch mit Menschen, die wie Farbtupfer sind,

er segne Euch mit lichten Gedanken in seinem Geist,

er segne Euch mit dem Grundton der Fröhlichkeit und Dankbarkeit.

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Medien-Hygiene + Laschet gewinnt Kontur

Medien sollten auch Hygiene betreiben, denn solche Aussagen sind unter aller Kritik: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/peter-altmaier-im-corona-modus-die-erstaunliche-wiederbelebung-

Er galt als Auslaufmodell und Witzfigur. Dann kam Corona. Und auf einmal ist Peter Altmaier einer der wichtigsten Politiker Deutschlands.

Klar, dass die Journalistin das sagt: https://www.tagesschau.de/kommentar/laschet-virologen-101.html – das passt wunderbar. Das mit dem Fahrig finde ich auch, hatte es neulich auch angesprochen – hängt nicht mit dem Thema Corona zusammen, wie es der Text – wahrscheinlich als (gemeines) Argument – suggeriert. Aber: Ich finde, Laschet gewinnt an Kontur. Er hat Mut, seine Sicht auch gegen eine Mehrheit anzubringen. Das ist wichtig für einen Kanzler. Mitläufer haben wir eh genug.

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Staat und Lufthansa – Umwelt-Kommunismus durch die Hintertür + Green Deal und Wirtschaft

Das wäre fatal, wenn wir jetzt überall Staatsunternehmen bekommen würden, weil der Staat sich die Chance nicht entgehen lässt, sich die Unternehmen anzueignen, die er unterstützt: das wäre Kommunismus durch die Hintertür https://www.tagesschau.de/wirtschaft/hilfen-lufthansa-101.html Ich hoffe, dass die Vernünftigen sich durchsetzen.

Übrigens: der Staat kann nicht alles besser – er hat nur mehr Geld. Eben das der Bürger. Von daher sollte er helfen, aber nicht übergriffig werden.

Warum Umwelt-Kommunismus? Mancher träumt davon, dass der Staat in den Firmen mitbestimmt, um Umweltmaßnahmen durchzusetzen. Dann kann er allerdings noch viel und lange Geld in die Firmen pumpen.

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Grean Deal wird von der Wirtschaft in Frage gestellt. Zu recht. denn ohne funktionierende Wirtschaft ist auch kein Geld für Green Deal da. Hat mit Corona nichts zu tun – war schon Thema im Dezember als es noch die heile EU-Welt ohne Corona gab: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-klimaschutz-corona-101.html

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Gerichts-Weisheit + Corona App + Bürgerliche Ungeduld + Digitalisierung – Mensch als Digital-Stopfgans + Homeoffice

Ein Gericht hat einen äußerst, äußerst weisen Beschluss gefällt: Die 800m2 Begrenzung entspricht nicht dem Grundgesetz – die Vorschrift wird aber nicht außer Kraft gesetzt. Was nun? Nichts. Kleine Läden wieder schließen?: https://www.spiegel.de/wirtschaft/corona-krise-verkaufsverbot-fuer-grosse-geschaefte-in-bayern-verfassungswidrig-a-79f7cec8-8757-48bf-8abf-7dd1fc8f207a

(Nachtrag: https://www.br.de/nachrichten/bayern/groessere-laeden-in-bayern-duerfen-doch-oeffnen,RxMtU2E)

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So mancher Bürger hat vollkommen irreale Vorstellungen von Technik und Software usw. Alles braucht seine Zeit, wenn etwas entwickelt wird und keine übermäßig vielen Fehler haben soll. So auch die Corona App: https://www.tagesschau.de/inland/spahn-app-101.html

Es sind Menschen, die sie entwickeln, Gruppen, die sich abstimmen müssen. Die Technik muss es auch sozusagen „erlauben“.

Und so ist interessant zu sehen, wie Menschen auf vielen Ebenen ständig am Fordern sind – und das, was schnell gezaubert wurde, kritisieren, weil es nicht so reibungslos läuft, wie sie es gedacht haben. Wieder andere werden zu Höchstleistungen angespornt – und versagen, weil sie sich mit diesen Dingen nie beschäftigt haben und auch nicht ihr Ding sind. Dennoch sollen sie diese perfekt machen. Experten kommen und kritisieren die Laienarbeit – vergessen aber, dass die Laien eben die Lage besser einschätzen können. Nicht den Umgang mit der Technik – aber die Menschen, die mit ihr zu tun haben sollen. Ich spreche was an? Digitalisierung, Digitalisierung, Digitalisierung. Was über Jahre politisch versäumt wurde, sollen nun die Letzten im Glied möglichst schnell und reibungslos hinbekommen. Der normale Mensch ist eine Art Digital-Stopfgans, in der alles reingewürgt wird. Absurd, die Menschen so in Stress zu versetzen. Das passt nicht zur Fürsorgepflicht der Arbeitgeber.

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Durch erzwungenem Homeoffice merkt so mancher: Es ist doch schöner mit Menschen. Wenn Heil Homeoffice als Recht durchsetzen möchte, dann muss die jeweilige Firma auch eine gute Struktur entwickeln. Entweder-Oder wird dem Mitarbeiter nicht gerecht.

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Gottes Wirken verdunkeln

Wie wir Menschen so sind, hören wir lieber ganz aufgeregt die Klage über unsere üblen christlichen Vorfahren und Kirchenkritiker stürzen sich geradezu auf das, was nicht gut war, um selbst zu zeigen wie toll sie sind, wie sie sich abheben von den bösen Glaubenden. Und Christen hören das und sind ganz zerknirscht und sagen leise: Wie böse sind wir! Und schlagen sich öffentlich laut auf die Brust – ein Häufchen Elend.

Doch diese Fixierung auf die Selbstanklagen ist unchristlich, weil sie das Wirken Gottes in der Welt missachtet. Das wunderbare Wirken des Gottes Geistes wird nun noch stärker verdunkelt, als er durch die Übeltäter von Christen ohnehin verdunkelt wird. Man muss die dunklen Seiten der Kirchengeschichte wahrnehmen – aber dann, um daraus zu lernen und nicht, um in der Dunkelheit zu verharren und selbst zu verfinstern.

Wir dürfen nicht im sündigen Menschen stecken bleiben. Dass Menschen Sünder sind – das ist die alte Lehre der Kirche. Das ist nichts Neues. Aber für manche scheint neu zu sein: Uns wurde vergeben – und dadurch dürfen wir immer wieder fröhlich neu beginnen.

Auf Gott schauend. Nicht auf sich selbst.

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