Kurt Huber war Philosoph, Psychologe, Musikwissenschaftler – Professor an der Uni München. Als Katholik wurde er argwöhnisch beäugt und als der NSDAP feindlich eingeordnet. Hans Scholl und Alexander Schmorell nahmen Kontakt zu ihm auf und das 5. vor allem aber das 6. Flugblatt der Weißen Rose geht mit auf ihn zurück bzw. wurde maßgeblich von ihm formuliert. Kurt Huber wie auch Alexander Schmorell wurden am 13.7.1943 enthauptet. Die folgenden Angaben stammen aus dem Buch, das Clara Huber, die Frau von Kurt Huber herausgegeben hat: Kurt Huber zum Gedächtnis. „…der Tod… war nicht vergebens“, Nymphenburger Verlagshandlung München 1986. Neben den folgenden privaten Sichtweisen hat er sich zum Beispiel auch intensiv sachlich mit Leibniz und das Christentum in Europa befasst.
Der Gefängnispfarrer schrieb Clara Huber nach der Hinrichtung ihres Mannes: „Es war sein besonderer Stolz, daß er vor dem höchsten Gericht, dem Volksgericht, erklären durfte, daß die von ihm sorgsam beobachtete Entwicklung mit seinem Christentum nicht mehr vereinbart werden konnte. Fortan nahm ihn die Gestalt Christi immer mehr gefangen… Oftmals suchte und fand er Trost und Sicherheit in den heiligen Mysterien unseres Glaubens. Wie auf dem Gebiete der Natur so war ihm auch in der Übernatur alles klar und durchsichtig. Christus war ihm Weg, Wahrheit und Leben geworden.“ „Er hatte den festen Glauben im Herzen, daß sein Tod nur Durchgang zum Leben sei.“ (64)
In einem Auszug aus einem Gedicht von ihm heißt es (55f.):
Was wär der Mensch, wenn ihn
Nicht hart das Böse streifte,
Wenn er, von Leid durchwühlt
Nicht doch zum Guten reifte?
Er wär nicht Mensch, er wär
Ein Spielball der Natur,
Am Bösen lernend fühlt
Er mählich Gottes Spur.
Ihm war gewiss, dass er nach seinem Sterben weiterleben und den Lieben verbunden bleiben würde. So schrieb er auch am 13. Juli 1943:
Herr, o Herr, ich bin bereit,
reis an Deiner Freundeshand
Fröhlich in die Ewigkeit!
Segne unser deutsches Land,
Segne Frau und Kinder mein,
Tröste sie in aller Pein,
Schenk den Liebsten Du hinieden
Deiner Liebe Gottesfrieden!
*
Während seines Begräbnisses sangen zwei Angehörige zwei Verse des Liedes: O Haupt voll Blut und Wunden.
Die Kirchengeschichte ist Kraut und Rüben. Ich denke, es ist keiner da, der das leugnet. Menschen machen Geschichte. Wenn Gott dem Menschen den freien Willen schenkt – also auch die Möglichkeit, brutale Geschichte zu treiben – sollen wir für die Zukunft zum Guten wirken, aber die Vergangenheit nicht extremistisch-puristisch beurteilen. Sagen, was aus unserer Sicht schlimm und unchristlich ist: Ja. Aber nicht arrogant, denn wir sind schlimmer, man denke an die Atomwaffen, die Städte Zerstörungen mit Napalm, man denke an das, was wir nicht nur mit der Atomforschung, sondern auch mit der Genforschung alles anrichten können und anrichten, mit den angedachten Roboter-Misch-Menschen. Wir haben Möglichkeiten, die Geschichte zu beenden, die die gesamte Menschheit vor der Moderne nicht hatte. Wissenschaft und Technik haben ihren Anteil daran. Sie sind aus der Ambivalenz des menschen nicht auszuklammern: Wie der Mensch, so die Wissenschaft, so die Technik. Zudem haben wir die schlimmen Probleme noch nicht gelöst, auch wenn wir in manchen weiter gekommen sind: Hunger, Sklaverei, …
Wir Menschen machen Geschichte. Weil wir Menschen von Gott auch die Chance bekommen haben, verantwortlich mit allem umzugehen, sollten wir es auch im Kleinen und im Großen wahrnehmen.
(Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal im Blog hatte. Wenn ja, bitte überlesen.)
Menschen sprechen. Menschen, die sprechen bemerken vielfach, wenn sie sensibel genug sind, dass Sprache begrenzt ist. Und weil Sprache begrenzt ist, machen sich manche Gedanken darüber, die Grenzen der Sprache aufzubrechen. Dazu gehören Lyriker, Philosophen, Theologen…
Liebe. Liebe ist nur ein Wort. Die Emotionen, die mit diesem Wort verbunden sind, versuchen Liebesgedichte und Liebeslieder ein wenig Wort werden zu lassen, damit man seine Emotionen versteht, damit man sie selbst Wort werden lassen kann, damit man in dem kalten Wort Wärme findet.
Philosophen versuchen ständig, die Sprache zu sprengen. Wie begrenzt die Sprache ist, merken auch Wissenschaftler, die versuchen, das Anliegen der Wissenschaft zu kommunizieren. Da sagen sie dann: Natur erschafft. Warum? Weil sie in der Sprache des Mythos gefangen sind. Natur kann nichts erschaffen. Das Wort erschaffen beinhaltet: Es ist ein gestaltender Wille dahinter. Atheistische Naturwissenschaft muss also auch versuchen, den sprachlichen Rahmen zu sprengen, sonst bleibt sie im Mythos gefangen und wundert sich, dass Menschen religiös bleiben. 😉
Und auch Theologen versuchen Gott zur Sprache zu bringen, sie wissen um die Begrenztheit der Sprache. Gott ist kein Geschöpf – und will dennoch kommuniziert werden. Wie macht man das angemessen? Diese Frage ist keine der Moderne. An dieser Stelle kommt dann die viel geschmähte Trinitätslehre ins Spiel. Sie hängt mit der Philosophie der Griechen zusammen. Christlicher Glaube, den es ursprünglich mit dem Judentum um das Handeln Gottes ging und nicht um das Sein, versuchen nun ihren Glauben auch mit der Sprache griechischer Philosophie, in der sie aufgewachsen sind, zu kommunizieren. Und da ist die Trinitätslehre eine sprachliche Hommage an Heraklit (sage ich mal etwas salopp).
Große Verlage sollten die Gesellschaft abbilden. Denke ich.
Übrigens: Links ist mir sehr sympathisch, weil menschlich und Menschenrechten besonders aufgeschlossen. Ich kritisiere sie nur dann, wenn sie ins Ideologische bzw. aus ideologischen Gründen ins Unmenschliche abzugleiten drohen. Soweit sie sich im Spektrum der Zuwendung zu anderen, der Gerechtigkeit, der Demokratie, der (Meinungs-)Freiheit sich bewegen.