Festnahmen ohne Gewalt + Antifa-Corona-Film + Heizpilze + Probleme der Türkei

Schon interessant: Polizisten sollen ohne Gewalt sich wehrende Menschen festnehmen: https://www.tagesschau.de/inland/corona-demos-polizei-gewalt-anzeige-101.html

Das wäre doch einmal eine Innovation. Auf Deutsch hieße das: Laufen lassen. https://www.tagesschau.de/inland/corona-demos-polizei-gewalt-anzeige-101.html

Ob alt, ob jung, ob schwanger oder nicht – man hat sich gemäß der Vorgaben zu benehmen.

Allerdings, wenn jemand überwältigt wurde, dann noch zu schlagen, das ist unangemessen.

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In der Tagesschau wurde wiederholt ein Antifa-Film gezeigt, der Extremisten auf der Treppe des Reichstagsgebäudes aus vorderster Front wiedergibt. Hat den ein Antifant gedreht? Haben sie ihn von einer rechtsextremen Seite? Wenn es ein Antifant gedreht haben sollte: Was macht er da? Mitstürmen?

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Es ist wichtig, auch den Restaurants wieder zu ermöglichen, finanziell auf die Beine zu kommen – und sei es mit Heizpilzen: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/altmaier-schlaegt-co2-ausgleich-fuer-heizpilze-vor-16933177.html Natürlich kann man sich dicker anziehen, wenn man im Kühlen draußen essen will, man bekommt ja auch decken. Aber das ersetzt ja nicht die Heizpilze. Vielleicht allerdings kann man etwas Besseres entwickeln. Wir Menschen sind ja bekannt dafür, für vieles eine Lösung zu finden. Aber die Restaurants finanziell zu belasten, fände ich nicht weiterführend.

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Es bleibt sehr zu hoffen – aber das sage ich schon seit Jahren – dass die Menschen endlich eine Regierung bekommen, besser: eine Regierung schaffen, die gut für sie ist: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/brief-aus-istanbul/brief-aus-istanbul-zum-gebet-in-die-zentralbank-16930416.html Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Dazu passend: Unmenschlichkeiten in Belarus: https://www.spiegel.de/politik/ausland/belarus-uno-meldet-450-faelle-von-folter-und-misshandlung

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Wertlos

Aus der Predigt: https://predigten.wolfgangfenske.de/1-korinther-126-ff/

Oh, bin ich klein, bin ich gering! Ich bin ein Nichts, ich bin dumm, ich bin hässlich! Wer bin ich schon unter all diesen großartigen Menschen? Paulus würde zurufen: Nein, nein, nein! Das ist ein ganz falsches Denken! Gott selbst macht uns groß, Gott macht uns zu seinen Kindern! Und was kann es größeres auf der Erde geben, als ein Kind Gottes zu sein? Alle vermeintlichen Minderwertigkeiten – sind dumme Hirngespinste. Gott sagt: Du bist mein Kind – was soll dann noch der alberne Gedanke: Ich bin aber nicht schön, ich bin schwach, ich bin nicht der Hellste, ich bin arm, ich bin alt, ich bin zu jung, ich bin anders – all das sind Gedanken, die nichts anderes wollen, als sich selbst zu erniedrigen.

Wenn du sagst: Ich bin nicht schön, bin zu klein, zu groß, schlecht körperlich gebaut, zu dumm – welchen Maßstab legst du da an? Gottes?
Wenn du sagst: Ich bin schwach und arm – welchen Maßstab legst du da an? Den Maßstab Gottes, der sagt: Du bist mein Kind!?
Wenn du sagst, ich bin alt und nicht jung, oder ich bin zu jung und nicht alt genug, welchen Maßstab legst du da an? Den Maßstab Gottes?
Nein, wir legen immer den Maßstab dieser vergänglichen Welt an, den Maßstab der Hochmütigen und sich selbst Überhebenden.

Es sind meine eigenen Gedanken, mit denen ich mich selbst klein mache – und das können keine Gedanken Gottes sein. Gott erniedrigt uns nicht, Gott erhebt uns aus dem Staub, hebt uns empor und sagt uns: Du bist mein Kind. Lass es doch damit genug sein! Was strebst Du Hirngespinsten nach? Was strebst du den Dummheiten der Hochmütigen nach? Was ängstigst Du Dich selbst?

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Abtreibung + Kirchengemeinden mit Zukunftsplänen + Schule und Kopftuch + Christenfeinde + Corona und Online-Kirche

Gerichtsurteil zum Thema Abtreibung: https://www.jesus.de/abtreibung-lebensrechtler-begruessen-haenel-urteil/

Lebensschutz in den USA: https://www.kath.net/news/72684 Die Diskussion in den USA ist heftig: https://www.kath.net/news/72661

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Als Kirchengemeinden sollte man sich Ziele setzen https://www.juhopma.de/warum-uebernimmt-in-kirche-eigentlich-nie-jemand-verantwortung-fuer-die-misere/:

Ja, ich glaube: wir brauchen Ziele, eine ehrliche Fehlerkorrektur und den Mut Verantwortung zu übernehmen.

Ich möchte daran erinnern: Auch Jesus hatte seinen Jüngern Ziele gesetzt. Von daher: Wir können natürlich nicht die Kirchenmitglieder verdoppeln – denn es liegt nicht allein an uns, wenn Menschen sich abwenden – in einer Gesellschaft agieren und agitieren viele Kräfte. Zudem dürfen wir auch nicht vergessen: Es geht nicht um die Vermehrung der Kirchenmitglieder und Steigerung der Gottesdienstbesuche – es geht um die Verkündigung Jesu Christi und der damit verbundenen Lebenshilfe für die Menschen. Aber Zukunftsperspektiven ablehnen, könnte Bequemlichkeits-Ausrede sein.

Dazu auch etwas Kurioses: https://www.kath.net/news/72647

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Zum Gerichtsbeschluss in Berlin, die Neutralität aufzugeben und Lehrerinnen mit Kopftuch zuzulassen: Dagegen wenden sich Schulleiterinnen und Schulleiter: https://www.tagesspiegel.de/berlin/reaktionen-von-paedagogen-auf-kopftuch-urteil-wir-haben-schueler-aus-gegenden-in-denen-unglaeubige-bekaempft-werden/26138130.html

Anders die Situation an einer katholischen Schule: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/08/neutralitaetsgesetz-bundesarbeitsgericht-berlin-schulen-kopftuch.html

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Was gibt es von der Hagia Sophia zu berichten, die Erdogan aus politischen gründen für sich und seine AKP besetzt hat? Christliche Mosaiken sind verhängt – Frauen dürfen nur mit Kopftuch eintreten: https://www.kath.net/news/72682 Dass er auch auf andere Kirchen sein Eroberungsauge gerichtet hat, ist inzwischen auch bekannt geworden.

Interessant ist, dass diese aggressiven Töne gleichzeitig mit seinen Aggressionen gegen Griechenland herumtönen.

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Was diesen Kirchenfeind geritten hat, der in Berlin einen Pfarrer niederschlug und Seiten aus der Bibel gerissen hat? https://www.kath.net/news/72676

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Corona und Online-Gottesdienste in den USA: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2020/08/22/drei-viertel-der-us-christen-besuchen-online-gottesdienste/

Auch in unseren Kirchen wird man online aktiver: https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2020/08/27/influencer-netzwerk-yeet-waechst-weiter/ und https://www.jesus.de/kirche-zeigt-mit-social-media-karte-wo-internetschaetze-liegen/

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Empörungen + Putins Reich + Millionär mit Zukunftsperspektive + Erdbeerkleid-Hype

Worüber man alles empört sein kann:

a) über Scholz Vorhaben, reiche stäerker zu besteuern: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/empoerung-ueber-scholz-steuererhoehungsplaene-16929414.html

b) über Rechtsextreme Demonstranten: https://www.spiegel.de/politik/corona-grossdemo-in-berlin-erstuermte-reichstagstreppe-krawalle-vor-russischen-botschaft-a-7e9ccec1-e757-48ae-aca4-eeba1b1960f2

c) Zudem wurden Corona-Empörungen gesichtet: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/corona-demos-von-angst-bis-verachtung-so-funktioniert-die-corona-empoerung-podcast-a-918103c9-51de-4094-83a2-9af55e2c734a

Ist das so eine Art Modewort geworden?

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Empörend ist: Was passiert in Putins Reich? https://www.spiegel.de/politik/ausland/moskau-kremlkritiker-jegor-schukow-schwer-verletzt-

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Das kann man Musk nicht absprechen: Er hat Zukunftsperspektiven und setzt sein Geld in alle möglichen bereiche ein: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/neurolink-elon-musk-verbindet-smartphone-mit-menschlichem-gehirn-a-1d4d606f-5177-40f9-8ff1-44bc7a2d5285

Die Frage ist nur: Welchen Preis wird es kosten? Wird Ethik noch eine Chance haben? Man muss all das zumindest kritisch und wachsam begleiten. Nicht von vornherein ablehnend – aber eben kritisch und wachsam.

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Was mit dem gehypten Erdbeerkleid passiert – passiert auch mit politischen Fragen: https://www.spiegel.de/stil/the-strawberry-dress-sehnsucht-nach-verspieltheit-und-leichtigkeit-a-c0c69f36-717b-4054-ad1b-71914ff6c16c

Manche sagen freilich: Man kann ein Erdbeerkleid nicht mit ernster Politik vergleichen. Nein. Aber die Emotionalisierbarkeit des Menschen, ob es sich um ein Erdbeerkleid handelt, um Politik oder um sonstwas.

man lernt in dem Beitrag dazu: Es gibt nicht nur cancel culture, sondern auch drop culture. Kurz gesagt: Alles wird zur Culture. Das ist also auch ein Hype.

Gelernt fürs Leben habe ich auch eine alte Stylisten-Weisheit – zumindest nennt der text es so:

Es ist eine alte Stylisten-Weisheit, dass man meist nicht die Kleider im Schrank hat, die man braucht für das Leben, das man führt, sondern die für das Leben, das man sich wünscht.

Apropos Politik und Hype: Die Grünen verstehen es, Hype zu erzeugen – die SPD tut sich sehr schwer damit – sie stellt sich immer selbst Beine.

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Gott nicht verstehen

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen (Jesaja 42).

Wie sehr verkennen wir Gott. Viele Menschen werfen Gott vor, den Leidenden noch einen Schlag mehr, denen, die am Boden liegen, noch ein paar Fußtritte zu geben. Viele haben kein gutes Bild von Gott – darum muss Gott sich von Menschen viele ungerechte Vorwürfe gefallen lassen.

Er lässt sie sich gefallen, weil er weiß, dass wir Menschen eben Menschen sind. Wir meinen, wir wüssten viel – und wissen doch so gut wie nichts; wir meinen, wir wären wunderbar liebende Menschen, aber kippen doch immer wieder vom Rand der Liebe in den Abgrund. Wir verstehen Gott nicht. Er ist einfach unfassbar.

Dieser unfassbare Gott lässt durch den Propheten Jesaja sagen: Gott ist nicht ein Zerstörer-Gott, der das vom Schicksal geknickte Rohr auch noch zerbricht. Gott ist nicht einer, der den letzten Funken, der in uns Menschen glimmt, auslöscht. Gott richtet auf, Gott entfacht die neue Flamme. Wir verstehen so viel nicht.

Das, was Gott durch den Propheten Jesaja aussprechen lässt, hat er in Jesus Christus Mensch werden lassen. Und so bekennt der Evangelist Matthäus von Jesus: Er ist es, der das geknickte Rohr nicht zerbrechen wird, er ist es, der den glimmenden Docht nicht auslöschen wird. An Gott in Jesus Christus halten wir uns, wenn wir auch vieles nicht verstehen.

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Der Blog wird voraussichtlich am Dienstag wieder bestückt werden.

Gott im Gedicht (29): Fritz Woike

Weitere Darlegungen: https://gedichte.wolfgangfenske.de/

Fritz Woike (1890-1962)

wuchs in äußerster Armut und Lebenshärte auf. Er war Gärtner, arbeitete in zahlreichen Städten in den Gärten, arbeitete als Erzieher und später, als er seine große Familie ernähren musste, fand der Arbeitslose 1922 in Eisenbahnwerkstätten seinen Platz – und das bedeutete: genug zu essen zu haben –, den er bis zur Pensionierung behielt. 1913 wandte er sich dem Glauben zu. Wegbereiterin war, als er wegen einer Nierenentzündung ins Krankenhaus musste, die Diakonisse Berta Fuhrmann. Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte er 1924. In der christlichen Arbeiterjugend wurde er recht bekannt, in der christlichen Jugend insgesamt wurde er wohl viel gelesen. Zahlreiche Gedichte wurden vertont. So auch eines, das nach 1945 bei Evangelisationen vielfach gesungen wurde: „Warum trägst du deine Lasten, deine Sorgen so allein“. Die Gedichte beschreiben vielfach selbst Erlebtes, auch die Glaubensgedichte.

Mir liegt der Band vor: „Von Wegfahrt und Heimkehr“ von 1927. Woike hat zutiefst christliche Gedichte – und versucht, das finde ich besonders erwähnenswert, christlichen Glauben sehr emotional zu bekennen und den Glauben in den Alltag einzubinden. Natur wird nicht nur emotional als Gleichnis dargestellt, sondern es werden golddurchflutete Worte verwendet. Als Beispiel: „Die goldne Sonne bricht herfür, / Blitzblank stehn Flur und Gassen; / Nun öffne weit die Herzenstür, / Die Freude einzulassen.“ In dieser „Ermunterung“ folgen ein paar Strophen mit Tipps – und das Gedicht schließt: „Schon ruft dein Werk… sprich dein Gebet… / Und dann zum Händeregen / Tritt stark hervor. Wie es auch geht, / Es geht dem Licht entgegen.“ Was ist „Gnade“ Gottes? Das zu erklären ist schwer. Woike geht so vor: „Ob auch die Berge schwanken, / Und Wetterstürme wehn, / dennoch bleibt ohne Wanken / Die Gottesgnade stehn. / Ob Feuerschlünde lohen, / Daß bang die Erde bebt, / Ob Tod und Hölle drohen – / Die Gottesgnade lebt.// Wenn Stab und Weg entschwinden, / Und wir um Hilfe schrein / Im Angstdruck unsrer Sünden, / Dann tritt die Gnade ein. / Die mit durchbohrten Armen / Das Kleid des Heils gewebt, / In ewigem Erbarmen – / Die Gottesgnade lebt. // Und geht das Glück zu Ende, / Und kommen Not und Schmerz; / Und legt die Würgehände / Der Tod aufs bange Herz – / Aus Leid und Todeshügeln / Die Gnade trostvoll hebt / Auf lichten Glaubensflügeln – / Die Gottesgnade lebt. // O Gnade, wundersüße, / Die Sonne, himmelschön, / Laß unsre Wanderfüße / In deinem Glanze gehen. / Bis deine Himmelsklarheit / Uns sternengroß umschwebt; / Und unser Herz in Wahrheit / In Gottesgnade lebt.“ Dieses Gedicht habe ich vollständig zitiert, um zu zeigen: Woike definiert nicht. Er lässt spüren, was Gnade ist. Er lässt sie im Kontext von schlimmen Erfahrungen und Glück verbal groß werden.  

Diese Emotionalität setzt er auch ein, um Christen dazu zu ermutigen, zu kämpfen. Es geht um den Glaubenskampf, auch wenn sehr gegenständlich gesprochen wird. In „Auf zum Kampf“ heißt es: „Sturmgewölk jagt durch die Zeiten, / Satan streut die Drachensaat; / Brüder laßt zu lichter Tat / Mutig uns ins Dunkel schreiten.“ Es folgen Worte: „Da, wo Gott uns hingestellt, / Vorwärts in das Kampfgedränge. // Nicht gezaudert, angegriffen, / Wo der Feind zu treffen ist. / Unser König Jesus Christ / hat uns selbst das Schwert geschliffen… Fahnen hoch!“ usw. Das sind solche Texte wie sie in der damaligen Zeit sozialistischer und nationalsozialistischer Provenienz üblich waren – erinnert sei nur an „Die Internationale“.

Aber solche Texte in andere geschichtliche Kontexte gestellt, bekommen im Nachhinein einen üblen Nachgeschmack. So hat er alte Gedichte 1933 ausgewählt und in „Die Heimat spricht“ veröffentlicht. In diesem finden wir auch „Schwur deutscher Jugend“ „Wir recken die Hände empor zum Schwur / Weit über Deutschlands blühende Flur, / Wir rufen bebend mit ehernem Mund / Hinein in das flammende Erdenrund: / Deutschland muß leben!/…/ Nimm, Land der Väter , uns selber hin, / Wir geben dir Leben und Herz und Sinn; / Wir sind zu jedem Opfer bereit / Und beten stammelnd zum Herrn der Zeit: / Deutschland muß leben!“ Dass die Menschen „Zum heil´gen Krieg bereit“ sind, erfährt man im Gedicht „Um höchsten Preis“. Es sind, wie es sichtbar wird, nationalistische Lieder, nicht national-sozialistische Lieder. Die Texte, die mir vorliegen, haben keinen menschlichen Führer im Blick, soweit ich sehe sprechen sie auch keinem Rassismus das Wort. Es wird aber aus christlicher Sicht deutlich, dass Grenzen überschritten werden – dieses Mal ins Negative. Aus christlicher Perspektive kann man sein Leben nur Gott übergeben, nicht aber einem Land, einem Volk, einer Partei, einem menschlichen Führer. Die Verquickung des christlichen Glaubens mit dem säkular-ideologischen Glauben ist gefährlich. Woike weiß es: „Männer“ beugen „die Knie vor Gott, doch nie das Herz / Und den Nacken vor Menschen“. Über Woikes Haltung zum Nationalsozialismus habe ich derzeit keine Informationen vorliegen. Texte in andere geschichtliche Kontexte hineingestellt verändern ihren Sinn. Freilich auch: Texte aus anderen geschichtlichen Kontexten interpretiert, werden ihnen nicht unbedingt gerecht. Was wir heute über die Zeit ab 1930 wissen, konnte man damals nicht wissen, manche Hellsichtige und Sensible ahnten es. Aber Prophetie ist kein allgemein menschlicher Maßstab, auch wenn manche heute so tun, als wäre er es. Auch wenn zum Beispiel Paul Schneider, nachdem er „Mein Kampf“ gelesen hatte, merkte, wohin die politische Irrfahrt gehen kann und sich mit aller Kraft, die ihm das Leben kostete, entgegenstellt, heißt das noch lange nicht, dass Geschichte zwangsläufig so abläuft. Letztlich konnte sie so ablaufen, weil sich zu wenig der Grausamkeit entgegengestellt haben, nach dem Motto: Mir geht es gut – was andere trifft, erschreckt mich, aber interessiert mich nicht so sehr. Das ist auch von anderen Dichtern zu sagen, denen die unter dem Kapitalismus leidenden Arbeiter egal waren. Darum:  

Besonders hervorgehoben sei auch, dass Woike sich aus seinem christlichen Glauben heraus gegen die Unmenschlichkeit wendet, in denen Arbeiter leben, er benennt die Armut und den Verfall der Menschen in seinen Gedichten, wie auch das schwere Los der Frauen: „Wenn eure Männer und Kinder ruhn / Sitzt ihr noch lange / Mit brennenden Augen / Und zitternden Händen / An der Nähmaschine. / Und auf die Windeln des Erwarteten / Fallen die salzigen Perlen / Eurer Tränen.“ Und er gibt den Arbeitslosen eine Stimme: „Wir aber strecken scheu wie Bettler / Die arbeitsheißen Hände / Stumm und vergeblich / Nur ins Leere, / Denn uns bedarf man nicht // O diese Not / Vergessen sein vom Leben, / Zu keiner Pflicht berufen, / Und wie totes Spielzeug nur / Die Tage nutzlos aneinanderreihn.“ Das geht hin bis zu dem Ruf „Wir wollen wieder Menschen sein“. In „An die Maschine“ wird zunächst die Maschine angeklagt: „Unsre wimmernde Seele / reißt du teuflisch in Stücke / Und preßt sie höhnend / In deine klirrende Macht, / … / Deinen blutenden Sklaven / Reißt du das Brot / Aus den Händen, / Verödest die Säle der Arbeit / Mit deinen Polypenarmen…. / Fluch!!! / Sei dir / Kraft, die sich selber regiert!!!“ Und er gibt dem dann eine christliche Wendung: „Nein! / Nicht Fluch / Sollst du sein, / Nicht Kraft / Aus dir selber, / Dämon / Den wir riefen. / Auch über dir / Steht der Herr, / Der die Sterne weidet / Wie Lämmer. / Auch du mußt / Uns dienen, / Die wir berufen sind / Zur Herrschaft über die Erde / Lebendiger Odem / Aus Gott…“. Er holte Gott aus den Kirchen in die Arbeitswelt hinein. Darum definiert er auch nicht, wie oben angesprochen, Gnade, sondern beschreibt sie mit einfachen Worten für den emotionalen Alltag.

Auch in diese dunklen Orte hinein spricht das Gedicht „Fackelträger“: „Herr, du gabst in unsre Hände / Einst das Licht der Ewigkeiten; / Hilf, daß wir die Fackelbrände / Werfen in die Dunkelheiten.“ Als „Sonnenstreiter“ fürchtet man nicht das Dunkel, sondern „jagt“ in das Dunkel, reitet mutig durch die Nächte „Bis, von deinem Glanz umflossen, / Wir durchs Tor des Lichtes schreiten.“

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Türkei: Anwältin stirbt in Haft + Corona-Demo missbraucht

Eine Anwältin Ebru Timtik stirbt. Sie versuchte mit einem Hungerstreik Gerechtigkeit zu bekommen. Nun ist sie gestorben: https://www.tagesschau.de/ausland/anwaeltin-hungerstreik-tuerkei-101.html

Hungerstreiks helfen nur, wenn die Regierungen und das System, das sie errichten, human sind. Erdogans System und das seiner Steigbügelhalter sind davon wohl weit entfernt.

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Gegen Extremisten, die demokratische Strukturen benutzen, um ihr Unwesen zu treiben, wird sich unsere Gesellschaft schon demokratisch zu wehren wissen: https://www.tagesschau.de/inland/corona-demo-berlin-131.html

Aber es ist gut, dass Demokratie auch Demos ermöglicht, die manche nicht wünschen, die manche medial und politisch massiv bekämpfen. https://www.nzz.ch/meinung/demo-verbot-die-begruendung-des-berliner-senats-ist-skandaloes-ld.1573331

Ein weiterer Bericht: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/querdenker-demo-in-berlin-ein-grosses-happening-mit-kleinen-verstoerungen/

Zum Thema Corona-Sterblichkeit: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html

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Homo Deus

Der Mensch als Gott – und was dann? Yuval Noah Harari machte sich 2015 darüber Gedanken https://de.wikipedia.org/wiki/Homo_Deus_%E2%80%93_Eine_Geschichte_von_Morgen :

Er skizziert ein Zukunftsbild, dass wir angesichts der neuen technischen Möglichkeiten einen „Homo Deus“ konstruieren werden, der alles besser kann als wir. Er fragt, was bleibt dann von uns und der modernen Religion des Humanismus?

Die Menschen wurden aus dem Paradies entfernt. Warum? Nicht weil sie einen dubiosen Apfel gegessen haben. Mit dem Essen des Apfels oder was auch immer das war, war etwas anderes verbunden (Genesis 3,4f.):

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Sein wie Gott – das wollte der Mensch also schon immer. Feuerbach, Nietzsche vor allem haben dem in der Neuzeit neuen Ausdruck verliehen. Bislang war die Welt – auch unsere Zeit – kein Paradies. Vielleicht empfinden kommenden Generationen sie rückblickend als Paradies, weil der Homo Deus in seiner ganzen Grausamkeit Herrschaft ausüben wird. Ich weiß nicht, ob man den Gott-losen, also den ideologischen Humanismus davon abgrenzen kann – wie es wohl das Buch macht – oder ob er nicht doch eher ein Meilenstein auf dem Weg zu dieser Welt des Homo Deus ist.

Ich habe mir das Buch erst einmal gekauft – vielleicht komme ich dazu, es auch zu lesen.

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