Edeka und AfD + Franzosen waren hellsichtiger + Kunst und Kultur + Zuschuss für Lastenräder + 75 Euro jährlich – Energiekostenausgleich + Langer Schlag-Arm Chinas + Belarus und Myanmar

Edeka und AfD

True Fruit hat Wahlprogramme mit Phantasie auf die Flaschen gebracht. Edeka mochte die AfD-Flasche nicht. Was daraus geworden ist. Reaktion auf provozierende Werbung ist potenzierte Werbung: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/edeka-reagiert-auf-politische-marketingkampagne-von-true-fruits-17493367.html

Gerade Edeka, die Kette, die auch mit mancher sonderbarer Werbung – ich sage nur: Weihnachten – die Gemüter erregt, fällt darauf rein. (Nachtrag: Fällt natürlich nicht darauf rein. Sie werben ja damit für ihre Kette bei den AntiAfD-Fans und indem sie medial Furore machen. Es ist eine klassische Win-Win-Situation.)

Franzosen waren hellsichtiger

Wie es aussieht, waren Franzosen mit Blick auf Afghanistan hellsichtiger als unsere Regierung: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afghanistan-frankreich-bringt-eu-vertreter-zum-flughafen-in-kabul-17497499.html Die sich allzugerne von unvorhergesehenen Überraschungen überraschen lässt.

Es werden Kontingente für Flüchtlinge gefordert. Die Taliban werden eine „Mauer“ um Afghanistan bauen – wehe, wer raus will! Hilfsbereit ratlos sind aber wohl alle – oder voller Ratschläge, auch wenn sie kaum durchzusetzen sind.

Ich würde gerne einmal Stimmen aus islamischen Staaten hören. Gibt es keine? Sind sie so unbedeutend, dass unsere Medien sie nicht für wert erachten, sie uns mitzuteilen?

Kunst und Kultur

Im Jahr 2010 formulierte der Kulturrat: https://www.kulturrat.de/positionen/kulturfinanzierung/ Nicht nur das abgedruckte Eingangswort ist lesenswert:

Kunst und Kultur haben eine herausragende Bedeutung für die Gesellschaft. Sie spiegeln gesellschaftliche Debatten wider, sie bieten Reibungsflächen zur Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, sie weisen über das alltägliche Geschehen hinaus. Kunst und Kultur sind Ausdruck des menschlichen Daseins.

Nach einer Phase, in der die Kultur weitgehend lahmgelegt wurde, spannend zu lesen. Reibungsflächen werden mit einem Totschlagwort unterdrückt: Querdenker!

Zuschuss für Lastenräder

Da muss man nicht mehr viel zu sagen – es wird schon einiges dazu gesagt: https://www.spiegel.de/auto/buendnis-90-die-gruenen-planen-1000-euro-zuschuss-fuer-lastenraeder-das-sind-die-reaktionen-a-a941cf11-19a8-46ec-9db4-0e3d8a976b8a

Originelle Ideen müssen sich nicht über originelle Reaktionen wundern.

Spiegel-online verteidigt die Lastenräder-Idee. Wäre auch sonderbar, wenn es diese Seite nicht täte.

75 Euro jährlich Energiekostenausgleich

Was man geahnt hat, wird hier deutlich: Baerbock soll gemeint haben, Geringverdiener sollten jährlich 75 Euro dafür bekommen, dass die Energie teurer werde: https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/ard-zdf-sommerinterview-baerbock-scholz

75 Euro! Das sollte kein Witz sein. Vermute ich. Denn als die Moderatorin sagte, dass das sehr wenig sei, habe sie gesagt, „Da muss eben woanders umgeschichtet werden.“ Daran sieht man, wie das Thema Energiekosten an ihr vorbeigeht wie ein leichtes Lüftchen. Wohlfeile Worte den Bürgern zugeworfen, ein paar Krümelchen. Ahnungslos. Einfach ahnungslos. Scheint sich bislang nicht besonders darum gekümmert zu haben: Benzinpreis, Heizungskosten, die damit verbundenen Preissteigerungen…

Zum Interview auch: https://www.cicero.de/innenpolitik/ard-sommerinterview-frau-baerbock-alles-klar-tina-hassel

Langer Schlag-Arm Chinas

Goliath-China setzt das kleine Litauen unter Druck. Es will zeigen, wer hier der Herr der Welt ist. Warum? Weil Litauen mit Taiwan anbändelte. Wie lächerlich die Goliaths der Welt sein können: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-litauen-101.html

Belarus und Myanmar

Was lehren uns Belarus und Myanmar? Die gewalttätigen Mächtigen müssen nur lange genug brutal durchhalten. Der Mensch der Straße muss dann aufgeben. Das Strohfeuer der Proteste werden erstickt. Weltweit kümmert man sich dann kaum noch um diejenigen, die erstickt werden. Wird auch den Afghanen so gehen. Leider habe ich dagegen auch kein Mittel.

Lernen mit den Unterdrückern umzugehen, nicht nachgeben – mit ihnen umgehen lernen, wie Jesus sagt: klug wie die Schlangen, arglos wie die Tauben – Protest im Stillen verbreitern, vertiefen, in der Hoffnung und Erwartung, dass sich die Gesellschaft und mit ihnen die Potentaten ändern werden. Das ist zumindest die Strategie der verfolgten Christen.

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Schuld

Einer sagte zum Heiligen, ich habe in meiner Jugend eine große Schuld auf mich geladen und das verfolgt mich seitdem. Da sagte der Heilige: Versuche es wieder gut zu machen, so gut es geht und sei es durch Stellvertreterhandlungen, indem du anderen Gutes tust. Und: Lass Kummer oder Ärger über die Schuld nie größer werden als den Glauben an Gottes Bereitschaft, Dir aus Liebe zu vergeben.

Gott segne Euch, dass Euch das mit Gottes Hilfe gelingt.

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Kein neutraler Faktenfinder – Ethylenoxid + Afghanistan + Corona + Lage falsch eingeschätzt: Unsere Energie + Zur Situation in Nordnigeria + Sklaverei

Kein neutraler Faktenfinder – Ethylenoxid

Der Faktenfinder fragt: Wie viel Gift darf es sein? Ist Gift Gift, wenn es Menschen nicht schadet? Alles Übermaß schadet – ist also nur Gift, wenn man es übertreibt. Von daher ist die Frage schon einmal nicht neutral. Und der Faktenfinder will ja immer neutral sein. Dachte ich zumindest, dass er das von sich behauptet. Sonst wäre er ja überflüssig. Dann wird ziemlich am Schluss wohl das Hauptargument eines Foodwatch Aktivisten genannt: Lebensmittel die gefährden, gehören nicht in die Lebensmittelkette. – Da mag man sagen: natürlich. Aber was tut das zur Sache? Gefährdet ein wenig von dem Zeug? Das weiß man nicht. Also – eine überflüssige Aussage. Aber sie ist rhetorisch wichtig, um zu zeigen, dass man als neutraler Faktenfinder gegen diesen Stoff ist. Und dann kommt noch eine spannende Überschrift, die den Faktenfinder als Aktivisten zeigt: „Deutschland blockt noch“ https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ethylenoxid-lebensmittel-101.html

Afghanistan

In dem Chaos sehen jetzt viele junge Männer die Chance, raus zu kommen aus dem Land. Sie verstopfen damit den Ortshelfern den Zugang zum Flughafen. Denn wenn sie mal draußen sind, wird man sie wohl kaum zurückschicken, da alle sagen werden. gefährlich, gefährlich! Vielleicht kann man mit einem arabischen Staat, sagen wir Katar, ein Abkommen schließen. Nicht mit der Türkei. Die sind wohl wirklich überfordert: https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-flucht-tuerkei-101.html Die Erschleicher sollten dahin ausgewiesen werden können.

Und Biden hört nicht auf, leere Worthülsen von sich zu geben, sanft gesagt. Das zeigt auch das Interview mit Petraeus: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-afghanistan-armee-petraeus-101.html

Afghanische Bürgermeisterin wurde gerettet: https://www.n-tv.de/politik/Afghanische-Buergermeisterin-Ghafari-gerettet-article22754124.html

Corona-Logik und Druck

Nun ist, wie zu erwarten gewesen ist, Corona doch wieder das Thema. Da ich noch nicht aufgegeben habe, ein wenig Logik in all den Maßnahmen zu suchen, finde ich es massiv unlogisch, die Tests nicht mehr zu bezahlen und dass Geimpfte keine Tests werden vorlegen müssen. Wie es im Augenblick aussieht, übertragen Geimpfte die Viren genauso wie Ungeimpfte, sind selbst nur besser dran. Meistens. Von daher: Wenn die Logik folgen sollte, wissen wir, was uns erwarten wird. Aber Logik ist nicht so das Ding mit Blick auf Corona-Maßnahmen.

Dann: Kinder impfen. Es gibt keinen Druck. Nein, es gibt überall keinen Druck auf Nichtgeimpfte. Aha, mag man sagen. Das sieht real aber überall vollkommen anders aus. Und so wird dieser Druck auch indirekt auf Kinder bzw. die Eltern ausgeübt werden. Nicht nur, wenn Kinder kollektiv in der Schule geimpft werden sollten. Das geht auch indirekt, so dass man Druck ausübend immer sagen kann: Es wird kein Druck ausgeübt.

Grüne waren schon seit Monaten für eine rigide Corona-Politik: https://www.spiegel.de/politik/annalena-baerbock-schliesst-corona-impfpflicht-fuer-bestimmte-berufsgrupppen-nicht-aus-a-ab787f05-8753-43cc-9e22-89c0ad466b8f Wir brauchen die FDP, die stärker für die Freiheitsrechte des Individuums eintritt. Zumindest eingetreten ist. Das gehört sich eigentlich für Liberale. Und SPD-Lauterbach fordert 2G: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-news-am-sonntag-rki-melde-7050-neu-infektionen-a-6d94d29f-5ece-459b-9228-d822f7f2e9ad – das heißt: Geimpfte und Geteste sollen Zugang bekommen. Was Lambrecht SPD zu Recht ablehnt: https://www.stern.de/politik/deutschland/justizministerin–staatliche-einschraenkungen-fuer-ungeimpfte-sind-verfassungswidrig-30673702.html

Unsere Energie

Politik schätzt ständig die Lage falsch ein, nicht nur, was Afghanistan betrifft. Afghanistan führte es nur massiv vor Augen, dass selbst die Schlechtsichtigsten es sehen konnten: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/vorwort-zum-sonntag/wir-haben-die-lage-falsch-eingeschaetzt

Ein Trauerspiel was mit uns getrieben wird, weil die Politik ideologisch geladen ist. Eine Besserung ist nicht in Sicht: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/erdgas-energie-russland Da eine Besserung nicht in Sicht ist, denke ich, dass wir uns langfristig warm anziehen müssen.

Das Problem ist zu groß, um darüber solche Wort-Witze zu machen. Ich weiß. Aber manchmal ist Sarkasmus Teil des Umgangs mit solchen von der Politik verbockten Themen.

Zur Situation in Nordnigeria

Zur Situation eine Einschätzung: https://www.oikoumene.org/de/news/christians-pastors-and-churches-bear-brunt-of-bandit-attacks-in-nigerias-kaduna-state Gebet für die Länder: https://www.oikoumene.org/de/resources/prayer-cycle/burkina-faso-chad-mali-mauritania-niger und https://www.oikoumene.org/de/resources/prayer-cycle/liberia-sierra-leone

Sklaverei

Sklaverei – https://www.sahistory.org.za/article/history-slavery-and-early-colonisation-south-africa

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Zeitstrahl Geschichte

Wir stellen Geschichte weitgehend als Zeitstrahl dar. Die geschichtlichen Daten und Abläufe stehen nebeneinander.

In der Ludgeri-Kirche in Norden finden wir einen anderen Ansatz: Der Altar zeigt uns ganz unten Mose, dann – so interpretiere ich das – eine Ehrung der unbekannten Frauen, die die alles – hier die Kanzel tragen, dann an der Kanzel Jesus und Jünger / Evangelisten u.a., dann ganz oben der Prediger, die Predigerin. Sie steht auf den Schultern dieser Menschen. Sie geht auf den Schultern der Jünger auf die Kanzel, um dort das Evangelium zu verkündigen.

Wenn wir die Geschichte als eine betrachten, in der Generationen auf den Schultern vorangegangener Generationen stehen, dann isoliert man die Epochen nicht, oder sieht sich als die an, die ganz besonders ist, sondern fügt sie stärker zueinander.

Das mag zum Teil unangenehm sein, dass man auf Schultern von Menschen steht, mit denen man gar nicht einverstanden ist. Die von mir genannte Sichtweise trägt aber dazu bei, ganz anders mit diesen umzugehen und sich selbst und seine Zeit anders zu sehen. Ich kann sie nicht verleugnen – ich würde mir in gewisser Weise die Basis nehmen.

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Gewalt gegen Frauen + Klapperschlangen täuschen + Schwaches Erdmagnetfeld + Bahnstreik: Muskelspiel-Streiks + Taliban-Schuld + Haiti-Vergessen + Afghanistan-Flüchtlinge + Politik, die man verdient

Gewalt gegen Frauen

Im Internet kommt man ganz leicht an Seiten mit furchtbarer sexueller Gewalt gegen Frauen. Das mag geschauspielert sein – aber so etwas geht an Schauspielern seelisch kaum einfach vorbei und zudem: Was sagt das über diejenigen aus, die das verbreiten und auch tausendfach für gut halten? Es geht nicht um obskure Seiten, sondern um eine seriöse. Ich nenne sie nicht. Kurios ist, dass manche Bilder, Gifs usw. extrem üble Handlungen zeigen, andere aber rausgenommen wurden, wegen „Erwachseneninhalten“.

Ich frage mich tiefer gehend: Was für Gründe liegen evolutionsbiologisch vor, gegen Frauen dermaßen gewalttätig zu sein? Fortpflanzung ist damit nicht verbunden, sondern Unterdrückung und Machtausübung. Sexualität hängt mit dem innersten Wesen des Menschen zusammen – von daher ist die Erniedrigung besonders Seelen-Vernichtend? Hat in diesem Bereich der kleine Mann endlich die Möglichkeit, sich mächtig auszutoben? Aber war dem schon immer so? Ist das ein Phänomen der Gegenwart, seit es die Möglichkeit von Fotos, Filmen gibt? Ich denke nicht. Es ist ja auch nicht so, dass dadurch Aggressionen abgebaut würden. Wenn man an die Kriegsverbrechen gegen Frauen denkt.

Man sollte auch die Opfer nicht vergessen. Freiwillige Opfer, um zu lernen, mit Zwang umzugehen? Sich erniedrigen lassen, damit man, wenn man erniedrigt wird, das verkraften kann? Selbstverletzungen, wenn man nicht verletzt wird? Sich zur Verfügung stellen, um andere zu retten? Funktioniert das?

Der Mensch als gewalttätiges Wesen. In den letzten Jahrzehnten wurde der Mensch massivst verharmlost. Vielleicht auch, um die Anthropodizee zu vermeiden. Warum zu vermeiden? Damit man nicht in Depressionen verfällt. Den Menschen ehrlich zu sehen – manche lernen es inzwischen – als Sünder, der um sich selbst, um seine Ehre, kämpft. Dabei immer wieder versagt und in den Abgrund fallen kann.

Klapperschlangen täuschen

Sie klappern und alle denken – die sind weiter weg – dabei sind sie schon näher: https://www.scinexx.de/news/biowissen/klapperschlange-nutzt-akustische-taeuschung/?

Schwaches Erdmagnetfeld

Es ist mal schwächer, mal stärker, heute ist es eher schwächer. Kann sich aber wieder ändern: https://www.israel365news.com/196098/israelis-italians-americans-record-magnetic-field-from-9000-years-ago-revealing-insight-of-magnetic-field-today/

Bahnstreik

Was soll man wieder von diesem Bahnstreik halten? Nun denn. Es ist allerdings zu befürchten, dass angesichts der Inflation die Streiks in naher Zukunft zunehmen werden. Und keiner kanns Gebrauchen, weil alles im Umbruch ist. Wirtschaft: Keine Materialien, Mitarbeiter gehen aus, Politik macht sowieso was sie will wegen Klima – es wird einiges auf uns zukommen. Also: Lasst sie streiken. Sie üben schon mal. Bis allen im Land das Geld ausgeht und sie Hände ringend und Haare raufend Arbeit suchen, statt zu streiken. Gewerkschaften benötigen eine sehr große Sensibilität, um notwendige Streiks von Muskelspiel-Streiks unterscheiden zu können.

Taliban-Schuld

Der Westen ist nicht an den Taliban Schuld. Er versuchte dort unten zu helfen – in seinem Sinn. Die Taliban sind Menschen – die verantwortlich sind für das, was sie tun. Ihre Schuld kann ihnen niemand nehmen. Das ist ihnen wohl auch egal – Schuld/Unschuld. Ideologie tötet Gewissen. Aber wer unterstützt diese Bande ideologisch? Wer unterstützt diese Bande mit Waffen und allem, was dazu gehört? Diese Frage ist für mich spannend. Und was unternehmen islamische Staaten, um ihre Glaubensbrüder von dem Morden, der Unterdrückung abzuhalten? Nichts. Weil es in ihnen vielfach nicht besser aussieht? Weil sie Angst haben, zu kippen, und sie die Extremisten bei Laune halten müssen? Das betrifft sämtliche islamistische Banden in Afrika wie in Asien.

Was Waffen betrifft: Die Taliban haben wohl riesige Menge an Waffen der Amerikaner übernommen, die die USA nicht vorher außer Landes gebracht hat. Das bedeutet: Es kommt Schlimmes auf alle zu, wenn diese weltweit verteilt werden. Man hofft, dass diese Bande auf Dauer mit den militärischen Flugzeugen nichts anfangen kann. Was für Werte Biden verschleudert hat. Man mag das gar nicht glauben, wie verrückt diese Politik ist. Provinziell bis zum Geht nicht mehr. Das Problem lag in der Überschätzung der afghanischen Armee. Die Waffen, die man ihnen zum Kampf gegen die Taliban gegeben hat, sind nun an die Taliban gefallen. Hatte man also keinen Plan B – obgleich man schon wusste, dass die Taliban ideologisch überlegen waren? Ich frage mich: Hat man ihnen auch, neben das Hantieren mit Waffen, beigebracht, warum sie ihr Land gegen die Taliban verteidigen sollen? Dass es um Demokratie und Menschenrechte geht? Dazu reichen die paar Jahre nicht aus. Es ging vermutlich nur um die Handfertigkeit, nicht um die Basis.

Haiti-Vergessen

Vor lauter Afghanistan wird zurzeit wieder alles andere vergessen. Das Versagen in Afrika, das Versagen in Haiti…

Afghanistan-Flüchtlinge

Hat man eigentlich inzwischen ein Integrationskonzept entwickelt – oder holt man sie jetzt alle her – erstaunt, dass es so viele sind – und weiß dann wieder einmal nicht weiter? Das ist zu vermuten. Huch, da kommen ja welche – was machen wir jetzt mit ihnen?

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Jedes Land hat die Politik, die es verdient. Man schaue sich alle Verantwortlichen an – wie wunderbar sie zu einem großen Teil der Bevölkerung passen. Ist natürlich ein Lob. Vielleicht.

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Emily Brontë (1818-1848)

Aus meinem Projekt: Gott im Gedicht: https://gedichte.wolfgangfenske.de/19-jh-2/

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Emily hatte sechs Geschwister. Drei der Schwestern dichten zum Teil gemeinsam und phantasieren sich eine Geschichte. Mit den Gedichten hatten sie zunächst nicht viel Erfolg. Vor allem Emilys Roman „Wuthering Heights“ lässt jedoch ihren Ruhm bis in die Gegenwart erschallen. Dabei sind die Gedichte auch äußerst anregend.

Die Geschwister sind Kinder eines Pfarrerehepaares. Die Mutter starb, als Emily drei Jahre alt war. Der Tod holte sich ein Kind nach dem anderen aufgrund von Krankheiten (Typhus, Tuberkulose), im Erwachsenenalter starben dann auch vor der ebenfalls jung gestorbenen Emily der Bruder und eine Schwester. Im Wesentlichen spielte sich das Leben von Emily im Familienhaus ab – auch der Unterricht. Sie wurde in ihrer Zeit als Eigenbrötlerin angesehen. Dennoch wollte sie, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, Lehrerin werden. Charlotte und Emily fuhren nach Brüssel, um dort entsprechend für den Beruf vorbereitet zu werden. Sie sprach französisch, konnte Griechisch und Latein. Zurückgekommen half sie jedoch lieber in der Familie, lebte viel in der Natur im Norden von Großbritannien. Sie starb wohl 1848 an Tuberkulose, verweigerte zunächst medizinische Hilfe, weil das der Natur widersprach, weigerte sich, im Bett zu liegen und sich durch die Krankheit einen anderen Alltag aufdrängen zu lassen.

Die Schwestern veröffentlichten unter Pseudonymen, so auch 1846 ihre Gedichte. Es handelt sich zum Teil um ernsthaft-spielerische Gelegenheitsgedichte, die sich um die Geschichte, die sie sich ausgedacht haben, drehen. Gleichzeitig hatte Emily aber auch ein davon zu unterscheidendes Gedichtheft angelegt. In all diesen Gedichten klingt immer mal wieder das Thema Gott an. Gott als Beschützer wird angesprochen, es wird Auferstehung unspezifisch in den Blick genommen (My only wish ist o forget / In the sleep of death). Immer wieder finden wir knappe eher allgemeine Notizen mit Blick auf Gott: rein (pure) zu Gott gehen (48), Gott weiß (49) usw.

Manchmal sind jedoch tiefgehende Sätze zu finden. So zum Beispiel im Kontext von Leiden: „Once drinking deep oft hat divinest anguish, / How could I seek the empty world again?“ Wenn man den Becher des Leids (hier geht es darum, dass ein geliebter Mensch gestorben ist), den Gott gegeben hat, trinken musste, wie kann man dann wieder die leere Welt suchen wollen? (IV [158] Remembrance) Manche Zeilen sind mit Blick auf den Glauben spannend (XIV [152]): „Ist es falsch, anzubeten, wenn weder Glaube zweifelt, noch Hoffnung verzweifelt und meine Seele mir ermöglicht zu beten?“ Und dann folgt: „Sprich, Gott der Visionen, bitte für mich und sage mir, warum ich dich erwählte!“ Das Gebet spielt auch sonst eine Rolle: „My words died in a voiceless moan / When I began to pray“ (11); vgl. auch 12: „The anxious prayer was heard and power / Was given me in that silent hour„; 71: Das Gebet setzte das Herz in Flammen, aber die Zunge gefror; 97 heißt es unter anderem:

Wanderer knie nieder und bete
Was für Zukunft wird dich erwarten
Der Himmel wird von inbrünstigen Gebeten bewegt
Gott ist Barmherzigkeit – leb wohl!

In 126 wird der gnädige Gott schreiend unter anderem gebeten, „meine Engel-Seele“ rein zu halten; in 131 werden schlimme Stunden angesprochen, die Macht haben, den Glauben zu zerstören, daran zu zweifeln, dass Gott beschützt, die fluchen lassen, statt zu beten. Dennoch: Die Barmherzigkeit Gottes wird häufiger angesprochen, so in 113:

Gott ist nicht wie ein Mensch
Der Mensch kann nicht des Allmächtigen Gedanken lesen
doch Rache wird dich nicht ewig foltern
und deine Seele ewig jagen


Darum denke nicht in der Nacht der Trauer
in der Zeit überwältigender Furcht
dass Gott dich verlässt
vergisst, verlässt, sich weigert zu hören
 –

Der Mensch lebt in vielfältigen Spannungen, die in den Gedichten, wie gesehen, angesprochen werden. Diese Spannung, in der der Mensch lebt, wird auch in den Zeilen deutlich: „Ich stehe in der herrlichen Sonne des Himmels, und im Glanz der Hölle – mein Geist trank aus beiden.“ (XX [144] My Comforter). Spannungen gibt es auch in der Frage des Glaubens: „Und dann werde ich hingehen und überprüfen, ob Gott wahr ist.“ (71) Der Mensch ist aber auch bereit, Tugend, Glauben und Himmel wegzuwerfen. Zudem kniet der Mensch vor Gott, betet aber kriminelles Tun an und zerstört die Hilflosen. „Ich flüstere in jedem Gebet“, dass Gott es denen heimzahlen wird, die anderen die Hölle bereiten, die giftige Pfeile schießen (168). Sie spricht von den Tränen derer, die Blut vergießen, den Selbstverfluchern, die eifrig dabei sind Not zu verbreiten, die den Himmel mit unsinnigen Gebeten verspotten, indem sie für sich, die Unbarmherzigen, Barmherzigkeit erflehen (169).

Das Thema Sterben wird immer wieder angesprochen: „I know our souls are all divine / I know that when we die / What seems the vilest, even like thine / A part of God himself shall shine / In perfect purity – „ (138)

Eines ihrer Gedichte sei nun besonders hervorgehoben (167):

No coward soul is mine
No trembler in the world´s storm-troubled sphere
I see heaven´s glories shine
And Faith shines equal arming me from Fear

O God within my breast
Almighty ever-present Deity
Life, that in me hast rest
As I Undying Life, have power in thee

Vain are the thousend creeds
That move men´s hearts, unutterably vain,
Worthless as withered weeds
Or idlest froth amid the boundless main

To waken doubt in one
Holding so fast by thy infinity
So surely anchored on
The steadfast rock of Immortality

With wide-embracing love
Thy spirit animates eternal years
Pervades and broods above,
Changes, sustains, dissolves, creates and rears

Though Earth and moon were gone
And suns and universes ceased to be
And thou wert left alone
Every Existance would exist in thee

There is not room for Death
Nor atom that his might could render void
Since thou art Being and Breath
And what thou art may never be destroyed

Versuch einer Übersetzung:

Keine feige Seele gehört mir
Kein Zittern im Weltensturm
Ich sehe die Herrlichkeiten des Himmels strahlen
Und der Glaube strahlt und bewaffnet mich gegen Furcht

O Gott, in meiner Brust
Allmächtiger, immer anwesender Gott
Leben ruht in mir
Wie Ich – Unsterbliches Leben – habe Kraft in Dir

Eitel sind die tausend Bekenntnisse
Die der Menschen Herzen bewegen, unsäglich eitel
Wertlos wie vergehendes Gras
Nutzloser Schaum inmitten grenzenlosen Meeres (sinngemäße Übersetzung)

Die Zweifel in einem wecken
Festgehalten von Deiner Unendlichkeit
So sicher verankert auf
Dem festen Felsen der Unsterblichkeit

Weit umarmt von Liebe
Dein Geist belebt ewige Zeit
Durchdringt sie und brütet über sie
Verändert, erhält, löst sie auf, erschafft und macht rückgängig (sinngemäße Übersetzung)

Wenn Erde und Mond vergangen sind
Und Sonnen und Universen aufhörten
Und nur noch Du alleine bist
Alles, was ist, würde in Dir sein

Da ist weder Raum mehr für den Tod
noch für das Atom, dessen Macht ungültig macht
Seit Du bist Sein und Atem
Und was Du bist, möge niemals zerstört werden

Dieses Gedicht sei ganz zitiert, weil es noch eine andere Emily begeistert hat: Emily Dickinson. Diese große amerikanische Dichterin, die in ihren eigenen Gedichten so unsicher ist, was den Glauben betrifft, wollte es auf ihrem Grabstein geschrieben haben – es wurde als ihr Lieblingsgedicht auch bei der Trauerfeier vorgelesen.

Dieses Gedicht – ein Gebet – geht auf die Basis des christlichen Glaubens zurück: Gott allein. Wie Paulus schreibt: Gott wird sein alles in Allem. In diesem Zusammenhang werden auch biblische Texte zitiert und auf sich bzw. auf ihren Glauben bezogen. Sie hat sich, wohl aufgrund ihrer Erfahrungen mit Todesverlusten, viele Gedanken um den Glauben und das Sterben gemacht. Sie hat keine Angst vor nichts und niemandem – auch nicht vor den Tod. Denn Gott ist ihre Lebenskraft und wird sie auch nach dem Sterben sein. Aber – die letzte Zeile weist dann doch auf ihre kleine Unsicherheit hin: Kann Gott auch zerstört werden? Überhaupt oder nur für sie und ihren Glauben? Deutlich wird, dass sie sehr stark Gott mit „Leben“ verknüpft – ihn aber als ein „Du“ ansieht, also nicht einfach mit „Leben“ identifiziert. Und wenn Whitman und andere davon sprechen, dass nur die Atome vereinzelt überleben werden, so sieht sie hinter diese Atome. Diese sind nicht aus sich heraus, sie sind, weil Gott ihnen ermöglicht zu sein.  

Aus dem gefällten Baum sprießen neue Pflanzen – die Leiche des Baumes spendet ihre Kraft, die er aus der Ewigkeit hat (XVI [159] Death). Dieses Bild finde ich auch mit Blick auf ihr Schreiben erwähnenswert: Sie ist der gefällte Baum – und ihre Gedichte wirken aus der Ewigkeit weiter. Um mir diese Bemerkung zu erlauben.

Gedichte zitiert nach: Emily Brontë. The Complete Poems. Edited and with an Introduction by Janet Gezari, Penguin Classics 1992. Biographische Angaben: Claire O´Callaghan: Das andere Gesicht der Emily Brontë. Eine Biographie aus der Sicht des 21. Jahrhunderts. Übersetzt von Marion Ahl, ePub-e-Book, Dryas Verlag Hamburg 2020 (engl. 2018). Die deutschen Übertragungen sind von mir.

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