AfD auf üblen Abwegen + Schuldkult/Kollektivschuld + Konservativismus

Die AfD scheint sich immer weiter ins Abseits zu manövrieren – vor allem mit Blick auf die Person Höckes ist das zu sagen: http://www.thueringen24.de/welt/article209312329/Hoecke-haelt-Hetz-Rede-in-Dresden-und-will-Geschichte-umschreiben.html Und dieses Fazit von Menzel muss auch aufhorchen lassen: http://www.blauenarzisse.de/hoecke-in-dresden-es-musste-zum-skandal-kommen/ :

Es bleibt aus patriotischer Sicht zu hoffen, daß es der AfD gelingt, ihren idealistischen Kern ohne Selbstzerstörung zu bewahren. Nationale Romantiker wie Björn Höcke sind für die AfD ein Lebenselixier. Das hat der gestrige Abend in Dresden gezeigt. Er besitzt die seltene Fähigkeit, genau das zu sagen, was das Publikum gerade hören möchte. Er ist ein Populist im positiven Sinne, der Identifikation und Begeisterung auslösen kann. Die Kritik am Schuldkult empfanden die Zuhörer so als eine Befreiung von einem Dogma, dessen Haltbarkeitsdatum längst überschritten ist. Das hat gutgetan und doch war es nur eine Bedürfnisbefriedigung an der völlig falschen Stelle zum völlig falschen Zeitpunkt.

Je stärker Höcke und co. werden, desto extremer wird die AfD – desto weiter entfernt sie sich vom demokratischen Konsens. Interessant finde ich auch, dass man 51% erreichen will, indem man die liberaleren Kräfte aus der AfD hinauskatapultiert. Die AfD ist sehr gespalten, von daher politisch im Grunde irrelevant. Relevant nur als Sammelbecken – und bindet als solches verschiedenste Stimmen. Wenn sie keine klare liberalkonservative Linie hineinbekommt, wird sie sich selbst ins Abseits stellen.

Höcke kommentiert seine Rede: http://afd-thl.de/2017/01/18/persoenliche-erklaerung-von-bjoern-hoecke-zu-seiner-dresdner-rede/ (Dazu siehe unten)

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Interessant finde ich, dass das Thema Schuld mit Blick auf Nationalsozialismus wirklich noch Menschen erregen kann. Es geht darum, dass wir aus dieser Menschen verachtenden Zeit unsere Lehren ziehen – und eine wesentliche Lehre heißt zum Beispiel: Nie wieder darf Menschenverachtung die Herzen und Hirne der Menschen unseres Landes bestimmen. Wie kommen die Höckes nun darauf, dieses Thema wieder zu einem wichtigen Thema zu machen? Es rächt sich wohl, dass manche das Thema Flüchtlinge mit der Frage verbunden haben, man müsse Flüchtlinge aufnehmen, weil Deutschland Schuld auf sich geladen habe… Diese Verquickung ist nicht gut – und das sieht man auch daran, dass das ein paar Leute benutzen können, um diese Frage der Schuld oberflächlich politisch ausnutzen zu können. Dass die Kollektivschuld-These von Rechtsradikalen immer wieder aufgewärmt wird, wird hier gezeigt: http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37986/argumente-gegen-rechte-vorurteile?p=12

Die Kollektivschuldthese hatte in der Diskussion um den Nationalsozialismus in Deutschland von Anfang an den Zweck der Abwehr und der Ablenkung: Wenn man sich über das unsinnige Konstrukt kollektiver Schuld entrüstete, brauchte man sich nicht mit den historischen Fakten selbst auseinander zu setzen. Deshalb wird die „Kollektivschuldthese“ als vermeintliches Instrument zur Demütigung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg von rechtsradikalen Propagandisten immer wieder aufs Neue beschworen.

(Und das ist es, was in dieser Hinsicht an der Rede Höckes kritisiert werden muss: Warum thematisiert er das überhaupt? Welche politische Absicht steckt dahinter? Wie wird seine Rede von den Menschen verstanden – nicht allein von den Gegnern, sondern von seiner Zielgruppe? Und in diesem Zusammenhang muss er seine Rede stellen, nicht in den Zusammenhang literarischer, philosophischer Kontexte. Höcke ist sicher so gerissen, dass er Worte so wählt, dass zwei unterschiedliche Personen gerade das Gegenteil verstehen können. Von daher halte ich seine „Verteidigung“ für Vernebelungstaktik. Es ist dem Artikel von Sascha Lobo in dieser Hinsicht zustimmen: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bjoern-hoecke-rede-offenbart-gesinnung-kolumne-von-sascha-lobo-a-1130551.html): „Danach kann keiner mehr sagen, er habe nicht gewusst, was Höcke mit der AfD vorhat.“

Wir haben nicht die Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen, weil die Nationalsozialisten und ihre Genossen rassistisch gehaust haben – sondern wir haben die Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen, weil wir das Grundgesetz befolgen und die Menschenwürde aller zu Herzen genommen haben. Andere nur aufzunehmen, weil man aus der Vergangenheit begründete Schuldgefühle hat, wird den Menschen genauso wenig gerecht wie diese Rechtsideologen. Der Teil der Generation, der sich schuldig fühlte, weil er mitschuldig wurde, ist im Bekenntnis der Schuld sehr zu achten – aber es gilt für diese Generation – nicht für die nachfolgenden http://www.spiegel.de/politik/ausland/elie-wiesel-ist-tot-ein-nachruf-a-1101081.html:

Wiesel sagte auch: „Ich glaube nicht an Kollektivschuld.“ Denn: „Die Kinder der Mörder sind keine Mörder, sondern Kinder.“

Flüchtlinge aufnehmen ist Pflicht. Dass wir Flüchtlinge aufnehmen können, weil es uns verhältnismäßig gut geht, sollte uns dankbar und stolz machen. Flüchtlinge müssen – nicht wegen einer Schuld vorangegangener Generationen, sondern wegen der Menschlichkeit – aufgenommen werden (von daher halte ich den Türkei-Deal für Übel, der nur übergangsweise gelten darf, weil dadurch den wahren Flüchtlingen der Weg in die Freiheit versperrt wird) (ich spreche von Flüchtlingen, nicht von Migranten).

Zur schwierigen Diskussion: http://www.zeit.de/2016/21/fluechtlingskrise-asyldebatte-deutsche-geschichte-moral

Was ich mich aus soziopsychologischem Interesse frage: Warum beharren diese Leute so auf diese Frage der Kollektivschuld – heute Schuldkult genannt? Warum belasten sie sich damit, ohne dass sie jemand dazu zwingt? Warum laden diese Menschen, die Schuldkult bekämpfen, neue Schuld auf sich, indem sie menschenverachtend werden? Wie kann man diese Leute zu freien Menschen machen, die Nächstenliebe üben, weil ihr Herz dazu befreit ist? Wie kann man sie dazu befreien, dass sie frei mit der historischen Vergangenheit umgehen lernen? Frei mit der Vergangenheit umgehen lernen, heißt: Sie nicht leugnen, sich ihrer erinnern – um aus Fehlern (aus furchtbarer Schuld!) lernen, aus dem lernen, was nicht erst 1933 an Übel begann, sondern sich schon lange vorher abzeichnete? Da wir inzwischen nicht mehr allein in der Kategorie Nation denken, sondern „Europa“, muss das Erkennen der Schuld weiter gefasst werden – auch mit Blick auf den Kolonialismus, die Sklaverei, respektloser Umgang mit der Natur und anderen Geschöpfen… Aber eben: Nicht um sich zu lähmen, sondern um einen guten Weg in die Zukunft zu finden. Und das kann man nur versuchen, wenn man die Fehler der Vorfahren genau kennt. Wenn man sich daran erinnert – Erinnerungskultur -, wenn man der Opfer einer brutalen Politik und Gesellschaft gedenkt, damit die Opfer nicht ein weiteres Mal Opfer werden – eben Opfer des egoistischen Vergessens. Das ist eine sehr große Errungenschaft unseres Landes, dass wir nicht nur die Täter reflektieren, sondern dass wir auch die Opfer, soweit es möglich ist, dem Vergessen zu entreißen, dass ihr Leiden empathisch bewusst wird. Und dahinter dürfen wir nicht mehr zurückfallen. Die genannten Menschenrechtsverletzungen (Kolonialismus…) werden heute zu gerne den Christen in die Schuhe geschoben, um dann befreit von den Christen als Sündenbock weiter die Fehler der Vorfahren zu tun. Man muss nicht die Vergangenheit leugnen, um befreit in die Zukunft gehen zu können. Man muss die Vergangenheit einbeziehen – und so neue Wege finden.

Die Kirchen stehen zur Schuld, die Christen in der Vergangenheit auf sich geladen haben, sie leugnen sie nicht, sie weisen sie nicht den Vorfahren zu – die sind Schuld! – sie leben aus der Vergebung – das heißt: Dieses Stehen zur Schuld belastet nicht, sondern befreit zu einem neuen, christlichen Handeln, zu einem Handeln, das von Jesus Christus bestimmt ist. Und das Erinnern an diese Schuld ist wichtig, denn Christen sehen gleichzeitig, dass sie auch in ihrer jeweiligen Zeit immer wieder schuldig werden können (vielleicht sogar schlimmer als ihre Vorfahren) und darum das Korrektiv brauchen. Ist das nur für die Kirche möglich – nicht auch für die Menschen unseres Landes, die dem Glauben gegenüber distanziert sind?

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In diesem Beitrag wird über den Konservativismus in Deutschland geschrieben: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article161259389/Der-deutsche-Konservatismus-und-die-CDU-sind-ausgebrannt.html

Ich denke, dass Konservative sehr aufpassen müssen, dass sie nicht vor lauter Liebe zu einer politischen Heimat, sich auf einmal in einer braunen Klebemasse wiederfinden – und sie müssen streitbar werden, damit sie sich Raum schaffen, gegen solche Vereinnahmer.

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Trump mal wieder + Durcheinander in der EU + Trump, der EU-Förderer + Es droht Krieg in Afrika

Erst warnte man vor einen Einbruch der Wirtschaft, wenn Trump siegen würde – das Gegenteil trat ein – und jetzt warnt man, dass der Höhenflug der Aktien bald wieder fallen kann: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/donald-trump-und-die-bank-aktien-mehr-schein-als-sein-a-1130588.html So haben Journalisten immer was zu spekulieren und damit Welt spekulierend zu gestalten.

Und die Presse hat weiter ihr Feindbild gefunden – ob sie daran gesunden wird? Wahrscheinlich dann, wenn Trump versagt und die Leute ihm scharenweise den Rücken kehren. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/donald-trump-us-presse-schickt-kampfansage-a-1130503.html

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Nicht so negativ sehen!: Sie werden sich zusammenraufen – und es wird dann vielleicht mal endlich so etwas wie eine Opposition im Parlament entstehen – eine echte Opposition: http://www.spiegel.de/politik/ausland/antonio-tajani-vergifteter-neustart-im-eu-parlament-a-1130603.html

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Trump wird zu einem Europa Förderer besonderer Art:

Unser Ehrgeiz sollte geweckt sein. Die Verteilung globalen Wohlstands wird von den USA künftig aggressiv zu ihren Gunsten entschieden werden – wenn wir uns nicht wehren und besser, mutiger, fleißiger, innovativer, freier, offener, kreativer, multikultureller werden. It‘s the economy, stupids. Wenn die Deutschen diesen Konflikt aushalten und sogar Punkte machen, verteidigen sie damit auch die Segnungen einer liberalen, offenen Gesellschaft. Es geht um sehr viel. Mehr denn je.

Interessante Sicht von Ulf Poschardt: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article161207751/Soll-er-doch-Er-kann-uns-mal.html Diese Aussage ist psychologisch äußerst interessant – ich belasse es bei dieser Anmerkung. Stand dort statt „kreativer“ einmal „schwuler“? Ein Leserkommentar lässt das durchblicken.

Mich wundert aber auch so manches andere an diesem Beitrag: Schere zwischen arm und reich – öffnet sich nicht weiter? (= Leistungsfeindliche Ideologie durch DGB-Chef?)

Der Wettbewerb wird härter und kompromissloser werden und wir Deutsche müssen weniger verträumt, sondern machtbewusst unsere Interessen verfolgen.

Aber das können wir nicht, durch falsche Politik, zum Beispiel Russland und Syrien gegenüber. Zudem vergisst er: Nicht Deutschland – Europa! Oder hat er die EU schon abgeschrieben.

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In Afrika droht ein neuer Krieg: Krieg zwischen Senegal/Nigeria einerseits und Gambia auf der anderen Seite: http://www.spiegel.de/politik/ausland/gambia-in-der-krise-senegal-und-nigeria-bereiten-einmarsch-vor-a-1130610.html Ich hatte das Thema schon häufiger. Ob ein Krieg das Problem lösen wird? Nur, wenn die Bevölkerung dazu gebracht wird, keine Hexenjagd auf die Anhänger des jetzigen Präsidenten zu verüben, kann es eine Lösung geben.

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Christenverfolgung: Kopten

Nun geht es wohl in Ägypten nicht mehr nur um großangelegte Angriffe auf Kopten – sondern es werden einzelne ermordet. Die Polizei geht von Raubmord aus, Verwandte jedoch nicht, weil die Frau noch den Schmuck getragen hat: https://www.opendoors.de/verfolgung/news/2017/januar/aegypten_christliches_ehepaar_ermordet_aufgefunden/

Weitere Informationen: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2017/01/17/angst-unter-aegyptens-christen/

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Gott, der Unterbrecher

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Gott unterbricht unseren Alltag.

Auf einmal lässt er uns innehalten, unvermutet, von uns ungewollt und sagt: Ich bin.

Er unterbricht unseren Alltag.

Manche rufen dann:

Gott, warum hast du mich verlassen?!

Manche rufen dann:

Gott sei Dank!

Manche flüstern dann:

Da war was, da war wer, aber was, aber wer?

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Frauen bekommen schlechteres Essen + Vegan-Virus

In der Bronzezeit wurden Frauen durch Zuteilung von Nahrungsmitteln benachteiligt, dadurch litten sie stärker an Krankheiten als Männer… – so bekamen sie zum Beispiel keine tierische Nahrung: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-wie-frauen-in-der-bronzezeit-ihre-gleichstellung-verloren-a-1130316.html Hat man auch in die wissenschaftliche Erklärung einbezogen: Frauen wurden auf einmal von einer Art Vegan-Virus, dem von mir so genannten und eben gefundenen VV erfasst? Und da sie nun alle vegan aßen und tierische Nahrung mieden…- die folgen finden die Archäologen nun.

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Pelz-Polizei + Schutz der Privatsphäre

Es ist gut, dass gegen zwei Tierschützer ermittelt wird, die sich Pelz-Polizei nannten und Menschen mit Pelz-Kleidung zu nahe traten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bielefeld-pelz-polizei-in-vielen-staedten-polizei-ermittelt-a-1130378.html

Wenn ideologische Menschen anderen auf den Pelz rücken, finde ich das unerträglich. Man kann natürlich gegen das Tragen von Pelzen protestieren, darf informativ auf die schlimmen Bedingungen die Tierhaltung aufmerksam machen, wenn sie denn schlimm ist, darf emotionale Antiwerbung schalten, darf im privaten Kreis seine Meinung anderen um die Ohren schlagen, bis sie ihnen zum Hals raus kommen. Aber Unbekannten öffentlich durch Anmaßung zu nahe treten, das halte ich auf allen gesellschaftspolitischen Ebenen für unangemessen. Das ist für mich vergleichbar mit denen, die Muslima aufgrund ihres Kopftuches angehen – nichts gegen eine allgemeine Diskussion, aber das Angehen gegen Privatpersonen durch Privatpersonen – das geht nicht. Gesellschaftlich muss alles diskutiert werden dürfen – aber der einzelne Mensch darf nicht Repressionen durch Privatpersonen ausgesetzt werden. Schutz der Privatsphäre beginnt nicht bei dem Briefgeheimnis und dem Eindringen in das Haus.

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Jeder für sich: Kaulquappenteich – oder eher: Pendelbewegung?

Jeder kämpft nur noch für sich – man geht nicht mehr miteinander: http://cicero.de/weltbuehne/das-ende-des-westens-wir-gegen-uns

Ich möchte es optimistischer sehen: Es ist ein Pendel. Erst Nationalismus – dann: Wir machen alles gemeinsam, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf die Realität – dann holt die Realität diese Träumer ein, das Pendel schlägt wieder zurück, aber nicht ganz, man hat gemerkt, dass man voneinander abhängig ist – baut das Miteinander wieder auf einer anderen, besseren Ebene auf.

Geschichte ist ein Auf und Ab, ein Vor und Zurück – ich würde sagen: Trotz Rückschlägen ein Vorwärtskommen. Auch wenn die Rückschläge sehr massiv sein sollen – man wird sich wieder zusammenraufen und miteinander weiter gehen.

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NPD + AfD – süßes Gift + AfD und Vereinfachung + Kirche / Christen und Politik

Dass die NPD nicht verboten wird, wurde allgemein angenommen (s. meinen Beitrag gestern): http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-bundesverfassungsgericht-verbietet-rechtsextreme-partei-nicht-a-1130311.html Interessant finde ich, dass unter dem spiegel-online Artikel steht, dass zunächst berichtet worden sei, dass die NPD verboten wurde. (Hier wird erklärt, wie es dazu kam: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-urteil-spiegel-online-passiert-aergerlicher-fehler-bei-eilmeldung-a-1130347.html ) Hatte spiegel-online das gedacht? Ich hatte gestern früh auch von einem Politikwissenschaftler gehört, dass ein Verbot sehr unwahrscheinlich sei, eben aus den Gründen, die auch im Artikel zu finden sind. Für viele ist Demokratie unverständlich, so für 32% die an der Spiegel-Umfrage mitgemacht haben. Aber: Es werden keine Meinungen verboten. Meinungen können nicht verboten werden. Was man aber kann, man muss davon ausgehen – und das tun Christen immer – dass ein Mensch, so lange er noch am Leben ist, lernen kann, menschlich zu denken. Von daher: Unmenschliche Gesinnung muss argumentativ bekämpft werden. Und dass das gelingt, sieht man ja daran, dass die NPD politisch kaum noch eine Rolle spielt. Wo sie in manchen Bereichen eine Rolle spielt, muss die freie Gesellschaft den Fokus darauf richten und versuchen, den Menschen andere Perspektiven zu bieten. Was ich im Blog (z.B. Mai 2015) auch immer bekämpfe:

Durch diese Tat unter der Leitung des Bürgermeisters hat die NPD ein riesen Forum bekommen. Keiner hätte gemerkt, dass dort die NPD tagt. Wen interessiert die NPD, dieser kleine Verein der Unverbesserlichen und aufgrund ihrer Ideologie der Menschen Verächter. Aber durch solche martialischen Aktionen wie sie durch Gegner ins Rollen gebracht werden, hat die NPD eine riesen Publicity, sodass man sich über die Naivität der Gegner wundern muss, die dadurch erst für die NPD bei gleichgesinnten Unverbesserlichen Werbung machen.

Eine Gegnerschaft muss sich argumentativ äußern. Ein Kampf muss durch gesellschaftliche Veränderungen geführt werden. Wenn, wie ich einmal hörte, sich in neuen Bundesländern niemand um die Jugendlichen kümmert, sondern nur ein reger NPD-Kreis, dann ist es klar, dass Jugendliche dort „Heimat“ finden. Demokratische Parteien wie Kirchen und Gewerkschaften müssen Möglichkeiten bieten, die diesen Jugendlichen eine „Heimat“ bieten, damit diese eben nicht solchen Ideologen in die Hände fallen. Ebenso bedarf es engagierter Lehrerinnen und Lehrer, die Jugendlichen Werte der Menschlichkeit mitgeben. Das ist anstrengender als kurze gewalttätige Proteste zu organisieren. Aber ohne intensive Arbeit geht es nicht.

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Ich weiß nicht, ob diese Argumentation schlüssig ist: http://cicero.de/berliner-republik/npd-nicht-verboten-bruch-mit-der-rechtstradition-der-bundesrepublik- Die NPD und der Rechtsextremismus haben meines Erachtens in unserer Gesellschaft keine Basis. Wir müssen allerdings alles dazu tun, dass diese Basis auch nicht entsteht. Zudem: Wieso sollte die NPD durch das Urteil anders arbeiten können – sie hat ja den Rückhalt gar nicht. Und so mag sie sich nennen wie sie will: Menschenverachtung ist noch nicht Wertegrundlage der Menschen unseres Landes geworden – und wenn jeder dagegen angeht, wird sie auch nicht Verbreitung finden. Was das KPD-Verbot betrifft: In der Zeit des Kalten Krieges hatte man nicht zu Unrecht befürchtet, dass diese Partei mit dem Kommunismus der Sowjetunion zusammenarbeitet, somit einen Kampf gegen den Staat und seine Bürger effektiv führen könnte. Die NPD hat ja einen solchen Unterstützer nicht. Oder übersehe ich etwas. Das würde aber dann auch das Bundesverfassungsgericht übersehen haben.

Man soll die Bevölkerung nicht für politisch doofer halten als man selbst ist. Traut den Bürgern Wachsamkeit zu und sensibilisiert sie dafür.

Ich denke eher mit diesem Beitrag: Es ist unwahrscheinlich, dass die NPD profitiert: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-urteil-rechtsextremisten-feiern-sieg-der-keiner-ist-a-1130387.html Sie hat durch diese Anzeige übermäßig Aufmerksamkeit erlangt, deswegen fand ich das auch politisch äußerst unklug, überhaupt wegen der NPD nach Karlsruhe zu ziehen. Aufmerksamkeit hat sie jetzt – das wird aber wohl wieder nachlassen, wenn die Gegner sie nicht wieder ständig auf die Bühne heben. Was allerdings ein politisches Risiko ist: Was ist, wenn die NPD wider Erwarten wieder stark wird? Wird man sie dann rechtzeitig gerichtlich stoppen können? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-urteil-narrenfreiheit-fuer-die-extremisten-kommentar-a-1130423.html Das Problem ist aber wohl: Ein Gericht kann nicht auf Zukunft hin urteilen, auch nicht auf Verdacht hin, wie der Beitrag sagt.

Soweit ich sehe, wird in der Argumentation der Medien nicht die Rolle des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte genannt. Hätte die NPD verloren, hätte sie mit einem Gang vor dieses Gericht wieder Publicity erlangt.

Hier wird von linker Seite dem Karlsruher Gericht vorgeworfen, den Rechtsruck der Gesellschaft widerzuspiegeln und es wird von einem verheerenden Urteil gesprochen: http://www.vorwaerts.de/artikel/kein-verbot-npd-verheerendes-urteil Wie ich schrieb: Manchen fällt Demokratie wirklich nicht leicht.

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Das ist ein sehr interessantes Interview – man lese es aufmerksam bis zum Schluss! : http://www.deutschlandfunk.de/kirchen-und-rechtspopulismus-die-afd-verstreut-ein-suesses.886.de.html : „Die AfD verstreut ein süßes Gift“.

Kardinal Marx ist mal wieder klasse – auch mit Blick auf den soeben genannten Beitrag: „Wo grob vereinfacht wird, da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein.“ http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kardinal-marx-zieht-trennlinie-zwischen-christen-und-afd-14659933.html Im Text selbst lautet das Zitat ein wenig anders: >Wo grob vereinfacht werde, „wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein“, betonte Marx.< Heißt das: Wenn rechts vereinfacht wird, dann…? Denn linke Vereinfacher, Parolenrufer, Feindschaftsförderer hat er meines Wissens noch nicht angesprochen. Aber halten wir ihm zugute, dass er diese auch meint. Von daher bin ich ganz seiner Meinung:

Mit Blick auf die Bundestagswahl rief Marx zu einem fairen Wahlkampf auf. „Wir sagen: Verbal bitte mal abrüsten!“ Man dürfe nicht den Stil von Scharfmachern und Fundamentalisten übernehmen, mahnte der Kardinal.

(Nachtrag: http://www.kath.net/news/58202 : „Wo Kardinal Marx die Rote Linie zieht – und wo nicht“)

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Thierse äußert sich zum Thema Christen und Politik: http://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/17/religion-ist-niemals-privatsache/ : „Christen müssten sich einmischen, aber auch damit leben, dass ihre moralische Überzeugung möglicherweise nicht mehrheitsfähig sei.“

Aber – so denke ich, denkt vielleicht auch Thierse: Christen müssen sich einmischen, damit ihre moralische Überzeugung eine Chance hat, mehrheitsfähig zu werden.

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EU-Parlament + Schulz und Tajani + Sozialdemokraten verlieren sich + Trump-Chance + SchmuddelPolitik, MachoMan + Serbien/Kosovo

Gestern hatte ich einen Beitrag genannt, der Schulz nachweinte: Ein starker Schulz – und die designierten Nachfolger sind soooo schwach. http://blog.wolfgangfenske.de/2017/01/17/reichtum-verantwortlich-einsetzen-hart-gegen-briten-schulz-und-eu-parlament/ Inzwischen habe ich in HR-Info vernommen, dass das EU-Parlament nicht nur traurig ist, dass Schulz gegangen ist. Warum? Es kann nun wieder stärker eigenständige Politik machen, die enge Zusammenarbeit mit der EU-Kommission wird eigenständiger. Es wird sich auch auf seine eigentlichen Themen konzentrieren können und in der Öffentlichkeit nicht allein außenpolitisch durch rigorose Aussagen ihres Chefs wahrgenommen.

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Der EVP-Mann Trajani – ups: Tajani, Trajan war ein anderer – wurde gewählt. Die Sozialdemokraten haben einen Vertrag gebrochen – und sind jetzt sauer, dass ihr Mann nicht gewählt wurde. Klar, enttäuscht kann man ja sein, aber auf Rache sinnen?:

Die Sozialdemokraten sinnen nun auf Rache: Sie erwägen, Verhofstadt das Vertrauen als Brexit-Unterhändler des Parlaments zu entziehen. Mit einem Parlamentspräsidenten Tajani müsse sich auch die EVP auf schwierige Zeiten gefasst machen, sagt Udo Bullmann, Vizechef der S&D-Fraktion: „Wenn einem diese Provokation vor der Nase sitzt, wird der Drang, sich auf niedriger Schwelle zu einigen, nicht größer werden.“

Zudem dachte ich, dass der Brexit-Chefunterhändler Verhofstadt aus dem Grund Chefunterhändler ist, weil er sich als besonderer Fachmann dafür profiliert hat. Aber dem scheint nicht so zu sein – oder wollen die EU-Sozialdemokraten einfach nur einen anderen, weil sie sich eben rächen wollen? Aber, dass sie nun bessere Opposition werden wollen – so verstehe ich das mit der Rache – kann dem Parlament sicher gut tun.

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Auch mit Blick auf Brexit hat sich etwas getan – was ich gestern im Blog auch angesprochen hatte: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grossbritannien-pfund-auf-hoehenflug-nach-theresa-mays-brexit-rede-a-1130383.html

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Dass Trump auch eine Chance bedeuten könnte, denkt sich Wolfram Weimer: http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Warum-Trump-positiv-ueberraschen-koennte-article19567606.html – ich habe schon viel zu Trump und seinen Gegnern gesagt, darum sage ich jetzt mal nichts mehr.

Trump und russische Prostituierte – Putin hält das für FakeNews: http://www.spiegel.de/politik/ausland/wladimir-putin-kann-sich-kontakt-trumps-zu-prostituierten-nicht-vorstellen-a-1130439.html Nun ja, das Privatleben der Politiker geht uns nichts an? Somit schmutzige Wäsche waschen auch nicht? Doch, das geht uns natürlich etwas an, wenn es um Trump geht – das macht Politik oder was auch immer das ist, SchmuddelPolitik, spannend – aber so lange Gegner nichts anderes haben, als dass Trump mit russischen Prostituierten herumschmuste, kann man sagen: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Wobei ich davon ausgehe, dass derjenige, der ohne Sünde ist, sowieso nie mit „Steinen“ auf andere wirft. Das tun nur die Sünder, die von sich ablenken wollen. Ich weiß, das ist eine perfide Unterstellung. Aber sie gefällt mir. Trump soll sich damit erpressbar gemacht haben. Glaube ich nicht: Wenn das jetzt schon öffentlich ist, muss er in seiner Macho-Art nur sagen: Und? Ich bin doch ein MachoMan! – und schon ist die Erpressung vorbei.

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Wie sehr es noch immer zwischen Serbien und Kosovo kriselt, sieht man hieran: http://www.focus.de/politik/ausland/balkankonflikt-kriegsspiele-zwischen-serbien-und-kosovo_id_6507641.html

Serbien will übrigens bei China und Russland Hilfe holen. Es kriselt also nicht nur zwischen Serbien und Kosovo, sondern auch der EU und Serbien. Das ist freilich nicht neu.

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