Glaubte der Maler Henri Matisse (1869-1954) an Gott?:
„Ja, wenn ich arbeite. Wenn ich ergeben und bescheiden bin, habe ich das Gefühl. dass mir jemand in einer Art hilft, Dinge zu leisten, die über mich hinausgehen. Und doch hege ich ihm gegenüber keinerlei Dankbarkeit, denn es kommt mir vor, als hätte ich einen Taschenspieler vor mir, dessen Tricks ich nicht durchschauen kann. Ich fühle mich dann um die Gunst der Erfahrung gebracht, die doch Lohn für meine Anstrengung sein müsste. Ich bin undankbar ohne Reue.“ (Henri Matisse, Jazz, München 2000, 71)
Schönes Beispiel dafür: Gott hat keine Chance, wenn der Mensch ihm keine lässt?
benötigt im Gegensatz zum argumentum ad hominem keinen logischen Aufbau und besteht im Extremfall aus einer schlichten Beleidigung. Schopenhauer führt es als letztes Mittel in einem Streitgespräch an:
„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“
Diese Vorgehensweise sei beliebt, da sie von jedermann angewandt werden könne. Im Gegensatz dazu sei die Fähigkeit zu einer sachlichen Auseinandersetzung und dem Eingestehen des eigenen Unrechts nicht jedem gegeben, und er bemerkt:
„Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert.“
Schopenhauer betont, dass ein dialektischer Sieg, also das sachliche Widerlegen einer Position, einen Streitgegner weit mehr erbittert als eine bloße Beleidigung, und empfiehlt dieses Vorgehen als Gegenstrategie.
Ulla Jelpke meint, AfD verfestige Islamfeindschaft (obgleich sie ja, nachdem die AfD im Bundestag sitzt, zurückgegangen sein soll) – ich vermute: Es ist eine falsche Politik.
Wie auch immer: Feindschaft darf nicht aufkommen. Wer Feindschaft errichtet, ist im Grunde schwach und voller Angst und zeigt, dass er verloren hat.
Wir Menschen bauen uns immer wieder Glaubensbrücken. Wir sehen das im Alten Testament, wir sehen das im Neuen Testament. Wir fühlen uns auf diesen Brücken sicher – doch dann zerschlägt uns Gott diese Brücken. Wir sollen ihm vertrauen, nicht den Bildern, die wir uns von Gott machen, nicht auf unsere eigenen Brücken.
Wir leben zurzeit in der Passionszeit. Gerade das Kreuz Jesu Christi zeigt uns, dass Gott uns unsere Brücken zerschlägt. Die Jünger dachten etwas anderes rettet die Welt und sie. Aber Gott zerschlug diese Vorstellung. Und dann fallen wir mit unseren Glauben ins Wasser – lernen schwimmen, lernen Gott vertrauen, dass er uns sicher weiter führt. Auf seine Art und seine Weise.
Und dann wollten die Gemeinden in Galatien wieder eine feste Gesetzesbrücke bauen – und Gott zerschlug sie ihnen durch Paulus: Nicht auf Festes, nicht auf eigene Brückenwerke vertrauen, sondern auf Gott, der durch seinen Geist wirkt. Damit hat man nichts Festes in der Hand – aber Gott selbst leitet uns.
Was das Ehrenamt betrifft, hat er aus meiner Perspektive nicht recht. Der Staat soll nicht für alles verantwortlich sein. Er kann es nicht. Diese Sicht, dass der Vater Staat alles in der Hand haben soll, macht sich immer stärker breit, aber das ist für mich eher Horror. Diese Vision sozialistischer oder paternalistischer Art ist nichts für mich. Aber: Wenn das Ehrenamt von der jeweiligen Regierung ausgenutzt wird, weil man nicht mehr Gelder locker machen möchte, da könnte ich auch sauer werden. Da wird das Ehrenamt ausgenutzt.
Schaffen wir es schon, alle, die zu uns gekommen sind, angemessen unterzubringen und zu integrieren?
Wird dieser Beschluss nicht dazu führen, dass nun wieder Minderjährige von den Familien zu uns geschickt werden, damit dann die Familien nachkommen können?
Glaubt wirklich jemand, dass Integration besser gelingt, wenn Familienangehörige zu uns nachkommen?
Warum keine Familienzusammenführung, indem man die Minderjährigen – wie es allgemein üblich ist – zu den Eltern zurückschickt?
Schön: Dann sind massive Hausaufgaben zu machen, damit Integration wirklich gelingt, Wohnungen müssen für alle, auch für die Einheimische Bevölkerung genug da sein, Armut muss abgebaut werden – siehe Tafel oben…, Kindergartenplätze und Bildungsplätze, berufliche Möglichkeiten für die Zugezogenen, damit sie dem Steuerzahler nicht ewig auf der Tasche liegen, Versuch, eine Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen auch für diejenigen, die nicht geflohen sind, die ihre Minderjährigen Kinder hergeschickt haben… Es gibt viel zu tun für unsere Politik, die solche Beschlüsse fasst.
Und parallel dazu natürlich: Hilfen vor Ort. Denn die Gelder, die hier für Integration eingesetzt werden, können soweit ich gelesen habe, vor Ort zu Hause eine Menge mehr bewirken als hier. Wenn also die Gelder, die hier für Integration ausgegeben werden in entsprechender Höhe in die Entwicklungshilfe und alles, was damit zusammenhängt, fließen würden (natürlich eine kluge Entwicklungshilfe, kein Gießkannenprinzip und möglichst Korrupte nicht finanzieren), dann wäre schon viel möglich.
Mächtige Hilfsorganisationen hinter sich zu haben bedeutet für andere, Macht über andere zu bekommen. Die versprochene Nulltoleranz-Politik muss durchgesetzt werden – aber finden sich dann genug Menschen, die vor Ort helfen können? Denn mit dieser Macht im Rücken liegt für manchen wohl die Versuchung nah, sich besonders um eigene Belange zu kümmern.
Es muss etwas getan werden, da die Hilfsorganisationen nicht als unmoralische Unterstützer von Unrechtsstrukturen gelten dürfen. Aber ich denke auch, dass das Problem der Korruption in den Blick geraten muss. Denn so etwas geht vermutlich alles Hand in Hand.
Interessant ist, wen er laut Artikel anspricht und wen er nicht anspricht. Er spricht die an, die sowieso im medialen Fokus stehen. Und die vielen anderen Länder, in denen es ähnlich aussieht?
Interessant ist, was Syrien betrifft: Irgendwie scheinen auch die UN nicht begriffen zu haben. Aber das zeigt nur, wie „parteipolitisch“ agiert wird. Die UN bekommt nichts hin – sie plädiert – und das ist gut – für Menschlichkeit – das Problem ist nur: Sie liefert keine Lösungen. Die Lösung für Ghouta wird wohl aussehen wie für Aleppo: Erst Kriegsdruck bringt die Islamisten-Gruppen dazu, abzuziehen. Ich denke, wir können die Informationen von Aleppo damals 1:1 auf diese Region legen. Die Islamisten müssen weg. Das ist die Lösung. Nur wie? Das weiß die UN nicht, da sie darauf aus ist, irgendwie Kompromisslösungen zu finden: Islamisten bleiben unter diesen und jenen Bedingungen. Aber das kann sich kein Staat leisten, da er damit einen massiven Unsicherheitsfaktor implantiert hat. Von daher: Die Lösung wird sein: Islamisten weg – und wenn die UN das nicht rechtzeitig akzeptiert und mit Syrien und Russland und Iran diesen Weg geht, wird sich auch nichts ändern. Schlimm! Aber real.
Ich schreibe das in der Hoffnung, dass es dieses Mal doch anders geht. Aber man denke auch an Homs. Und an die vielen, vielen kleineren Städte, denen es ähnlich ergangen ist. Von denen nur kaum einer weiß, weil sie kaum von Interesse sind.