Sex – dann Hilfe + UN-Menschenrechtschef redet

Menschen, die von der UN eingesetzt werden, werden beschuldigt, Hilfe gegen Sex weitergegeben zu haben: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-02/buergerkrieg-syrien-sexuelle-gewalt-gegen-frauen

Mächtige Hilfsorganisationen hinter sich zu haben bedeutet für andere, Macht über andere zu bekommen. Die versprochene Nulltoleranz-Politik muss durchgesetzt werden – aber finden sich dann genug Menschen, die vor Ort helfen können? Denn mit dieser Macht im Rücken liegt für manchen wohl die Versuchung nah, sich besonders um eigene Belange zu kümmern.

Es muss etwas getan werden, da die Hilfsorganisationen nicht als unmoralische Unterstützer von Unrechtsstrukturen gelten dürfen. Aber ich denke auch, dass das Problem der Korruption in den Blick geraten muss. Denn so etwas geht vermutlich alles Hand in Hand.

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Jetzt, kurz vor seiner Amtsaufgabe, redet der jordanische UN Kommissar für Menschenrechte offen und heftig: http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/said-raad-al-hussein-viktor-orban-un-kommissar-rassisten

Interessant ist, wen er laut Artikel anspricht und wen er nicht anspricht. Er spricht die an, die sowieso im medialen Fokus stehen. Und die vielen anderen Länder, in denen es ähnlich aussieht?

Interessant ist, was Syrien betrifft: Irgendwie scheinen auch die UN nicht begriffen zu haben. Aber das zeigt nur, wie „parteipolitisch“ agiert wird. Die UN bekommt nichts hin – sie plädiert – und das ist gut – für Menschlichkeit – das Problem ist nur: Sie liefert keine Lösungen. Die Lösung für Ghouta wird wohl aussehen wie für Aleppo: Erst Kriegsdruck bringt die Islamisten-Gruppen dazu, abzuziehen. Ich denke, wir können die Informationen von Aleppo damals 1:1 auf diese Region legen. Die Islamisten müssen weg. Das ist die Lösung. Nur wie? Das weiß die UN nicht, da sie darauf aus ist, irgendwie Kompromisslösungen zu finden: Islamisten bleiben unter diesen und jenen Bedingungen. Aber das kann sich kein Staat leisten, da er damit einen massiven Unsicherheitsfaktor implantiert hat. Von daher: Die Lösung wird sein: Islamisten weg – und wenn die UN das nicht rechtzeitig akzeptiert und mit Syrien und Russland und Iran diesen Weg geht, wird sich auch nichts ändern. Schlimm! Aber real.

Ich schreibe das in der Hoffnung, dass es dieses Mal doch anders geht. Aber man denke auch an Homs. Und an die vielen, vielen kleineren Städte, denen es ähnlich ergangen ist. Von denen nur kaum einer weiß, weil sie kaum von Interesse sind.

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