Mensch und Gott

Der Mensch ist zerrissen in sich selbst.
Dieser Mensch will Gott verstehen?

Er projiziert sich selbst in Gott hinein
und übergriffig zieht er Gott in sich hinein –
auch in der Ablehnung.

Es gibt einen Ausweg aus den Irrungen:
Der Mensch wird sich ganz von Gott erleuchten lassen,
damit Gottes Geist Gott-Erkenntnis in ihn hineinbilden kann.

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Christina G. Rossetti

Eine weitere Schriftstellerin habe ich in meiner Darlegung aufgenommen: https://gedichte.wolfgangfenske.de/christina-w-rossetti-1830-1894/

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Christina Rossetti wuchs in einer Familie auf, in der dichten hoch im Kurs stand. Der Vater musste aus Italien aus politischen Gründen ins Exil und floh nach England. Die vier Kinder wurden in England geboren. Christina war die Jüngste und Zeit ihres Lebens kränklich, mit 14 Jahren hatte sie einen Nervenzusammenbruch und ging nicht mehr zur Schule. Nichts desto weniger wird berichtet, dass sie in ihrer Jugend Mühe hatte, ihre Leidenschaft (Wut) unter Kontrolle zu bringen. Sie liebte die Natur und lernte von ihr. Nachdem der Vater aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf verloren hatte, gründete die Mutter eine Tagesschule, in der Christina half, aber diese Schule wurde nach kurzer Zeit geschlossen. Häufig saß sie ihrem Bruder, dem bedeutenden präraffaelitischen Dichter und Maler Dante Gabriel Rossetti, Modell. Verlobt war sie drei Mal, löste aber jedes Mal die Verlobung aus religiösen Gründen. Ihr Glaube war für ihr Leben dominant, sie war beeinflusst von der Oxford-Bewegung, so auch von John Kebles und John Henry Newman. Eine Glaubenskrise hatte sie 1857. Sie meldete sich 1854 als Krankenschwester, um im Krimkrieg zu helfen, wurde aber nicht genommen, sie half Kranken und Armen. Sie arbeitete einige Jahre zeitweise in einem Haus, in dem Prostituierte Zuflucht fanden (St. Mary Magdalene House of Charity) und wohnte während der Zeit im Gefängnis. 1871 erkrankte sie an der Basedowschen Krankheit, die sie entstellte. An Brustkrebs starb sie 1894.

Ein paar ihrer Gedichte würde ich auch einer, wie man lesen kann, perfekten Einfachheit zuordnen. Sie galt nach Elizabeth Barrett Browning als die bedeutendste Dichterin ihrer Zeit und hat Dichterinnen in der Folgezeit beeinflusst. Bekannt ist sie bis heute auch wegen zweier Weihnachtslieder (https://en.wikipedia.org/wiki/In_the_Bleak_Midwinter und https://en.wikipedia.org/wiki/Love_Came_Down_at_Christmas ). Neben diesen religiösen Liedern wurden andere vertont. Ihre Andachtsbücher, Bücher zu christlichen Themen machten sie auch zu einer viel gelesenen geistigen Lehrerin.

Über ihr Leben unter anderem: https://www.poetryfoundation.org/poets/christina-rossetti Gedichte: https://www.poetseers.org/the-great-poets/british-poets/rossetti/ Meine Grundlage: Christina G. Rossetti: Poems, Boston 1906.

In dem Gedicht: „The Master is come, and calleth for thee“ greift sie das Gleichnis Jesu von den klugen und törichten Jungfrauen auf. Das Gedicht ist ganz einfach, aber eindrücklich: „Wer ruft? – Dein Vater ruft dich, / renne, o Tochter,…“. Und das wird immer intensiver gesteigert: Nach dem Vater wird der Herr genannt, der ruft, dann der König, dann „Lord God“, dann der Brautraum – der Raum der Vereinigung mit Gott. Und jede Strophe erklärt kurz, wer der Rufende ist, was er tut. Das Gedicht endet: „Der, der dich liebt wie kein Mensch dich lieben kann, / bittet dich, ihm dein Herz zu schenken.“

Viel kommentiert wird das Gedicht „The Convent Threshold“. Ein langes Gedicht, das verschiedene Ebenen beschreibt, so ein Gespräch mit dem Geliebten, Gespräch mit Gott, Traum – wohl insgesamt ein Gespräch mit sich selbst, in dem Glaube und Zweifel miteinander ringen. In diesem Gedicht, das ich nur andeutend wiedergebe, fordert sie in einer stark an die Apokalypse des Johannes angelehnte Sprache auf, den Blick von der Erde weg hin zu der wahren Heimat zuzuwenden, die Augen auf das Paradies zu richten, statt auf die irdische Liebe. Das wahre Glück wird in der himmlischen Heimat sein – auch das Glück der Liebe. Aber voran gehen Umkehr, Buße, Loslassen dessen, was dem irdischen Menschen so wichtig ist. Einst war in ihrem Leben Gott äußerst bedeutsam, aber jetzt ist es ohne Gott Staub, müde, schmutzig. In den letzten zwei Strophen heißt es: „Ich wachte auf, betete gegen meinen Willen, / schlief wieder ein… / Dann stand ich auf und kniete und betete: / Ich kann die Worte, die ich sprach, nicht aufschreiben, / meine Worte kamen zögernd, meine Tränen waren wenig / Aber durch die Dunkelheit sprach mein Schweigen / wie ein Donnerschlag. Als der Morgen anbrach, war mein Gesicht verzerrt, mein Haar war grau, / gefrorenes Blut lag auf der Schwelle, / auf der ich im atemlosen Kampf lag.“ Ihr Gesicht ist nicht mehr das jugendliche Gesicht. Es ist wie hinter einem grauen Schleier verschwunden. Aber dann, im Paradies, wird dieser Schleier genommen und sie wird aussehen wie in der Zeit der alten Liebe (zu Gott).

Sie hat viele christliche Gedichte geschrieben. In „The love of Christ which passeth knowledge“ lässt sie Christus sein Leiden für den Menschen aussprechen: Er litt, wir können mit ihm die Krone des Lebens bekommen, wir ernten, weil er sich Mühe gab. Andererseits beschreibt sie ihr eigenes Leiden – und bittet dann Jesus, sie, die ein fallendes Blatt ist, zu beleben, sich in ihr zu erheben: „Ich habe kein Esprit, keine Worte, keine Tränen; / Mein Herz in mir ist wie ein Stein / Zu betäubt für Hoffnungen und Ängste. / Schaue rechts, schaue links, ich bin allein.“ In vielen Bildern beschreibt sie, wie kaputt sie ist. Zuletzt sieht sie sich als zerbrochene Schale, die Jesus in das Feuer werfen soll, um sie zu einem neuen königlichen Becher umzuschmelzen: „O Jesus, drink of me!“ Der Mensch ist sein eigener Verräter, sein tödlichster Feind, er verstopft selbst jeden seiner Wege, den er gehen will. Gott allein kann den Würgegriff lösen und befreien. („Who shall deliver me?“; auch hier: vgl. Paulus.)

Und so hat sie in ihren Gedichten viele überraschende Formulierungen. In „Advent“ heißt es: „Weinend halten wir ihn, der für uns geweint hat, / wir halten ihn fest, / Wir lassen ihn nicht los, / bis er uns gesegnet hat.“ Und in der letzten Strophe ruft sie aus, dass sie ihn in der ganzen Nacht festhält, bis der Morgen des Frühlings (Paradies?) anbricht und das von Tränen verschmierte Gesicht seine Worte hört: „Stehe auf, meine Liebe, meine Schöne, komm mit!“ Wie in all dem erkennbar, greift sie intensiv biblische Bilder und Sprache auf, kombiniert sie neu.

Es ist eine sehr emotionale, eine zuweilen gewalttätige Sprache, mit der sie den Glauben ausspricht. Erfahrungen des Kampfes, des Leidens, des Todes – vertragen wohl keine sanfte Sprache. Jugend und Schönheit sterben – das ist nicht zu beschönigen, das ist hart, auch wenn sie sieht: aber besser als Jugend und Schönheit ist die fröhliche Gemeinschaft mit den Heiligen, den Engeln, und dir, Herr, unsere Ruhe und Leichtigkeit. Das ist bei weitem besser als irdische Jugend und Schönheit. Warum schrecken wir vor der vollen Ernte zurück und sammeln lieber ein wenig von der Nachernte wie Ruth? So schreibt sie in „Sweet death“ (in Anspielung auf das Buch Ruth). Gott wird als einer erfahren, der Leiden lässt. Aber gleichzeitig („Consider the lilies oft he field“): „Sprich von seiner Liebe, der den Tau sendet, / auch Regen und Sonnenschein, / um einen kleinen Samen zu nähren.“ (In Aufnahme von Matthäus 6). Gott, Christus ist alles: „Schau auf mich, Jesus, in meine Einsamkeit: / Obwohl andere mir sagen: Nein – sag du: Ja; / Obwohl andere an mir vorbeigehen, halte an, um mich zu segnen. / Ja, du hältst bei mir an, im Nachtgebet; / Nacht des Schmerzes, Morgen der Freude: / Ich, Liebe, bin dein; Du, Herr, mein Gott, bist mein.“ So heißt es am Ende von „Old and new year ditties“. Sie fragt Jesus: Wie kannst du sagen, dass du mich liebst? Die Antwort der letzten Strophe: „Wenn deine Liebe nicht bloßer Hauch ist, / Ist meine Liebe wie deine – tiefe Antworten tief. / Frieden, Frieden: Ich gebe meiner Geliebten Schlaf, / Nicht Tod, sondern Schlaf, denn Liebe ist stark wie der Tod: / Habe Geduld; süß sei dein Schlaf, / Ja, aufwachen wirst du im Paradies mit mir.“ („When my heart is vexed, I will complain“) Der Mensch kann Gott nichts geben – außer sein Herz. Er kann nichts geben, außer Dornen. Dornen, die Gott mit Liebe und Frieden vergilt. In „The thread of life“ schreibt sie unter anderem: „Ich bin nicht, was ich habe oder was ich tue; / Was ich war, bin ich, ich bin sogar ich.“ Und endet das Gedicht: „Ich gebe mich selbst Ihm, der sich selbst für mich gegeben; / Der sich selbst für mich gegeben, bittet mich zu singen / Ein süßes neues Lied von seiner Erlösten, die er befreite; / Er bat mich zu singen: O Tod, wo ist dein Stachel? / Und zu singen: O Grab, wo ist dein Sieg?“ (in Aufnahme eines Wortes des Apostels Paulus). Und dieses Lied durchzieht viele ihrer Gedichte: Die Erlösung, das Leben nach dem Sterben.

In „All Thy works praise Thee, o Lord“ singt die Schöpfung einen großen Lobgesang. Sie glüht zu Gottes Herrlichkeit und tut Gutes. Nicht nur das Leben, auch der Tod preist und lobt Gott. Aber immer wieder das Leiden: „Neben deinem Kreuz hänge ich an meinem Kreuz in Scham / meine Wunden, Schwäche, äußerste Not schreien zu Dir: / Leite auch mich ins Paradies, auch mich / zur Ehre deines Namens.“ („Of Him that was ready to perish“) Sie sieht sich an der Stelle, an der ein Mitgekreuzigter mit Jesus am Kreuz hängt, seine Schuld erkennt und bittet (Lukas 23,39ff.). Karfreitagsgedichte finden wir häufig, also Gedichte, in denen sie sich unter dem Kreuz Jesu sieht. Sie sieht sich als „Thy little one.“ („It is finished“) Zudem gibt es – wie gesehen – viele Hoffnungsgedichte. Ein Beispiel „A hope of carol“ endet: „To-day or may be not to-day, / To-night or not to-night; / All voices that command or pray, / Calling me, / Shall kindle in my soul such fire, / And in my eyes such light, / That I shall see that heart´s desire / I long to see.“

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Baustile – Kirchenbau und Natur

Ab der Zeit Jesu – ca. 30 n. Chr.: Zusammenkünfte der Gemeinden draußen in der freien Natur, in Häusern von Menschen die reicher waren, die größere Räume hatten, über all da, wo es möglich war. Kirchen hatten die Gemeinden nicht. Wie Paulus sagte: Glaubende sind die Tempel, weil der Geist Gottes in ihnen wohnt.

Als die Christen anerkannt wurden, begannen sie auch zu bauen. Ab ca. 310 nach Christus als christliche Kirche: z.B. Konstantin-Basilika https://de.wikipedia.org/wiki/Basilika_(Bautyp)#Fr%C3%BChchristliche_Basiliken und: https://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Basilika.html

Ab ca. 1000: Romanik
Beispiele: https://www.kunstundreisen.de/kunst/stil-epochen/architektur/romanik-baustil.html

Ab ca. 1200: Gotik
Beispiele: https://www.kunstundreisen.de/kunst/stil-epochen/architektur/gotik-baustil.html Ich möchte an dieser Stelle nur auf das Doberaner Münster hinweisen: https://de.wikipedia.org/wiki/Doberaner_M%C3%BCnster#Gescheiterter_Antrag_auf_UNESCO-Weltkulturerbe

Ca. 15. / 16. Jahrhundert erhebt die Renaissance ihre Gebäude: https://de.wikipedia.org/wiki/Architektur_der_Renaissance Unter Werke „Bramante“ kann man sie besser erkennen: https://de.wikipedia.org/wiki/Donato_Bramante

Sogar der Manierismus (16. Jahrhundert; Spätrenaissance) hat seine Spuren auch in Deutschland hinterlassen. So wird die Innenausstattung einer kleinen Kirche diesem zugeordnet: https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2012/4/geniestreich-aus-holz.php

Ab ca. 16. Jahrhundert: Die Kirchen der Reformation – katholische Kirchen wurden übernommen aber umgebaut: Sie wurden einfacher gehalten, weniger kunstvoll und eine Kanzel rückte ins Zentrum.

Ab ca. 1700 setzte die katholische Kirche der protestantischen Schlichtheit barocke Kirchen entgegen. Die Protestanten ließen sich aber ein wenig anstecken: Reiche Gemeinden hatten Marmor und Gold. Arme Gemeinden malten ihre Kirche so an, als sei sie aus Marmor, als hätten sie Gold.

Einen kleinen Zeitraum gab es 18./19. Jahrhundert, in dem der Klassizismus manche Architekten erregte: Zurück in die Antike. Ein schönes Werk: https://de.wikipedia.org/wiki/La_Madeleine_(Paris) Überblick: https://www.goruma.de/kunst-und-kultur/bau-und-kunststile/klassizismus

Ab ca. 1850 gab es Rückbesinnungen, den Historismus, man baute wieder Kirchen, als kämen sie aus dem Barock (https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Neobarockes_Kirchengeb%C3%A4ude), als kämen sie aus der Gotik (https://de.wikipedia.org/wiki/Neugotik; vgl. Marktkirche Wiesbaden: https://www.marktkirche-wiesbaden.de/willkommen), als kämen sie aus der Zeit der Romanik (https://de.wikipedia.org/wiki/Neuromanik) usw.

Auch der Jugendstil (19. / 20. Jh) hinterließ in mancher Kirche ihre Spuren. Spannend finde ich die Kirche am Steinhof in Wien. Sie wurde unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von psychisch Kranken errichtet: https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_am_Steinhof

Kirchen vor ein paar Jahren – an manchen erkennt man noch, dass es sich um Kirchen handelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Moderner_Kirchenbau) – irgendwie unterscheiden sie sich aber meistens von anderen Gebäuden (https://weltreisender.net/die-10-spektakularsten-modernen-kirchen-1743/). Sie werden in Deutschland dem Funktionalismus zugeordnet. Und das Zeitalter des Beton (eine Spontanbezeichnung von mir) gibt den Phantasien großen Raum.

In Deutschland gibt es wohl kaum Megachurches (https://de.wikipedia.org/wiki/Megachurch), die wieder einen ganz eigen Charakter haben.

Heilige Räume: https://www.ekd.de/030402_barth.html

Was machen Räume mit uns Menschen? Warum sind Räume so gestaltet, wie sie gestaltet sind? Menschen verändern sich mit den Räumen – Räume verändern sich mit den Menschen. Manche alte und große Kirche, dunkel, wirkt deprimierend – in ihrer Zeit waren sie für Menschen sehr wichtig. Die Menschen der Zeit machen die Kirche. Alles muss stimmen: Gemäuer, Formen, Licht, Fenster, Inneneinrichtung in all ihren vielfältigen Bereichen. Und manche Kirchen sind zeitlos. Sie berühren Menschen durch alle Zeiten hindurch. Kirchen-Räume: Räume, in denen der Mensch sich Gott nahe fühlen kann. Wenn sie denn gelungen sind. Funktionsräume haben Funktion im Kontext der Zusammenkunft, aber nicht im Blick auf die Kommunikation mit Gott.

Kirchen heute dürften eher so gestaltet werden, dass sie mit der Natur eine Symbiose bilden: Große Fenster, Ausblick auf Wälder, Berge, Flüsse, Wiesen. Manche müssten dafür aber weit reisen. Darum müsste man die Natur in die Gebäude holen. Und damit wären wir wieder in der Anfangszeit, in der die Christen sich in der Natur getroffen haben, in Gottes schöner Schöpfung, den Kathedralen der Bäume.

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Laschet und Söder + Die Linke + SPD / Grüne / FDP + Impfungen für Kids / Impfdurchbrüche + Großer Zapfenstreich + Afghanistan

Laschet und Söder

Es ist klar. Wenn eine Führungsfigur einen Rückschlag erlitten hat, dann kommen all die kleinen Figürchen aus den weiteren hinteren Reihen, um nachzutreten. Man hat Angst, dass man sonst unter die Räder kommt, denn die Nachrückenden werden sicher genau schauen: Wer hat was gemacht, wie hat er/sie sich positioniert. Aber diejenigen, die vorher nichts gesagt haben und jetzt nachtreten, sollten sich zurückhalten.

Und dann gibt es diejenigen, die schon alles gewusst haben und mit der Führungsfigur von Anfang an nicht einverstanden waren. Dass sie nachtreten ist ebenso peinlich. Denn: Sie gehören alle einer Partei an. Die Partei hat gleiche Ziele. Und nun gilt es, zusammenzuhalten, statt herumzutreten. Sie haben alle still gehalten, als Merkel ihre Partei umgekrempelt hat. Und nun müssen sie gemeinsam dran gehen, und die Neuorientierung der Partei in Angriff nehmen, statt aufeinander rumzuhacken.

Ich kann verstehen, wenn manche sauer sind, weil ihre persönliche Zukunft durch das Wahldebakel durcheinander geraten ist. Aber: Das Prinzip Merkel (sensibel für Mehrheitsströmungen in der Gesellschaft sein und durch Lavieren anderen Parteien die Wähler wegschnappen) funktionierte nur bei Merkel. Und so hätten viele schon vorher Rückgrat haben sollen und sagen: Wir müssen an einem Profil unserer Partei arbeiten. Was wollen wir? Welches Menschen- und Weltbild haben wir? In welche Richtung soll unsere Gesellschaft gestaltet werden? Links der Mitte tummeln sich schon viele. Sollten wir die wieder zu Wort kommen lassen, die stärker die politische Mitte fördern? Jetzt benötigt man Rückgrat in der CDU.

Und damit sind wir bei Söder. Ich bin froh, dass er nicht als Kanzlerkandidat gewählt wurde. Seine Verhaltensweise ist so, wie ich sie mir von einem Kanzler nicht wünsche. Was soll das? Er hat ja selbst Schuld daran, dass er nicht gewählt wurde. Er hat so lange die Medien spekulieren lassen: Macht er den Kanzler, macht er ihn nicht, und als er dann endlich seinen Hut in den Ring geworfen hat, war es einfach schon sehr spät. Er hatte wahrscheinlich erwartet, dass das CDU-Präsidium ihn bitte bittet: Machst du den Kanzler? Er hat zu lange gewartet. Und auch hier: Jetzt geht es wieder dran, ein Profil zu entwickeln, statt das Prinzip Merkel zu kopieren.

Ob die so genannte Mitgliederbeteiligung ein Mittel aus der Misere ist, wage ich zu bezweifeln. Man sollte die aktive Basis in den Orten mehr berücksichtigen, die das Ohr schon in der Bevölkerung haben. Ich vermute, auf die hat man zu wenig gehört und abgekanzelt. Und wenn man jetzt wieder alle Mitglieder befragen sollte, würde man die Aktiven umgehen. Und das wäre für die Aktiven nicht unbedingt Ansporn, sich einzubringen. Und ob eine neue Generation an die Macht gezerrt werden muss, halte ich auch für eine sonderbare Forderung. Man sah es ja schon am Fußball. Es muss ein Ineinander geben. Menschen müssen Erfahrungen weitergeben – das ist ja Kennzeichen des Menschen, dass er nicht alle Fehler wiederholen muss, er hat die Möglichkeit, zu lernen. (Zumindest rein theoretisch.)

Die Linke

Die Linke ist in der Auseinandersetzung: CDU oder SPD wahrscheinlich zerbröselt worden. Ein Teil der Linken hat dann doch lieber SPD gewählt. Und nun sind die anderen irgendwie doch noch in den Bundestag gerutscht – und es stellt sich die Frage: Wagenknecht ja oder nein… Auch sie stehen vor der Frage: zerbröseln wir uns weiter zu Randfiguren oder versuchen wir ein Profil zu gewinnen? Die Chancen stehen gut. Die SPD darf nicht mehr allzu links sein, da sonst die Koalition gefährdet ist. Versucht sie sehr links zu sein, weil extreme Randgruppen sie linken, könnte es gefährlich werden mit Blick auf Koalition und bei der nächsten Wahl. Von daher: Baut ruhig euer Linkssein auf – vielleicht kommt dann in vier Jahren eure Chance. Spannend wird, werden sie Richtung Wagenknechts Realismus gehen oder dann doch lieber kommunistischen Träumereien nachhängen?

SPD / Grüne / FDP

Diese drei Parteien haben sich an die Spitze herangetastet. Sie haben Erwartungen geweckt – und es ist spannend, wieweit sie die Erwartungen einlösen können. Sie haben in der SPD und bei den Grünen allerdings erst noch ihre schwere Zeit vor sich, weil die Extremisten der beiden Parteien auch ihren Tribut fordern. Und dann muss die FDP überlegen, ob sie da noch mitmachen kann – und kommt selbst in Turbulenzen. Schon wieder „Nein“ sagen? In vier Jahren haben dann SPD und Grüne einer mächtigen außerparlamentarischen extremen Gegenposition zu Widerstehen. Wenn sie es tun und in der Mitte bleiben, haben sie dann eine Chance, noch einmal gewählt zu werden. Geben sie nach: dann Abdankung.

Vorher ging es weitgehend nur gegen AfDler – sind das Anzeichen für das, was auf uns zukommen wird? Linke Extremisten / linke Spaß Extremisten (wir wollen ja nur spielen!) https://rp-online.de/nrw/staedte/leichlingen/vermummte-attackieren-das-haus-von-innenminister-herbert-reul_aid-63435623

Und die CDU bekommt wieder eine Chance. Wenn sie bis dahin ihre Selbstzerfledderung aufgegeben und eine neue gute konservative Richtung gefunden hat, eine, in der sie vielleicht manche aus der AfD zurückholen können. <Wird wahrscheinlich sein, weil an den jeweiligen Rändern immer Gruppen/Parteien entstehen. Also regiert Rechts (CDU) entsteht am rechten Rand eine Gruppe. Regiert links, entsteht am linken Rand eine Gruppe bzw. wird die linkere Gruppe gestärkt. Und da die Grünen rechts/links sind, wird sich einiges Extreme mit Blick auf die Umwelt herausbilden. / Es geht allerdings nicht darum, sich aus opportunistischen Gründen der AfD anzupassen, sondern einen glaubwürdigen konservativen Weg einzuschlagen.> Die FDP allerdings muss immer ein wenig Opposition in der Regierung bleiben, damit sie dann in vier Jahren wieder mit der CDU arbeiten kann.

Impfungen für Kids + Impdurchbrüche

Vorsicht wird empfohlen: https://www.berliner-zeitung.de/news/studien-hat-die-stiko-das-risiko-nach-einer-impfung-bei-kindern-unterschaetzt-li.187906

Dass die Zahl der Impfdurchbrüche gestiegen sind – es war zu erwarten. Die Impfung ist kein Allheilmittel. Verschiedene Komponenten sind bekanntlich zu beachten. Und so wird die Politik – wenn sie denn nicht sagt: Wir lassen jetzt mal alles so, als wenn es eine Grippe wäre – dann wieder Maskenpflicht und Abstandsregeln auch für Geimpfte und Genesene einführen. Und die Tests natürlich auch. Denn auch Geimpfte und Genesene wollen wissen, ob sie den Virus in sich tragen. Nun muss man aber erst abwarten, bis sich die neue Regierung gebildet hat. Im Augenblick herrscht wohl Handlungsunfähigkeit. Der Virus freut sich.

Gegen den Großen Zapfenstreich

Da sind ein paar Pastoren dagegen, dass die EKD am großen Zapfenstreich mitmacht. Kirche ist noch ein Teil der Bevölkerung. Sie sollte da sein, wo Menschen sind. ich habe immer irgendwie Aversionen gegen ideologische Reinheitsgedanken. Zur Zeit Jesu galt es darum, religiös rein zu sein. Möglichst nicht irgendwie religiös sich zu beflecken. Heute gibt es die politisch Reinen: Möglichst nicht politisch unrein werden. Was unrein ist, das bestimmen natürlich die Absonderer, die sich für dieses und jenes zu fein halten: https://www.welt.de/politik/deutschland/article234349628/EKD-Pastoren-gegen-Teilnahme-an-Grossem-Zapfenstreich-in-Berlin.html

Manchmal habe ich auch Sehnsucht nach Purismus. Die kleine reine christliche Kirche. Und dann – dann schaue ich in den Spiegel und sage mir: Oh Gott, danke, dass Du mir vergibst – und mich zu den Menschen schickst. Wer und wie sie auch sind.

Afghanistan

Ein Korridor, der Flüchtlinge aus Afghanistan nach Europa bringt, kann doch nicht die Lösung sein! Da können wir viele weltweite Korridore anlegen: Myanmar, Belarus, China, Pakistan, Indien, Mali, usw. usw. usw. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/g-zwanzig-afghanistan-101.html

Nur weil man politische massiv versagt hat, kann man doch nicht das Versagen dermaßen vertiefen.

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Schöpfer bewahren

Alle Welt kümmert sich darum, die Schöpfung zu bewahren – allen voran die Kirchen.

Sehr gut.

Nur: Ist es nicht auch Aufgabe der Glaubenden, den Schöpfer zu „bewahren“,
massiv dazu beizutragen, dass er nicht aus den Köpfen verschwindet?

Sich um Schöpfung kümmern, ohne den Schöpfer zu bewahren,
führt zu Allmachtsphantasien des Menschen.

Zum Schaden der Schöpfung: auch der gutmeinende Mensch.

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Suchtprobleme + Lehrergesundheit + Kirchliches Nichts + Energiechaos + SPDs Superspreader Event / keine kostenlosen Tests mehr + Schlägereien + Grüne unter Druck + Merkel in Israel

Suchtprobleme

Die USA hat Suchtprobleme: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/usa-kosten-drogenabhaengige-arbeitnehmer-101.html

Wir werden sie auch immer stärker bekommen.

Wenn der Mensch herumirrt wie die Schafe ohne Hirten, so das Bildwort von Jesus, landen sie bei allem möglichen: auch in der Sucht.

Lehrergesundheit

Was Stress verursacht. Unter vielem anderen: Schüler, die nicht kooperationsbereit sind, und die Zeit, die für Aufgaben außerhalb des Unterrichts in Anspruch genommen wird: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/lehrergesundheit-baerbel-wesselborg-was-den-lehrerberuf-so-stressig-macht/

Kirchliches Nichts

In einer protestantischen Zeitschrift, die von dem EKD-Bischof mit herausgegeben wird, finden wir im Editorial durch den Chefredakteur (!) den Hinweis, dass eine Todesnachricht eingetroffen sei. Und was folgt? Ein Rilke-Zitat. Mehr nicht. Ein Rilke-Zitat, das den Tod erhebt. Mehr nicht. Der Tod siegt über die Evangelische Kirche? Hat sie mehr nicht zu sagen?

Energiechaos

Es gibt schon Anzeichen für Energiechaos: zu teuer, zu unsicher – die Strom/Netz-Schwankungen kosten manchen Firmen viel Geld, Material muss vernichtet werden = Energieverschwendung, Ressourcen-Verschwendung. Und dann setzt man auf Strom, weiß nicht woher, weiß nicht wann, und treibt die Preise in die Höhe. Atom: weg, Kohle: weg, Holz: weg – ach so, die Ausbeutung der Wälder – natürlich nicht in Deutschland – puh, noch mal Glück gehabt – geht wegen Pellets weiter. Öl weg – und der Traum von irgendwelchen Zukunftsplaner*innen: Auch Gas weg. Dann, Folge: Firmen weg. Geht nicht: man zwingt sie finanziell, hier zu bleiben. Firmen gehen pleite. Wirtschaft geht baden, Infrastruktur geht baden – geht doch nicht baden! Klimawirtschaft wird boomen!? Das sind Wohlfühl-Träume – schön, wenn es Wirklichkeit wird. Noch sind es nichts als Fundament lose Träume. https://www.focus.de/finanzen/boerse/konjunktur/wieder-mehr-strom-aus-kohle-mehr-strom-aus-kohle-deutsche-energiewende-dreht-ploetzlich-um_id_24264056.html

Und die sozialen Folgen? http://zeit.de/wirtschaft/2021-10/inflation-verbraucherschuetzer-energiepreise-benzinpreise-vzbv-soziale-ungleichheit

Der Staat ist pleite – natürlich nicht so, dass er runter-gerankt wird – aber er benötigt mehr Geld: https://www1.wdr.de/nachrichten/hoehere-bussgelder-fuer-falschparker-und-temposuender-100.html – Quatsch, es geht nicht um den Staat der mehr Geld benötigt: Es geht um den Schutz von Fußgängern und Radfahrern. Ach so. Was mir freilich gefällt: Verursachen von unnötigem Lärm und vermeidbarer Abgasbelästigung: 100€. Was ist freilich: vermeidbare Abgasbelästigung? Bald wird es wohl so sein: Wenn einer einen Diesel/Benziner fährt? Aber das mit dem unnötigen Lärm ist klasse. (Dazu s. : https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/unnoetiger-laerm-und-vermeidbare-abgasbelaestigungen-beim-autofahren-3200958 )

Ohne eine sichere Wirtschaft kann Klimaerwärmung nicht bekämpft werden – Geld fehlt!

Hier kann man sehen, wo der Strom ausfällt: https://xn--strungsauskunft-9sb.de/stromausfall

Preistreiber Staat: https://www.focus.de/finanzen/gastbeitrag-von-gabor-steingart-strom-gas-benzin-wir-erleben-den-anfang-einer-staatlich-gewollten-preis-orgie_id_24315071.html Er schlägt finanziell zu – und versucht mit ein paar Trostpflästerchen die Bevölkerung einzulullen.

SPDs Superspreader Event + Keine kostenlosen Tests

Schon länger her – gibt dennoch allen zu denken – es wird laviert und laviert…: https://www.focus.de/finanzen/boerse/konjunktur/wieder-mehr-strom-aus-kohle-mehr-strom-aus-kohle-deutsche-energiewende-dreht-ploetzlich-um_id_24264056.html

Keine kostenlosen Tests mehr

Bin gespannt wie sich das auswirken wird. Eine Schattenpandemie wird zu recht befürchtet. Vor allem befürchte ich das auch, weil Geimpfte und Genesene auch Überträger sein können, die noch eine gewisse Narrenfreiheit genießen dürfen. Die finde ich übrigens richtig, aber angesichts der vorherigen Überreaktionen sonderbar. Aber egal. Staat muss erst mal sparen und hoffen, dass das Sparen nicht teuer wird, weil zu früh gespart wurde. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/ende-kostenlose-tests-101.html

Schlägereien

Man hat in letzter Zeit den Eindruck, Schlägereien werden zu einem Massenphänomen. Ja, ja, der Herbst. Der bringt die alten Germanen durcheinander – und solche, die ins alte Germanien zugewandert sind. Leider gibt es dabei auch sehr schwer Verletzte; https://www.focus.de/panorama/in-essen-14-jaehriger-bei-schlaegerei-lebensgefaehrlich-verletzt-verdaechtigter-noch-auf-freiem-fuss_id_24316641.html Und: https://www.focus.de/panorama/welt/nachbarschaftsstreit-eskaliert-klingelstreich-sorgt-fuer-massenschlaegerei-fuenf-beteiligte-in-klinik_id_24318637.html

Grüne unter Druck

Eine Radikalisierung und Kompromisslosigkeit in bestimmten Teilen der Grünen und der SPD-Linken ist zu befürchten – zeichnet sich schon ab: https://www.focus.de/politik/deutschland/junge-wir-werden-dieser-regierung-dampf-machen-gruene-jugend-findet-union-zukunftsfeindlich-macht-aber-auch-spd-klare-ansage_id_24319115.html

Bin gespannt, wieweit der links und anders extreme Rand in der Republik sich in den nächsten drei Jahren immer breiter machen wird und wie die verantwortlich denkenden SPDler und Grüne damit umgehen werden. Kriechen oder stark?

Vorzeichen stehen nicht gut: Es gibt auch einige, die schon jetzt manche Absurdität deutlich werden lassen – und werden entlassen: https://www.emma.de/artikel/gruener-mann-entlassen-338959

Merkel in Israel

An Merkel weiß Israel, was es hat. Wie die neuen politischen Kräfte in unserem Land agieren werden, weiß man nicht. Der gute Wille bei Scholz ist da. Aber machen seine Mitgenoss*innen in den unteren Rängen das mit? https://www.tagesschau.de/ausland/merkel-israel-115.html Nach all dem, was in den letzten Jahren so lief, kommen ernstliche Zweifel auf.

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