Maler 75: John Constable

Wie ein Maler die Welt sieht – John Constable: die Natur wird durch das Gefühl gefiltert. Natur verändert sich – diese Veränderungen berühren emotional. Das wollte er mit seinen Bildern bewirken. Die Landschaft wird der Historienmalerei entgegengesetzt. Noch mehr Akzente setzt er mit seiner Landschaftsmalerei: Die Industrialisierung ist Mode – zerstört Landschaft und Tradition.

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Wiederholung dessen, was ich unter bisherigen Malern schrieb:

Wie Malerinnen und Maler die Welt und die Zeit sehen, in der sie leben. Das finde ich immer wieder spannend. Bislang habe ich 68 Welten und Zeiten vorgestellt. Nicht nur sehr bekannte Malerinnen und Maler. Nicht unbedingt gehören alle zu den berühmtesten Künstlerinnen und Künstler. Aber darauf kommt es mir auch nicht an. Mir kommt es, wie geschrieben, darauf an, wie sie ihre Welt und ihre Zeit sehen.

Hintergründe und Kleidung sind auch zu beachten. So die Bilder mit biblischen Motiven: Wie setzen sie das in ihrer Zeit um? Welche Vorstellungen hatten sie von der Lebensweise der Menschen in biblischen Zeiten?

Aber nicht allein das wird erkennbar, sondern auch ihre Weltanschauung, ihr Glauben lässt sich ein wenig erahnen – erahnen darum, weil so manche Werke Auftragsarbeiten sind, die nicht unbedingt ihre Sicht wiedergeben. Er malte zum Beispiel viele Andachtsbilder – was zeigen sie? Die enge Verbundenheit des Jesuskindes mit seiner Mutter. Formales wird menschlich. Das Jesuskind wird nachdenklich. Das Licht kommt aus den Figuren. damit hat er die Strömung seiner Zeit, die Devotio Moderna (die neue Frömmigkeit, die Gottes Nähe betonte) wiedergegeben, weil sie wohl auch seinen eigenen Glauben widerspiegelt.

Sie sehen also nicht nur die äußere Welt mit den Augen der Zeit, sondern empfinden als große Künstler auch das, was ihrer Zeit wichtig ist – und können es auch wiedergeben.

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