
An dieser Stelle ist Jan Milič Lochman (1922-2004) zu nennen. Er war Professor in der von Kommunisten beherrschten Tschechoslowakei, bevor er nach Basel wechselte. Er unterschied zwischen politischer Theologie, das heißt einer Theologie, die sich um gesellschaftliche Fragen kümmerte, und einer politisierten Theologie, das heißt, dass sich eine Weltanschauung / Politik der Theologie bemächtigt hat. Glaube wird der Weltanschauung unterworfen. Christen sollten in einer sozialistischen Gesellschaft nicht einfach nur opponieren, sondern an dem mitarbeiten, was gut ist für Menschen. Da aber der Sozialismus stark materialistisch denkt, in ihm die Menschenrechte mit Blick auf die Würde der Person dem Kollektiv untergeordnet werden, ist ein Zusammengehen beider nur begrenzt möglich. Sozialismus hat als Motto: Befreiung der Menschen – aber weil er die Personen / Individuen der Gemeinschaft unterwirft und die materialistische Weltanschauung erzwingt, nimmt er Freiheit und Würde.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass das strenge Sozialistische Menschenbild und das christliche Menschenbild sich aneinander reiben. Das ist auch im nächsten Abschnitt zu sehen. Es geht also nicht nur um dies und das – es geht um die Frage: Wer ist der Mensch? Wer interpretiert den Menschen in seinem Wesen richtig – und was bedeutet das für das menschliche Handeln?
(Dass Sozialisten auch nicht so ganz unisono mit Christen sind, zeigt der weitere Kontext; aus: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/ernesto-cardenal-katholische-kirche-und-kommunismus/ )
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