Licht-Schatten – brutale Welt – gestern hatte ich einen Maler, dem es auch um Licht ging – aber eben nicht um die Kontraste, sondern um Harmonien. Caravaggio (1571-1610) ist ein Extremer: Licht zerrt aus dem Dunkel, Licht konzentriert, fokussiert das Dargestellte. Keine Ablenkung durch Hintergründe aus der Natur. Keine Heiligen der Tradition waren so sehr in seinem Blickfeld, auch keine verschwommenen gesichtslosen Menschen, wie in unserer Zeit: Straßenmenschen werden ins Licht geholt, auch um Heilige zu malen: Gott im unscheinbaren Menschen, den er durch seine Malerei ins Licht zieht. Meine Frage ist – ich bin ja kein Caravaggio-Kenner – zieht er damit, dass er die Menschen ins Licht rückt, sie in das Licht der enthüllenden Gnade Gottes? Er selbst hatte ja jemanden getötet – sieht er sich selbst in dem Licht? Als Erlöster oder als einer, dessen Tat von Gott ans Licht gebracht wurde? Er, der auf der Flucht ist, dem Tod ausgeliefert – beschreibt drastisch den Tod – im Licht? Das Licht innerer Harmonie war gestern Thema (s. Lebourg) – bei Caravaggio trifft das Licht auf Konflikte des Menschen, auf Spannungsreiches Leben. Das Licht durchdringt nicht die gesamte Landschaft – sie fokussiert den Sünder.
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