Erdogans Ehrlichkeit

Was ich an Erdogan mag: Er sagt, was er denkt: https://www.welt.de/politik/deutschland/article181700616/Erdogans-Rabia-Geste-Abdel-Hakim-Ourghi-erklaert-die-Bedeutung.html

Er ist ein typisches Beispiel dafür, dass man hinterher nie sagen kann: Das habe ich aber nicht gewusst.

Und alle, die ihn hofieren, zeigen, wie sie sich um seinen Finger wickeln lassen, dass sie ihn nicht ernst nehmen.

Von daher ist eine gewisse Kälte bzw. Distanziertheit des Empfangs – wie sie zumindest öffentlich dargestellt wird – gut.

Türkei: Ja. Erdogan: So nicht.

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6 Replies to “Erdogans Ehrlichkeit”

  1. Die moralischen Vorwürfe sind Verzweiflungsakte der Demokraten, weil sie ihm sonst nicht das Wasser reichen können? Wirtschaftspolitisch müssen sie ansetzen. Nicht moralisch.
    Das sagt ausgerechnet ein Theologe???
    Politik kann nur dann den Menschen dienen, wenn sie moralische, bzw. ethische Aspekte nicht außen vor lässt.
    Crooked Donald Dumm arbeitet nur für sich und die Interessen seiner Milliadärs-Clique. Wie verwerflich ist es da, dass ihm trotzdem Millionen von Evangelikalen und hohe „christliche Würdenträger“ die Stange halten?
    Da zeigt sich auch wieder das hässliche Gesicht der Religion: im Verbund mit den Mächtigen gegen die Bevölkerung.

    Erdogan ist bewundernswert, weil er nicht aufgibt.
    Ach, dann bewundern Sie mit der selben „Logik“ wahrscheinlich auch Hitler, weil er bis (fast) zum Ende durchgehalten hat und den schon lange verlorenen Krieg nicht aufgab? Toll, wirklich toll!

    EgoWahn ist ein über Leichen gehender Machtmensch und Möchte-gern-Diktator, der nichts weniger verdient hat als Bewunderung, dafür aber die tiefste Verachtung jedes anständigen Menschen.
    Auch scheint es Sie nicht im mindesten zu stören, dass er eine radikale und rückständige Religion durchzusetzen versucht, die im 21. Jhdt. absolut nichts zu suchen hat. Gemäß dem Sprichwort: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus?

    1. haben Sie meinen Text wirklich gelesen? Nicht nur auf einzelne Worte anspringen – sondern auf die Intention des Textes reagieren. Vielleicht habe ich mich ja auch dermaßen falsch ausgedrückt, dass man das Gegenteil von dem versteht, was ich schrieb – aber in einem Nachlesen kann ich es nicht erkennen.

  2. Was ich an Erdogan mag: Er sagt, was er denkt:
    Mag sein, nur leider ist es bei EgoWahn mit dem Denken nicht sehr weit her.

    Eine gewisse Bauernschläue, gepaart mit Skrupellosigkeit, kann man ihm wohl nicht absprechen, aber Denken auf Basis einer belastbaren Faktenlage ist sein Ding nicht.

    Es belustigt mich immer wieder, wenn ich an seine Rede denke, bei der er die ebenso tollkühne wie natürlich nachweislich falsche Behauptung aufgestellt hat, dass Amerika in Wirklichkeit von türkischen Muslimen entdeckt wurde.

    Ganz offensichtlich wie sein Bruder im Geiste, Crooked Donald Dumm ein Mensch, den nicht die Bohne interessiert, ob das, was er sagt, faktisch haltbar ist oder nicht.

    1. Mag ja alles sein. Aber sich selbst überheben und andere unterschätzen – das ist gefährlich.

      1. Ich weiß jetzt nicht, wer sich hier über wen erheben soll und das Unterschätzen ist auch nicht zutreffend, denn diesen beiden Typen ist alles zuzutrauen: die gehen nachweislich über Leichen!

        1. Wohl zum Teil bildhaft gemeint.
          *
          Die Gegner von Trump machen den Fehler, ihm moralisch beikommen zu wollen. Man muss ihn da bekämpfen, wo er am Stärksten ist bzw. zu sein behauptet: Frage der Wirtschaft.Alles andere kommt nicht politisch an ihn heran. Erst Frauensachen, dann Steuerhinterziehung, dann die ganzen Vorwürfe wegen Russland, dann eine Menge Vorwürfe gegen seine psychische Verfassung – die Wähler haben ihn nicht als Moralapostel gewählt, sondern weil er wirtschaftliche Stärke versprach. Die moralischen Vorwürfe sind Verzweiflungsakte der Demokraten, weil sie ihm sonst nicht das Wasser reichen können? Wirtschaftspolitisch müssen sie ansetzen. Nicht moralisch. Vielleicht klappt es ja irgendwann, ihn auf der moralischen Ebene besiegen zu können. Aber das würde seine Anhänger nicht überzeugen.
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          Was Erdogan betrifft: Ich habe schon gegen ihn im Blog geschrieben, als er in Medien noch mit Samthandschuhen angefasst wurde. Er hat das Militär bekämpft – klasse!, Er hat die Wirtschaft gestärkt – klasse! Das änderte sich im Wesentlichen erst, als 2013 die Ereignisse um den Gezi-Park und den Taksim-Platz die liberalen Gemüter erregten. Aber der Kampf gegen das Militär war geprägt von seinen langfristigen Zielen. Und die hat er. Er möchte ans osmanische reich anknüpfen und darüber (über Wien) hinaus nach Europa seine Hände ausstrecken. Er versucht die Turkvölker zu verbinden, versuchte Assad mit Hilfe des Westens zu bekämpfen – was ihm beinahe gelungen wäre, nun wendet er sich Putin zu, weil er hofft, damit die Herrschaft über Syrien zu bekommen. Über die Ditib und andere versucht er, seine Leute an der Leine in Europa zu halten (Brückenköpfe für seinen türkischen Islam: Moscheen = Kasernen, Minarette = Bajonette, Kuppeln = Helme, Gläubige=Soldaten …
          Erdogan ist bewundernswert, weil er nicht aufgibt. Man denke neben dem Genannten an den Versuch, Ägypten zu beherrschen, über die Muslimbrüder, er versuchte sich mit dem Iran zu verknüpfen,… Zu diesem ganzen Bestreben gehört auch das mit der Entdeckung Amerikas. Er versucht, die Muslime groß zu machen – das sind eben keine Worte an die Welt, sondern an die Muslime. Erdogan verfolgt seine politischen Ziele heftigst – und er scheint auch ein emotional gut anregender Redner zu sein. Von daher sollte man nicht denken, er denke nicht, oder es sei eher zufällige Bauernschläue.
          Von daher meine Warnung.

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