5 Replies to “Dankbarkeit befreit”

  1. Derjenige, der Gott dankbar ist, sieht gerade in der Ablehnung Gottes durch den Menschen eine unübertreffbare Selbstgefälligkeit.

    Was natürlich komplett daneben ist. Der Gläubige muss doch nachvollziehbare Gründe beibringen, warum man ausgerechnet an seinen Gott glauben soll, wo doch die Auswahl mehrere Tausend Götter umfasst.
    „Ich glaube an meinen Gott, weil ich in seine Religion hineingeboren wurde und das muss reichen!“ reicht als Argument eben nicht. Ich glaube an Ihren Gott aus dem selben Grunde nicht, aus dem Sie Allah, Krishna, Wotan, Zeus, Baal, u. v. a. nicht akzeptieren: es fehlt JEDER überzeugende Beleg für deren Existenz.

    Und dann folgt aus Dankbarkeit, …

    Ich bleibe dabei: wer seinem Gott dankbar ist, fühlt sich als etwas besseres als seine Mitmenschen, weil sein Gott ihn vor den anderen auszeichnet. Oder können Sie einen plausiblen Grund dafür nennen, warum ihr Gott nicht alle Menschen gleichmäßig beglückt?

    1. Dankbarkeit ist nicht Folge von Beglückung. Man nimmt auch in unglücklichen Zeiten Gottes Handeln wahr. Manche Menschen nehmen nie Gottes Handeln wahr – auch nicht in guten Zeiten. Von daher liegt ihnen dieser Blick insgesamt fern. Somit ist höchstens das Dankbar sein können eine Auszeichnung.
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      Der Mensch ahnt, dass es Gott gibt. Der Mensch füllt diese Ahnung in unterschiedlichster Weise. Daraus folgen Religionen. Innerhalb der Religionen können Menschen andere Wege gehen, eben weil sie Gott anders interpretieren. Die Vielfalt ist Folge der Freiheit.
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      Glaubende, die ihren Glauben reflektieren, können begründen, warum sie an den Gott glauben, an den sie glauben.
      Zudem: Der christliche Glaube hat viele Menschen aus anderen Ländern überzeugt. Die Basis sind Worte und Handeln Jesu Christi, wie das neue Testament sie beschreibt. Dann modifiziert man als Glaubender das aufgrund seiner Tradition (Inkulturation), aufgrund seinen persönlichen Erfahrungen usw. Aber die Basis der Christen ist gleich, das Zentrum. Freilich weiß auch ich, dass nicht jeder, der getauft ist bzw. sich als Christ bezeichnet, auch von der genannten Basis her als ein solcher angesehen werden kann. Letztlich bleibt dieses Urteil aber Gott überlassen, sodass argumentative Auseinandersetzung um den Glauben die positive Folge ist.

      1. Der Mensch ahnt, dass es Gott gibt.

        Das ist definitiv falsch. Der Monotheismus, also der Glaube an den einen Gott, den Sie für sich reklamieren, ist relativ jung. Davor glaubten die Menschen an eine beseelte Natur, später an viele Götter, die gleichzeitig existierten. M. a. W.: die Menschen hatten keine Ahnung. 🙂

        Die Vielfalt ist Folge der Freiheit.

        Nein! Das, was Sie Vielfalt nennen, ist ein chaotisches Durcheinander, das allein der Tatsache geschuldet ist, dass Menschen, die sich einen Gott/Götter wüschen, um die Welt „erklären“ zu können, zu 100% auf Spekulationen angewiesen waren und noch sind. Dass sie dabei scheinbar logische Erklärungen aus älteren Sagen/Schriften übernommen haben, macht die Sache nicht richtiger – im Gegenteil. Heute wissen wir, dass praktisch alle Religionen mit ihrer Welterklärung völlig daneben liegen.

        „Gott schafft eben durch Evolution“ ist mehr eine verzweifelte Ausrede als dass sie einen Anspruch auf Gültigkeit erheben könnte.

        Glaubende, die ihren Glauben reflektieren, können begründen, warum sie an den Gott glauben, an den sie glauben.

        Wobei diese „Begründungen“ keiner objektiven Überprüfung Stand halten. Fordern Sie doch einen Moslem, Hindu oder einen anderen Gläubigen einer x-beliebigen Religion auf, seinen Glauben zu begründen und Sie werden im Wesentlichen auf die gleichen (falschen) „Argumente“ treffen, mit denen Sie auch Ihren eigenen Glauben zu begründen versuchen.

        Der christliche Glaube hat viele Menschen aus anderen Ländern überzeugt.

        Das trifft gleichermaßen auf den Islam und JEDE andere Religion zu, die sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst viele Menschen zu missionieren.
        Wobei der Islam eindeutig erfolgreicher ist, was wohl auch daran liegt, dass er mit rigoroseren Methoden vorgehen kann und nicht überall den demokratischen Beschränkungen unterliegt, die für das Christentum dank der Aufklärung gelten.

        Die Basis sind Worte und Handeln Jesu Christi, wie das neue Testament sie beschreibt.

        Wobei allerdings das NT wegen seiner Widersprüchlichkeit aufgrund der Tatsache, dass es verlässliche Berichte über das, was Jesus – einmal unterstellt, es gab ihn wirklich – gesagt und getan haben soll, nicht gibt und dass nachgewiesener Maßen viele Teile des NTs, z. B. die Wundergeschichten, als reine Fantasieprodukte gewertet werden müssen.

        Letztlich bleibt dieses Urteil aber Gott überlassen, sodass argumentative Auseinandersetzung um den Glauben die positive Folge ist.

        Non sequitur: Etwas, das nicht (wahrnehmbar) existiert (ein Urteil Ihres Gottes), kann keine Folgen haben. Und dass die Auseinandersetzungen um den Glauben positive Folgen haben kann, verweisen Millionen von deswegen ermordeter Menschen ins Reich der Fabel. Leider geht der Kampf auch heute noch weiter und es sterben immer wieder Menschen, weil sie den „falschen“ Glauben haben, auch unter Christen.

  2. Einfach nur eine hohle Phrase mit einem bunten Bild als „Thread“ zu posten, zeugt nicht gerade von Souveränität.

    Dankbarkeit ist sicherlich eine gute Charaktereigenschaft, allerdings nur dann, wenn nachvollziehbar ist, wem die Dankbarkeit gebührt.

    Einem Menschen, der mir Gutes tut, kann ich dankbar sein.

    Wenn ich aber durch einen Zufall aus einer gefährlichen Situation entkomme, ist da nichts, dem ich Dankbarkeit gegenüber äußern könnte, es sei denn, ich unterliege der arroganten bis größenwahnsinnigen Illusion, dass ausgerechnet ICH gerettet wurde, während Tausende anderer in einer vergleichbaren Situation nicht „behütet“ wurden.

    Ein „Gebet der Dankbarkeit“ gen Himmel ist an Selbstgefälligkeit nicht zu übertreffen!

    1. Derjenige, der Gott dankbar ist, sieht gerade in der Ablehnung Gottes durch den Menschen eine unübertreffbare Selbstgefälligkeit. So sind wir Menschen.
      „Ich bin glücklich!“ – „Papperlapapp – diese Aussage ist selbstgefällig, egoistisch, denk an die vielen Leidenden!“
      Wir Menschen stehen nun einmal im Mittelpunkt unserer Selbst – wenn wir Gott haben, kreisen wir um ihn. Und dann folgt aus Dankbarkeit, wie mal einer sagte: Dank-Arbeit. Das heißt: Der Dankbare gibt weiter, damit auch andere dankbar sein können.
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      Apropos „hohle Phrase“: Sehen Sie an Ihrem Statement, auf was für Gedanken Menschen alles kommen können? Ist das nichts, dass solche und vielfältig andere Gedanken – je nach Individuum, das diese Aussage liest – ausgelöst werden?

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