Das Böse 3

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Man kann also erkennen, dass das Böse unterschiedlich konnotiert wird:

a) der Mensch handelt böse, asozial

b) der Mensch will gut handeln, handelt jedoch böse

c) der Mensch handelt gegen Gott

d) Wer gegen Gott handelt, ist Teil der Bewegung einer bösen Macht, die sich gegen Gott wendet.

e) Der Mensch erfährt auch, was ich bislang noch nicht dargestellt habe, dass schädliche Handlungen ansteckend sein können. Wie eine Krankheit: Wenn einer in einer Gesellschaft böse handelt, findet er immer auch Mittäter, und wenn diese nicht eingeschränkt werden, verbreitet sich das böse handeln wie eine Seuche. Das wurde sowohl von Paulus für die christliche Gemeinde erkannt: wenn etwas Böses Fuß fasst, dann kann sie schnell verdorben werden, wurde aber auch von Seneca erkannt, der fordert, dass Menschen, die böse handeln, eingeschränkt werden müssen.

f) Der Mensch erfährt in seinem Leben schadende Dinge, die er als böse ansieht und über deren Hintergrund er nachdenkt.

Böses Handeln ist also sowohl etwas, das dem Individuum zugehört, das aber auch als etwas angesehen werden kann, das eine Gesellschaft wie eine dunkle Macht prägt. Und jeder, der sich gegen diesen dunklen Teil einer Gesellschaft wendet, erfährt die geballte Gewalttätigkeit dieser Gesellschaft. Natürlich gehen die Menschen, die unter der Herrschaft der dunklen Macht stehen, auch miteinander brutal um. Das übersteigt uns Menschen, die darunter Leidenden fragen sich: Wie kann das sein? Sehen sie denn nicht, dass sie sich allesamt ändern müssen, damit die Welt besser wird? Und eine Antwort ist: Sie können es nicht sehen, weil sie vom Bösen blind gehalten werden. das Böse wird zu einer personalisierten Macht. Es ist aktiv, es fesselt und knechtet Menschen. Es verwirrt ihr Denken, dass es Menschen nicht mehr erkennen lässt, dass sie Böses tun – und sogar weiter gehend: Sie tun Böses und denken, sie tun Gutes. Und das sind nicht einzelne Menschen, sondern eben diejenigen, die Böses tun, werden von anderen unterstützt, bejubelt – obgleich doch jeder sehen müsste, dass das widergöttlich, asozial, böse ist.

Wie also das Individuum verblendet werden kann, so kann auch eine Gruppe, eine ganze Gesellschaft und Kultur verblendet werden. Und der Verblender ist das personifizierte Böse. Der Teufel, der Satan, derjenige, der Menschen davon abhält, sich Gottes guten Willen hinzugeben und ihn zu tun.

Wir finden am Beginn des Wirkens Jesu eine Geschichte, die sowohl Matthäus als auch Lukas erzählen. der Teufel versucht Jesus, er will, dass Jesus die widergöttliche Macht anbetet und ihr dient. Und Jesus widersteht dieser Macht. Und Jesu Wirken wird dann im Folgenden so beschrieben, dass er dieser macht in allen Bereichen seines Lebens widersteht. Er verkündet Gottes reinen Willen, er tritt dafür ein, dass Menschen sozial miteinander umgehen, er befreit Menschen von der Verblendung und holt sie aus dem Machtbereich der Dämonen.

Zuletzt, so können wir in Evangelien lesen, hat dann der Satan doch so viel Macht über die Menschen gewonnen, dass sie Jesus hinrichten, beseitigen. Aber: damit tut der Satan im Grunde nur das, was Gott beabsichtigt hatte. Indem der Satan Jesus ermorden ließ, hat Jesus Christus im Sinne Gottes die Menschen von den Sünden befreit. Indem der Satan Jesus Christus zu Tode folterte, hat Gott dem Menschen das ewige Leben ermöglicht. Das heißt: Für Juden und Christen kann der Satan, der Widersacher Gottes nie das letzte Wort haben. Er ist nicht stärker als Gott, wird auch nicht siegen, auch wenn er sich in Individuen und Gesellschaften noch so aggressiv gebärdet. http://evangelische-religion.de/das-boese.html

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