Kampf gegen Rechtsextreme

Wenn ein Nichtdeutscher irgend etwas Schändliches vollbringt, dann wird sofort der Kampf gegen Rechtsextremismus ausgerufen. Das ist sozialpsychologisch eine spannende Sache. Denn auf diese Weise biegt man den Zorn der Gesellschaft von den Gewalttätern weg – und kanalisiert sie auf diejenigen, die für alles herhalten müssen – kurz auf die Sündenböcke. Man muss schon sagen, dass Rechtsextreme in unserem Land inzwischen als Sündenböcke gehandelt werden – und solche, die man einfach mal schnell zu Rechtsextremen erklärt. Zum Sündenbock-Dasein gehört es dazu, dass man die eigene Schuld eben auf sie projiziert. Nun, viele dieser Sündenböcke sind auch nicht schuldlos, weil sie eben einiges an Dreck am Stecken haben und so tumb sind, die menschenverachtende Ideologie entweder nicht zu erkennen oder sie gar gutzuheißen. Nur: Ist diese oben genannte Kanalisierung nicht auch menschenverachtend und tumb? Warum?

Diese Form des Umgangs mit Unrecht und Gewalt trägt nichts dazu bei, die Ursache der Gewalt zu bekämpfen. Und wenn man die Ursache von Unrecht und Gewalt nicht bekämpft, obwohl man sie kennt, macht man sich schuldig, weil man die Täter deckt und potentielle Täter ermutigt.

Apropos Menschenverachtung: Wenn ein Mercedes einen Menschen überfährt, dann muss es gut gewesen sein, weil dadurch das Übel aus der Welt geschafft wurde – das schrieb ich gestern zu dem Clip. Hier kann man Worte eines der Produzenten lesen: http://www.focus.de/auto/news/wir-wollten-frech-und-mutig-sein-produzent-verteidigt-toten-mini-hitler-in-werbeclip_aid_1082502.html?fbc=fb-fanpage-focus&utm_content=1377584923178403

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