Regierungskrise? Nein: Demokratie + Auseinandersetzung in Kirchen

Alarmismus – die politischen Verhandlungen werden überdramatisiert: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article171001646/Regierungskrise-Nein-das-ist-gelebte-Demokratie.html

Nett finde ich diesen Satz:

Seitdem ist die Gesellschaft bunter und vielfältiger geworden. Sie hat sich diversifiziert, im Konsumverhalten, im Sexualleben – und in der Politik.

Überall wird die Diversifizierung hervorgehoben. Alles soll bunter, vielfältiger werden – aber nicht die Politik?

Wir müssen damit leben – auch die Religionen. Nicht zuletzt Luther hat damit angefangen, dass sich die kirchliche Landschaft vervielfältigt. Dann kamen die ganzen religiösen Sondergruppen und Sondergrüppchen – bis man im Ökumenischen Rat wieder anfängt, ein wenig zu bündeln. Dann kommen die vielen charismatischen Gruppen dazu…

Diese Diversifizierung der Kirche wird negativ gesehen. Keine Kontinuität, nur Dissonanzen. So lange wir alle trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander handeln können – was soll es? Fröhlich, vergebend, offen, einander – wie es heißt – in der Liebe übertrumpfend. Wäre klasse. Vor allem auch ein Vorbild für die Welt, die immer stärker divergiert. Christen sollten Vorbild darin sein, wie man vorbildlich miteinander trotz unterschiedlicher Meinungen umgehen kann.

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Unterschiedliche Sichtweisen in der Kirche + Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche

Was Homo-Hochzeiten bzw.-Segnungen betrifft – es gibt in der Evangelischen Kirche unterschiedliche Sichtweisen. Hier am Beispiel Baden Württemberg: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/hunderte-pfarrer-in-wuerttemberg-sagen-nein-zur-homo-trauung-103388.html

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In der katholischen Kirche gibt es auch Auseinandersetzungen: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/muller-kritisiert-papstentscheidung

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Um mich zu wiederholen: Den Kirchen wird vorgeworfen, sie würden Menschen zwingen. Und wenn sie Auseinandersetzungen austragen, dann wirft man ihnen vor, unterschiedlicher Meinung zu sein.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich freuen, wenn in der Kirche und den Kirchen kein erzwungener Einheitsbrei gefordert wird, denn Einheitsbrei heißt im Grunde nur, dass sich eine menschelnde Gruppe über andere Gruppen erhebt, weil sie gerade den (kirchlichen) Zeitgeist getroffen hat oder einfach Macht bekommen hat – und das aus unterschiedlichen Gründen.

In Jesus Christus sind wir eins. Im Kern sind wir eins. Um das Drumherum muss man sich auseinandersetzen. Das Problem ist im Grunde nicht der Glaube – das Problem ist die Kirche als Institution. Sie muss eine klarere Linie vorgeben. Sonst würde die Institution zerfallen in 1000Kleingrüppchen. von einer christlichen Institution kann man aber erwarten – und das ist die Kunst – dass sie geistvolle Menschen hat, die in der Institution ein möglichst breites Spektrum ermöglichen. Denn die Menschen in der Kirche sind allein Gott verantwortlich.

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Linke und Menschenwürde

Nun, Linke und Menschenwürde passen nicht immer so ganz zusammen – man denke an die Gulags der Welt. Zudem denke man an die Intoleranz gegen Andersdenkende, von denen sehr viele ein Klage-Liedchen singen können. Ja, es gibt Linke, die sind bewundernswert, menschlich, engagiert, freundlich, energisch, tolerant. Aber dann gibt es auch immer wieder Beispiele dafür, dass  es nicht so ganz klappt: https://www.cicero.de/kultur/Boehmermann-Lindner-ZDF-Satire-Reissleine-FDP

Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein – man muss sogar unterschiedlicher Meinung sein und sie aushalten und miteinander um den richtigen Weg ringen. Die Frage ist nur: Wie machen wir es demokratisch und tolerant. Und da gibt es bei manchen noch viel Lernbedarf.

Dumm nur, wenn Intoleranz medial gefördert wird. Da haben dann andere keine Chance, die nicht am Futternapf der öffentlich-rechtlichen usw. sitzen bzw. diejenigen, die ins Visier derselben geraten sind.

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Angriff auf Bürgermeister

Auf politische Auseinandersetzungen mit Gewalt und Tätlichkeiten zu reagieren, zeugt davon, dass jemand die grundsätzlichen Strukturen unserer Demokratie nicht kapiert hat: https://www.welt.de/politik/deutschland/article171027704/Eine-Verrohung-der-man-entgegentreten-muss.html

Man kann dem Bürgermeister nur wünschen, dass er nicht aufgibt – und auch, dass er und auch andere, die sich engagieren, keine Ängste bekommen.

(Nachtrag Hintergrundinfo: Ich las, dass das Haus des Angreifers, der den Bürgermeister angegriffen hat, versteigert werden sollte.)

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Löwenzahnschirmchen

Menschen finden etwas schön,
nicht darum, weil es als solches messbar ist,
nicht unbedingt darum, weil es alle als schön ansehen,
sondern weil sie es mit ihrem Herzen, ihrer Seele, ihrem Wesen wahrnehmen.
Hinter dem Augenschein haben sie etwas Schönes entdeckt –
und vermischen das mit dem Augenschein:
Augenschein und Hintergrund werden eine Einheit – und Schönheit.

Ein verblühter Löwenzahn ist nur ein verblühter Löwenzahn.
Ist ein Löwenzahnschirmchen nur ein Löwenzahnschirmchen?
Vor dem inneren Auge taucht das satte Gelb der Blüte auf,
im Frühjahr mit Vogelgesang und Wärme und Hoffnungsluft.
Es taucht die Pusteblume auf, rund und weiß und schön und weich,
lässt Kindergesichter strahlen und Wangen blähen.
Löwenzahnschirmchen ist mehr als ein Löwenzahnschirmchen.

Wir haben unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit.
Wir nehmen Wirklichkeit unterschiedlich wahr.

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Christsein in Berlin + Islam in der Krise + 40 Thesen zur Reform des Islams

Den christlichen Glauben leben – ist das in Berlin wirklich nicht mehr möglich? Wahrscheinlich kommt es auch dort darauf an, wo man lebt: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2017/11/27/berlin-kein-platz-fuer-christen/

Das ist keine Entwarnung – weil es Anzeichen dafür ist, dass unser Land als ganzes unfrei wird.

Ich wünsche allen Christen in Berlin die Haltung: Jetzt erst recht!

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Ein Interview mit Michael Blume: Islam in der Krise: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/religionswissenschaftler-christen-fuerchtet-euch-nicht/

Ich würde Christen zurufen: „Fürchtet euch nicht!“, und dazu aufrufen, Gott und den christlichen Glauben fröhlich zu bekennen, ihn tolerant und dialogoffen in die Welt hinauszutragen und letztlich damit zu zeigen, dass wir Gott auch vertrauen. Panikaufrufe und Verschwörungsglauben sind meines Erachtens Zeichen für einen schwachen Glauben in die gute Botschaft.

Man darf nicht naiv sein und die Hände in den Schoß legen. Diejenigen Muslime, die sich still zurückziehen haben nicht unbedingt den Mut, sich gegen die Ummah zu stellen, wenn sie gewalttätig wird. Und die vielen, vielen Opfer weltweit, die zu beklagen sind – auch Muslime – zeigen, dass ein Abgesang verfrüht ist. Aber diese Terrorbegeisterung der Islamisten ist auch für mich ein Zeichen des Untergangs dieses Islams. Sie versuchen mit Terror, die Schäfchen im Stall zu halten. Das kann nicht gut gehen.

„Fürchtet euch nicht“ ist ein Wort, das den Menschen zugesprochen wird, wenn Gottes Welt in die Welt der Menschen eindringt. Das ist in diesem Fall kaum so zu sehen. Aber Angst sollen Christen nicht haben (wenn man sie auch bei Christen in islamischen Ländern verstehen kann https://www.express.co.uk/news/world/883141/christian-persecution-all-time-high-middle-east-copts-syria-iraq ), oder wenn man das hier liest: http://www.achgut.com/artikel/fundstueck_weihnachten_im_hochsicherheitstrakt sondern das, was oben als Zitat übernommen wurde, ist gültig.

Das Problem des Westens sehe ich darin, dass er keine Alternative bietet. Karriere und Geld ist keine Alternative. Atheismus, Humanismus, Säkularismus sind auch keine.

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„40 Thesen zur Reform des Islams“: http://www.zeit.de/2017/45/islam-reform-thesen-theologie

Leider wird diese Aussage nicht vertieft, so dass sie im Raum stehen bleibt und man sich alles mögliche denken kann:

Es entstand

„Streit, weil ein Berliner Pfarrer Ourghis Begehr falsch fand; auch stellte das Islamische Zentrum Freiburg seine Lehrbefähigung infrage. Dagegen verteidigte ihn scharf sein Chef, der Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg.“

Und was hatte der Pfarrer zu kritisieren? Das erfahren wir hier https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2017-10-08/wissenschaftler-ourghi-nur-ein-reformierter-islam-gehoert-zu-deutschland :

Der evangelische Pfarrer Martin Germer von der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche kritisierte den Thesenanschlag als „reine Publicity-Aktion“ und warf dem Islamwissenschaftler vor, seinen Thesenanschlag nicht bei der Moscheegemeinde angekündigt, sondern nur die Medien informiert zu haben. Gäbe es eine ähnliche Aktion an seiner Kirche, würde er das Hausrecht geltend machen, schrieb Germer in einem Offenen Brief an Ourghi. Es sei zu fragen, wie der Buchautor mit Reformgedanken in die Welt der Muslime hineinwirken wolle, wenn er dabei nicht das Gespräch mit denen suche, die den Islam vertreten, kritisierte Germer. Der Pfarrer lobte Imam Taha Sabri, der Ourghi trotz der unangekündigten Aktion mit „Freundlichkeit und Ruhe“ empfangen habe.

Das finde ich allerdings auch: Luther hätte seine 95 Thesen erst beim Papst abliefern sollen. Das geht doch nicht, dass man Kritik nicht vorher mit den Kritisierten abspricht. Und dass dann noch die Medien benutzt werden, um seine Sicht zu verbreiten – oh, Luther, zurück marsch, marsch – auch Du hast… Wo wäre die Reformation geblieben, wäre der Buchdruck nicht gewesen! (Wie heißt es so schön: Ironie off) Schon witzig – manches.

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