Irgendwo las ich, dass es mit rot-rot-grün nichts wird, wenn die sehr Linken – zumindest die Eine – in der Die Linke an die Macht kämen. Aber ob diese Sicht sich nicht täuscht. Denn die Tendenz geht da hin, links stärker zu etablieren – und da zählt die CDU schon als rechts: https://www.tagesschau.de/inland/linkspartei-vorsitz-hennig-wellsow-wissler-101.html
Eine wurde der Öffentlichkeit allgemein bekannt, weil sie von rechten Extremisten bedroht wird, die andere wurde bekannt, weil sie mit Blumen um sich warf. Natürlich beschränkt sich links-intern die Bekanntheit nicht auf diese Gründe.
Wie der Speichelfluss beim pawlowschen Hund – so konnte man davon ausgehen, dass irgendwelche Leute gegen die Veröffentlichung der Charlie Hebdo Karikaturen protestieren: https://www.tagesschau.de/ausland/charlie-hebdo-karikaturen-proteste-101.html Das war von den Blattmachern so erwünscht – und prompt machen sie es auch. Die 200.000 Auflage war schnell vergriffen – nun werden weitere 200.000 gedruckt. Auf der Islamisten-Seite war es in der Vergangenheit ruhig, auch mit Blick auf die Frage des traditionellen Islam in Europa sowieso. Ob die Diskussion wieder aufgenommen wird? Kein Interesse: Klima und Corona beherrschen die Hirne.
Wie wird von Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist – vom Dreieinigen Gott – geredet?
Inwiefern kommen Bibel, Gebet, Mission vor?
Welche Bedeutung hat die Ortsgemeinde?
Wie wird von den Schwestern und Brüdern in Jesus Christus geredet, welches Bild wird von ihnen vermittelt, die jetzt schon sehr viel tun?
Wieweit kommt all das vor – außerhalb frommer und sozial klingender Floskeln?
Wieweit wird die Kirche verkopft, das heißt: Leitungsgremien werden dominant – statt die Basis?
Wieweit kommt der Glaube vor – wieweit Selbstbespiegelung und Selbstbeschäftigung von Verwaltung und Kirchenstrukturen?
Wird die Kirche von oben nach unten oder von unten nach oben strukturiert?
Kann ich am Ende sagen: Wow, so eine Kirche finde ich klasse, in so einer will ich mitarbeiten?
Von welchen Gemeinden der weltweiten Kirche kann unsere Kirche in D lernen? Theologie der Befreiung, Charismatische Kirchen, Diakonische Kirchen… – vielleicht nach dem Motto des Paulus: Prüfet alles, das Gute behaltet.
Aus meiner Perspektive kommt alles darauf an, dass die Glaubenden aus ihrer engsten Beziehung mit Jesus Christus eine muntere Gemeinschaft bilden – und jeder und jede Einzelne diese Beziehung lebt, nach außen trägt, missionarisch wirkt. Dafür benötigt man kein Zukunftspapier, sondern eben Gottes Geist. Davon getrennt ist die Kirchenstruktur zu betrachten, auch finanzstrategisch und organisatorisch auszurichten. Verwaltung wo es nötig ist einzusparen. Aber: Diese Mischung von Verwaltung und Glauben und der damit verbundenen Erniedrigung bestehender Gemeindestrukturen in diesem Papier halte ich für fatal. Das vielfältige Handeln der Vergangenheit wird klein geredet – und angesichts all der kirchlichen Angebote auf allen möglichen Ebenen fragt man sich: In welcher Welt der Ignoranz leben die Schwestern und Brüder dieses Papiers? – statt in Dankbarkeit auf das zu blicken, was in den Kirchen los ist. Wenn man es vielfältiger gestalten möchte, dann gern – aber nicht in dieser den Text durchscheinenden Arroganz. Übrigens benötigt man zu einer vielfältigen Ausgestaltung: a) Menschen, b) Gelder – und die sollen ja erst gewonnen werden, das geht nicht durch Zerschlagung alter Strukturen – oder wie es hier so kreidestimmig (man denke an den Wolf und die 7 Geißlein) heißt: „Es gilt, Beharrungskräfte einzuhegen.“ – und das mit zu Herzen gehenden Worten zuckersüß garniert, wie es der Fettdruck unten zeigt. Ich erkenne ein rhetorisches Nudging, das meine volle Abneigung hervorruft.
Was vermittelt zum Beispiel dieser Abschnitt?:
Die Organisation und Institution Kirche wird insgesamt fluider und risikobereiter werden. Es gilt, Beharrungskräfte einzuhegen. Parochiale Strukturen werden sich verändern; die sozialen Ausdrucksformen in den vier Grundvollzügen kirchlichen Handelns (Martyria, Leiturgia, Koinonia und Diakonia) werden vielfältiger. Dabei können die traditionell stärkeren und wohlhabenderen evangelischen Kirchen im ehemaligen Westdeutschland von den Kirchen in Ostdeutschland lernen: Kleinere Versammlungen um Wort und Sakrament bedeuten weder Mut- noch Sinnlosigkeit, sie entlasten auch von erstarrten Routinen und eröffnen die Chance, Neues auszuprobieren. Es braucht Mut, zwischen resonanzlosem kirchlichem Handeln und Resonanzräumen zu unterscheiden, in denen Herz und Seele berührt und die zeugnishafte Präsenz in der Gesellschaft bestärkt werden. (Fettdruck: WF) Es gilt, das eine zu lassen, um das andere zu stärken und offen zu bleiben für neue Wege.
Wenn man das also liest – alles schön und gut: Kirche muss sich ständig ändern, und was da von kleinen Gemeinden gesagt wird – das haben wir ja schon. Warum rennen sie damit offene Türen ein? Wie es zudem nicht erst seit heute – sondern wohl seit dem 17. Jahrhundert – altbacken 😉 heißt: Ecclesia semper reformanda. Das Beharrende ist meistens die Verwaltung. Muss sie sich mit dem Papier Mut zureden, sich zu ändern? Wie dem auch sei: Es wird kommen, wie es immer kommt: So ein Papier überlebt die nächsten fünf Jahre nicht, weil sich dann wieder alles geändert hat, andere Strategien Raum greifen müssen, neue Ideen kommen. Das Problem wird nur sein: Was zerschlagen sie im Hintergrund – ohne wieder wirklich Neues aufbauen zu können? Kaputt machen ist leicht – weiß jedes Kind – aber aufbauen gilt!
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Heiliger Synod des Patriarchats von Konstantinopel – auf der auch auf die Annexion der Hagia Sophia durch erdogans islam Bezug genommen wird: https://www.kath.net/news/72706
Was Jupiter erlaubt ist – ist dem Rindvieh noch lange nicht erlaubt. Ich liebe die alten Römer – wo auch immer er herkommt – für den Satz: Quod licet Iovi, non licet bovi.
Es kann aber auch nicht sein, dass der Satz umgedreht wird.
Was die Rindviecher sich erlauben, darf einem Jupiter nicht erlaubt sein.
Diese Gefahr besteht heute auch.
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Wie primitiv ist das denn: den Gesundheitsminister anspucken und beleidigen. Ist eine breitere Primitivisierung der Gesellschaft erkennbar? Dass es immer primitive Menschen gab, die von Anstand keine Ahnung hatten bzw. sich darüber hinwegsetzten, ist hinlänglich bekannt. Aber dass diese Formen primitiven Verhaltens um sich greifen, sollte man beobachten – vielleicht ansteckend wie eine Krankheit. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-08/corona-politik-jens-spahn-bergisch-gladbach-wahlkampfauftritt Wobei nicht eindeutig klar ist, dass er bespuckt wurde.
Einerseits. Andererseits: In einer Zeit der Individualisierung und der Betonung des Individuums und seines Einflusses auf die Gesellschaft, sind die Erwartungen sehr hoch. Und dann muss das Individuum erkennen: Ich habe im Grunde keinen Einfluss auf irgendwelche politischen Prozesse. Man betont mein politisches Engagement – doch es versandet im Nichts.
Diese Diskrepanz unserer Gesellschaft muss aus meiner Sicht sachlich aufgearbeitet werden.
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Corona und Klima-Erwärmung: Echt? Ich hatte das schon vermutet, dass das mal kommen wird, dass man Corona mit Klimaerwärmung verbinden wird, weil ja alles Negative mit Klima-Erwärmung verbunden wird (auch Trump, Putin, Erdogan, Bolsonaro, Orban – also die Hauptgegner moderner Leute, die etwas auf sich halten?). Aber tatsächlich die WHO? https://www.kath.net/news/72663
Mit eigenen Worten: Ich bin der von Gott geliebte Mensch. Und aus dieser Perspektive – der Perspektive Gottes – ist die Frage nach dem Ich und „Theseus Schiff“ auf eine neue Ebene gehoben.
Bevor wieder propagiert wird, dass alle möglichen Leute sich gegen Grippe impfen lassen sollen, sollte man beachten, dass es noch vor einem Jahr Engpässe gab. Oder erinnere ich mich falsch? Wird es in diesem Jahr anders sein?