Segen am Sonntag

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Gott danken – das bedeutet, man bedankt sich für etwas, das Gott uns gegeben hat.

Gott lobpreisen – das bedeutet, man freut sich über Gott an sich, dass es ihn gibt.

Manchmal können wir Gott nicht danken, weil wir nichts Gutes in unserem Leben sehen können, weil wir wie blind sind, für das Gute, das er uns schenkt, weil sich Schicksalsschleier über die Seele legen.

Manchmal können wir Gott nicht lobpreisen, weil schlimme Erfahrungen oder unsere Zweifel Gott verdunkeln.

Gott möge Euch helfen, das zu sehen, was er uns alles schenkt.

Gott selbst möge Euch das Lob in Euer Herz und in Eure Seele pflanzen, wenn Ihr verdunkelt seid.

Paulus und Silas lobten Gott im Gefängnis. Glaubensvorbilder lobten Gott aus der Dunkelheit, aus der Tiefe heraus. Und sie wurde hell. Durch den Lobgesang in der Erniedrigung wurden sie stark. Gotteslob in Zeiten der Trauer lässt Licht durch die Tränen schimmern.

Gott segne Euch mit einem solchen Lob.

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Glaube und Gesundheit

Ein witziger Artikel in spiegel-online: Viele Untersuchungen zeigen, dass Glaube und Gesundheit zusammenhängen. Das kann man freilich nicht stehen lassen, sondern zitiert einen, der meint, dass viele der Untersuchungen nicht kritisch genug sind. Dann macht der Artikel einen eigenartigen Schwenk: Vielleicht sind Glaubende aber gesunder, weil sie gesunder leben? Schlussfolgerung: Also ist es nicht der Glaube, der sie gesunder sein lässt, sondern das gesundere Leben. http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/religion-hat-der-glaube-eine-gesundheitsfoerdernde-wirkung-a-939684.html

Wie bitte? – fragt man sich – hängt das nicht mit dem Glauben zusammen, gesunder zu leben? Welche Vorstellung hat denn die Person von der Wirkung des Glaubens auf die Gesundheit? Glaube abstrakt – das gibt es nicht. Glaube hat mit dem gesamten Leben zu tun – nicht nur mit dem Essen, sondern zum Beispiel auch mit dem Umgang mit anderen, Gemeinschaft, Ehepartner+Kinder, dem Schlafen – vielleicht 😉

Zu ergänzen ist noch: Vielleicht sind Glaubende auch dankbarer und klagen nicht so viel – zum Beispiel über den Job? http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/zwischenruf-von-thomas-vasek-work-life-balance-ist-bullshit-a-930711.html

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Prima, Martenstein!: Gesundes Essen+Freiheit

64% der Bevölkerung wollen, dass ungesundes Essen verboten wird. Seid Ihr auch dabei? Nun denn: Was ist ungesundes Essen? Darauf geht der Beitrag von Martenstein ein. 50% essen ungesund, zu viel Fett und Zucker – also wollen ein paar, dass ihnen das Essen verboten wird? Das wird noch besser: 57% schätzen die Freiheit als Wert besonders hoch ein. Und was folgt? Bitte hier weiterlesen: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/27/snowden-freund-greenwald-medien-sind-loyale-sprecher-der-maechtigen/

Neulich in einer Diskussion: Nutella enthält Rinderblut. Darum esse ich es nicht mehr. Und auch, wenn es kein Rinderblut enthalten sollte, esse ich es nicht mehr, denn dass man denkt, es könnte Rinderblut enthalten, spricht doch nicht für Nutella. Ich liebe solche Argumente. Apropos Rinderblut in Nutella: Nichts dran. Selbst Muslime essen Nutella: http://www.halal.de/nutella.pdf Und wenn was dran wäre? Hauptsache es schmeckt und schadet nicht. In einer Fernsehsendung habe ich einmal gesehen, wie man in Japan versucht, aus Fischresten Steaks herzustellen. Denn die Menschheit muss ja auch in Zukunft irgendwie ernährt werden… Nun, wenn es schmeckt und nicht ungesund ist… 🙁

Alles muss Bio sein – aber antiseptisch sauber.

Alle Menschen müssen Bio essen – und wenn es nicht genug Bio gibt, dann müssen die anderen halt sterben.

Alle Bio-Nahrung muss billiger sein als die Nicht-Bio-Nahrung – aber die Arbeiter sollen mehr Geld dafür bekommen.

Gesund essen – es muss auf der Packung detailliert draufstehen, was man alles isst. Es muss groß genug drauf stehen, dass alle es lesen können. Aber die Packung darf nicht größer sein als die Inhaltsmenge.

Gesund essen – aber was dann über Kosmetika (Lippenstifte, Augenbrauen, Haarfärbemittel, Anti-Aging, Deos, Raumbedufter – auch über Bio-Düfte und Bio-Öle… – ich gestehe, ich weiß nicht wie das alles heißt) durch die Haut in den Körper dringt, ist dann egal.

Gesund essen, aber Botox, Brustimplantate, Schönheitsops müssen sein, ebenso Medikamente: Muntermacher wie Einschläferer, gesund essen, aber Schultern modebewusst der Kälte aussetzen, die Knochen auf hohen Schuhen ruinieren – Hauptsache: Gesund gegessen.

Ich muss sagen, dass mir Kamillentee und Pfefferminztee nicht besonders gut tut – auch wenn ich viel Haferflocken esse, ist es für mich nicht optimal. Und man gibt es Kindern, die sich nicht wehren können. Was ist eigentlich in all diesen Modetee-Zusammenstellungen drin? Welche Wirkungen haben diese vielen unterschiedlichen Kräuter auf den Körper?

Die Menschen wollen irgendwofür kämpfen bzw. irgendwogegen kämpfen. Das macht das Leben sinnvoll. Auch wenn es Denkern schizophren erscheint.

Damit sei freilich nicht gesagt, dass man sich als Verbraucher alles vorsetzen lassen muss, dass man nicht kritisch mit den Produzenten umgehen muss, dass nicht Kontrolle sehr wichtig ist, dass die Herstellung gerecht sein muss, dass man schwarzen Schafen das Handwerk legen muss, usw. usw. Es ging nur darum zu zeigen, wie zweigleisig wir denken und agieren.

Man sollte vielleicht auch beachten: Wenn man auch in dieser Frage übertreibt und äußerst ängstlich und bedenkenträgerisch ist – das ist voll ungesund.

Ich möchte auch gleich ein Tischgebet mitliefern:

Lieber Gott gib, dass ich vom Weltentisch – das beste Stück erwisch.

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Weihnachts-Geschichten und ihre Kritiker

weihnachtsmaria

Weihnachten – Geschichten voller Wunder: Gott kommuniziert durch Engel mit Menschen, durch Träume, ein Stern wandert und setzt sich über einen Stall, Augustus gehorcht Gott und lässt just dann eine Volkszählung veranstalten, als Jesus in Bethlehem geboren werden musste, Zacharias verstummt, weil er zweifelte, eine Unfruchtbare bekommt ein Kind, eine Jugendliche, Maria, akzeptiert, dass sie die Mutter des Weltenretters werden wird. All das findet in er ganz bestimmten Generationenfolge (14-14-14) statt… – Die Basis des christlichen Glaubens sind Wunder. Und ob nun das alles oder zum Teil historisch verifizierbar ist oder nicht – das ist angesichts des größten der Wunder, dass Gott Mensch wird, eigentlich ein Klacks. Wir diskutieren immer wieder durch Jahrzehnte hindurch dieses und jenes: Stern, Jungfrauengeburt, Herodes, Hirten oder Weise, usw., usw. – aber das eigentliche Wunder: Gott wurde Mensch, wird nicht diskutiert.

Warum? Das Letztgenannte ist Glaube. Die zuvor genannten Berichte suchen nach historischer Bestätigung. Und das ist nun das Spannende: Wir finden historisch Eindeutiges, so zum Beispiel Namen und deren gesellschaftliche Stellung (Augustus, Quirinius, Herodes), wir finden Ortsangaben (Jerusalem, Bethlehem, Stadt Davids), wir finden Lokalkolorit (Hirten, Sterndeuter aus dem Osten), religiöse Angaben (Beschneidungsbrauch – und andere Kultriten), Sehnsüchte und Hoffnungen, die politisch eingeordnet werden können (Gewaltige vom Thron stürzen) und den Hinweis, dass Herodes in unmittelbaren zeitlichen Rahmen gestorben sein muss. Wir finden daneben jedoch Angaben, die bislang nicht verifiziert werden können – bis vor kurzem zweifelte man an der Existenz der Stadt Nazareth, daran, dass Jesus Nachfahre Davids war – was beides doch meines Erachtens begründet bzw. immer stärker begründet werden kann. Und Ereignisse, die wir heute anzweifeln: der Kindermord des Herodes (im Zusammenhang der Geburt Jesu), die Flucht nach Ägypten, die Geburt in Bethlehem (wobei ich nicht weiß, ob das, was die frühen Christen mit einem Bibelzitat belegen wollen, erst das Misstrauen weckt: begründet das Ereignis das Zitat oder das Zitat das Ereignis?), natürlich der Zweifel aller Zweifel: die Jungfrauengeburt.

So mancher stürzt sich nun nicht auf die eindeutigen Aussagen, sondern auf das Angezweifelte – das Ziel ist möglicherweise, dadurch den Glauben zu erschüttern. Denn wenn historisch der eine oder andere Punkt angezweifelt wird, dann kann es ja mit dem Glauben nicht weit her sein.

Was wir im Zusammenhang des gesamten Jesusereignisses erkennen können ist: Viele Menschen haben Erfahrungen gemacht, die sie die Welt ganz neu sehen ließen. In Jesus berührt Gott die Welt. Er berührt sie in wahrstem Sinn: Seine Worte und Taten geben Hoffnung, richten auf, stärken, motivieren, verändern Menschen von Grund auf. Aus Zweifelnde werden Glaubende, Menschen, die angesichts der gewalttätigen Politik verzweifeln und resignieren, werden mutig, Neues zu wagen, Menschen, die unter die Räder der Politik geraten sind, befreien sich, werden stark und fröhlich im Kampf gegen die schlimmen Zustände, Menschen, die Angst hatten vor der Finsternis, dem Tod, dem Zufall, der Gewalt, lassen sich nicht mehr unterkriegen, sie gehen neue Wege, die andere mitreißt.

Und wie soll man das alles nun in Worte fassen, was da geschieht – und zwar weltweit geschieht? Wie soll man die Erfahrung der Auferstehung Jesu in Worte fassen? Wie soll man das, was er gesagt und getan hat angemessen in Worte fassen? Und so suchte und rang man danach, auch das Ereignis der Geburt des Gottes-Sohnes in Worte zu fassen. Das Ergebnis liegt in den Evangelien vor. Und das Faszinierende ist: Auch wenn man an diesem oder jenem zweifeln mag: Diese Berichte haben genau diese Wirkung, die Menschen mit Jesus verbinden: Diese Berichte lassen Menschen durchatmen. Das Dunkle ist besiegt, die politischen Gewalttäter (Herodes) sterben, und Augustus ist, als man das schrieb, auch schon lange tot – aber Jesus, der Hingerichtete – lebt! Menschen schöpfen Mut, Trost, Kraft, werden in das Licht Gottes getaucht – und werden im richtigen Sinn verstanden “göttlich”. Und das geschieht immer – denn diese Worte bieten ein Kontrastprogramm zu dem, was der Mensch auf der Erde an Schlimmem anrichtet.

Und was zählen angesichts dieser großartigen Wirkung noch die kleinen historischen Kritteleien? Im Grunde nichts. Das sagt einer, der gerne historisch herumkrittelt. Aber der im Grunde weiß: Das ist alles nur Menschenmachwerk – eigentlich vergeudete Zeit. Wir sollten uns statt dessen lieber in die großartige Bewegung Gottes zu den Menschen hineinnehmen lassen, statt den Herumnörgler zu spielen. Manche schaffen es, beides zu machen: Herumnörgeln und –kritteln und gleichzeitig Teil der Gottesbewegung zu sein. Denn erst durch das Herumnörgeln kapiert so mancher Mensch, der seinen Verstand nicht ausschaltet, was wir an diesen wunderbaren Geschichten in ihrer einmaligen weltweiten Wirkung wirklich haben.

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