Zum Sonntag 13

Ich wünsche Segen allen, die glauben, aber Gott in ihrem Leben nicht wirken sehen – dass sie Geduld haben mögen.

Ich wünsche Segen allen, die krank sind, einsam, von Menschen verlassen und sterbend – und Gott für seine Nähe und Liebe dankbar sind.

Ich wünsche Segen allen, die Gott nicht verstehen, ihn anklagen, vor ihm klagen, vor ihm verzweifelt sind – dass sie in Jesus ihren Bruder erkennen, der wie sie gerufen hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Dr. Wolfgang Fenske – Anschrift s. auf  www.wolfgangfenske.de 

Glaube und Gesundheit 4

(Fortsetzung vom 31.10.) Ähnliches ist zum Gebet zu sagen. Ist Gebet Selbsthypnose? Ich kann mich selbst hypnotisieren – und ich kann beten. Selbsthypnose ist mit Hilfe von Techniken zu erreichen. Aber Gebet ist nach Außen gerichtet – und lässt diesem Gegenüber (Gott) die Möglichkeit, anders zu entscheiden als ich es selbst will. Darum auch hier: Zwischen Gebet und Selbsthypnose liegt ein himmelweiter unterschied. Wobei nicht geleugnet werden soll, dass es auch ekstatische „Gebete“ gibt, die wiederum mit Hilfe von bestimmten Techniken erreicht werden können. Aber das ist nicht mehr als Gebet im engen Sinn zu bezeichnen, als Gespräch mit Gott – und als eine Hineinnahme des Beters in Gott durch Gott. Das sind auch ganz andere Gefühlsebenen. Wobei das Beten „aus dem Heiligen Geist“ noch mal davon zu unterscheiden ist. Es sollte nicht mit dem ekstatischen „Gebet“ verwechselt werden, das man in sich hervorrufen kann. Denn der Geist Gottes kommt zu seiner Zeit von Außen auf einen zu und in einen hinein. Gefühlsmäßig mag das dann mit dem ekstatischen „Beten“ ein wenig verschwimmen – nur hat es eine andere Qualität. Das Erstgenannte „ekstatische Beten“ würde ich mit bewusste Freisetzung von körperimmanenten Drogen bezeichnen – die wir überall in animistisch geprägter Religiosität finden. Wieweit das wirklich gut ist, mögen Mediziner entscheiden – und gesundheitspolitisch einsetzen. Das Beten im Heiligen Geist kann nicht manipuliert werden – er kommt oder lässt es bleiben – und ist, meiner Erfahrung nach, ganz anders geprägt. 

Mohammed-Film

Angeblich soll über Mohammed ein Film gedreht werden mit dem Titel: „The Messenger of Peace.“ Ich nehme an, dass der Titel nicht ironisch gemeint ist. Wieviel Peace die Folge sein wird, ist offen, weil ja die gesamte Spur des Islam seit Anbeginn nichts als eine grüne Peace-Spur ist (Vorsicht: Ironie!). Ein von mir in die Welt gesetztes Gerücht (!) besagt, dass bis zum Erscheinen des Films die Islam-Staaten und Islam-Gruppen dem Frieden mit allen Ungläubigen nachstreben, sie in Ruhe ihren Glauben leben lassen und sich in deren Lebenskonzepte nicht einmischen wollen. Sie sind sogar bestrebt, die Scharia umzuschreiben, Steinigungen abzulehnen, Frauen denselben Wert wie Männern zuzugestehen, Ungläubige zu achten und nicht zu bedrohen, auch nicht zu verachten – und vor allem: den Koran und Hadithen als historische Dokumente lesen zu lernen und nicht als Gesetzestexte, die in alle Ewigkeit gelten. Leider nur ein Gerücht von mir. Insofern: „Mohammed – the Messenger of Peace“ – ach, wenn doch wenigstens diejenigen, die schöne Worte – hier: Frieden – missbrauchen, vor Scham den Mund schließen würden.

Nachtrag (17:53): Soeben www.akte-islam.de gelesen. Die grüne Peace-Spur geht weiter und weiter. Nun, Mohammed hat Karavanen überfallen, um seinen Krieg zu finanzieren. Ein gutes Vorbild. 

Erinnerung

War am 31.10. von irgendwann nicht mal was? – Bingo: Reformationstag. Das waren noch Zeiten, nach denen nichts mehr so war wie vorher, weil ein positives Ereignis die Menschen veränderte – und nicht irgendwelche Katastrophen: Die Freiheit eines Christenmenschen kam wieder in den Blick. Und noch etwas: Die Gnade und Liebe Gottes wurde wieder aus den Fesseln des Gesetzes befreit. Sicher: Luther war nicht der Erste, der das vertrat – die Reformation hatte und hat auch dunkle Seiten – ob das alles so war wie es war – und und und … Wir brauchen eine neue Reformation, die sich freuen kann und die Freude nicht durch 1000 Wenns und Abers ersticken lässt. Nennen wir sie die Reformation des modernen Geistes durch den Heiligen Geist.      

Glaube und Gesundheit 3

(Fortsetzung vom 30.10.) In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage: Ist der Glaube wie ein Placebo? Ein Placebo wirkt auch ohne Wirkstoffe vermutlich dadurch, dass er körpereigene Stoffe freisetzt. Ich denke, dass auch der Glaube da gut mithalten kann. Ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch: Im Glauben sagt man nicht: Gott muss helfen. Weil Gott eine eigenständige Größe ist, mit eigenem Willen, eigenen Plänen usw., sagt man im Glauben immer auch: Dein Wille, Gott, geschehe. Und wenn das im Hintergrund eines Placebos stünde, würde es wohl kaum wirken. Insofern liegt zwischen Glauben und Placebo ein himmelweiter unterschied. Glaube ist eine Beziehung zu einer vom Glaubenden eigenständigen Größe.

Atheismus und Szientismus

Auf pro-medienmagazin.de gefunden: >Grundsätzlich gilt: „Was Gläubige und Atheisten trennt, ist die gegensätzliche Weltanschauung“, sagt Lennox,  „nicht die Naturwissenschaft.“ … Die Frage, ob Gott existiere, könne nach Ansicht der Atheisten ausschließlich anhand wissenschaftlich-rationaler Ansätze beantwortet werden. „Gott ist jedoch nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt. Genauso wenig, wie ich einen Menschen ausschließlich biologisch kennenlernen kann, indem ich den Menschen medizinisch seziere, so wenig kann ich die Frage nach Gottes Existenz ausschließlich auf wissenschaftlicher Ebene stellen“, so Lennox. Dies sei einer der grundlegenden Denkfehler, die Dawkins permanent verbreite. Die „neuen Atheisten“ sind gleichzeitig überzeugte Szientisten, die die Naturwissenschaft als ausschließliche Grundlage des menschlichen Wissens ansieht. „Was uns die Naturwissenschaft nicht sagt, kann der Mensch nicht wissen“, lautet die Definition des Szientismus, die der britische Philosoph Bertrand Russel geprägt hat, einer der führenden Vertreter des naturwissenschaftlichen Absolutheitsanspruchs. Doch die grundlegenden Fragen der Menschen: Woher komme ich? Was macht mein Leben aus? Wohin gehe ich?  – die kann der Szientismus der Atheisten nicht beantworten. Ihnen fehlen die Erklärungen für die Sinnfragen des Lebens. Ihr einziges Argument ist, derlei Fragen in den Bereich der Spekulation abzuschieben.<

Schaut mal!

Der Alltags-Praktiker, der Schulabgänger kritisert, weil sie nicht schnell genug rechnen können, der sollte mal in die Mathebücher der Klassen 1-4 schauen. Vielleicht sollten Praktiker aus kaufmännischen Berufen mal die Mathebücher gestalten.

Nationalsozialismus/Kommunismus als Religion 3

(Fortsetzung vom 29.10.2008) Was ich an dem Zitat so spannend finde ist, wie eng sich Nationalsozialisten (Nasos – s. Blog-Eintrag vom 8.9.) und Kommunisten (Kommus) hier berühren. Wissenschaft wird hier wie dort in die Diskussion eingebracht – Wissenschaft contra Religion. Wobei gesagt werden muss: Die Wissenschaft, die gegen Religion ins Feld geführt wird, ist immer ideologische Wissenschaft, keine neutrale. Was noch so faszinierend ist: Der Traum, dass die Religion von selbst verschwindet, wenn Nasos und Kommus die Macht ergriffen hätten, weil das Heil anbrechen würde. Aber da das nicht so ohne weiteres geschah, sah man sich mit mehr oder weniger Ehrgeiz dazu berufen, der Abschaffung nachzuhelfen: Nasos waren – zum Leidwesen von Goebbels – da noch nicht ganz so weit wie die Kommus. Aber die Ansätze waren schon massiv da. (Für die Nasos s. mein Buch: Wie Jesus zum Arier wurde u.v.a Exkurs XIII.)

Glaube und Gesundheit 2

(Fortsetzung vom 29.10.) Solche Untersuchungen über die Bedeutung des Glaubens für die Gesundheit dienen auch dem Geld sparen. Christliches Miteinander bedeutet vielfach: gesundes Leben (Alkohol und Rauchen in Maßen oder gar nicht), Gemeinschaft (und alles, was damit zusammenhängt: Freude, Ärger, Austausch von zusprechenden und ermahnenden Worten, Annahme, Feiern …), sich gemeinsam in einer Machtwolke geborgen wissen (= Liebe Gottes), singen (stärkt Lunge + Kreislauf) usw. Und das alles wird bewundert und soll nun in seiner Folge für die Gesellschaft untersucht werden: z.B. Nächstenliebe spart Geld, weil Mobbing keine große Rolle spielt. Doch kann man Nächstenliebe verordnen? Mobbing spielt zwar auch in christlichen Gruppen eine Rolle – aber der Einzelne ist durch seinen Glauben eher fähig, damit umzugehen, als Menschen, die nicht glauben – wie kann man das Verhalten finanziell nutzbar umsetzen?  Ist es sinnvoll, nur einen Aspekt aus dem Glaubenskonglomerat herauszubrechen? So leicht ist Glaube auch nicht zu haben, weil er eben nicht rein rational ist, sondern den gesamten Menschen erfasst: Leib – Seele – Geist, und wie auch immer man ihn aufdröselt. (Fortsetzung folgt.)

Turmbau zu B.

Im Augenblick sieht es so aus, als würde der moderne Turmbau zu Babel erhebliche Risse bekommen. Die Einen rennen wie im Schock herum und versuchen die Risse ein wenig zu kitten, die anderen tun so, als würde alles so bleiben wie bisher. Es lief doch alles so gut. Der Mensch hatte alles im Griff … – auch darin war und ist er Weltmeister: das Schlimme zu vertuschen. Und Menschen, die auf die Krankheit des Menschen, seine kranke Seele verwiesen, wurden verspottet in dicken Büchern und vielschwätzigen Zeitschriften. Das wird sich nicht ändern, auch dann nicht, wenn der Turm einstürzen sollte, erst recht nicht, wenn er nur ein wenig wanken sollte. Hoffentlich werden dennoch ein wenig mehr Menschen nachdenklich – denn bisher wurden alle Babeltürme, Symbole menschlicher Arroganz, zerstört – oder sehen wir noch irgendeinen in der Weltgeschichte herumstehen? Oft wissen wir gar nicht mal mehr, dass die herumliegenden Trümmer von einem solchen Arroganz-Turm herstammen.      

Nationalsozialismus/Kommunismus als Religion 2

(Fortsetzung vom 28.10.) Ich zitiere aus dem genannten Buch von Ryklin: „Die Partei, die in Rußland mit dem Oktoberumsturz an die Macht kam, war eine Partei von Atheisten. Ihre Führer brüsteten sich damit, daß sie nicht nur nicht an Gott glaubten, sondern dank der Marxschen Einsicht den Klassencharakter der Religion und ihren Zusammenhang mit den Interessen der ausbeutenden Klassen wissenschaftlich begriffen hätten. In einer Gesellschaft mit vergesellschafteten Produktionsmitteln sollte die Religion nach einer kurzen Übergangsperiode, `Diktatur des Proletariats´ genannt, absterben; sobald die Entfremdung verschwände, würden die sozialen Beziehungen transparent werden, und an Religion würde schlicht kein Bedarf mehr bestehen.“ (13) (Fortsetzung folgt.)

Glaube und Gesundheit 1

Es gibt eine Untersuchung, die das Wirken des Gebets ergründen soll. Drei Gebetsgruppen beten für 1200 Patienten. 600 Patienten wissen das, 600 Patienten wissen das nicht. Das Ergebnis: das Gebet hat keinen Einfluss auf die Gesundheit. Nun ist diese Untersuchung recht witzig. Stellen wir uns vor, alle wären gesund geworden – Folge wäre nicht, dass die Menschen auf die Knie fallen würden, um Gott zu danken. Es wäre ein wissenschaftliches Gerenne losgegangen: Die Macht der betenden Psyche müsste untersucht werden! Denn Gott gibt es ja wissenschaftlich gesehen gar nicht. Das Beunruhigende: Manchen der 600 Menschen, die von dem Gebet wussten, ging es schlechter. Wie das? Man vermutet, dass diese dachten: Wenn ich schon für das Gebet ausgesucht worden bin, wie schlecht muss es mir da erst gehen! Und das zeigt mir wiederum: Auf diese Weise kann Glaube nicht gemessen werden, weil er sozial ausgerichtet ist. Der Glaube ist immer ein Paket vielfältiger sozialer Beziehung. Und diese Beziehung auf einen Aspekt zu reduzieren, muss schief gehen. Denn wenn Glaubende füreinander beten, dann denken sie ja nicht: Wie schlecht muss es mir gehen, dass der andere für mich betet, sondern: Schön, dann stehen wir gemeinsam vor Gott und schauen mal kurz auf mich – nur als Beispiel. 

Nationalsozialismus/Kommunismus als Religion 1

Zur Zeit lese ich von Michail Ryklin: Kommunismus als Religion. Die Intellektuelen und die Oktoberrevolution, Insel-Verlag, Frankfurt 2008.

Mit der Frage wieweit der Nationalsozialismus Religion ist, habe ich mich mal intensiv beschäftigt – und weiß um die Einwände. Es kommt unter anderem darauf an wie man Religion definiert. Was mir jetzt jedoch wichtig ist: Die atheistischen Systeme, die Religionen als Konkurrenz ansehen und -vor allem das Christentum – bekämpfen, übernehmen doch viele religiöse Elemente. Sie versuchen die Herzen und Hirne der Menschen zu erobern, sie gottfrei und ideologievoll zu gestalten, die Topoi zu besetzen: Verehrungen/Märtyrer, Gottesdienste/Liturgien, Tempel, Priester/Hohepriester, Feiertage, Lieder, Texte und und und in ihrem Sinne neu zu gestalten. (Fortsetzung folgt.)

Bedeutung von Religion

www.pro-medienmagazin.de zu einer Untersuchung: >Die Befragung zeigt auch, dass hochreligiöse Menschen in besonderem Maße von der Ehrfurcht vor dem Leben und der Natur und der Achtung vor der Menschenwürde geprägt sind. Wer hingegen gott- und religionslos lebt, so die Studie, lege deutlich weniger Wert auf Natur und Menschenwürde, Verlässlichkeit und Toleranz. Diese Werte, so Opaschowski, seien aber der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft in Zukunft zusammenhalte. „Es muss daher ein fundamentales Interesse von Gesellschaft und Politik sein, dass Religion auch im traditionellen Sinne weiter gepflegt und im Alltag gelebt wird, damit die Humanität nicht verkümmert oder stirbt“, schließt er. Ohne Religion seien Kultur und sozialer Zusammenhalt einer Gesellschaft auf Dauer gefährdet.<

Was sollen wir dazu sagen? Nicht nur Nasos, Kommus und andere Atheisten, Humanisten usw. usw. finden das sicherlich gar nicht gut. In dieser Kürze gesagt finde ich es auch nicht gut. Denn auch der religiöse Mensch ist Mensch mit all seinen Macken gegen Natur und Menschenwürde. Über seine Intoleranz – darüber könnte ich auch Lieder singen – vielleicht singe ich sie einmal. Aber sagen wir mal: So grundsätzlich liegt auch in dieser Aussage ein Körnchen Richtigkeit, weil beim Glaubenden – zumindest im christlichen Glauben – der Maßstab außerhalb seiner selbst liegt: in der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar wird. Und wenn er sich dann anders benimmt als der Maßstab es vorgibt, hat er keine Legitimation. Anders der Mensch, der seinen Maßstab in sich selbst oder seiner Ideologie usw. liegen hat. Was er tut, das ist immer richtig.