Neues Testament und Koran-Hermeneutik 5

Wenn Christen verrückt spielen, so muss man sie wieder zum Neuen Testament, zu den Evangelien zurückführen.

Wenn Muslime verrückt spielen, so hat man angesichts der modernen Versuche der Koran-Hermeneutik den Eindruck, muss man sie vom Koran weg führen.

Ich habe bei den Christen eingeschränkt: Neues Testament – Evangelien. Eine Engführung auf die Offenbarung des Johannes wäre kontraproduktiv, weil sie aufgrund ihrer Metaphorik zu viel Raum lässt, sie falsch zu interpretieren. Könnte man auch eine Sure im Koran als Kern erkennen, von der aus man alles andere interpretiert?

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Muslime werdet Staatsbürger

So einfach ist das nicht: Muslime können erst dann Staatsbürger im westlichen Sinne werden, wenn sie über den Schatten ihrer Religion springen. Das gelingt sehr vielen – und das ist gut. Aber diese Forderung gegen den Euro-Islam ausspielen, funktioniert meines Erachtens nicht, denn mit dem traditionellen Islam kann man den Staat eben nicht so akzeptieren wie unsere Gesellschaft es verlangt. Und wenn der Islam kein neues Fundament bekommt (s. Koran-Hermeneutik 1-4) dann wird der Aufbau nicht stabil: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article133310585/Deutsche-Muslime-werdet-endlich-Staatsbuerger.html

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Krankheiten + Lob der Müdigkeit

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Krankheiten können uns hinab ziehen, sie können uns aber auch stärker machen.

Krankheiten können an Gottes Liebe zweifeln lassen, sie können uns darum auch selbständiger machen.

Wir bewundern Menschen, die sich nicht hinab ziehen lassen, die nicht verzweifeln, sondern im Glauben und im Leben stark werden, sich nicht unterkriegen lassen, im Gegenteil: Anderen von ihrer Stärke abgeben können.

Wir bewundern sie und wissen gleichzeitig – wie labil wir selber sind und ahnen, dass sie nicht immer so stark waren, sondern durch Schwächen, Zweifeln, Auflehnungen, Müdigkeiten hindurchgegangen sind – wie wir alle.

Sie haben sich beschenken lassen, sie lassen sich immer wieder beschenken, darum sind sie stark in ihrer Schwäche.

Wenn die Müdigkeit nicht wäre, durch die wir hindurch müssen, um ins Leben zu gelangen, die Müdigkeit, die verhindert, dass wir uns beschenken lassen könnten.

Die Müdigkeit ist das Ausruhen des Glaubens, in der man in Gottes Hand fällt, keiner weiß, wie lange man dort liegen bleibt und dann gestärkt wie am Morgen aufsteht.

Die Müdigkeit ist das Fallen in Gottes Licht – aus der man wieder entströmt, von Gottes Licht gestärkt und zuletzt am Ende der Lebenstage durchflutet.

Jesus Christus hat uns berufen – bevor er uns abberuft sich in Tiefschlaf fallen zu lassen, ist keine Option.

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Kopfschüttel…

Gibt es das? Ich dachte immer, dass wenn einem etwas geklaut wird, die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft etwas dagegen unternimmt. Man wird doch immer wieder eines Besseren belehrt: Die Polizei unternimmt etwas – aber die Staatsanwaltschaft nicht: http://m.bild.de/regional/bremen/diebstahl/klau-handy-schickt-fotos-dieben-38136956,variante=M,wantedContextId=16292312.bildMobile.html

Man versteht es nicht, versucht nur die Staatsanwaltschaft innerlich zu verteidigen: Die haben vielleicht einen Grund, einen umfassenderen als sich der normale Otto Kleinbürger so vorstellt. Vielleicht einen dicken Fisch an der Angel, der erst herausgezogen wird, wenn es so weit ist? Oder einfach nur keine Zeit, weil das für sie Kinkerlitzchen sind?

Recht?

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Ein Islamist, den man eine kleine Fußfessel angelegt hat, das heißt ohne GPS, ist doch tatsächlich nach Syrien ausgewandert, um dort zu kämpfen. Die Gewerkschaft der Polizei hat so manche Anfragen an die Fußfesselei: http://www.gdp.de/gdp/gdpnrw.nsf/id/DE_Triebtaeter-interessieren-Fussfesseln-nicht Aber es scheint gewollt zu sein, dass er abgehauen ist – dann muss man ihn wenigstens nicht noch verköstigen, wenn er denn schon ins Paradies nach Syrien will.

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Der Muslim, der hier in Deutschland an Ebola gestorben ist, soll sehr schnell eingeäschert werden, auch wenn es der islamische Glaube nicht vorsieht. Meine Frage: Wird dann noch ein mit Ebola infizierter Muslim nach Deutschland in die Krankenhäuser kommen wollen? Denn: Hat er noch eine Chance, ins Paradies zu kommen? http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M5783568e05e.0.html Ich habe keine Ahnung wie man das Problem lösen könnte. Aber es ist eins, über das man nicht einfach so hinweggehen kann. Was sagt der Zentralrat der Muslime dazu?

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Australien+Antiwerbung+Flüchtlinge

Australien macht das, was uns sicher schwerfallen wird: Australien macht Antiwerbung, damit Flüchtlinge Australien nicht als Paradies ansehen und anschippern. http://www.spiegel.de/politik/ausland/australien-will-fluechtlinge-mit-no-way-kampagne-abschrecken-a-997004.html Antiwerbung machen, das kann die EU genauso wenig wie die USA, weil die Filme ein Paradies suggerieren, und wenn man sich im Fernsehen irgendwelche Spielfilme anschaut und im Smartphone irgendwas googelt, dann will man aus dem tiefsten Afrika auch so ein schönes Leben in Saus und Braus. Natürlich nicht alle. Aber verlockend dürfte es schon sein. Und dann entstehen wie bei den ehemaligen DDR-Bewohnern Vorstellungen von Vollkommenheit. Ich weiß noch, dass einer mal in München äußerst erstaunt war, dass im Westen nicht alles vollkommen lief: Die U-Bahn hatte Verspätung. Und wenn man in Afrika oder sonstwo Saus- und Brausvorstellungen bekommt, erwartet man hier in Deutschland natürlich alles wunderschön vorbereitet, Putzkolonnen, die hinter einem herputzen, viel Geld um sich Mercedesse kaufen zu können, tolle Häuser und freie Frauen. Und die Enttäuschung ist groß, dass das Land nicht dem Paradies entspricht, das man sich vorgestellt hat.

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Den Ansatz, der hier unter anderem vorgelegt wird, dass die EU die legale Migration fördern solle, finde ich im Ansatz gut: http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-fluechtlingspolitik-migrationsstudie-zeigt-alternativen-auf-a-997053.html Die Frage ist allerdings, ob dann die jeweiligen Länder nicht ausgehungert werden: Fachleute werden in die EU abgezogen, statt das eigene Land zu unterstützen. Zudem stellt sich die Frage, ob dann nicht zusätzlich die Abgelehnten auf den auch bislang bekannten Wegen kommen werden: über Menschenhändlern. Alle Europa-Länder sollten den gleichen Asyl-Standards bieten, aber das lässt sich wohl kaum machen, denn nach Griechenland kommen vielleicht andere als nach Schweden. Zudem hält sich wirklich ein Land an die Asylgesetzgebung, dass nur Verfolgte bleiben dürfen? de Maiziere fordert ja schon ein Umschwenken, dass alle bleiben dürfen – und das können sich nur reiche Länder leisten. Wie schnell wird das zum Politikum, wenn Deutschland wirtschaftlich aus dem letzten Loch pfeift. Dann werden nicht nur Flüchtlinge aus dem Land gewiesen, sondern auch träumende Politiker.

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Genitalverstümmelungen

Die Genitalverstümmelungen in Ägypten gehen weiter und weiter: http://www.taskforcefgm.de/2014/10/aegypten-angeklagter-arzt-verstuemmelt-weiterhin-maedchen/ Eltern bringen ihre Mädchen sogar zu einem Arzt nach hause, der angeklagt ist, ein Mädchen verbluten lassen zu haben.

Im Iran ist in manchen Gebieten jede zweite Frau davon gefährdet: http://www.taskforcefgm.de/2014/07/erste-studie-zu-genitalverstuemmelungen-im-iran-jede-zweite-frau-ist-opfer/

Und der Deutsche Juristentag fordert eine Bestrafung nicht unter drei Jahren. Bislang wurde es nicht so hoch bestraft, um Ausländer nicht ausweisen zu müssen, die das verüben: http://www.taskforcefgm.de/2014/09/deutscher-juristentag-fordert-haertere-bestrafung-von-genitalverstuemmelung/

Neulich ging durch die Presse, dass eine Professorin diese verharmlost haben soll. Das wird hier zurückgewiesen: http://hoernle.rewi.hu-berlin.de/

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Türkei+England/Schweden

Keiner hindert die jetzige Regierung daran, ihre Großmachtphantasien durchzusetzen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article133251028/Tuerkische-Luftwaffe-bombardiert-Kurden.html Das ist eine klasse Taktik: Kurden schwächen – man hatte ja gehofft, die ISIS wird sie schwächen. Nun drängt alle Welt die Türkei, dass sie hilft, die ISIS zu schwächen. Sie wird es vielleicht dann tun, wenn die Kurden geschwächt sind. Denn dann erreicht die Türkei auch ihr Ziel: Erst mit dem Iran, dann mit der ISIS, dann mit Kurdengesprächen, und nun gegen Kurden und gegen ISIS. Die Machtpolitik der türkischen Regierung hat eine klare Linie: Auch mit wechselnden Partnerschaften. Und die NATO ist nur so lange relevant, so lange sie von der Türkei für ihre Großmachtträume instrumentalisiert werden kann. Und so waren die Luftabwehrraketen in der Türkei nichts anderes als das, was schon damals vermutet wurde: Propaganda und den Versuch, die Nato in diesen antisyrischen Krieg hineinzuziehen. Und die Nato ist ihr auf den Leim gegangen.

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Es wird immer deutlicher, dass Israel sich warm anziehen muss, denn das englische Parlament spielt ein übles Spiel – wie auch Schweden. Hängt das damit zusammen, dass die Bevölkerung immer stärker muslimische Menschen aufnimmt? Und diese üben dann natürlich auch Druck auf die Politiker aus – ob es nun voreilender Gehorsam ist oder nicht. Das bedeutet, dass ein Land nach dem anderen islamisiert bzw. islamischen Gruppen zu Diensten sein wird, weil die Zugereisten vielfach aus islamischen Ländern kommen und islamischer Tradition zugehören. Und somit kann sich ein Land eine Nähe zu Israel nicht mehr erlauben, ohne sich innenpolitischen Ärger einzuhandeln.

Wobei die Zahl der Muslime in England nur 2,7% zu sein scheint (http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich#Religionen ) – aber in London 12,4% – die 2,7% gelten übrigens auch für Schweden und Luxemburg. Hat man sich in etwa auf diese Zahl festgelegt? Norwegen 2%, Dänemark 3%. In Deutschland schätzt man laut wikipedia 5% – ähnlich wie in den Niederlanden, in Frankreich 9%, Spanien nur 0,5%. Ähnlich wie in London fühlen sich Muslime in Brüssel wohler als im weiteren Belgien: 30-35%. Aber bleiben wir in England: Dort leben 5000 muslimische Millionäre, gibt es 36 arabische Großbanken, 20% der Grundstücke/Wohnungen Londons sind in der Hand muslimischer Investoren usw.

Das würde ja alles nicht wichtig sein, wenn sie in etwa so denken würden wie Lamya Kaddor (s.u. Koran-Hermeneutik 4).

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Liberaler Islam+ISIS redet Tacheles+Koran-Hermeneutik 4

Dass es keinen moderaten Islam geben würde, sondern nur Islam, das wissen wir von Erdogan. Alles andere, so haben wir inzwischen von vielen anderen gehört, beleidige den Islam, versuche den Islam zu spalten usw. usw. usw. Es gibt dennoch liberale Muslime, so in Indonesien, die sich auch als solche bezeichnen. Ein liberaler Muslim namens Ulil Abshar Abdalla, der ein Netzwerk liberaler Muslime aufbaute, wollte nach Malaysia, um an einem Forum teilzunehmen – darf aber nicht. In diesem Zusammenhang wird formuliert, dass Liberalismus und Pluralismus in der Religion gegen den Islam sei. http://www.jihadwatch.org/2014/10/malaysia-muslim-group-demands-ban-of-publications-promoting-religious-pluralism  Dass er freilich privat so seine Schattenseiten hat, wurde auch aufgedeckt: http://en.wikipedia.org/wiki/Ulil_Abshar_Abdalla  Das aber ist nicht der Grund, ihn nicht einreisen zu lassen.

Wie die innerislamische Auseinandersetzungen auch aussehen: Christen stehen vielfach unter Druck: http://www.persecution.org/2014/10/13/malaysian-christians-lash-government-after-supremacist-evades-prosecution/

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ISIS redet Tacheles: Sie haben Sklavinnen – aber sie stehen ihnen auch zu „so habe es schließlich schon der Prophet Mohammed bei seinen Eroberungszügen gehalten“ http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-verschleppt-frauen-als-sklavinnen-a-996814.html Dass die Mehrheit der Muslime diese Tradition nicht für besonders cool hält, wird auch in dem Artikel gesagt: „Millionen Muslime sehen Sklaverei nicht als Teil ihres Glaubens an.“ Auch diese Aussage ist sehr interessant, denn es gibt 1,57 Milliarden Muslime. In der EU leben ungefähr 10 Millionen Muslime (die Zahl halte ich nicht für richtig, ist aber hier zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Europa#Europa_und_der_Islam_.28Schl.C3.BCsseldaten.29)

Die ISIS ist in Kobane – also kann man die Stadt in Schutt und Asche legen – irgendwie trifft man sie ja dann. Und was wird aus Bagdad? Die Isis steht kurz davor. Auch die Stadt in Schutt und Asche legen? Übrigens hat das Assad auch gemacht: Städte, die von Islamisten übernommen worden waren, bombardiert. Ich habe auch keine bessere Idee. Ahne aber nur: Das klappt so nicht. So sehr den Kurden in Kobane Erfolg zu wünschen ist: Wir hören täglich: Kurden melden Erfolg – und dann: ISIS ist weiter eingedrungen… Sind die Erfolgsnachrichten Durchhalteparolen? Dass die schiitischen Milizen im Grunde auch nicht menschlicher sind als die ISIS ist bekannt bzw. kann man sich denken. http://www.nzz.ch/international/naher-osten-und-nordafrika/obama-haelt-kriegsrat-1.18403810 Welche dieser Gruppen ist das schon? Ein Öllager in Brand zu schießen – ich frage wieder: ist das eine Lösung? Besser wäre es, sie durch Truppen zu isolieren, sodass die Leute aufgeben müssen. Aber soweit sind die Alliierten gegen die ISIS noch lange nicht.

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Dieses Gespräch zwischen Hamed Abdel-Samad und Lamya Kaddor ist interessant. Abdel-Samad geht in der Diskussion vom Selbstverständnis des Koran und der weltweiten Mehrheits-Interpretation aus – was von Kaddor als fundamentalistisch bezeichnet wird. Für Kaddor muss der Koran kontextualisiert werden, das heißt: Allah spricht zu Mohammed Männer-dominant, weil er sonst in der damaligen Gesellschaft nicht durchgedrungen wäre – und das muss man heute – in einem anderen Kontext natürlich ändern, das heißt Mädchen und Frauen seien genauso zu respektieren wie Jungen und Männer. Zudem: „Die Muslime müssen, wie im Judentum und im Christentum, das Bewusstsein für Pluralität entwickeln. Wir müssen eine Jugend heranziehen, die kritisch und mündig mit Religion umgeht.“

Dieser Islam ist wünschenswert, von daher ist Frau Kaddor zu unterstützen – aber: Die Priorität hat in einer solchen Auslegung nicht der Koran, sondern der gesellschaftspolitische „Kontext“. Nicht das Wort Allahs ist Wahrheit, die allezeit gilt, sondern es gilt dann im Grunde nur für die Zeit Mohammeds. In unserer aufgeklärten christlichen Welt haben eben Aufklärung und Christentum die Priorität – und wie ist es in einer hinduistischen Welt? In einer atheistischen Welt wäre der Maßstab der Atheismus. Wie dem auch sei: Diese Interpretation widerspricht vollkommen der Interpretation, die Koran, Ahadith und Tradition des Islam vertreten. Mohammed zieht mit Koran und mit seinen Aussprüchen und Taten, die in den Ahadith wiedergegeben werden, einen sehr engen Kreis um Allahs Aussagen, der keinen Raum lässt für eigenes Nachdenken und von der Umma abweichende Interpretationen. Und von daher finde ich es spannend: Bleiben echt so viele Menschen beim Islam, weil er so wunderbar spirituell ist? (Muslime, die Christen und Atheisten werden wollen, können ein Klage-Lied von dem Druck, den die muslimische Gemeinschaft auf sie ausübt, singen.) Kann sich das, was Kaddor fordert, echt durchsetzen? Versuchen kann man es und muss es, damit die islamische Gesellschaft freier und verantwortlicher wird. Auf diesen Gedanken kommt Kaddor nicht durch den Koran selbst, sondern aufgrund der Divergenz in der Koran-Auslegung. Die unterschiedlichen Auslegungen sind also eine Tugend, die verantwortliches Nachdenken fordern. Was würde wohl Mohammed aus seinem Kontext dazu sagen, bzw. Allah aus einem anderen Kontext? http://www.cicero.de/berliner-republik/streitgespraech-hamed-abdel-samad-vs-lamya-kaddor-kein-islam-ohne-islamismus/58344

Abdel-Samad sagt im Grunde nicht viel. Was er sagt, wird von Kaddor als undifferenziert, fundamentalistisch, islamophob, Polemik interpretiert. Aber er gibt nicht seine Träume wieder, sondern die Ansichten des Islam weltweit – freilich bis auf muslimische Ausnahmen. Und jeder Nichtmuslim hofft, dass sich diese Ausnahmen durchsetzen werden. Sehr sympathisch ist der aufgeklärte-christliche menschliche Ansatz von Kaddor. Die Frage stellt sich dann nur noch: Was hat es dann noch mit Allah, Mohammed und Koran bzw. Ahadith auf sich? Kann man sie im Grunde nicht vergessen? Worin besteht nun die über die Zeit andauernde Konstante? In den aus dem Koran herausgepickten Rosinen? In Allah, den man dann doch kontextuell verstehen muss? Das hätte Abdel-Samad Kaddor fragen können. Ich hätte gerne gewusst wie sie darauf antwortet. Denn das wäre immens wichtig.

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Kleine Gebetshilfe 8

P1040652 

(Ich bitte, die vorangegangenen “Kleinen Gebetshilfen” zu beachten, da ich nicht alles wiederholen kann – zum Beispiel, was es heißt, Gott als “Vater” anreden.)

In der “Kleinen Gebetshilfe” wurde zuletzt erläutert: Vater unser im Himmel.

Heute wird Thema sein: Geheiligt werde dein Name.

Heilig – heiligen – das heißt, etwas ist Gott gemäß, etwas ist Gott zugehörig. Wenn Paulus die Christen als “Heilige” anredet, dann heißt das, sie gehören zu Gott. Und als Kinder Gottes, von denen Gott als “Vater” angeredet werden will, gehören sie zu ihm, sie sind heilig.

Indem Betende darüber nachdenken, was das eigentlich bedeutet “Geheiligt werde dein Name” – achten sie auf Gottes Heiligkeit und darauf, dass sie ihn durch ihr Handeln, Beten, Reden, Denken, Vertrauen heiligen, ihn ehren.

Es wäre vermessen zu sagen: Dein Name möge geheiligt werden – aber nicht durch mich.

Das Gebet sprechen erfordert eine heiligende Haltung: Man vertraut Gott als Vater, man wendet sich ihm zu, erbittet von ihm wie ein Kind etwas erbittet – und man ist auch bereit, ihm darin zu folgen, seinen Willen zu tun.

Es ist nicht nur die vertrauende, offene Haltung, die von Gott erwartet, dass er endlich seine gute und gerechte Herrschaft durchsetzen möge, die Menschen aufatmen lässt (dein Reich komme), die Haltung, die die Hand öffnet, damit Gott Brot hineinlegt und den Menschen befreit, indem er Schuld vergibt. Der Beter wird auch selbst aktiv, indem er die Bitten umsetzt: Dein Wille geschehe, wir vergeben…

Und so verändert diese Bitte “Geheiligt werde dein Name” den Beter – und bringt ihn in Gottes Gegenwart.

Gottes Heiligkeit achten, das bedeutet, dass man nicht unangemessen mit Gott umgeht. Er ist “Vater” – nicht aber Sklave des Betenden. Er ist der Freie, Eigenständige, der Schöpfer und Erhalter, der Herr, der Gerechte, der Vollkommene, die Wahrheit, er ist der, der mich liebend in seine Nähe holt, als sein Kind, er ist kein Schalter, den ich mal anknipsen kann, wenn es mir gerade so passt.

Geheiligt werde dein Name.”

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