Syrische Frauen verdammen flüchtende Männer + Aleppo helfen

Das habe ich so hart nicht gesagt, aber schon immer sanfter darauf hingewiesen: Syrische Mütter und Frauen verdammen Männer, die abhauen, statt sie zu beschützen und bei ihnen zu sein. http://www.dailymail.co.uk/news/article-3263593/Syrian-wives-mothers-left-condemn-men-fled-country-ask-free-protect-wrong-leave-country.html Neulich schrieb ich das – eben sanfter und vorsichtiger – über afghanische Männer. Bei afrikanischen und anderen Migranten ist das, soweit ich sehe anders: Da legt der Clan Geld zusammen, damit die jungen Männer im Ausland ihr Glück suchen.

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Aleppo beim Aufbau helfen! Jetzt kneifen sie alle, die vorher ständig Aleppo im Munde führten… – oder stimmt der Beitrag nicht? Wo bleibt das schwere Gerät aus Europa, den USA? Wo beiben die angekündigten Nahrungsmittel? http://www.catholicnewsagency.com/news/syrian-priest-after-liberation-of-aleppo-living-conditions-still-dire-46776/

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Beten und hören

P1060224

Einer klagte: Ich bete und bete – aber Gott antwortet mir nicht. Da sagte der Heilige: Hast du eigentlich schon einmal auf Gott gehört? In der Bibel heißt es: Jesus verbrachte die ganze Nacht im Gebet vor Gott. Das heißt nicht, dass er die ganze Nacht wie ein Plaudertäschchen geredet hat, sondern still geworden ist, auf Gott in seinem Herzen, seiner Seele, seinem Denken gelauscht hat.

„Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ heißt es im Psalm 131, 2.

http://www.w-fenske.de/lukas-10-38-42.html

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Politischer Kitsch

Wieder ein sehr guter Beitrag von Alexander Grau. Lesenswert – der ganze Beitrag: http://cicero.de/kapital/gesellschaft-und-konsum-politischer-kitsch:

Da der politische Kitsch, ebenso wie der ästhetische und moralische, ein tragendes Element der Massenkonsumgesellschaft ist, besteht wenig Hoffnung, ihn aus dem öffentlichen Diskurs zu verbannen. Wir werden mit ihm leben müssen. Es bleibt nur die Möglichkeit, ihn als das zu entlarven, was er ist: intellektueller Trash.

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Asozialisierung des Mediums

Ein Leser spricht in seinem Kommentar zu diesem verlingten Beitrag von „Asozialisierung des Mediums“: http://www.zeit.de/kultur/film/2017-02/bist-du-50000-euro-wert-zdfneo-sendung-bewerbungsgespraech-selbstdarstellung

Menschen werden vorgeführt und lassen sich vorführen. Es gibt Untersuchungen dazu, dass Menschen, die öffentlich vorgeführt wurden, im Anschluss an die Ausstrahlung der Sendungen Schwierigkeiten bekommen. (Ich habe es leider nicht mehr genauer im Kopf.) Lernen die Macher nichts daraus? Ist denen das egal? Ich befürchte. Es ist ihnen egal. Und wir müssen durch Gebühren mitfinanzieren, dass Menschen erniedrigt werden? Da wurde vor einigen Monaten eine solche tolle Kampagne gestartet, um den Menschen, denen das Geld aus der Tasche gezogen wird, die Zwangsgebühren schmackhaft zu machen. Und man sieht es ja für gute Sendungen auch mehr oder weniger ein. Aber so etwas lässt einen dann doch wieder zweifeln. Die Kirchenvertreter machen nichts dagegen?

Ich war schon bei Klums Sendung erschüttert, von der ich mal ein Teil gesehen habe – wie die Mädels da getrietzt werden. (Ist schon lange her – vielleicht hat sich das jetzt geändert. Vermute nicht, sonst würde in dem Beitrag nicht stehen: „Heidi Klums sadistischen Fantasien“.)

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„Lügenpresse“ – und gute Menschen

Das ist interessant zu sehen, dass Menschen kritisiert werden, die von Lügenpresse reden. Ich habe das auch schon kommentiert – und finde es in der Pauschalität nicht richtig, von Lügenpresse zu reden, weil das vielen Journalisten nicht gerecht wird. Zudem wird nicht immer deutlich: was wird bewusst weggelassen, nur falsch formuliert usw. Allerdings muss der Presse in einem demokratischen System wie allen anderen mächtigen Gruppen auf die Finger geschaut werden und man muss sagen: Da stimmt was nicht, da wird einseitig informiert, da werden Fakten weggelassen usw.

Und nun haben wir das Phänomen, dass Leute – die zu den guten Leuten in unserem Land zählen – diejenigen kritisieren, die von Lügenpresse sprechen. Gleichzeitig sagen sie, dass man nicht nur nicht Internetseiten misstrauen soll, sondern auch großen Presseerzeugnissen: Focus, Welt, cicero… Und das finde ich interessant. Denn was ist diese Äußerung anderes, als diesen vorzuwerfen, sie würden unsauber arbeiten? Natürlich gehören diese Kritiker der Gattung der politisch guten Menschen an und verwenden darum nicht das böse „L-Wort“. Aber de facto ist das gleich.

Spannend ist dieser Vorwurf auch darum, weil die Medien, die die Meinung der guten Menschen unterstützen, damit als die guten Medien bezeichnet werden, diejenigen, die die Meinung dieser lobenswert guten Zeitgenossen nicht unterstützen als die Medien, denen man nicht trauen soll. Worin liegt aber nun wirklich der Unterschied zwischen denen, die von Lügenpresse reden und denen, die das Wort nicht verwenden, aber entsprechend agitieren?

Was ich noch anmerken will: Ich bin nicht zimperlich mit der Nennung von Medien welcher Art auch immer, da man manche Informationen wirklich nur über solche bekommt, deren Namen andere nicht einmal in den Mund nehmen würden. Angst vor Verbreitung von Fake News? Natürlich. Aber vor solchen ist man nie gefeit. Zudem habe ich gelernt, dass solche Infos von „bösen“ Seiten, dann häufig doch mit Verspätung von den „seriösen“ Seiten aufgenommen werden. Zumindest diejenigen, die ich genannt habe. Manche erst nach Jahren. Denn der Verstand schützt vielfach davor, Fake News aufzusitzen bzw. vorsichtig zu sein. Einmal bin ich auf einen Witz hereingefallen. Das tut mir natürlich Leid. Aber – das soll keine Entschuldigung sein – : die Witze und Satiren sind manchmal nicht von der Realität zu unterscheiden – oder umgekehrt?

Insgesamt möchte ich an das Grundgesetz erinnern, bevor jemand laut aufschreit:

Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

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Rede – SPD Schulz – wortgewordene Wunschträume + Wer soll zahlen? Mexiko + Mögliche Antwort der CDU + Hundeordnung muss sein

Man muss sich die Reden angehört haben – aber bitte – achtet auf die Rhetorik. Er hat in vielem Recht – wenn es um soziale Gerechtigkeit geht: Wer will das alles nicht – aber wie ist das zu bezahlen – und warum hat die SPD das nicht schon längst gemacht? Ich vermute, nicht darum nicht, weil sie das alles nicht wusste, sondern weil es nicht finanzierbar war. Schulz sagt das, was man immer sagte und auch Anprangerte – aber eben: Geld!? Wie soll das in einem seriösen Haushalt finanziert werden? Er sagt: Unser reiches Land…! Ja, es ist eines der reichsten Länder. Wer bezahlt? Reichensteuer erhöhen? Firmen stärker besteuern? Ich bin gespannt, wie er bzw. die SPD das Problem lösen will. Wir hatten seriöse SPD-Finanzminister: Was würden sie dazu sagen? Es wunderte ja auch alle, dass auf einmal, als die vielen, vielen Flüchtlinge kamen, das Geld da war, das vorher nicht da war, um Straßen, Schulen usw. zu reparieren. Vielen Bürgern wurde das Geld aus der Tasche gezogen, in den Dörfern, in den Städten, die am Rande des finanziellen Kollaps agierten. Und auf einmal war Geld da, und man rühmte, dass die Finanzierung der Flüchtlinge durch den Staat die Wirtschaft ankurbelt – hätte das Geld das nicht auch gemacht, wenn man den Bürgern mehr gegeben hätte, mehr gelassen hätte? Ich hatte das ja alles im Blog. Das war schon immer die Frage – nicht erst seit Schulz. Und nun kommt Schulz und sagt viel, viel Richtiges – aber wie soll das bezahlt werden? Trump hat Recht: Schicken wir Mexiko die Rechnung! Die Politik will Rahmen schaffen – aber hält sich dann der Staat selbst an diese Rahmen? Sollen nur die Firmen und Privatleute diese Rahmen beachten?


Wie großartig die SPD ist – warum hat das noch keiner so richtig gemerkt? Aber er will das alles noch besser machen. Und das ist auch gut so. Auch hier: Rhetorik beachten…

Was Schulz macht – und das ist wichtig und richtig: Er zeigt in den Reden seinen Genossen auf, was für eine große Tradition die SPD hat, was für großartige Minister – er stellt ihre tollen Taten ins Rampenlicht – er greift sehr viele Probleme auf, die die Menschen in diesem Staat haben, das emotional, auch mit emotionalisierendem O-Ton. Er findet Schuldige, die das verhindert haben, dass es diesen Menschen noch immer nicht besser geht. Alles richtig – im Wahlkampf. Die Linke muss um Prozente fürchten, denn bislang war sie die Träumerin.

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Die Aufgabe der CDU wird sein – wenn sie diesen wortgewordenen Wunschträumen etwas entgegensetzen will – zu fragen: Wie will Schulz das alles bezahlen? Er wird antworten: dass man nicht so klein und mutlos denken soll, sondern alles dazu tun, dass es dem Land besser geht. Was kann die CDU machen? Sagen, dass es unserem Land nicht so geht wie Frankreich, Griechenland usw. – eben weil man gut gewirtschaftet hat. Mit einer Wirtschaft a la Schulz kommt man ganz schnell auf die Ebene anderer europäischer Länder. Und wenn Deutschland der kranke Mann wird, dann hilft keiner mehr irgendeinem. Gleichzeitig muss die CDU aufzeigen, dass man aufgrund des guten Wirtschaftens jetzt wirklich viele Projekte anpacken kann, die Schulz anspricht – aber das eben mit Augenmaß und nicht über die Verhältnisse. Die SPD-Minister lieben es nicht selten, über das Ziel hinauszuschießen – ich denke an Maas, an Özoguz, an Schwesig… – und das kann man als CDU auch genüsslich zerpflücken. Man muss aber auch eigene Fehler eingestehen können!

Zudem: Schulz beginnt seine politische Karriere ja nicht erst jetzt – und so hat die CDU viele Chancen, sich vergangene Schulz-Aktivitäten anzuschauen: http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-ein-mann-wie-herr-schulz-der-schulden-vergemeinschaften-will-vertritt-nicht-die-deutschen-interessen_id_6691362.html

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Ein Mann wurde überfallen und verletzt. Es muss in diesem Zusammenhang natürlich darüber diskutiert werden, ob der schwer verletzte Mann seinen Hund angeleint hatte oder nicht. Ordnung muss sein – auch für einen SPD Bürgermeister: http://www.achgut.com/artikel/fundstueck_es_gibt_keinen_grund_jemanden_abzustechen_aber

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Flüchtlingskriminalität + Allahu Akbar + Heidelberg-Attentat? + Alter schützt vor üblen Taten nicht + Hasskriminalität – Gesinnung und Recht + Ditib-Spionage + Kündigung

Es geht mir im folgenden nicht um die Frage, ob Flüchtlinge krimineller sind oder nicht. Ich finde sie – wenn sie pauschalisiert – unangemessen. Was aber hinterfragt werden muss: Wenn schon bewusst vertuscht wird, wie kann man dann davon ausgehen, dass nun die Zahlen stimmen? Ein bisschen mehr kritischen Blick erwartet man schon vom Deutschlandfunk. Man ist einfach vertrauensselig, wenn die veröffentlichten Zahlen mit den eigenen Erwartungen übereinstimmen: http://www.deutschlandfunk.de/fluechtlingskriminalitaet-in-schweden-die-medien-schweigen.795.de.html?dram%3Aarticle_id=373438

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Wie sensibel die Bevölkerung ist, zeigt dieser Vorfall: http://www.focus.de/panorama/welt/randale-am-bahnsteig-laute-allahu-akbar-rufe-fuehren-zu-panik-am-hauptbahnhof-dortmund_id_6705125.html Inzwischen hat zumindest dieser Artikelschreiber mitbekommen, dass Allahu Akbar – X ist am größten bedeutet. Allerdings muss er auch noch realisieren, dass der Syrer nicht meint: Gott, den Jesus Vater nennt, ist am größten, sondern eben: Allah ist am größten. Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben – und sie werden es alle kapieren.

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Erste Infos: In Heidelberg hat ein Autofahrer mehrer Fußgänger angefahren und ist mit einem Messer geflüchtet – von der Polizei angeschossen worden: http://www.focus.de/panorama/welt/motiv-unklar-mann-faehrt-in-heidelberg-fussgaenger-an-und-fluechtet-polizei-schiesst-ihn-nieder_id_6705681.html Das Motiv ist wohl unklar (es gibt bekanntlich nicht nur Terrorattentate, sondern auch andere Form von Attentaten). Auffällig: Nicht jeder zückt sein Messer, das er immer dabei hat, wenn er Menschen angefahren hat – zudem steht das Auto an einer Stelle, soweit ich Heidelberg kenne, an dem nicht unbedingt ein Auto steht, wenn der Fahrer es nicht dort hinbringen will.

Der schwer verletzte Mann ist gestorben, die zwei Leichtverletzen sind aus der Klinik entlassen worden.

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Der Mann ist 68 Jahre und hat noch nicht gelernt, wie man sich benimmt? Trauerspiel. http://www.focus.de/regional/hamburg/s-bahn-in-hamburg-falsches-opfer-ausgesucht-68-jaehriger-masturbiert-vor-polizistin-in-zivil_id_6704867.html

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Tomas Spahn über Hasskriminalität – wie Gesinnung ins Recht Einzug hält: http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/wie-hasskriminalitaet-den-rechtsstaat-aushoehlt/

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Laschet fordert, wenn Ditib-Imame spioniert haben sollten, müssen sie Deutschland verlassen: https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/02/25/wer-denunziert-hat-muss-deutschland-verlassen/ Soweit ich weiß hat die Ditib schon von sich aus Imame weggeschickt – oder war das eine normale Austauschaktivität?

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Zwei Mitarbeitern/in wurden in einer Beratungsstelle gegen Radikalisierung suspendiert und werden erneut überprüft – Vorwurf: enge Verbindung zu Islamisten http://www.spiegel.de/politik/deutschland/salafismus-zwei-mitarbeiter-von-beratungsstelle-vpn-suspendiert-a-1136287.html

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Gott: Person–Energie–Psyche

P1070746(2017!)

A

Der Begriff “Person” kommt aus dem Theater. Einer spielt Rollen und zieht für die jeweilige Rolle eine Maske auf. In die Religion kam der Begriff durch Christen im Zusammenhang der Trinitätslehre: Gott ist einer und spielt drei Rollen: Vater – Sohn – Geist. Allerdings hat sich diese Interpretation nicht durchgesetzt. Der Begriff blieb für Gott. Dann wurde er ausgeweitet auf göttliche Boten: Engel. Später bezeichnete man damit auch die unsterbliche Seele. In der Neuzeit wurde der Begriff auf Menschen übertragen: der Mensch als denkendes, vernünftiges Wesen, das sich selbst reflektiert, seiner selbst bewusst ist, frei, autonom, moralisch ist, seine Zukunft im Blick und ein Gewissen hat. Was Gott “vorbehalten” war – wurde auf den Menschen übertragen.

Wie auch immer gegenwärtig “Person” definiert wird: Der Mensch als Person ist durch seine Individualität begrenzt. Und das gilt für Gott nicht. Person – wenn Gott damit gemeint ist – ist ein Beziehungsbegriff: Gott kommuniziert mit den Menschen, er hat eine Beziehung zu seiner Schöpfung. Es geht nicht um die Kennzeichnung seines Wesens, seines Seins, es geht um sein Handeln. Damit wird die alte griechische Intention (Frage nach dem Sein Gottes), die jahrhundertelang dominant war, von der jüdisch/biblischen (Frage nach dem Handeln Gottes) abgelöst. Das heißt letztlich auch: Wie Person mit Blick auf Gott definiert wird, hängt von Gott ab. Gott als Person bedeutet nicht, dass er als eine Art Mensch mit langem Bart auf einer Wolke herumsitzt und Schiffe-Versenken oder ähnliches spielt: Er ist wirksam, er ist ansprechbares "Du". Er spricht Menschen an. Menschen erfahren ihn als Kraft, als Auftraggeber, als Trost, …   

B

Entwicklung von Gottesbildern – der Mensch versteht begrenzt. Er kann Gott nie ganz erfassen. So dachte sich der Mensch Gott/Götter mit Blick auf Geistwesen, Naturereignisse, Sonne, Felsen…. Götter waren mächtige Tiere, waren Mischwesen: Tier-Mensch (Schamanen), wurden zu Mann und Frau (Menschen – z.B. Griechen). Gott/Götter wurden in mächtigen Naturereignissen als Energie erkannt: Feuer, Sturm, Wasser… bzw. in der Stoa als die Energie, die alle Gestirne und die irdische/kosmische Ordnung zusammenhält. Juden haben durch Gott erfahren, dass sie sich kein Bild von Gott machen dürfen. Menschen ahnen etwas von Gott – machen sich jedoch ein Bild von ihm, so wie sie es selbst verstehen können. Gott selbst offenbart sich in der Art, wie Menschen ihn erfassen können.

Christen haben den jüdischen Glauben aufgenommen: Gott – Vater – darf nicht abgebildet werden. Sie haben von Juden den Ansatz aufgenommen, dass Gottes Energie – sein Geist – als Schöpferkraft die Welt durchdringt und Menschen bestimmt. Hinzu kam durch das Erleben Jesu, dass Christen die Person Jesu Christi in das Gottesbild einbezogen haben. Das heißt: Christen haben drei wichtige Gottesbilder adaptiert (kein Bild machen – Person – Energie) und miteinander verbunden. Bewirkt durch den Geist Gottes – das heißt: die Selbstoffenbarung Gottes durch seinen Geist.

C

Gott als Energie. Dass das Göttliche Energie ist, wurde in der Neuzeit betont, als man begann, die Energie in der Natur zu erkennen. Das Wort wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Griechischen übernommen. Elektrische Energie, chemische Energie, kinetische, thermische Energie… Diese Energien bestimmen unser Weltbild ungemein. Und so liegt es nahe, dass manche heute eher von Gott als Energie reden möchten als von Gott als Person. Aber wie unter dem Begriff “Person” gesagt: Nicht die Vorstellung dessen, was Energie ist, bestimmt Gott, sondern Gott bestimmt, wie in diesem Kontext Energie zu denken ist. Gott ist nicht messbar – wie Energie messbar ist. So ist im christlichen Bereich Gottes Geist/Energie ansprechbar, er ist Wille, er wirkt bewusst… Und in der frühen Kirche bzw. den charismatischen christlichen Gruppen wird der Geist Gottes als eine Macht erfahren, die Menschen ergreift. In anderer Weise erfahren Christen diese Macht, wenn sie in der Gegenwart Gottes sozial tätig sind, wenn sie beten…

D

Ein weiterer Aspekt wird in der Neuzeit relevant: die Psyche des Menschen. Von daher wird Gott vor allem von den Atheisten Feuerbach, Marx, Freud mit der Psyche des Menschen verbunden – als Auswirkung der Psyche bzw. als Auswirkung sozialer Interaktion auf die Psyche. Zudem wird gesagt, dass die Entwicklung des Gottesbildes mit der Entwicklung der menschlichen Psyche Hand in Hand ging – und wir aus evolutionärer Perspektive gesehen inzwischen genug Verstand hätten, und auf Gott verzichten können. Aus christlicher Perspektive macht sich Gott über das Hirn und der Verarbeitung des Erfahrenen durch die Psyche des Menschen dem Menschen bemerkbar, ist aber kein Produkt der Psyche. Das trifft auch auf die Aussagen zu, dass Gott ein Ergebnis chemischer, hormoneller, elektrischer Prozesse im Hirn ist. Diese sind sozusagen die “Botenstoffe” Gottes. Wie sonst sollte Gott mit dem Menschen kommunizieren?

E

Das ist alles sehr abstrakt. Und von daher tritt vor das abstrakte Gottesbild, das rational entwickelt wird, immer die Person Jesu Christi. Hier wird Gott für uns greifbarer. Hier bekommt er Gesicht, Stimme, wird menschlich real. Denn Gott bringt sich selbst in Jesus Christus zur Sprache. Er wird real, greifbarer – aber eben nur wie es uns begrenzten Menschen möglich ist. Denn letztlich verstehen wir alles, was um Jesus Christus geschehen ist, nicht richtig: Menschwerdung Gottes – Sterben für uns – Auferstehung – Herrschaft… Hier ist der Geist Gottes notwendig, um in uns Glauben zu wecken – durch sein aktives Wirken und Erleben.

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