Hate-Speech gegen Erdogan + Fake News und Kirche

Ich wurde schon vor Jahren massiv angegangen, weil ich in meinem Blog Erdogan kritisiert hatte – lange bevor die Medien aufgrund des schlimmen Vorgehens der türkischen Regierung auf dem Taksim(?)-Platz von allen möglichen Medien angegangen wurde. Ich habe die Regierung Erdogan und seine Vorhaben immer äußerst kritisch begleitet.

Nun muss ich jedoch Erdogan verteidigen, denn das ist kein Stil politischer Auseinandersetzung. Ich sehe natürlich auch, dass Erdogan massivst gegen Menschenrechte agiert und agitiert. Ich nehme mit Erschrecken wahr, wie schnell aus einem Staat, der Demokratie einübt,  ein diktatorisch-faschistoider Staat werden kann.

Aber ich finde, es gehört sich nicht, Erdogan als Schwein darzustellen, der in der Erde herumwühlt – zu Füßen der Kanzlerin – ich setze keinen Link. Wer es haben will – ich habe einen Screenshot gemacht.

Die Politik muss energisch reagieren – darf nicht kuschen – aber was nicht geht: Wir müssen wirklich aufpassen, dass wir nicht Teil von Menschen werden, die die Gesellschaft aufputschen, was das Zeug hält. Die Spirale des sich gegenseitig Aufputschens muss unterbrochen werden. Wir sind in der Position der Stärke. Wir können als EU die Türkei voll auflaufen lassen. Und man muss auch gegen Erdogan agieren – aber klug, sachlich, nachhaltig. Alles andere ist von Übel und trennt die Völker, die zusammen gehören. Die Türken, die in der Türkei leben, werden durch solche Ausfälle gezwungen, sich hinter Erdogan zu stellen. Das ist übel. Deeskalation muss auch in unseren Medien geschehen. Hat Maas schon Facebook aufgefordert, solche Erdogan Hates zu entfernen? Hat er die AAS damit beauftragt, sich gegen diese Aufschaukelung der Hass-Spirale einzugreifen? Hat Schwesig schon Gelder bereit gestellt, um gegen den Hass, der zwischen Völker gesät wird, anzugehen?

Das ist keine Politik. Das ist unterste Schublade politischer Agitation. Extremisten verschiedener Seiten schenken sich nichts.

Vernunft, einsetzen, Leute, Vernunft! Ich sage das, auch wenn mich jetzt einer Erdogan-Freund oder sonstwie nennen sollte. Das zeigt nur, wes Geistes Kind dieser Mensch ist.

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Woelki wendet sich gegen Fake News. Er hat recht. Die Frage ist: Warum erst jetzt? Wie dem auch sei: Jeder vernünftige Mensch muss sich gegen Fake News aussprechen – von welcher Seite auch immer. Gleichzeitig wissen wir, dass es immer Fake News geben wird, weil es sie immer gab – vor allem, weil nicht immer so leicht zu trennen ist zwischen bewusster Falschmeldung und verkürzter/unverstandener Darstellung…. https://www.domradio.de/themen/bischofskonferenz/2017-03-07/kardinal-woelki-warnt-vor-fake-news

Allerdings jetzt die Kirche als Organisation anzugreifen, die in der Bibel massenhaft Fake News weiterverbreiten soll und sich darum aus dem politischen Diskurs raushalten soll, halte ich für unangemessen. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es atheistische Freunde gibt, die meinen, dass keine Fake News so schlimm sind wie die von der Kirche, keine trumpschen, putinschen, afdschen… – weil sie Eintagsfliegen sind und die Kirchen mitsamt der Religionen das Schlimmste, was die Erde je gesehen hat – muss ich doch sagen: Gemach, gemach. Auch wenn Atheisten den Inhalt der Stories nicht glauben sollten – aber es sind aus deren Perspektive doch sicher zumindest manche wunderschöne Fake News darunter. Nachahmenswert schön. 😉

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Asyl-Visa + Asyl Hotspots + Ungarn-Grenze + Pro Asyl

Ich halte die Entscheidung des EuGH im Zusammenhang der Asyl-Visa für richtig. Wirkliche Flüchtlinge, wie immer wieder angesprochen wird, würden kaum in die jeweilige Botschaften reinkommen. Viel wichtiger halte ich Asyl Hotspots, die die UN einrichtet und zwar in unmittelbarer Nähe zu Staaten, aus denen Menschen fliehen müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eugh-urteil-zu-fluechtlingen-zynisches-eu-asylsystem-kommentar-a-1137673.html An solche Hotspots habe ich im Dezember gedacht und die Vorstellung ausführlicher beschrieben: http://blog.wolfgangfenske.de/2016/12/06/fluechtlings-hotspots-der-un/

Ich denke, es liegt, wenn ich die EuGh-Entscheidung richtig verstanden habe, nun im Ermessen der jeweiligen Nationen, entsprechend Gesetze zu verabschieden.

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Laut Tagesschau wandte sich Özoguz gegen die Ungarn-Grenze, die UN wendet sich gegen die Ungarn-Grenze… – und was hat die EU anderes in Griechenland? Worin besteht der Unterschied zwischen den Aufnahmelagern bis die Anträge geprüft wurden? Vielleicht habe ich keinen Durchblick und kann die riesen großen Unterschiede nicht sehen – aber ich empfinde diesen Sturm gegen Ungarn als Heuchelei.

Ich verstehe auch wieder nicht, wie der Pro Asyl Vertreter in der Tagesschau gegen die EuGH-Entscheidung reden konnte. Ein Urteil pro Botschaftsasyl hätte a) die Flüchtlinge nicht von Schleppern weg gehalten – man stelle sich vor: all diese in den Botschaften! (denn die Leute kommen ja nicht, weil sie verfolgt werden) und b) halte ich Pro Asyl mit verantwortlich für die Entwurzelung der Menschen, weil es mit anderen ein Europa vorgaukelt, das es nicht gibt. Ich weiß – die ProAsyler halten ihrerseits die europäischen Regierungen für diejenigen, die das Schleppertum fördern. Aber das kann ich rein logisch nicht nachvollziehen.

c) Eine Frage hätte ich noch: Wie stellen sich die ProAsyler das vor: Wie sollen die Asylsuchenden Leute aus der jeweiligen Botschaft nach Europa gebracht werden?

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Etwas anderes, was mich noch interessiert: Lassen inzwischen die Menschenströme nach Libyen nicht nach – oder sind sie inzwischen (was sehr zu hoffen wäre) ein wenig abgeebbt?

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Umwelt schützen

Wir tragen Verantwortung für unsere Umwelt – damit wir sie nicht zerstören. Ich denke, das ist eine ganz große Errungenschaft unserer Zeit, dass immer mehr Menschen weltweit merken: Wir müssen tatkräftig dazu beitragen, dass Gottes Schöpfung nicht zerstört wird. Das muss eine Sache des Verstandes und der Nachfolge Jesu sein – aber manche werden erst wach, wenn die Emotionen angesprochen werden:

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Kopp-Verlag und Hugendubel – der demokratische Weg statt Gesinnungskrieger + Junge Freiheit wehrt sich + Unangemessen: Kreuz als Protest – Dracula

Es ist richtig, dass Hugendubel sich nicht von Gesinnungskriegern kleinkriegen ließ und Bücher vom Kopp-Verlag im Programm lässt. Ich für meinen Teil halte viele Bücher aus dem Kopp-Verlag für äußerst kurios, ich halte auch Bücher aus anderen Verlagen für nicht haltbar. Aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, irgendeinem Verlag oder irgendeiner Buchhandlung vorschreiben zu wollen, was sie für Bücher verlegen oder drucken. Gerade auch aus christlicher Sicht gibt es so viele Bücher, die die Menschen verdummen, sie auf den falschen religiösen und ethischen Weg führen, … – aber es gehört zu unserem demokratischen System, all das ertragen zu müssen und demokratisch das Seine dazu beizutragen, dass keiner Lust hat, sie zu kaufen. Das aber eben nicht mit Hilfe juristischen Zwangs oder indem man diese wirtschaftlichem Druck aussetzt, sondern durch – nicht nur Linke mögen das Wort doch so gerne! -: Meinungsbildung. Manche – vor allem Kleingeister – mögen das als zu langwierig oder schwierig ansehen – aber das ist für Demokraten der einzige Weg! http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/hugendubel-zeigt-haltung-buecher-von-kopp-bleiben-im-programm.html

Es sind nicht nur Kleingeister: Ich vergesse immer die Profilierungssucht mancher, die bei ihren Gesinnungsgenossen durch Aktionen gegen politische Gegner im Kurs steigen möchten.

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Die Junge Freiheit wehrt sich gegen einen Leser – sicher nicht Leser aus Freude an der politischen Richtung der Jungen Freiheit – der ihr dies und jenes politisch ankreidet, unter anderem auch, dass sie im Zusammenhang eines Verbrechens die Herkunft eines Täters nannte. https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2017/der-kampf-des-herrn-r-gegen-die-nennung-der-taeterherkunft/

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Es ist aus meiner Sicht unangemessen, das Kreuz in politischen Auseinandersetzungen zu verwenden: https://einprozent.de/erfurt-holzkreuz-vor-ahmadiyya-gelaende-aufgestellt/ Es ist für Christen das Zeichen der Liebe Gottes zu Menschen, Zeichen der Vergebung, Zeichen der engen Verbundenheit mit dem Herrn Jesus Christus, der Liebe zu Jesus Christus… Ja, es ist Zeichen der Freiheit der Christen, Freiheit von Gesetz, Freiheit von Sünde, Freiheit vom Tod, Freiheit zu lieben – aber in der Auseinandersetzung um diese Ahmadiyya-Moschee – geht es in ihr – jetzt, ganz konkret – um Freiheit?

Christen haben freilich keine Oberhoheit über die Verwendung ihres Symbols. Von daher kann es von allen möglichen Menschen gebraucht werden – eben auch, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Aber Christen sollten sagen: Das geht nicht. Das ist Missbrauch des Symbols, das uns heilig geworden ist. Es in politischen Auseinandersetzungen zu verwenden, profanisiert es, degradiert es. Christen sollten überlegen: Das Kreuz ist zu wertvoll, um es in politischen Auseinandersetzungen – in denen es nicht um Christenbedrohung geht – zwischen den Fronten zerreiben zu lassen. Wir stellen und hängen es auf, wir tragen es – wenn wir es für richtig halten – mutig und lassen es uns nicht vorschreiben, wann jemand was dagegen hat oder nicht – aber wir benutzen es nicht, wenn wir damit einfach in politische Diskussionen eingreifen wollen, die mit unserem Glauben nichts zu tun haben.

Zudem: Ich halte den Islam für unsere vom christlichen Glauben geprägte Kultur als kleinere Herausforderung. Die größere Herausforderung sind Atheisten (vor allem die frommen Atheisten) und die gedankenlosen Säkularen. Muslime verändern im Augenblick eher am Rand – sie bekommen Zulauf durch Heiratswillige, durch Geburten, durch Zuwanderung. Weniger durch Attraktivität der Religion. Atheisten und Säkulare durchdringen die Gesellschaft massiver. Aber: Wir müssen um unsere christliche Kultur keine Angst haben: Wir sollen als Christen in der Kultur, in der wir leben, fröhlich und friedlich unseren Glauben in der Nachfolge Jesu Christi leben. Und so unsere Kultur in unserem Sinne prägen. Das finde ich übrigens so schön an den Kirchen in den östlichen Bundesstaaten, wie liebevoll die Gemeinden diese herrichten.

Das genannte Vorgehen erinnert mich ein wenig an Dracula: Kreuz als magische Abwehr einer blutsaugenden dämonischen Nachtgestalt.

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Spannend: Thema Grenzöffnung – Grenzschließung aus dem Jahr 2015 + Fehlentwicklungen

Was hinter den Kulissen im September 2015 ablief: http://hd.welt.de/politik-edition/article162585054/Das-Bild-das-es-nicht-geben-sollte.html .

Fazit: Es war keiner da, der entscheiden wollte, die Grenze wirklich zu schließen. Warum? Weil man juristische Schritte nicht absehen konnte und befürchtete, es könnte schlimme Bilder abgewiesener – vielleicht gar toter Flüchtlinge und Migranten – geben.

Den Mut hatten dann nach weiteren langen Wochen der Balkan und Österreich. Aber warum haben sich unsere Politiker nicht bei den Staaten bedankt, sondern gegen ihr Handeln geschossen? Zumindest öffentlich. Meine damalige Einschätzung stimmt also: Man ist den Österreichern dankbar gewesen – was allerdings vehement abgelehnt worden war.

Und seitdem hat sich unsere politische und gesellschaftspolitische Lage sehr verändert. Es ist allerdings alles nicht mehr so brisant, Dank der Österreicher und Dank des Türkei-Abkommens (das allerdings hoffentlich bald wieder Grundgesetzkonform werden wird. Einlass wahrer Flüchtlinge). Die Integrations-Anstrengungen sind nicht mehr so spektakulär, und so verfallen viele Bürger wieder in ihren Alltagstrott. Aber Integration zu leisten – das wird eine Mammut-Aufgabe bleiben. Dass alles, was die Sicherheit betrifft, im grünen Bereich ist, kann man nicht unbedingt sagen, nicht nur wegen der Gefährder, sondern vor allem wegen derer, die der Bevölkerung mit kriminellen Absichten schaden. Sie sind eine Minderheit – aber man muss diese Leute auch in den Griff bekommen, denn sie sind eine soziale Bombe: die Drogendealer, diejenigen, die Frauen bedrängen, religiöse und politische Extremisten. Sie waren zum Teil schon vorher da. Aber das ist ja kein Trost. Diejenigen, die sich voll und ganz integrieren wollen – auf die muss das Augenmerk und das Wohlwollen liegen – und diese muss man unterstützen.

Wie lange Integration dauert, sieht man zurzeit an den Erdogan-Anhängern, die noch immer, trotz faschistoider Intention Erdogans, mit ihm sympathisieren, und an vielen anderen, von denen im Blog immer wieder die Rede ist. Man sieht das an den Salafisten (bislang ca. 900 IS-Kämpfer aus Deutschland in Syrien/Irak), anderen Extremisten, die Juden angehen (ich sage nur: Al Quds Tag, den man kraftvoll zu disziplinieren sucht – aber doch latent in den Hirnen mancher Schiiten wühlt: https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag ). Wir haben in unserem Land viele Zeitbomben. Sie ticken leise vor sich hin – und können nicht nur bei einem der vielfältigen Nahostkonflikte massiv ausbrechen.

Man lasse sich von der augenblicklichen Ruhe nicht täuschen. Von daher ist eine verantwortungsvolle und kluge Politik notwendig – auch eine, die Grenzen setzt.

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Es war schon eine Flut, die über Deutschland hereinbrach. Man mag das Wort Flut oder ähnliche beschönigend vermeiden – aber für die Verantwortlichen vor Ort war das eine besondere Art Katastrophe. Heute, so hörte ich, würde mancher manches anders machen – aber man hatte keine Erfahrungswerte und konnte entsprechend einfach nur reagieren. Dass manches schief gelaufen ist, könnte auch an dem hier erkennbar werden: http://www.focus.de/politik/deutschland/toetete-er-fuer-die-al-nusra-front-mutmasslicher-kriegsverbrecher-mann-soll-2400-euro-hartz-iv-bezogen-haben_id_6743751.html All die Fehler werden hoffentlich möglichst schnell bereinigt.

Wobei sich die Frage stellt: War das ein Fehler? Bekommt nicht jeder Mann, der mit schwangerer Frau und drei Kinder kommt 2400.- Hartz IV?

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Ehe für alle + Konservative Revolution – Jesus und die goldene Zeit

Sie wollen Druck machen, die SPDler, damit das Wort Ehe gesprengt wird und nicht mehr das bedeutet, was es bedeutete: https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/03/06/neuer-streit-um-ehe-fuer-alle/

Und was haben sie damit gewonnen? Nichts. Nur, dass ein Wort verändert wird. Das, was damit erreicht werden soll, hätte auch auf anderen gesetzlichen Wegen erreicht werden können. Das ist ein Scheingefecht. Mehr nicht. Vor allem auch darum ein Scheingefecht, weil eine gleichgeschlechtliche Ehe noch immer verbal von Ehe nicht gleichgeschlechtlicher Ehen getrennt wird. Und dann? Dann haben sie das Wort gesprengt und alle Aktivisten sind´s zufrieden? Glaube ich nicht. Ich bin gespannt, welche neuen Impulse dann von Pressure Groups kommen werden, um die Gesellschaft zu verändern. Und was hat die SPD davon? Sie kann in aller Rückwärtsgewandtheit (Agenda 2010) in Wahlzeiten sagen: Schaut, wie modern wir sind! Und damit manchen Menschen Sand in die Augen streuen.

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„Die konservative Revolution. Die Gegenwart ist ein fremdes Land“: https://www.nzz.ch/feuilleton/die-konservative-revolution-die-gegenwart-ist-ein-fremdes-land-ld.148975 Ein interessanter Text, der die Geschichte durchläuft – eingeschlossen die Geschichte des Islam: Menschen tun alles, um die alte goldene Zeit zurückzubekommen.

Was mich daran vor allem interessiert: Jesus hat einen anderen Ansatz. Er träumt nicht in die goldene Zeit Davids zurück, er sieht: Was erwarten die Menschen von Gottes kommendem Reich? Sie erwarten Schalom: Gesundheit, Wohlergehen, Frieden, Gerechtigkeit, Ruhe, Sicherheit, Freiheit… – also alles, was sich der Mensch an Gutem wünscht. Und das, was sich der Mensch an Gutem wünscht, das soll er jetzt schon tätig umsetzen. Das ist etwas anderes als das Ersehnen einer alten vergoldeten Zeit – das ist auch etwas anderes als der Ansatz, dass der Mensch selbst diese goldene Zeit umsetzen muss – wenn nötig mit Gewalt gegen Andersdenkende – denn der Mensch kann diese Zeit nie herbeiführen. Gott muss es tun. Das heißt, der Mensch tut das Seine in seiner Zeit, gemeinsam mit anderen – lässt aber anderen ihren Freiraum. Ist also anders als die ganzen Weltverbesserer, die nicht vor Gewalt zurückscheuen, um ihre vergoldete Welt durchzusetzen. Ich muss die ganzen -ismen-Ideologien der Neuzeit nicht nennen.

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Ein Reich – ein Volk – ein Gott -> Ein Volk – ein Reich – ein Führer

Eine Provokation, was Tomas Spahn hier schreibt http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/was-bleibt-von-deutschland/ :

Wer sich hinstellt und in seiner schier unendlichen Dummheit schreit: „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße!“, der stellt damit unter Beweis, dass er die Pervertierung des Volksbegriffs durch die nationalistischen Sozialisten sich zu eigen gemacht, ihn zutiefst verinnerlicht hat. Er verharrt unreflektiert in deren Denkwelt, tritt ihre ideologische Nachfolge an, denn er hat niemals begriffen, dass sein und der Nationalsozialisten Denken mit der Idee einer deutschen Nation nach den Vorstellungen ihrer Begründer niemals etwas zu tun hatte. Er hat sich in seinem Kopf festgefressen in den Irrlehren des kleinbürgerlichen Plebejers Adolf Hitler; es fehlt ihm die Kraft und die Größe, sich selbst davon zu befreien. Und so will er seine eigenen Dämonen töten, indem er das tötet, was zu verstehen seine geistigen Möglichkeiten um Äonen übersteigt.

Uiuiui – eine harte Nuss. Ob diejenigen die Argumentation nachvollziehen können, die dagegen sind? Ich vermute – sie könnten, wenn sie wollten (zumindest manche) – aber sie wollen wohl eher nicht. Sie beißen sich an Schlagworten fest und werden garstig.

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Junge Türken für Erdogan + Was kann Nationalismus als Lebensziel ersetzen?

Angeblich sollen viele junge Türken für Erdogan sein. Warum? Toprak meint unter anderem: Erdogan teilt die Welt in gut und böse auf (Meine Frage: Macht er damit nicht das, was auch unsere Linken so fasziniert: Sie sind die Guten, die anderen sind die Bösen – siehe Gaucks „Dunkeldeutsche“?) Das Demokratieverständnis sei unterentwickelt (Meine Frage: Würde er hier nicht auch so manche auf seine Seite ziehen – allerdings nicht mit Blick auf Türkentum usw., sondern: Bekämpft den Gegner mit allen Mitteln!) „Erdogan inszeniert die Türkei als Großmacht, die unabhängig von der EU ist“ (meine Frage: Was ist, wenn die EU den dreistelligen Millionenbetrag an die Türkei nicht mehr auszahlen wird?). Was Erdogan darüber hinaus geschickt macht, und das wird in dem Beitrag nicht erwähnt: Er bietet sich dar als Einheit nicht nur mit dem Türkentum, sondern auch mit dem Islam. Nationalismus wird mit religiösem Extremismus verbunden. Dem können dann viele nicht widerstehen, vor allem, weil auch innerhalb der türkischen Community Druck gemacht werden kann: Bist du gegen Erdogan bist du gegen Türkentum und gegen den Islam! Und wer will schon als Türke gegen Türkentum bzw. gegen den Islam sein. Dass sich Menschen von solcher billigen Rhetorik beindrucken lassen, das kann man auch in unseren politischen Auseinandersetzungen begegnen.

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Eingangs wird gesagt, dass sich viele Erdogan zuwenden, weil sie in Deutschland Anerkennung vermissen. In unserem Land vermissen sehr, sehr viele Menschen Anerkennung. Werden sie gleich zu Extremisten überlaufen? Muss nur einer kommen und sie bauchpinseln? Diese Warnung muss in unseren Ohren gellen. Denn ich vermute, dass Deutsche, die keine Anerkennung bekommen, hier nicht anders sein dürften, als Türken, die keine Anerkennung bekommen. Interessant finde ich in dem Zusammenhang: Deutschland ist groß – Deutschland ist wer auf der Welt. Von daher werden Höcke und co., die die mangelnde Anerkennung bzw. Zurücksetzung Deutschlands beklagen, kaum durchdringen. Im Augenblick nicht. Sie würden, nach dieser Vermutung dann durchdringen und Gehör finden, wenn Deutschland runterrutschen würde. Von daher muss – um der Zukunft Willen, der Nationalismus zurückgedrängt werden.

Aber er wird nicht durch einen abstrakten Internationalismus ersetzt werden können. Kann Europa an die Stelle treten? Darf Europa an die Stelle treten? Wäre ein europäischer Nationalismus besser als ein Nationalismus, der sich auf einzelne Länder konzentriert? Kann der Stolz sich auf Bildungsbürgertum verlagern – wie es mal war? Die Bildungsbürger haben Adel und Klerus ersetzt, die kümmerten sich ja auch nicht unbedingt um Nationalismus: Wichtig war es, dem Adel zuzugehören und entsprechend Anerkennung zu bekommen.

Für Christen ist die Sache klar: Man freut sich, Christ zu sein.

Aber welche kollektive Identifikationsmuster hat eine nichtreligiöse Gesellschaft zu bieten – wenn auch Karriere/Kapitalismus wegfallen?

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