Erkennen

In der heidnischen Antike war man mit Blick auf Götter vielfach recht burschikos.
Nicht wie Heiden – Juden ehrten: Gott gab seinem erwählten Volk Gebote.
Nicht wie Heiden – (Juden-)Christen erkannten: Gottes Liebe ist in Jesus Christus.

Im Mittelalter stellte man sich die Frage:
Kann der Mensch Gott erkennen?
Und Mittelalter-Menschen erkennen die Grenzen der Vernunft.

In der Neuzeit stellt man klar:
Der Mensch kann Gott nicht erkennen – also: Es gibt keinen Gott.
Menschliche Vernunft ist Gott, sie muss alles regeln.

Glaubende zu aller Zeit bekennen:
Wer von Gott erkannt ist, erkennt Gott in seinem Geist.
Er ist in Christus frei, seine Vernunft im Sinne Gottes einzusetzen.

Datenschutzerklärung https://www.wolfgangfenske.de/http://glaubensdiskussion.wolfgangfenske.de/

Sexualmoral: Russell – und Elisabeth Anscombe

Bertrand Russell, wie Blaise Pascal ein Mathematiker und Philosoph, allerdings anders als Pascal massiv antichristlich eingestellt – und eine Ikone des Atheismus. Seine Tochter Katharine Tait (My Father Bertrand Russell) beschreibt ihn als humorvoll usw. Aber mit seinem Buch über Sexualmoral habe er seiner Familie massiv vor den Kopf gestoßen. Man kann es verstehen, dass seine Frau und seine Tochter darüber nicht besonders erbaut waren. Laut wikipedia

Russell argumentierte dabei, dass die Gesetze und Vorstellungen über Sexualität ein Gemisch verschiedener Quellen seien, die seit dem Aufkommen der Empfängnisverhütung keine Gültigkeit mehr hätten, da die sexuellen Akte nunmehr von der Empfängnis zu trennen seien. Er argumentierte ferner, dass die Familie das Wichtigste im Wohlergehen der Kinder sei und ein Mann und eine Frau daher nur nach ihrer ersten Schwangerschaft als aneinander gebunden betrachtet werden sollten.

Eine kleine Apologie und Darstellung des Verhältnisses von Russell und Frauen wird hier vorgestellt: https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/82/9/a557.pdf

Interessant ist, dass das Verhältnis von Russel zu den Frauen in dem Beitrag als philosophisches Interesse dargestellt wird. Nun denn, als Mann, der er war, kann man das entsprechend interpretieren – oder auch nicht: Sondern er war einfach ein Mann, der sexuelle Eskapaden irgendwie auf seine Art klug begründen wollte, indem er andere aufgrund der Begründung zu eine entsprechende Verhaltensweise animierte.

Die Argumentation, die Wikipedia wiedergibt, ist interessant, weil sie einfach eine modernisierende Form traditioneller männlicher Verhaltensweisen ist. Männer vor ihm hatten das Thema Empfängnisverhütung nicht im Blick und haben sich genauso verhalten. Eigentlich ist es egal, wie man es begründet – wenn man in seinem sexualisierten Egotrip tun will, was man tun will, auch wenn es anderen das Herz brechen sollte, dann macht man es eben. Aber die Frauen waren, soweit ich das erkennen kann, eben wohl vielfach auf dem Trip: Sich im fittesten und angesehendsten Männchen sonnen, von seinem Ruhm sexuell etwas abhaben…

In dem genannten Artikel findet man die Aussage von König George, als er Russell einen Preis übergeben musste:

„Sie haben sich manchmal in einer Weise aufgeführt, die nicht erträglich wäre, wenn sie sich jeder zu eigen machte.“

*

Ein Gegenbild ist die in unserem Land (soweit ich sehe) unbeachtete Philosophin – und des Philosophen Wittgenstein Schülerin – Elisabeth Anscombe https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Anscombe

Eine Beschäftigung mit ihrer Biographie lohnt. Man kann sich allerdings vorstellen, warum die Darlegungen von Russell in unserer Zeit (nur bei Männern?) eher goutiert werden.

Datenschutzerklärung https://www.wolfgangfenske.de/http://glaubensdiskussion.wolfgangfenske.de/

Silvesterscherz: Kotrollen + Impfstoffe + Biontech-Fosun + EU-Mauer + Kim Jong Uns Vertrauen + „Böse Milch“ + Hongkong: Spaltung der Kirche + Islamisten

Silvesterscherz: Kotrollen

Gelesen. Das kann ich mir denken, dass man da Überraschungen erlebt:

Trotz der durch Corona bedingten Ausgangssperre sind Personen nach 21 Uhr unterwegs. Deshalb führen die Ordnungshüter in Mühltal Kotrollen durch – und erleben einige Überraschungen.

Impfstoffe Beschaffung

Der viel gescholtene Trump! Die USA bestellte im Juli Impfstoffe – die EU im November: https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/corona-impfung-mich-hat-das-gewundert-biontech-chef-kritisiert-eu-strategie-bei-impfstoffbestellung_id_12826426.html

*

In diesem Zusammenhang finde ich auch interessant, wie sehr Menschen unter Realitätsverlust leiden. Alles muss sofort für alle da sein – als wäre der Mensch nicht Abhängig von Realitäten. Die Kritik an Spahn und andere Politiker halte ich in dieser Hinsicht für abstrus. Aber das müssten die Kritiker doch auch selbst einsehen, dass sie Forderungen aufstellen, die vollkommen aus der Luft gegriffen sind. Mich wundert immer, dass überhaupt schon so viel da ist. Dass die Politik Schwierigkeiten verschwiegen hat, auch das ist mir neu. Dass es lange dauert, bis alle geimpft sind, wurde schon immer gesagt. Die Schwierigkeiten, die nicht zur Sprache kommen, sind mögliche Nebenwirkungen, die es geben könnte. Aber dass die Impfprozedur lange dauert, ist nicht erst seit gestern bekannt.

*

Wir fragten uns: Können Geimpfte andere anstecken? Dazu ist dieser Beitrag ganz interessant: https://www.swr.de/wissen/ansteckend-trotz-corona-impfung-forschung-100.html Kurz: Die Maske wird auch geimpfte noch eine Weile begleiten.

Biontech-Fosun

Dass der chinesische Partner von Biontech Fosun ist, ist so neu nicht: https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-und-fosun-pharma-arbeiten-gemeinsam-der-entwicklung wird allerdings wirklich auffällig verschwiegen: https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/auch-fosun-half-beim-impfstoff-mit-das-china-syndrom_id_12815109.html

EU-Mauer

Wie erstaunt war ich: Als Trump seine Mauer bauen ließ, um Menschen abzuhalten, in die USA zu kommen, was schrie alles Monate lang unisono: Übel! Und dass Erdogan seine Mauer gebaut hat, um Menschen von der Türkei und den EU-Grenzen abzuhalten, erfuhr man spät, und dann wars auch schnell aus den Medien wieder verschwunden.

Es ist die kollektive Heuchelei, die mich in vielen Dingen ärgert.

Kim Jong Uns Vertrauen

Der Diktator von Nordkorea dankt seinem Volk für sein Vertrauen https://www.tagesschau.de/ausland/nordkorea-neujahrspost-101.html.

Was für eine Verspottung, was für eine Verhöhnung!

Der Gefängnisdirektor dankt den Gefangenen, für das Vertrauen und dass sie alle noch im Gefängnis geblieben – und überhaupt da – sind.

Böse Milch

Es geht um böse Hafermilch. Warum sie böse ist? Darüber wird hier heftig diskutiert: https://www.zeit.de/zeit-magazin/2020-09/hafermilch-oatly-skandal-boykott-kapitalismus-vegane-ernaehrung

Hongkong: Spaltung der Kirche

Es ist wie überall: Die Kirchen in Hongkong sind gespalten. Auf der einen Seite die Aktivisten – auf der anderen Seite diejenigen, die China gefallen und Ruhe haben wollen. Vielleicht gibt es auch noch – wie üblich – die Dritten, die taktieren. Ein Trost, der in dem Beitrag erwähnt wird: Repressionen der chinesischen Kommunisten usw. haben es nie geschafft, das Christentum auszurotten. https://www.persecution.org/2020/12/30/future-hong-kong-church/

Islamisten

BokoHaramIslamisten haben wieder Menschen entführt: https://www.persecution.org/2020/12/31/boko-haram-abduct-40-loggers-single-attack/

*

Ein Islamistenmob griff einen HinduTempel in Pakistan an: https://www.persecution.org/2021/01/01/christian-activist-condemns-destruction-hindu-temple-pakistan/

*

Pakistan: Ein Islamistenmob erniedrigt christliche Mädchen. Als diese von Christen verteidigt wurden, wurden sie mit Stöcken angegriffen. Ob die Regierung den überall auftretenden Mob in absehbarer Zeit bändigen kann? Bestrebungen gibt es : https://www.persecution.org/2020/12/31/christian-neighborhood-pakistan-attacked-christmas-day/

Datenschutzerklärung https://www.wolfgangfenske.de/http://glaubensdiskussion.wolfgangfenske.de/

Freude

In der Kirchengeschichte haben Christen Jesus vielfach zum Trauerkloß gemacht. Man durfte selbst nicht lachen – und darum durfte auch Jesus nicht lachen. In der Antike lachten weise Menschen nicht. Weise Menschen sind mit der Weisheit beschäftigt – nicht mit so Albernheiten, wie Lachen. Ebenso wenig haben weise Männer etwas mit Kindern zu tun. Das ist kindisch, das sind Kindereien, nichts zu sehen von der Ernsthaftigkeit des Lebens. Was macht Jesus? Er freut sich über Kinder, er bezeichnet sie als Vorbild – und ein solcher sollte nicht lachen?

Nicht Jesus engt die Christen in der Kirchengeschichte ein – die Christen engen Jesus in ihre knechtenden Vorstellungen ein. Nicht so der Apostel Paulus. Wie bedeutsam ist das Wort Freude auch bei ihm! Jesus, die Freude, Jesus, der Bräutigam. Und Jesus erkennen bedeutet, Hoffnung mit Freude haben, bedeutet, den Gottesgeist der Freude weitergeben, bedeutet, die Gemeinde in der Glaubensfreude zu fördern. Man muss sich ungeheuren Zwang antun, um den Glauben mit Griesgram zu verbinden. Wir singen das Lied: In dir ist Freude, in allem Leide (EG 398) – dieser Satz geht auf den Apostel Paulus zurück: Ich habe überschwängliche Freude in aller Bedrängnis, in allem Leiden. Die Weihnachtsgeschichte ist voller Jubel der Engel. Freude, Freude über Freude… (EG 34). Und die Christen waren schon immer am Singen – zahleiche Lieder gibt es im Neuen Testament.

Es wäre schön, wenn wir Christen dann, wenn wir den Namen Jesus Christus hören, mit einem Freudelächeln um den Mund reagieren. Denn er ist Grund zur Freude – in allem Leide. Er ist unsere Freude – in all den Schwierigkeiten des Lebens. Er ist Freude pur.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ Und: https://predigten.wolfgangfenske.de/

Setschele

In dem Buch von Marie Hesse (der Mutter von Hermann Hesse) über David Livingstone, fand ich folgende Aussage eines Häuptlings, Setschele, der Christ geworden war:

Da konnte er sagen: „Wenn in früheren Zeiten ein Häuptling an der Jagd seine Lust hatte, so schafften sich bald alle Leute Hunde an und legten sich eifrigst aufs Jagen. War der Häuptling ein Freund von Tanz und Musik, so wurde gar bald das ganze Dorf musikalisch und tanzlustig; trank der Häuptling gern Bier, so wurden gleich Biergelage allgemein. Aber heute steht’s anders. Ich habe meine Freude an Gottes Wort, aber niemand will mir das nachmachen!“

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ Und: https://predigten.wolfgangfenske.de/

Nicht erhörte Gebete – Schadensersatz

Herrlich, wie der Postillion das Thema Gebetserhörung auf die Schippe nimmt: https://www.der-postillon.com/2011/12/eugh-grundsatzentscheidung-kirchen.html

Das Lachen bleibt einem allerdings im Halse stecken, wenn man denkt: Es gibt bestimmt Zeitgenossen, die hieran anknüpfen könnten.

*

Dieser Text ist insofern auch interessant, als er das, was man landesüblich unter Beten versteht, kritisiert: Gebet = Wunscherfüller. Im christlichen Glauben ist es das nicht. Im christlichen Glauben ist Gebet Ausdruck der Gottesbeziehung, Ausdruck der Liebe zu Gott, Widerspiegelung der Gottesliebe. Und die Wünsche werden natürlich Gott untergeordnet.

Das bekannteste Beispiel ist das Gebet Jesu in Gethsemane, in dem er sich betend Gott unterordnet. Von Jesus gibt es allerdings auch das Gleichnis von der betenden Witwe. Sie solle heftig beten – dann wird erhört. Gott ein gottloser (!) Richter, dem man mit Gekreisch und ihn nervend in den Ohren liegen muss? Wenn man das Gleichnis zu Ende liest, geht es um Geschrei und nerven aus dem Glauben heraus. Um diesen geht es letztlich auch, wenn man die Bildworte liest, dass Menschen freundlich sind und ihren Kindern, wenn sie Hunger haben und um Brot bitten, keinen Stein oder eine Schlange geben. So auch Gott nicht. Es geht also um Vertrauen in Gott – jeweils sehr drastisch ausgesprochen. Im Kontext des Vaterunsers wird im Gegenteil dazu aufgefordert, nicht viel herumzuplappern im Gebet.

Aber in diesem Spannungsverhältnis findet das christliche Gebet statt: zwischen Zuversicht der Erhörung und der Einordnung in Gottes Willen. Und das ist eben nur möglich als Ausdruck der Gottesbeziehung, der Liebe zu Gott.

Ohne diese ist Beten wirklich ein Versuch, Gott zum Weihnachtsmann, zur Weihnachtsfrau zu machen, der nur mit einem vollen Geschenkesack kommt und die Rute daheim lässt. Manche Christen verhalten sich entsprechend in vorchristlicher bzw. nichtchristlicher Religiosität. Leider. Aber das ist dann für uns Menschen sehr schmerzhaft zu erfahren, dass Gott kein gutmütiger alter Weihnachtsmann – heute muss man hinzufügen: auch keine gutmütige alte Weihnachtsfrau – ist, den man mit kleinen auswendig gelernten Gebetchen und auch nicht durch gute Taten überreden und bestechen kann.

Gott ist Gott. Wir hochmütigen Menschen vergessen es so gerne, weil wir am liebsten Gott nach unserer Pfeife tanzen lassen wollen – mit allen Mitteln der Kunst, die auch Menschen irgendwie imponiert, bewegt usw.

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Jahr 2021!

Ein Jahr der Gottesbeziehung – der Liebe zu Gott.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ ; https://weihnachtenmit.wolfgangfenske.de/