Warten auf Godat + Totaler Sieg + Zukunftsstrategie + Münster: Ausgewilhelmt + Angefeindet + Klöster in Arabischen Staaten + Energie-Sicherheit gefährdet

Warten auf Godat

Es wird immer kurioser: Warten auf Godot darf nicht gespielt werden, weil keine Frauen vorkommen. Irgendwann wird ein Verlag auf die Idee kommen, und den Roman „Warten auf God*at“ https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/warten-auf-godot-in-groningen-wegen-zu-vieler-maennerrollen-gecancelt-18657962.html nennen. Vielleicht sollten das 5 Frauen spielen, die sich als Männer fühlen. Dann wäre dem Wunsch des Autors Genüge getan.

Dazu auch der Beitrag zum Thema „Sprachpolizei“: https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_100132116/-sprachpolizei-greift-bei-dahls-buechern-ein-ist-das-wirklich-notwendig-.html Das hatte ich noch nicht mitbekommen: der Satz fragen sie ihren Arzt oder Apotheker soll umgemünzt werden – oder ist das ein Witz? -: „fragen sie ihre Ärztin oder ihren Arzt oder fragen sie in ihrer Apotheke.“ Warum wird die Frau eigentlich zuerst genannt? Noch ein Rest Sexismus – der starke Mann muss gegenüber der schwachen Frau höflicher sein. Man lässt der nicht so wichtigen Person paternalistisch den Vortritt. Sorry, nicht meine Idee. Nun denn – in der Apotheke fragen finde ich eigentlich noch kurioser. Wen befrage ich in der Apotheke? Wahrscheinlich denken die im Ministerium schon weiter: an Roboter, die Auskunft geben können. Andere Kund:innen können nicht gemeint sein. Fragen sie in ihrer Arztpraxis oder in der Apotheke. Wäre gleichberechtigt. So werden Ärzt:innen aufgewertet. Gleichbehandlungsgrundsatz ist nicht mehr gegeben. Können Apotheker:innen dagegen klagen? Es wird doch heute gerne über alles mögliche geklagt.

Totaler Sieg

Dazu will ich nichts schreiben. Das ist zu abstrus: https://www.nachdenkseiten.de/?p=94033

Zukunftsstrategie

Klingt gut. Muss nur noch das Wirtschaftsministerium bitten, für genug preiswerte Energie zu sorgen: https://www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/zukunftsstrategie/zukunftsstrategie.html

Münster: Ausgewilhelmt

Höchtswahrscheinlich wird die Uni in Münster nichts mehr mit dem Namen Wilhelm zu tun haben. Statt an Wilhelm II. zu erinnern, wird sie den phantasievollen Namen: Universität Münster bekommen. https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=13096 Die Uni einfach nach der Stadt zu benennen bedeutet: Es herrscht keine Streiterei um einen Namen. Da jeder und jede geschichtliche Figur irgendwo Dreck am Stecken hat – zumindest aus der Perspektive der gegenwärtigen Purist:innen. Und wenn dieser Dreck am Stecken bei einem nicht bekannt ist, wird sicher irgendwo nach mühsamer Suche was gefunden werden. Allerdings: Münster klingt doch sehr, sehr christlich. Kommt von monasterium – Kloster. Ist also nicht religionsneutral.

Interessantes zu den Hochschul-Namen: https://www.che.de/2023/mehr-als-jede-vierte-universitaet-ist-ueber-den-hochschulnamen-nicht-als-solche-erkennbar/

Angefeindet

Die Tagesschau spricht von einer Initiative, die mit Blick auf Anfeindungen von Hochschulpersonal aktiv wird. Die Beispiele, die genannt werden, sind aus dem Links-Grünen-Bereich. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/anfeindungen-wissenschaft-101.html Werden nur sie angegriffen? Mir sind andere Namen auch medial bekannt geworden. Die werden von der Tagesschau verschwiegen oder kümmert sich diese Gruppe nur um die Links-Grünen? Wie dem auch sei: Anfeindungen sind äußerst primitiv. Gegen solche muss vorgegangen werden. Die Unis müssen sich hinter die Angefeindeten stellen – gegen welche auch immer. Es kann nicht sein, dass vor solchen Leuten gekuscht wird. Sexistische Anfeindungen (damit sind keine sachlichen, argumentative Reaktionen auf Aussagen von Frauen gemeint) – liegen sie daran, dass zurückgebliebene unbedeutende Männer es nicht vertragen, dass Frauen schlauer sind als sie? Das sollte man ihnen verklickern. Vielleicht hören sie dann eher auf.

Klöster in Arabischen Staaten

Der christliche Glaube war in arabischen Staaten weit verbreitet, bevor Mohammed kam: https://www.domradio.de/video/ueberreste-eines-christlichen-klosters-den-emiraten-entdeckt Auch Mohammed selbst hatte intensiven Kontakt mit Christen – wie freilich auch mit Juden.

Energie-Sicherheit gefährdet

Man kann den Leichtsinn nicht glauben: https://www.youtube.com/watch?v=95NSTmSQJI4

Über die leicht zu hackenden Smart-Meter spricht keiner mehr. Oder ist die gebannt. Vor ein paar Monaten sollten sie nicht eingebaut werden, wegen der Unsicherheit.

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Wort zum Tag + Vegan ist alles… + Krude Woke + Gelangweilte Bürokraten + Etwas zum Fastnachtsdienstag + Empörung! + Mieter müssen raus? + Klage (nicht) gescheitert + Ausgrenzung der Kurden + Eine Rote Linie nach der anderen + Erdbeben: türkisches Militär + Erdbebenopfer nach Deutschland + Islamisten in Burkina Faso + Indien: Kampf gegen Kinderehen

Wort zum Tag

Da findet einer etwas richtig.
Dann sieht er, dass der politische Gegner das auch als richtig ansieht.
Dann sieht er seine Meinung nicht mehr als richtig an.
Wie absonderlich ist das denn!

Vegan ist alles…

Alles, was freiwillig vom Tier gegeben wird. Und da der Mensch Tier ist und freiwillig Sperma und Muttermilch wie auch Tränen abgibt, ist das alles auch vegan: https://www.peta.de/themen/ist-sperma-vegan Peta auf dem Weg zum Frutarier.

Ich mag es, wenn sie alles irgendwie so hinbiegen, dass es klappt. Menschen sind einfach klasse flexibel. Apropos das Bild dazu – ist das angemessen?

Krude Woke

Das ist ja der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Einfach Texte ändern, weil es irgendwelchen Leuten nicht in den Kram passt. Wer schon selbst keine zu schreiben vermag, möchte sich wohl wenigstens dadurch profilieren, dass er Texte von Autoren verändert: https://www.spiegel.de/kultur/literatur/roald-dahl-fett-verrueckt-und-rudyard-kipling-aus-romanen-gestrichen und https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/roald-dahl-zensierte-kinderbuecher/

Gelangweilte Bürokraten

Ich vermute einmal: Wenn alle Arbeitsplätze von Bürokraten abgebaut werden, die nutzlos sind, hätten wir vermutlich genügend Arbeitskräfte: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/eu-projekt-der-gelangweilten-buerokraten/

Etwas zum Fastnachtsdienstag

Aber nur, wenn man kein Fan der Außenministerin ist. Denn dann wird das nicht mehr lustig: https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/aussenministerin-baerbock-deutschland/

Empörung!

Worüber sich Leute empören, ist interessant. Das Ziel der Provokateure wurde erreicht. Die sind aber auch leicht entflammbar, die Sensiblen. Empörung als Lebenssinn: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/thueringen-cdu-bundesvorstandsmitglied-mike-mohring-empoert-mit-faschingskostuem-und-motivwagen-a-19b1ec48-a440-49ee-b24e-579ec69db06f Ob es einem Landesvater angemessen ist, muss er entscheiden.

Ich finde Empörungswellen interessant. Einer beobachtet was, empört sich. Wird von Zeitungen aufgegriffen – angetriggert empören sich noch mehr. Aber die „noch mehr“ sind sehr wenige gemessen an der Zahl derer, die das mitbekommen. Aber die Empörung wird als solche groß geschrieben – um den Übeltäter zur öffentlichen Reue zu zwingen. Wenn er es nicht tut, Rückgrat zeigt, dann: vergessen. Bis man es evtl. wieder benötigt. Im Kontext von Wahlen zum Beispiel.

Mieter müssen raus?

Mieter müssen bis Jahresende aus ihre Wohnungen raus, damit Ukrainer einziehen können? Das minimiert die Akzeptanz der Aufnahme von Ukrainern: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wohngesellschaft-wirft-mieter-fuer-fluechtlinge-raus/

Darf man spekulieren, warum die das machen? Lieber nicht. Aber denken kann man sich es. Geht es wirklich um Ukrainer? Dann dürfte sowas nicht getan werden.

Klage (nicht) gescheitert

Eine gute Nachricht: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/deutsche-umwelthilfe-greenpeace-verliert-klimaklagen-bmw-mercedes-vw-autokonzerne

In Schleswig Holstein hatte die DUH hingegen Erfolg: https://www.spiegel.de/auto/umwelthilfe-gewinnt-klage-gegen-kraftfahrbundesamt-wegen-thermofenstern-a-e6949b28-b8de-4f82-b6f3-0079ff9314c7

Ausgrenzung der Kurden

Bei der Trauerfeier für die Erdbebenopfer sind wohl die Kurden nicht einbezogen worden: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/erdbeben-in-der-tuerkei-kurdische-funktionaere-fuehlen-sich-bei-trauerfeier-in-berlin-ausgeschlossen-a-9e29f8f4-e651-43d4-942f-83b4ca7e9658

Eine Rote Linie nach der anderen

Das ist schon eine Floskel geworden. Was haben die Herren und Damen Politiker*innen in den letzten Jahren nicht alles als Rote Linien bezeichnet. Wäre mal einer Untersuchung wert: https://www.spiegel.de/ausland/josep-borrell-nennt-chinesische-waffenlieferungen-an-russland-rote-linie-a-0fcac0e0-5204-4dcb-8d40-cac9c654a0dc

Erdbeben: türkisches Militär

Ich wundere mich, dass im Kontext des Erdbebens in der Türkei kein Militär zu sehen ist, das mit schwerem Gerät hilft. Ist das Zufall? Dürfen die nicht gefilmt werden? Oder gibt es sie nicht? https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-02/tuerkei-erdbeben-katastrophe-militaer-einsatz-rettungskraefte

Statt dessen hat Erdogan es woanders eingesetzt: https://www.fr.de/politik/tote-news-erdbeben-tuerkei-syrien-erdogan-bombardiert-bomben-kurdengebiete-tausende-92075289.html

Erdbebenopfer nach Deutschland

Noch eine Idee zu dem Blog neulich: Wie wäre es, wenn die türkische Erdogan-Regierung Bürgschaft für die übernehmen würde, die aufgrund eines verschütteten Passes nicht nach Deutschland kommen können? Ebenso könnte die Regierung die Finanzierung übernehmen. Keine gute Idee? Lieber soll Deutschland blechen?

Islamisten in Burkina Faso

Es ist anzunehmen, dass es Islamisten waren, wie Soldaten in einen Hinterhalt lockten und töteten: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/burkina-faso-angriff-soldaten-101.html

Wir sehen in Nordafrika Länder. Islamisten sehen in Nordafrika schon einen islamistischen Staat.

Indien: Kampf gegen Kinderehen

Das ist wie mit der Kinderarbeit: Sie einfach verbieten in armen Ländern funktioniert nicht. Aber manche Länder sind rigoros, was letztlich bedeuten könnte, dass noch weniger Mädchen geboren werden bzw. getötet werden: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/indien-kinderehen-101.html

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Jesuanismus

In letzter Zeit sind Statements in christlichen Leserbriefen zu finden, die versuchen, einen Jesuanismus durchzusetzen: Jesus war ein guter Mensch – basta. Rechtfertigung, Opfer, Gottessohn, Menschwerdung Gottes, Auferstehung, Wunder – alles nachjesuanischer Dogmatismus. Aber die Rigorosität, mit der das vertreten wird, ist wissenschaftlicher Dogmatismus geboren im 19. Jahrhundert: Das, was Exegeten meinen, über den Menschen Jesus herausgearbeitet zu haben, das wird als sakrosankt erklärt. Es ist schön, wenn Jesus als Mensch bewundert wird. Aber das ist nicht Glauben. Das ist ein Bewundern, wie ich Cicero, Horaz, Sophokles, Aristophanes, Sokrates – bzw. Luther, Goethe, Tagore, Rilke, Beatles… bewundern kann – aber das ist kein Glaube.

Glaube heißt: Vertrauen, dass Gott den Menschen erhöhte, ihm Würde gab, indem er Mensch wurde; dass Gott selbst mich annimmt, obgleich ich Sünder bin, weil er mir durch das Sterben Jesu Sünden vergeben hat; dass Gott den Tod besiegt hat, wie an dem auferstandenen Jesus Christus zu sehen, dass er im Abendmahl mir so nah kommt – wie nichts und niemand mir nahekommen kann. Das ist alles rational nicht verständlich. Aber muss unser kleines Gehirn alles verstehen – oder macht es sich auf den Weg, verstehen zu wollen? Gott selbst – vollkommen unlogisch, eine solche Größe anzunehmen – aber macht sich unser kleines Hirn auf den Weg, Gott zu suchen?

Freilich kann ich Jesus bewundern auch ohne eine Besonderheit Jesu anzunehmen – aber Gott ist nun einmal diesen Weg gegangen, um uns Menschen in den tiefsten Tiefen unseres Wesens zu berühren und zu verändern. Zudem darf der lebendige Geist Gottes nicht vergessen werden, der durch seine Apostel und Boten in der Bibel gesprochen hat und bis in die Gegenwart zu uns sprechen möchte. Alle neutestamentlichen Glaubenden haben Jesus auf einer neuen Ebene erkannt, sogar Johannes, der Jünger Jesu. Ohne diese neue Ebene wäre der gute Mensch Jesus von Nazareth sicher in der Geschichte einfach vergessen worden. Wie so viele gute Menschen. Er ist es nicht, er ist noch gegenwärtig, eben weil er von einer neuen Ebene her verstanden werden muss.

Der Mensch Jesus, der in seinem Geist weiter wirkt, bleibt allerdings Maßstab.

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Wort zum Tag + Rosemontag: Verkleidungen + Mathematiker und Unendlichkeit + Miss-Germany-Finalistin und Kirche + Grüne Teuergie + Lästige Warnereien + Kindesmisshandlung + Kunst von Missbrauchstätern

Wort zum Tag

Menschen können nicht vor Verletzungen
durch andere und sich selbst geschützt werden.
Darum muss man ihnen helfen,
mit Verletzungen so umgehen zu können,
dass sie diese überleben und daran wachsen.
Sonst werden sie zu Sklaven der Verletzungen gemacht.

Rosemontag: Verkleidungen

Verkleidungen. Ein beliebtes Spiel des spielerischen Menschen. Bierernste können das nicht verstehen und sehen hinter allem finsterste Verschwörungen. Wer sich als – traditionell gesprochen – Indianer verkleidet, verniedlicht Völkermord? Da es keine Indianer gibt (die ja nicht mit Native Americans verwechselt werden dürfen), kann man sich auch so verkleiden, wie es Phantasie-Indianer tun. Nun denn: ich als Fastnachtsmuffel wünsche allen einen guten Rosemontag. https://www.t-online.de/region/muenchen/id_100129808/historiker-ueber-karneval-kostueme-wie-indianer-verniedlichen-voelkermord-.html

Mathematiker und Unendlichkeit

Ein christlicher Mathematiker zum Thema: Unendlichkeit – die Schönheit der Mathematik und der Welt https://www.pro-medienmagazin.de/beutelspacher/

Miss-Germany-Finalistin und Kirche

Was hat die Finalistin mit Kirche zu tun? Das lesen wir hier: https://www.pro-medienmagazin.de/ich-moechte-gerne-eine-stimme-fuer-die-kirche-sein/

Grüne Teuer-gie

Die grüne Energie wird viel teurer sein – und das lesen wir sogar in der taz! Neulich war sie schon kritischer als die Grünen es mit Freude sehen. Und jetzt schon wieder! https://taz.de/Oeko-Energie-zu-teuer/!5912869/ Man muss sie loben!

Lästige Warnereien

Die Regierungen werden nicht gewählt, damit sie ständig andere konkurrierende Mächte warnen. Sie werden gewählt, damit sie nach Frieden trachten. Diese ständige Warnereien zeigen nur Arroganzen, zeigen wie bei den Hirschkäfern ein Aufplustern angesichts des Konkurrenten. Allerdings bei Menschen mit ihren Waffen gefährlicher. Ehrlich gesagt: es wird lästig, diese ständige Drohgebärde. Verhandelt miteinander, schließt Kompromisse, das erwarten die Wähler (wenn sie nicht gerade Aktien von militärischen Firmen haben): https://www.youtube.com/watch?v=WNhgNh9dr6A

Kindesmisshandlung

Ja, verbale Gewalt kann Kindern schaden wie körperliche und sexualisierte Gewalt. https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/emotionale-psychische-gewalt-misshandlung-101.html

Alles kann schaden: zu locker mit dem Kind umgehen, zu streng mit dem Kind umgehen, leger mit dem Kind umgehen, als ganz normaler Mensch mit dem Kind umgehen, drohen und warnen, erpressen – alles kann falsch sein. Alles kann falsch sein – es muss aber nicht alles schaden. Von daher: Es gibt kein richtig, kein falsch im normalen Umgang miteinander, weil wir die Zukunft nicht absehen können, nicht ins Kind hineinschauen können. Kinder müssen erzogen werden, auch um in der Welt bestehen zu können. Jede und jeder sollte das so machen, wie es ihm / ihr möglich ist. Ohne auch sich selbst aufzugeben. Es sind immer Aushandlungsprozesse in Beziehungen notwendig. In die darf nur einer eingreifen, wenn kontinuierliche Unmenschlichkeit eklatant ist. Erwachsene sind auch keine Alleskönner. Sie haben eine Psyche, haben Erfahrungen, kennen Leiden, Überforderungen. Kurz: sie sind keine programmierten Roboter-Nannys. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es manche darauf absehen, Eltern zu überfordern.

Bevor nun aber auch hier gesetzlich eingegriffen wird: Ein ganz normaler menschlicher Umgang mit dem Kind muss gegeben sein. Was das allerdings konkret heißt, das muss der jeweilige oder die jeweilige entscheiden. Institutionalisierte Erziehung schadet auch – für den Fall, dass einer meint, man müsste die Kinder den Eltern wegnehmen, weil staatlich besoldete Erzieherinnen alles besser machen.

Kunst von Missbrauchstätern

Ich denke, das ist eine äußerst schwere Fragestellung. Als Kunstgenießer möchte ich eigentlich gar nicht wissen, wer von den großen Künstlern in Missbrauch welcher Form auch immer verwickelt war. Das vor allem auch mit Blick auf das komplizierte Gaslighting bzw. nicht in dieser negativen manipulierenden Form, sondern auch in der positiven manipulierenden Form. Mit Versprechen, Lob usw. (gibt es dafür auch einen Begriff?): ich werde als Künstler berühmt – und du durch mich auch!

Ich denke da zum Beispiel an die wunderbaren Skulpturen von Rodin – und das traurige Schicksal von Camille Claudel. Es ist wohl selten, dass ein Künstler seine Muse findet und die miteinander ununterbrochen harmonieren, oder eine Künstlerin die männliche „Muse“. Es sei an Caravaggio erinnert – also es war schon immer eine Frage: Was verzeiht man einem Künstler? Oder wie sieht es mit Architektur aus? Muss ein bewundernswerter Architekt moralisch einwandfrei sein? Wie sieht es aus mit Filmemacher? Es sei an die Auseinandersetzung um Polanski erinnert, für den sich ein Opfer eingesetzt hat – aber dann nach Jahrzehnten weitere Vorwürfe anderer laut wurden. Sind die Filme schlecht, die Dieter Wedel drehte, oder es sei an die äußerst komplexe Auseinandersetzung – das ganze Hin und Her um Woody Allen erinnert. (Wie sieht es aus mit Opfern bzw. Menschen, die sich später als Opfer definieren, berühmter Sänger? Mögen sie die Kunst weiterhin? Kann das überhaupt pauschal gesagt werden? https://www.musikexpress.de/der-kuenstler-das-arschloch-wie-sexuelles-fehlverhalten-unser-kunstverstaendnis-aendert-966141/)

Dieses Thema wird jedoch massiver, wenn es sich mit den Tätern um Glaubensmänner handelt, vor allem dann, wenn sie angeben, in der Nachfolge Jesu zu stehen: https://www.katholisch.de/artikel/43530-kunstwerke-von-missbrauchstaetern-eine-toxische-zumutung Es müsste noch die Frage nach wahrer, echter Reue gestellt werden. Trotz dieser müsste zumindest der Täter rechtlich aus dem Verkehr gezogen, das heißt zudem aus dem kirchlichen Dienst entfernt werden. Wie mit ihm und dessen Kunst (Bilder, Texte) in der Kirche umgegangen wird, muss dann mit den Opfern geklärt werden. Aber wenn die Kirche ihn einfach so aus welchen Gründen auch immer freispricht, oder überhaupt nicht die Opfer zur Kenntnis nimmt, dann hat sie ihre Basis verloren. Was nichts darüber aussagt, wie mit dem Künstler in zig Jahrzehnten umgegangen werden kann: Wird die Kunst als Kunst anerkannt oder nicht.

Ich bin der Meinung, dass Kunst eine eigene Größe ist, sodass von dem Künstler bzw. der Künstlerin abstrahiert werden muss. Sonst wären wahrscheinlich die Museen leer, nicht nur mit Blick auf Missbrauch, sondern auch unter der Perspektive der Weltanschauungen, der Kriege, Anbiederungen an grausame Herrscher, aus der Perspektive gegenwärtigen bzw. christlichen Moral-Vorstellungen – oder bei Philosophen der Antike deren damals gängige Pädophilie und Sklavenhaltung. Dreck hat wohl – je nach Maßstab – jeder irgendwie am Stecken. Gebrochene „Liebesschwüre“, es sei auch an Goethe und sein Umgang mit Frauen gedacht… (Es kann freilich gesagt werden, dass gebrochene Liebesschwüre usw. nicht vergleichbar sind mit Gaslighting. Doch: Für das jeweilige Opfer dürfte kaum eine Differenzierung hilfreich sein: Ich wurde verletzt! Das zählt, durch wen und wie auch immer.) Beziehungen und menschliche Psychen sind äußerst komplex. Wobei ich nicht der Meinung bin – das ist selbstverständlich – dass ein Künstler kriminelle Narrenfreiheit haben darf. Es geht um die Beurteilung der Werke.

Wichtiger als die leeren oder vollen Museen ist, dass Werke von Künstlerinnen und Künstlern Menschen ungeheuer viel geben können. Sie leben damit, sie bekommen Orientierung und Halt, sie nehmen die Welt aus neuen Perspektiven wahr. Darum, weil die Werke Menschen erheben, darum sind sie stärker zu beachten als der Künstler selber. Vielleicht geschieht das ja auch nur aufgrund ihres unmoralischen Verhaltens – wer weiß das schon. Wenn sie nicht zu Unmoralischem auffordern, sind die Werke – wenn man nichts vom Autor selber weiß – autonom. Auch wenn ich zum Beispiel Brecht als Mensch ich muss schon sagen, sorry, widerlich finde, kann ich doch einzelne seiner Werke sehr schön und hilfreich finden.

Aber mit Blick auf Kirche wäre das zu einfach, weil, wie in dem Beitrag geschrieben, Opfer evtl. in Kirchen mit der Kunst konfrontiert werden könnten und Schaden nehmen könnten am Glauben. (Wobei ich freilich nicht weiß, ob auch Opfer an der Kunst als Kunst Gefallen und sie sich selbst als Teil des Werkes finden könnten – aber das ist wohl von Mensch zu Mensch verschieden.) Obgleich zu sagen ist, dass der Glaube nie von Menschen abhängig gemacht werden darf. Im Raum der Kirche muss ein strengerer Maßstab angelegt werden, wenn sie nicht unglaubwürdig werden will.

Was mir an dem Beitrag sonderbar vorkommt, die Verbindung zur Mystik. Es ist klar, wenn die Schönheit als eine Art Gottheit angebetet wird und aus der Schönheitsmystik Missbrauch folgt, dann ist bei diesem „Mystiker“ diese zu durchleuchten. Aber Mystik insgesamt damit verbinden – der Vorwurf ist soweit ich sehe unbegründet. Da wird sozusagen nicht nur der Künstler abgelehnt, auch sein Werk und gleich eine ganze Richtung. Das geht zu weit. Hat mit der Buntheit der Menschen, der Vielfältigkeit des Lebens, individuellen Irrtümern und Abwegen nichts mehr zu tun, sondern nur mit Theorie, der Spirituelles in intensiver Form suspekt ist, und ist aufgrund der leicht erkennbaren Undifferenziertheit schon fast ideologisch zu nennen.

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Er stürzt Mächtige – Wort zur Fastnacht

Maria, die Mutter Jesu, singt:
Vom Thron stürzt Gott die Mächtigen.
Im Psalm 2 wird triumphierend erklärt:
Gott spottet über die Mächtigen.

Fastnacht – Spott über Mächtige.
Bis sie ihn unmöglich machen –
durch überteuerte und pingelige
Sicherheitsmaßnahmen.

Aber die Distanz der Christen bleibt:
Betend wachen sie über Regierende,
frei angesichts der Herrscherallüren,
selig die Sanftmütigen, sie bekommen das Land.

Und: Wer ist schöner gekleidet?
Die sich schöne Kleidung leisten können?
Nein, nein: Die Lilien auf dem Felde.
Eine neue Sicht. Eine göttliche Sicht.

Gebt Gott, was Gott gehört,
gebt dem Herrscher, was ihm gehört –
dem Herrscher, der selbst ja Gott gehört –
so sprach listig der Sohn Marias, Jesus Christ.

Das fanden mächt´ge Gruppen gar nicht lustig
und nagelten ihn an´s gekreuzte Holz.
Da sprach Gott: Ich mag nicht Tod, nicht euer Morden
und hat ihn wieder auferweckt.

Halleluja!

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